|
ZEUS - JUPITER
Zeus, höchster griechischer Gott (röm. Jupiter), der indoeuropäische Himmelsgott, Vater der Götter und Menschen, Götterkönig nach dem Vorbild der
menschlichen Gesellschaft, jüngster Sohn des Kronos (daher Kronide oder Kronion genannt) und der Rhea. Als sein Geburtsort galt teils Kreta, auch soll er vor seinem Vater Kronos versteckt in einer Höhle auf Kreta aufgezogen und von
Amaltheia genährt worden sein. Herangewachsen, beraubte er seinen Vater der Herrschaft. Mit seinen Brüdern
Poseidon und Hades sich in die Welt teilend, erhielt er den Himmel als Herrschaftsbereich. Als sein Sitz galt der
Olymp, daher hieß er der Olympier. Durch seine erste Gemahlin Metis wurde er Vater der
Athena; auch Dione nannte man Gemahlin des Zeus. Allgemein galt jedoch
Hera, die Schwester des Zeus, als seine Gemahlin. Beider Kinder waren
Ares, Hebe, Hephaistos und
Eileithyia. Zeus bezwang alle seine Feinde (Giganten,
Typhon). Mit vielen Göttinnen und Sterblichen zeugte er Kinder: mit Dione
Aphrodite, mit Themis die Horen, mit Mnemosyne die Musen, mit Leto
Apollon und Artemis, mit
Demeter Persephone, mit Eurynome die Chariten, mit Maia
Hermes, mit Semele Dionysos, mit Danae Perseus, mit Leda Helene und die Dioskuren, mit Alkmene
Herakles, mit Aigina Aiakos, mit
Europe Minos, Rhadamanthys und Sarpedon, mit Antiope Amphion und Zethos, mit Io Epaphos, mit Kallisto
Arkas.
Zeus war der im Himmelsraum oder auf einem Berg thronende Wettergott, der Wolkensammler, der Regen schickte, der
Herr von Blitz und Donner. Als Zeus Herkeios (herkos, »Umzäunung«) behütete er das Hauswesen, als Ktesios (»Erwerber«) schützte er den Vorrat und galt als Reichtumspender; dem
Zeus Meilichios, dem »Sanften«, dem durch Sühnung gütig gestimmten Gott, feierte man in Athen die Diasia (abgeleitet vom Genetiv
Dios). Zeus Xenios schützte den Fremden (xenos, »Fremder«), Zeus Hikesios die an seinem Altar Schutz Suchenden (hiketes, »Schutzflehender«). Eid (horkos) und Schwur waren dem
Zeus Horkios heilig, da er als Hüter der Rechtsordnung über die Gesetze wachte, als
Zeus Eleutherios (eleutheria, »Freiheit«) die Freiheit schützte. Als Zeus Soter war er der »Retter« für Einzelwesen und Staat. In
Dodona besaß
Zeus als Gott der Mantik ein hochgeehrtes Orakel; er schickte auch Blitz, Donner, Meteore, Träume u. a. als Vorzeichen. Dem
Zeus Lykaios waren auf dem Lykaion (Arkadien) Menschenopfer dargebracht worden. Eiche und Adler waren
Zeus heilig. Zeus wurde mit Adler, Zepter und Blitzbündel, z. T. thronend, dargestellt. Berühmt war die Goldelfenbeinstatue des Pheidias in Olympia, von der nur Münzbilder einen Eindruck vermitteln. Von den erhaltenen Darstellungen ist der
Zeus von Otricoli aus hellenistischer Zeit am bekanntesten. - In der nachantiken Kunst und Literatur werden die Namen
Zeus und Jupiter in der Regel unterschiedslos verwendet (Gemälde von Schiavone, Veronese, H. v. Balen, L. Corinth; Oper von Händel). ;
Be
[Lexikon der Antike: Zeus, S. 1 ff. Digitale Bibliothek Band 18: Lexikon der Antike, S. 6236 (vgl. LDA, S. 642 ff.)]
|