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Das Kloster San
Juan unter dem überhängenden Phlysch-Felsen, etwa von Osten gesehen; von
ihm aus hat man nach Norden, das Tal hinaus, einen Pyrenäenblick.
"In die Tiefe einer wilden Schlucht
gebettet, in einer Landschaft bewaldeter Berge, liegt unter dem gewaltigen
Felsen (la peña) das Kloster San Juan. Es war schon im 9. Jh. berühmt,
um seine Geschichte rankt sich manche Legende. 1023 wurde es von Mönchen
aus Cluny reformiert.
Das Klostergebäude hat zwei Stockwerke: zu ebener Erde ist auf alten
Grundmauern der Schlafsaal errichtet, mit kräftigem flachem Gewölbe (11.
Jh.). Die kleine Unterkirche, zur Hälfte unterirdisch, stammt zum Teil
noch aus dem 9. Jh. und ist westgotischer Herkunft; der Fels bildet den
Hintergrund der Apsis, die er zum Teil bedeckt; die Kirche hat zwei
Schiffe mit Apsiden unter einem Gewölbe aus rohem Gestein. Ein
hufeisenförmiger Bogen verbindet Kirche und Schlafsaal. Im 11. Jh. wurden
die beiden Schiffe verlängert.
Im Obergeschoss ist die Kirche (Baubeginn 1094) mit nur einem Schiff und
dreifacher Apsis. Das Gewölbe bildet der Fels. Zur Linken ist der Eingang
in das Pantheon der Könige und des Adels von Aragonien und Navarra (1770
umgebaut und neu dekoriert). An der Wand zwei Reihen von Grabmälern mit
27 Urnen. Rechts führt ein mozarabisches Hufeisenportal zum Kreuzgang,
den der natürliche Fels zum Teil überwölbt. Zwillingssäulen tragen
rundbogige Arkaden; die prächtigen Kapitelle, weich im Rhythmus, bedecken
gedrängte Kompositionen erzählenden Inhalts. Den unbekannten Künstler
nennt man den Maestro de San Juan; er arbeitete im späten 12. Jh.
Nach drei Bränden baute man weiter oben auf dem Bergabhang ein neues
Kloster; es war 1714 fertig und besitzt ein schönes Barockportal."
DuMont: SPANIEN, Bildatlas der Spanischen
Kunst, S. 410
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