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Die Westfassade bei
Nacht
"Die Kathedrale Santa María ist eins
der interessantesten Denkmäler der Gotik in Spanien. Der Bau von 91 m
Länge wurde auf den Mauern einer älteren Kirche aus dem 11. Jh. 1205
begonnen und ein Jahrhundert später vollendet. Seine Schönheit und
Eleganz offenbart sich schon dem ersten Blick. Türme, Profile, farbige
Fenster, Fensterrosen und die schlanken Strebepfeiler des Ganzen steigern
den Zauber des Chores.
Die Konzeption der westlichen Vorhalle (Paradies) ist erstaunlich: fünf
ungleiche Spitzbogen führen auf drei Portale. In der Mitte das Portal mit
der berühmten 'Weißen Jungfrau' (Virgen Blanca) - einer Statue
von ungemein zarter Erscheinung. Im Türsturz darüber eine knappe
Szenenfolge aus dem Jüngsten Gericht, von starker Aussagekraft:
die Auserwählten kosten schon die Freuden der himmlischen Musik, die
Verdammten werden in den Kessel der Hölle geworfen oder, wie Rettiche,
von gewaltigen Satansmäulern zerknackt. Die Nebenportale (des San Juan
und des San Francisco) stehen an künstlerischer Schönheit nicht zurück.
Eine edle Fenstergruppe, eine mächtige Rose und eine Balustrade unter
großem Giebel schließen die Fassade.
Das Hauptschiff mit seinem Kreuzrippengewölbe erinnert an die Kathedrale
von Amiens. Über dem feingliedrigen Triforium füllen Farbfenster (13.
und 16. Jh.) ein so schwereloses Steingefüge, dass es scheint, der Stein
sei nur da, um die Fenster zu fassen.
Zwei Türme erheben sich über die Kirche, der ältere Nordturm, 65 m, der
andere, spätgotische, 68 m."
DuMont: SPANIEN, Bildatlas der Spanischen
Kunst, S. 18
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