PAGINA CARIONIS

Carions Umfeld.

Zurück zur Carion-Startseite.

Zurück zu meiner Homepage.

CHRONICA CARIONIS 1532

Textgrundlage: Exemplar des Stadtarchivs Bietigheim-Bissingen ("BB")
(mit Angabe der Varianten des Exemplars der "Stiftung Luthergedenkstätten" ("LG"))

Inhaltsverzeichnis  
(im Original nur innerhalb des Textes vorhanden, Überschriften dienen hier als Sprungmarken)

1,1 Titel
1,2 Widmung an Joachim II. von Brandenburg
1,3 Widmungstext

1,4 Zweck dieser Geschichtsschreibung
1,5 Grundsatz der Geschichtsschreibung

1,6 Spruch des Hauses Elia

2,1 Anfang des ersten Buchs der Chronica Carionis
2,2
Kain und Abel
2,3 Seth
2,4 Sintflut
2.5 Nach der Sintflut
2,6 Turm zu Babylon
2,7 Allgemeines zur ersten Monarchie

3,1 Zweites Buch der vier Monarchien

3,2 Erste Monarchie der Assyrer
Ninus
3,3 Semiramis
3,4 Sardanapal

3,5 Ägypten

3,6 Abraham
3,7 Sodoms Bestrafung
3,8 Isaak
3,9 Joseph
3,10 Moses
3,11 Zehn Gebote

3,12 Königreich Israel
3,13 Könige von Israel

3,14 Könige von Juda, Stamm Salomon
Roboam - Abia - Asa - Josaphat - Joram - Ochosias - Athalia

3,15 Könige von Juda, Stamm Nathan
Joas - Amasia - Ozias - Jotham - Achas - Ezechias - Manasse - Amon - Josias - Joachas - Joakim - Joachin/Jeconias - Sedechias

Euilmerodach
Baltasar

3,16 Griechen
3,17 Trojanischer Krieg
3,18 Krieg um Theben
3,19 Herakles
3,20 Sibylle
3,21 Homer und Hesiod

3,22 Römische Königszeit

4,1 Zweite Monarchie
4,2
Anfang der persischen Monarchie
4,3 Persische Königsliste nach den Griechen
4,4 Kyros

4,5 Anfänge der griechischen Philosophie

4,6 Kambyses
4,7 Bestrafung des korrupten Richters Sisamnes durch Kambyses
4,8 Dareios
4,9 Krieg des Dareios in Griechenland
4,10 Xerxes
4,11 Artaxerxes Longimanus
4,12 Zorobabel

4,13 Die 70 Wochen Daniels

4,14 Darius Nothus
4,15 Artaxerxes Mnemon
4,16 Ochus (Artaxerxes III.)
4,17 Arsames
4,18 Darius III.

4,19 Peloponnesischer Krieg
4,20 Athen nach dem Peloponnesischen Krieg

4,21 Philosophie in Griechenland

4,22 Rom

5,1 Die dritte Monarchie
5,2
Behandlung der Juden durch Alexander
5,3 Reichsteilung nach Alexander
5,4 Die Könige von Syrien
5,5 Die Könige von Ägypten nach Alexander

5,6 Die Juden
5,7 Das Geschlecht der Makkabäer
5,8 Könige aus dem Geschlecht der Makkabäer
5,9 Entstehung der Pharisäer und anderer Sekten
5,10 Dynastie des Herodes

5,11 Rom
5,12 Punische Kriege
5,13 Hannibal
5,14 Krieg der Römer in Makedonien
5,15 Zerstörung Karthagos
5,16 Die Kimbern in Italien
5,17 Sulla und Marius
5,18 Pompeius und Caesar

6,1 Anfang der vierten und letzten Monarchie, der des Römischen Reichs
6,2
Julius Caesar
6,3 Augustus 

6,4 Drittes Buch: Zeit seit Christi Geburt 
6,5
Tiberius, der dritte Kaiser
6,6
Caligula, der vierte Kaiser
6,7 Claudius, der fünfte Kaiser
6,8 Nero, der sechste Kaiser
6,9
Galba, Otho und Vitellius
6,10 Vespasian, der siebte Kaiser

6,11 Jerusalems letzte Zerstörung 

6,12 Titus, der achte Kaiser
6,13 Domitian, der neunte Kaiser
6,14 Nerva, der zehnte Kaise
6,15 Trajan, der elfte Kaiser
6,16 Hadrian, der zwölfte Kaiser

6,17 CHRONIK der Kaiser ab Antoninus Pius, also ab dem Jahr 140 bis 274

6,18 Die Manichäer

6,19 CHRONIK 280 bis 312

6,20 Arius

6,21 CHRONIK 342 bis 398
6,22
Zerstörung der vierten Monarchie

6,23 Die Goten
6,24 Dietrich von Bern
6,25 Zerstörung der Stadt Rom

6,26 CHRONIK 427

6,27 Die Vandalen
6,28 Böhmen

6,29 CHRONIK 454

6,30 Attila
6,31 Venedig

6,32 CHRONIK 460 bis 528

6,33 Belisar

6,34 CHRONIK 566 bis 584

6,35 Beginn des Streits um den päpstlichen Primat

6,36 CHRONIK 604 bis 612

6,37 Mohammed und das Reich der Sarazenen
6,38 Die Türken

6,39 CHRONIK 641 bis 783

7 Deutsche Kaiser
7,1 Karl der Große
7,2 Anfang des fränkischen Reichs
7,3 Ludwig der Fromme
7,4 Lothar I., der dritte deutsche Kaiser
7,5 Ludwig II., der vierte deutsche Kaiser

7,6 Karl der Kahle, "Kaiser aus Gallien"

7,7 Karl der Dicke, der fünfte deutsche Kaiser
7,8 Arnulf, der sechste deutsche Kaiser
7,9 Ludwig III., der siebte deutsche Kaiser
7,10 Konrad I., der achte deutsche Kaiser

7,11 Genealogie Karls des Großen

7,12 Heinrich I., der neunte deutsche Kaiser
7,13 Otto I., der zehnte deutsche Kaiser
7,14 Otto II., der elfte deutsche Kaiser
7,15 Otto III., der zwölfte deutsche Kaiser 

7,16 Einsetzung der Kurfürsten 

7,17 Heinrich II., der 13. deutsche Kaiser
7,18 Konrad II., der 14. deutsche Kaiser
7,19 Heinrich III., der 15. deutsche Kaiser
7,20 Heinrich IV., der 16. deutsche Kaiser

7,21 Eroberung von Jerusalem

7,22 Veränderungen in den deutschen Fürstentümern

7,23 Heinrich V., der 17. deutsche Kaiser
7,24 Lothar III., der 18. deutsche Kaiser

7,25 Wiederaufleben des römischen Rechts

7,26 Konrad III., der 19. deutsche Kaiser
7,27 Friedrich I. Barbarossa, der 20. deutsche Kaiser
7,28 Heinrich VI., der 21. deutsche Kaiser
7,29 Philipp, der 22. deutsche Kaiser 

7,30 Die Bettelorden

7,31 Otto IV., der 23. deutsche Kaiser
7,32 Friedrich II., der 24. deutsche Kaiser
7,33 Konrad IV., der 25. deutsche Kaiser
7,34 Wilhelm, der 26. deutsche Kaiser

7,35 Interregnum

7,36 Rudolf, der 27. deutsche Kaiser
7,37 Adolf, der 28. deutsche Kaiser
7,38 Albrecht I., der 29. deutsche Kaiser
7,39 Heinrich VII., der 30. deutsche Kaiser
7,40 Ludwig IV., der 31. deutsche Kaiser 

7,41 Nikolaus Augustus in Rom  

7,42 Wahl des Grafen Gunther von Schwarzburg zum Kaiser 

7,43 Karl IV., der 32. deutsche Kaiser 

7,44 Schweiz

7,45 Schisma

7,46 Wenzel, der 33. deutsche Kaiser
7,47 Ruprecht I., der 34. deutsche Kaiser

7,48 Tamerlan

7,49 Sigismund, der 35. deutsche Kaiser 

7,50 Konzil zu Konstanz

7,51 Die Markgrafen von Brandenburg

7,52 Albrecht II., der 36. deutsche Kaiser
7,53 Friedrich III., der 37. deutsche Kaiser

7,54 Eroberung Konstantinopels durch die Türken

7,55 Maximilian, der 38. deutsche Kaiser
7,56 Karl V., der 39. deutsche Kaiser
7,57 Ferdinand, der 40. deutsche Kaiser

7,58 Ende der Chronica

7,59 Tafel der Weltjahre

Unterschiede zwischen BB und LG

Papstlisten

Zahlen in <> = Seitenangaben in den Drucken von 1532, zum Teil erschlossen;
Fettdruck von mir.

Auffälliges, auch: Datierungsprobleme
Quellen und Selbstdarstellung
Kritik an den Quellen
Beziehungen zwischen Geschichte und Gegenwart

Auch hier: Fettdruck von mir.

<Titelseite>
1,1 Chronica
durch Magistrum
Johan Carion/ vleis-
sig zusamen gezo-
gen/ meniglich
nützlich zu
lesen. 
<001: unbezeichnet> 

 

1,2 Dem durchleuchtigen
hochgebornen Fürsten vnd herrn/
herrn Joachim/ Marggrauen zu Branden=
burg/ zu Stettin/ Pomern/ der Cassuben vnd 
Wenden Hertzogen/ Burggrauen zu Nö=
ri berg/ vnd Fürsten zu Rugen/ mei-
nem gnedigen herrn

LG: Hochgebornen - Noriberg - Rügen; anderer Zeilenspiegel!

 

1,3,1  Durchleuchtiger hoch
geborner Fürst/ 2 E. F. G. sein mein vnterthenige dienst allzeit zuuoran bereit etc. 3 Gnediger herr/ 4 nach dem mich zum offtermal etliche/ besonder gute freunde gebeten/ ein kurtz Chronica zu stellen/ Daraus ein iglicher die furnemisten Historien/ ordenlich fassen vnd lernen kont/ welche zum teil nicht allein nützlich/ sondern auch not ist zuwissen. Habe ich solche Chronica zu machen furgenomen/ vnd nach meinem vermögen auff das aller ordenlichst die Monarchien/ darein Got die welt fur vnd fur wünderlich gefast hat/ vnd die grösten hendel vnd verenderung/ so darin furgefallen/ kürtzlich zusamen gezogen vnd erzelet/ 5 Diese meine geringe schrifft/ hab ich bedacht unter E. F. G. schutz vnd namen auszugehen lassen/ zuerzeigung meiner vnterthenigen dienst/ gegen E. F. G. vnd bit vntertheniglich/ E. F. G. wöllen dieses büchlin gnediglich annemen/ wie ich nicht zweiuel/ 6 Denn wiewol die hendel nit nach notturfft ausgestrichen sind/ wie jnn solcher kürtz zuthun nicht müglich ist/ vnd ich/ als ein vngeübter nicht kan/ so weis ich doch/ das E. F. G. aus hohem Fürstlichem
<002: unbezeichnet>  verstand zu künsten vnd Historien sonderliche lust tragen/ vnd wissen das darin aller Fürstlichen tuogenden vnd hendel/ exempel furgetragen werden/ deren ich viel hierin kürtzlich angezeigt/ allein zu verinnerung/ 7 Denn E. F. G. werden die selbigen/ als ein hochuerstendiger Fürst/ selbst weiter zu bedencken wissen/ vnd sie aus angeborner geschicklicheit/ besser schmücken/ denn ich vermag/ 8 nach dem E. F. G. von Gott mit dieser schönen vnd Fürstlichen gnad zureden/ hochbegabet sind/ 9 wie denn von solcher gabe das löbliche vnd Chuorfurstliche haus zu Brandenburg sonderlich gepreiset wird/ 10 Denn E. F. G. voreltern/ als nemlich/ Marggraue Albert der Churfurst/ den die Historien den Deudschen Achillem nennen/ wird nicht weniger dauon/ das er fur andern bered gewesen/ denn von seinen kriegen/ die er vons Reichs wegen löblich vnd glücklich gefüret hat/ gerhümet/ 11 vnd solche gabe ist auff E. F. G. anherrn/ Marggraue Johansen/ darnach auff E. F. G. herrn vnd vater Marggraue Joachim Churfursten/ auch auff E. F. G. vettern/ Marggraue Albert/ Churfursten zu Mentz etc. aus sonderlicher Gottes gnaden reichlich geerbet/ erzeiget sich auch jnn E. F. G. neben vielen andern Fürstlichen tügenden/ 12 Derhalben hoff ich E. F. G. werden dieses mein buch gnediglich lesen/ vnd die Historien besser wissen zu gebrauchen vnd anzuziehen/ denn ich sie erzelet habe/ 13 vnd beuiel mich jnn aller vnterthenigkeit E. F. G. wilche Gott der allmechtig allezeit gnediglich bewar/ 14 Datum zu Berlin/ Anno domini xxxj.

15 E.  F.  G.
Untertheniger diener.
Johan. Cario.

LG: Hochgeborner - meine - etc - Nachdem - kurtze - daraus - furnemsten - ordenlichest - Gott - gefasset - nicht - Fürstlichen - Exempel - hoch verstendiger - Furst - gnade - Chuorfürstliche - Churfürst - ehr - andere - krigen - ehr - von - Churfürsten - Churfürsten - Meintz - ynn - tugenden - anzuzihen - allzeit - Johann

 

1,4,1  Wo zu Historien zulesen/ 
nützlich ist.

1,4,2 WJewol die Historien
meniglich nützlich sind/ vmb vieler vrsachen willen/ die ich nachmals erzelen wil/ So sind es doch jnn sonderheit Könige vnd Fürsten bücher/ auffs höhest nützlich/ vnd not allen regenten/ 3 Denn nicht allein die Heidnischen/ sondern auch der heiligen schrifft Historien/ haben furnemlich zuthun mit den regimenten. 4 Die schrifft leret vns von Gottes willen vnd wort/ vnd von dem ewigen Reich Christi/ doch leret sie daneben auch vom weltlichen Reich vnd stellet vns fur viel schöner Exempel/ jm regiment nützlich vnd dienstlich/ die Fürsten zu leren vnd zu vermanen zu rechten fürstlichen tügenden/ 5 Aber die Heidnischen Historien sagen von ankunfft aller hohen Königreichen/ vnd aus welchen vrsachen verenderung darin furgefallen/ vnd von aller geschickligkeit/ vnd tügenden/ die dazu gehören land vnd leut zu regirn/ 6 Darumb sollen die Historien billich Fürsten bücher sein/ vnd genennet werden.

LG: reich - darneben - reich - Fürstlichen - tugenden - fürgefallen - geschicklicheit - tugenden - gehört - regiren - Darüm

 4 Die schrifft leret vns von Gottes willen vnd wort/ vnd von dem ewigen Reich Christi/ doch leret sie daneben auch vom weltlichen Reich vnd stellet vns fur viel schöner Exempel/ jm regiment nützlich vnd dienstlich/ die Fürsten zu leren vnd zu vermanen zu rechten fürstlichen tügenden/

1,4,7 Nach dem nu zweierley tugent eim jden not sind/ nemlich/ eusserliche/ weltliche tugent/ darüber auch Gottes forcht vnd glauben/ tragen vns die historien beiderley exempel fur/ 8 Vnd erstlich zu reden von weltlichen tügenden/ sollen hierin furnemlich die Fürsten die exempel vnd hendel mercken/ dadurch sie erinnert mögen werden/ wie sie sich jm regiment halten sollen/ 9 nemlich/ wie sich löbliche könig vnd Fürsten gehalten haben/ so ge= <003: unbezeichnet>  meinen nutz gefoddert/ recht erhalten/ vnrecht ernstlich gestrafft/ nicht vnnöttige krieg angefangen/ sondern offt durch gedult frieden erhalten/ 10 Aber jnn der gegenwer sich getrost vnd ernstlich erzeiget haben/ den fromen vnd fridsamen gnedig vnd freuntlich gewesen/ die lender an macht/ vnd an Religion vnd guten sitten gebessert/ 11 Dagegen sollen sie sehen/ wie sich die Tyrannen gehalten/ wie es jhnen ergangen/ aus wilchen vrsachen grosse vnd schedliche verenderung der regiment gefolget sind/ 12 Als nemlich aus Tyranney/ wie Pharao vmbkommen ist/ vnd zu Rom die König veriaget sind/ 13 Jtem/ aus stoltz/ neid/ vnd hass der Fürsten vnter sich/ wie Pompeius allein aus neid gedacht C. Cesarem vnterzu drücken/ 14 Jtem/ aus leichtfertiger newigkeit/ wie zu Rom leges Grachorum vrsach zu einem greulichen krieg gaben/ vnd das Mahometisch Reich aus ketzereien entstanden ist. 15 Jtem/ aus farlichen Bündnissen/ wie Athen land vnd leut verloren hat/ vber solchen bündnissen. 16 Dis vnd dergleichen stück ist seer nützlich den regenten zu mercken damit sie sich lernen hüten/ vnd fursichtiger handeln/ 17 Denn es fellet teglich der gleichen fur. 18 Welt bleibt welt/ darumb bleiben auch gleiche hendel jnn der welt/ ob schon die personen absterben/ 19 Derhalben sagt Thucidides/ der ein erfarner kriegsman gewesen ist/ vnd ein grossen langen krieg vnd seltzam hendel/ die sich vnter Greken zugetragen/ beschrieben hat/ das Historia ein schatz sein sol/ den man bey der hand haben sol/ damit man sich jn gleiche felle schicken könne/ Dieweil jmer gleiche sachen wider furfallen/ 20 vnd ist warlich historia ein rechter fürstlicher schatz/ dadurch sich ein regent mancherley erinnern kan.

LG: jeden - Historien - Exempel - tugenden - Exempel - errinnert - König - friden - freundlich - religion - ihnen - welchen - fahrlichen - sehr - denn - darümb - in - krigsman - Grecken - beschriben - ynn - jmmer - widder - Historia - Fürstlicher 

 1,4,7 Nach dem nu zweierley tugent eim jden not sind/ nemlich/ eusserliche/ weltliche tugent/ darüber auch Gottes forcht vnd glauben/ tragen vns die historien beiderley exempel fur/ 8 Vnd erstlich zu reden von weltlichen tügenden/ sollen hierin furnemlich die Fürsten die exempel vnd hendel mercken/ dadurch sie erinnert mögen werden/ wie sie sich jm regiment halten sollen/

16 Dis vnd dergleichen stück ist seer nützlich den regenten zu mercken damit sie sich lernen hüten/ vnd fursichtiger handeln/

19 Derhalben sagt Thucidides/ der ein erfarner kriegsman gewesen ist/ vnd ein grossen langen krieg vnd seltzam hendel/ die sich vnter Greken zugetragen/ beschrieben hat/ das Historia ein schatz sein sol/ den man bey der hand haben sol/ damit man sich jn gleiche felle schicken könne/ Dieweil jmer gleiche sachen wider furfallen/ 20 vnd ist warlich historia ein rechter fürstlicher schatz/ dadurch sich ein regent mancherley erinnern kan.

1,4,21 Vber das aber sind auch Exempel jnn Historien/ die einem jglichen dienen/ 22 als von gehorsam gegen der öberkeit/ vnd straff der vngehorsamen/ als wie Absalon/ Catilina/ Brutus/ Cassius vnd der gleichen/ gestrafft wurden/ 23 Von trew jnn freuntschafft/ als wie Jonathas dem Dauid sein leben errrettet/ 24 von straff des Ehebruchs/ vnd dergleichen laster/ wie Dauid gestrafft ward. 25 Jnn summa/ Wie man jnn allen künsten exempel zu der regel fustellet/ also werden vns jnn Historien exempel furgemahlet aller lahr von tügenden. 26 Nu sihet man am exempel vnd an der that/ wie schön tugent/ wie schedlich vnd schendlich vntugent ist/ viel klerer/ denn jnn der regel/ 27 Derhalben solche furgestellete bilder seer deutlich leren/ ja leren nicht allein/ sondern vermanen/ bewegen/ vnd entzünden wolgezogene leute/ das sie lust vnd lieb zu tugent vnd zu ehren gewinnen/ 28 Ja ich halt es sey kein mensch so wild/ wenn er ein treffliche/ löbliche that oder ein schreckliche straff lieset/ das solche jhm nicht zu hertzen gehe.

LG: ynn - der: fehlt - freundschafft - errettet - Exempel - furstellet- Exempel - tugenden - Exempel - furgestellet - sehr - ia -  beweren - ehr - leset - gehet

 1,4,21 Vber das aber sind auch Exempel jnn Historien/ die einem jglichen dienen/ 22 als von gehorsam gegen der öberkeit/ vnd straff der vngehorsamen/ 
25 Jnn summa/ Wie man jnn allen künsten exempel zu der regel fustellet/ also werden vns jnn Historien exempel furgemahlet aller lahr von tügenden. 26 Nu sihet man am exempel vnd an der that/ wie schön tugent/ wie schedlich vnd schendlich vntugent ist/ viel klerer/ denn jnn der regel/

1,4,29 Ich habe jnn kürtz angezeigt/ das man jnn Historien/ exempel von weltlichen tügenden vnd sachen mercken sol/ 30 nu sol ein Christ Gottes nicht vergessen/ sondern auch lernen/ das historien nützlich sind zu Gottes forcht/ vnd zum glauben/ 31 denn diese zwo sind die furnemisten Christlichen tugent/ welche mit Gott handeln/ 32 Wie wol nu die Heidnischen historien nicht melden/ das Gott etwas mit den leuten thue/ so sol doch ein Christ wissen/ das Gott alle regiment jnn der welt erhelt/ 33 Darumb wirckt er auch dabej/ strafft vnrecht vnd gewalt/ gibt auch bey der weile grosse tugenden vnter den heiden/ 34 Denn die regiment können nicht erhalten werden wider den Teufel/ on sonderliche Gottes gaben/ vnd solche hohe tügenden/ 35 Also sol ein Christ gedencken/ vnd wissen das solche löbliche thaten vnd straffen/ Gottes werck sind/ vnd daran lernen Got fürchten/ 36 als nemlich/ das <004: unbezeichnet> die tyrannen schrecklich gestrafft sind/ laut des spruchs/ Wer das schwerd nimpt/ das ist/ wer es selbst nimpt on beuehl/ der sol mit dem schwerd vmbkomen/ 37 Dagegen sihet man/ das Gott frome fürsten vnd regenten/ so gewaltiglich schützet/ das auch die Heiden es dafur angesehen/ das die fürsten jnn Gottes schutz seien/ 38 denn Homerus spricht/ Gott werffe seinen eigen schild fur/ sie zu schützen jm streit/ tichtet wie jeder fürst sein helffer hab/ als Achilles Palladem etc.

LG: angezeiget - Exempel - tugenden - Historien - Christenlichen - Historien - Darümb - ehr - dabey - Heiden - widder - Teuffel - one - tugenden - Gott - Tyrannen - one - befehl - Fürsten - gewaldiglich - ynn - schutzen - ym - furst 

 1,4,29 Ich habe jnn kürtz angezeigt/ das man jnn Historien/ exempel von weltlichen tügenden vnd sachen mercken sol/ 

38 denn Homerus spricht/

1,4,39 Vnd sonderlich wird solchs klar ausgedrückt/ jnn Historien der heiligen schrifft/ als von Abraham/ Dauid/ Ezechia etc/ vnd anderen/ das sie Gott behütet habe/ 40 vnd sind allen Fürsten furgemahlet/ das sie wissen sollen/ das Gott der gleichen sich gegen allen fromen erzeigen wölle/ 41 Denn dis ist die vnterscheid zwischen Heidnischen/ vnd der heiligen schrifft Historien/ das die heilige schrifft zeugnis gibt/ wilche Gottes werck sind/ 42 Darüber auch nicht allein weltliche sachen erzelet/ sondern furnemlich Gottes Reich beschreibet/ wie Gott sein wort gebe/ wie er gnad erzeige vnd selig mache/ dauon die Heidnischen Historien nicht wissen.

LG: ynn - behüttet - fürsten - wille - Den - vnterschid - reich - ehr

 

1,4,43 Vnd sollen derhalben furnemlich alle Christen der heiligen schrifft Historien zu vnterricht vnd sterckung des glaubens lernen/ 44 Erstlich wie Got alle ding erschaffen hat/ woher die sund entsprungen sey/ wie Gott dagegen sein reich eingesetzt hat/ sein wort geben/ vnd Christum verheissen vnd gesand hat/ die sund zu vergeben vnd selig zu machen/ 45 Jtem/ wie Gott/ als ehr sein wort gegeben fur vnd fur/ das reich Christi erhalten hat/ 46 Jtem/ wie das reich Christi/ das ist/ die heiligen von anfang gelitten haben/ der Teuffel mit der grösten macht der welt/ wider Gottes wort gefochten hat/ 47 Jtem wie Gott fur vnd fur seine verheissungen wunderbarlich vber aller menschen weisheit vnd gedancken geleistet hat/ 48 Jtem/ wie Gott vns furhelt/ beide schreckliche straff vnd gnad Exempel/ Als wie dem Dauid vnd andern/ jhre sund vergeben warde/ das wir dadurch auch trost empfahen/ vnd lernen glauben/ Gott wölle gnedig sein/ 49 Jtem/ wie Gott vns zu stercken/ allerley Propheceien/ auch von weltlichen Reichen/ gegeben/ dadurch wir zeugnis hetten/ so solche eusserliche weissagung erfüllet würden/ das gewislich dieses wort das wir haben/ von Gott komen/ vnd kein ander glaub/ denn der vnser recht sey.

LG: Gott - widder - fürhelt - jhr - wolle - Prophetien - reichen - wurden

 1,4,43 Vnd sollen derhalben furnemlich alle Christen der heiligen schrifft Historien zu vnterricht vnd sterckung des glaubens lernen/

48 Jtem/ wie Gott vns furhelt/ beide schreckliche straff vnd gnad Exempel/

1,4,50 Jtem/ das wir erinnert würden/ wenn Christus hat komen sollen/ vnd wenn sich das ende der welt nahen wird/ 51 Jtem/ so wir befünden das alles geschehen/ wie es propheceiet ist/ das wir vns gewislich versehen/ was die schrifft meldet/ das noch künfftig sein sol/ das werde auch geschehen. 52 Vnd zu richtigem verstand der Propheceien/ mus man ordnung der Reich/ zal der jar/ vnd allerley wissen/ so man jnn Heidnischen Historien findet/ 53 Darumb die Christen auch solche Heidnische Historien/ zu besserem vnterricht jnn den Propheceien wissen/ vnd gebrauchen müssen.

LG: wurden - befunden - Prophezeiet - Prophezeien - Darümb - Prophezeien

 

1,4,54 Aus diesem allen mag ein jeder mercken/ wie nützlich es sey Historien zu lesen/ vnd sol aus betrachtung solchs grossen nutzes/ billich dazu angereitzet vnd getrieben werden.

LG: jder - getriben 

 

1,5,1 Anleitung/ wie Historien 
ordenlich zu fassen vnd 
zu lesen sind.

<005: unbezeichnet> 1,5,2 WER Historien nützlich 
lesen wil/ sol alle zeit vom anfang der welt/ jnn ein richtige ordnung fassen/ 3 darumb haben etliche die welt geteilet/ jnn sieben Etates/ vnd rechen die selbigen mancherley/ machen damit mehr ein vnordnung denn ein ordnung/ 4 Ich wil fur mich nemen/ den köstlichen spruch des trefflichen Propheten Elia/ 5 der hat die welt fein geteilet jnn drey alter/ vnd damit angezeigt die höchsten verendrung jnn der welt/ auch wenn Christus hat komen sollen/ wie lang auch diese welt weren sol/ vnd lautet also.

LG: von - darümb - etlich - angezeiget - verenderung 

 4 Ich wil fur mich nemen/ den köstlichen spruch des trefflichen Propheten Elia/ 5 der hat die welt fein geteilet jnn drey alter/ vnd damit angezeigt die höchsten verendrung jnn der welt/ auch wenn Christus hat komen sollen/ wie lang auch diese welt weren sol/ vnd lautet also.

1,6,1  Der spruch des hau=
ses 
Elia
.

1,6,2 Sechs tausent jar ist die welt/ vnd darnach wird sie zubrechen.
3 Zwey tausent oed.
4 Zwey tausent das gesetz.
5 Zwey tausent/ die zeit Christi.
6 Vnd so die zeit nicht gantz erfüllet wird/ wird es feilen vmb vnser sunde willen/ wilche gros sind.

LG: zerbrechen

 

1,6,7 Das ist/ zwey tausent jar sol die welt stehen oed/ das ist/ on ein gefasset Regiment durch Gottes wort/ 8 Darnach sol die beschneidung vnd das gesetz komen/ vnd ein Regiment vnd Gottes dienst/ durch Gottes wort von new geordnet werden/ 9 das sol auch zwey tausent jar weren/ 10 Darnach sol Christus komen/ vnd die zeit des Euangelij sol auch bey zwey tausent jaren haben/ 11 doch werden etliche jar daran abgehen/ 12 Denn Gott wird eilen zum ende/ wie Christus spricht/ Mat. xxiiij. 13 Wo diese zeit nicht verkürtzet würde/ würde niemands selig.

LG: one - regiment - Matthei

 

1,6,14 Diese ordnung wollen wir halten/ vnd dieses buch jnn drey stück teilen/ 15 Das erst weret von Adam auff Abraham/ 16 denn diese sind die ersten zwey tausent jar/ dauon wenig/ aber grosse sachen beschrieben/ 17 vnd man findet von dieser zeit nichts gründlichs/ denn allein jnn der Bibel.

LG: jn 

 17 vnd man findet von dieser zeit nichts gründlichs/ denn allein jnn der Bibel.

1,6,18 Die andern zwey tausent jar/ sollen gerechnet werden/ von Abraham bis auff die gepurt vnsers Herrn Jhesu Christi/ wie wol es nicht gantz zwey tausent jar machet/ denn (wie gesagt) Gott eilet zum ende/ 19 Vnd diese zeit ist der welt rechtes vermöglichs alter/ darinnen die grossen Reich vnd Monarchien nach einander komen/ vnd die welt all ihr macht erzeiget hat/ 20 Drümb müssen wir diese zeit teilen jnn die vier Monarchien/ 21 denn Gott hat die welt jnn ein Regiment fassen wöllen/ zucht zu erhalten/ vnd den bösen zu weren.

LG: geburt - HERRN - end - vermögliches - grosser reich - Hell (BB: welt!) - Darümb - inn - regiment - wollen

 

1,6,22 Darumb hat er Monarchien angericht/ das ist/ solche Reich/ da ein potestat den grösten vnd besten teil jnnen gehabt/ fride vnd recht zu erhalten/ der solchs vermögens gewesen/ das dennoch andere König/ ob sie schon nicht vnterthan gewesen/ sich wider solchen potestat nicht haben setzen können/ 23 vnd sind nach einander vier Monarchien gewesen. 24 Erstlich haben regirt die Assyrier/ darnach die Persen/ darnach die Greken/ darnach die Römer/ 25 Vnd hat Got die Deudschen fur andere Nation/ zu dieser ehre vnd hoheit der welt auffs letzt gezogen/ 26 Denn wie wol sie nicht das gantz Römisch Reich jnhaben/ Denn Gott hat verkündiget/ er wolle die monarchien zu letzt geringer machen/ so bleibt doch die hoheit bey dem Römischen Reich/ vnd müssen alle <006: unbezeichnet> König ein auffsehen/ auff dieses Reich haben/ 27 Derhalben ob schon vnsere Keisar nicht allezeit gleich mechtig sind/ so gibt doch Gott ymmer zu zeiten ein mechtigen Keisar/ das die hoheit erhalten werde/ zu gut der Religion/ vnd einigkeit aller lender/ 28 Vnd solten die Deudschen Fürsten/ vnd sonderlich die Chürfursten/ solche jhr ehre billich hoch vnd tewer achten/ das jhnen Gott die hoheit jnn der welt beuohlen/ Religion/ recht vnd friede zu erhalten/ 29 Denn es ist warlich viel an dieser Monarchi/ wiewol sie gering scheinet/ gelegen/ 30 vnd sollen billich die Fürsten vneinigkeit vnd zwitracht/ zwischen jhnen selbst verhüten/ Damit sie nicht vrsach geben/ das dieses Reich zerrissen/ vnd das rechte heubt der gantzen weltordnung zerstöret werde/ dadurch hernach vnordnung folgen müste jnn gantzer Christenheit/ als ich leider besorge/ das geschehen werde/ 31 Gott gebe nur gnad/ das als denn der Jüngste tag bald kome/ dem vnrat zu steuren/ 32 Denn die heilige schrifft tröstet/ vnd leret vns klerlich/ das der Jüngste tag bald komen sol/ nach zurstörung dieses Deudschen Reichs.

LG: Darümb - reich - widder - Gott - ynhaben - wol - Monarchien - bleibe - Keiser - zeitten - Keiser - religion - Churfürsten - yhnen - fride - reich - müsse - Jungste - tage - stewren - heilig - Jungste

 25 Vnd hat Got die Deudschen fur andere Nation/ zu dieser ehre vnd hoheit der welt auffs letzt gezogen/ 26 Denn wie wol sie nicht das gantz Römisch Reich jnhaben/ Denn Gott hat verkündiget/ er wolle die monarchien zu letzt geringer machen/ so bleibt doch die hoheit bey dem Römischen Reich/ vnd müssen alle König ein auffsehen/ auff dieses Reich haben/ 27 Derhalben ob schon vnsere Keisar nicht allezeit gleich mechtig sind/ so gibt doch Gott ymmer zu zeiten ein mechtigen Keisar/ das die hoheit erhalten werde/ zu gut der Religion/ vnd einigkeit aller lender/ 28 Vnd solten die Deudschen Fürsten/ vnd sonderlich die Chürfursten/ solche jhr ehre billich hoch vnd tewer achten/ das jhnen Gott die hoheit jnn der welt beuohlen/ Religion/ recht vnd friede zu erhalten/ 29 Denn es ist warlich viel an dieser Monarchi/ wiewol sie gering scheinet/ gelegen/ 30 vnd sollen billich die Fürsten vneinigkeit vnd zwitracht/ zwischen jhnen selbst verhüten/ Damit sie nicht vrsach geben/ das dieses Reich zerrissen/ vnd das rechte heubt der gantzen weltordnung zerstöret werde/ dadurch hernach vnordnung folgen müste jnn gantzer Christenheit/ als ich leider besorge/ das geschehen werde/

1,6,33 Das sey auff dis mal gnug von Monarchien geredt/ das ein jglicher wisse der welt hendel vnd Historien jnn die vier Monarchien zu ziehen/ 34 Diese ordenung hilfft dem gedechtnis/ vnd ist sonst nützlich zu sehen/ wie vnd aus was vrsachen/ die Reich sich verendert haben/ daraus zu lernen/ wie man verhüten sol/ alles das verenderung der Reich bringen mag.

LG: iglicher - ynn - ordnung - verenderet - mage

 

1,6,35 Die letzte zeit/ sind zwey tausent jar von Christus geburt an zu ende der welt/ wiewol dabey angezeiget/ das nicht gantz zwey tausent jar sein sollen/ 36 Vnd warlich dieser spruch begreifft viel nützlicher lere/ 37 vnd ist sonderlich wol zu mercken/ das er von der zeit Christi/ auch wenn der welt ende komen sol/ weissaget/ 38 Derhalben/ ich jhn gern hie forn angezogen habe/ damit er meniglich bekant werde/ 39 Wie aber die Römisch Monarchi nach Christus gepurt sich verendert/ vnd auf die Deudschen komen/ wie auch das Mahometisch reich entstanden/ vnd wie das Bapstumb jnn weltlichem gewalt gestigen/ wil ich jnn diesem dritten teil anzeigen.

LG: iar - lehre - yhn - geburt - ynn 

 

1,6,40 Vber das sol man vleissig jnn Historien acht haben/ das Gott zweierley Reich/ das weltlich vnd die Kirch odder Reich Christi angerichtet hat/ 41 Vnd ist not zu mercken/ wie die kirch bald jm anfang der welt angefangen/ vnd wie sie fur vnd fur erhalten ist/ 42 Darumb wil ich zu sterkung des glaubens zu jeder zeit anzeigen/ neben den weltlichen Reichen/ wo das Reich Christi gewesen/ vnd wie es darin gestanden ist/ 43 Daraus ein Christ viel hoher/ nützlicher stück lernen vnd mercken mage.

LG: fleissig - reich - kirch - reich - ym - Darümb - ieder - reichen

 

2,1 Anfang der Chronica/ das Erst
buch/ darin das erst alter/ das
ist zwey tausent jar/ von A=
dam bis auff Abra=
ham/ gefasset sind.

2,1,1 DJe heilig schrifft leret
vns/ das Got der almechtig/ himel vnd erden geschaffen hat/ Darnach auch die menschen Adam vnd Eua/ vnd die selbige jnn das Paradis gesatzt/ das ist/ Das sie auff erden one sund/ vnd one tod seliglich leben solten/
<007: unbezeichnet> 2 Vnd wie Gott ein gepot geben/ welchs sie gebrochen/ jnn die sund vnd tod gefallen sind/ 3 Dieweil dieses alles klar jn der Bibel beschrieben/ darin solchs ein jglicher lesen mag/ ist nicht not hie lang dauon zu reden/ 4 sondern ist gnug/ das der leser vermanet wird/ das die welt also angefangen/ vnd Gott Adam vnd Eua geschaffen hat/ welche sind der erste stamme des gantzen menschlichen geschlechtes.

LG: erst - Gott - Allmechtig - ynn - gebot - yn - ynn - beschriben

 3 Dieweil dieses alles klar jn der Bibel beschrieben/ darin solchs ein jglicher lesen mag/ ist nicht not hie lang dauon zu reden/

2,1,5 Vnd hat Gott das weltlich Reich als bald jnn der schöpffung eingesetzt/ da er den Adam zum herrn gesetzt hat/ vber alles auff erden vnd jm wasser/ das er damit solt schaffen/ vnd gute ordnung von solchen eusserlichen dingen machen/ 6 Krafft dieses befehls sind nachmals alle gesetz vnd Regiment jnn der welt gemacht/ welche von wegen dieses Göttlichen beuehls / fur Gott recht vnd gut sind.

LG: ynn - ym - beuehls - regiment - ynn

 

2,1,7 Die Kirch ist auch angefangen mit dem Gottes wort/ als das gepot geben/ darinn Adam vnd Eua solten jhren gehorsam gegen Gott vben/ 8 Aber nach dem sie gesundiget haben/ hat Gott des Teuffels gewalt geoffenbart/ vnd dagegen das heilig Euangelium von Christo verheissen/ das Christus komen solt/ des Teuffels reich zu stören/ vnd vns widder von sund vnd tod los zu machen/ 9 Vnd ist dis die erste prediget des heiligen Euangelij gewesen/ damit die Kirch vnd das Reich Christi angefangen hat/ 10 Denn jnn der Kirchen vnd dem Reich Christi/ müssen nicht allein die gepot guter werck geprediget werden/ sondern auch vergebung der sund durch Christum/ 11 Denn also werden wir mit Gott versünet/ vnd getrost jm tod vnd aller angst/ so wir solche vergebung mit dem glauben entpfahen. 12 Also haben sich mit dieser zusag von Christo/ Adam vnd Eua getröst/ vnd ist die Kirch mit diesen zweien personen angefangen/ 13 Daneben haben sie dennoch zeitliche straff tragen müssen/ 14 sie sind aus dem Paradis gestossen/ das ist/ sie sind dem tod vnd allerley plagen vnterworffen/ haben also jnn arbeit vnd elend gewonet/ jnn dem land/ da nach mals die Jüden gewonet haben/ 15 denn man schreibet das sie bey Damasco geschaffen sind.

LG: kirch - gebot - yhren - teuffels - predige - kirch - reich - ynn - kirchen - reich - gebot - versönet - ym - kirch - ynn - schreibt

 

2,2 Von Cain vnd Abel.

2,2,1 DJe schrift meldet wei
ter
/ das Adam vnd Eua kinder gezeuget haben/ auch das Cain seinen bruder Abel ermort hat/ 2 da fehet an die verfolgung der heiligen/ von den gottlosen/ 3 vnd ist dis ein seer schrecklich Exempel/ 4 Denn dieser streit erhebt sich ob dem Gottes dienst/ 5 da kan der Teuffel rechten Gottes dienst nicht leiden/ 6 Darumb treibet er den Cain seinen bruder zu ermorden/ das Gottes wort vnd lahr solt vertilget werden/ 7 Vnd zeiget diese Histori des Teuffels grossen zorn vnd grim/ vnd dagegen der menschen schwacheit vnd blindheit/ 8 Es stehen aber bey dieser Historien/ jnn dieser schrifft hohe treffliche prediget/ vom künfftigen gericht Gottes/ von schrecklicher straff des blutuergiessens/ welche hie zu lang wird zu handeln.

LG: weitter - gezeugt - Gottlosen - dieses - Darümb - teuffels - ynn - blut vergiessens

2,2,9 Darnach als Cain von seinem vater geflohen/ hat er angefangen ein Stat zu bawen/ mit namen Enoch/ 10 vnd haben seine kinder/ allerley handwerg vnd künsten erfunden/ 11 vnd ist zu letzt der mort/ den er gethan hat/ gerochen worden/ denn er ist auch erschlagen worden. <008: unbezeichnet>

 

2,3 Von Seth

2,3,1 ADam hat widerumb
ein son gezeuget mit namen Seth/ 2 der ist from vnd heilig gewesen/ 3 vnd hat Gott nach Abels tod/ dennoch widderumb sein Reich gemehret/ 4 Von diesem Seth komen nach mals die heiligen Veter/ 5 vnd dieses geschlecht ist blieben/ 6 Aber Cains geschlecht ist gantz vntergangen jnn der sindflut/ 7 Josephus schreibet auch/ das Adam vnd Seth haben zwo Tafeln/ ein jrden vnd ein steinern gemacht/ vnd darin geschrieben Gottes wort/ vnd prophecien/ damit Gottes wort erhalten würde/ 8 Schreibt auch/ das sie erstlich das jar jnn .xij. Monat geordenet/ vnd der sternen lauff gemercket vnd geleret haben/ 9 Denn warlich wo Gott nicht sonderlich offenbarung dazu geben het/ were nicht müglich gewesen/ allein aus menschlichem vleis/ solche wunderbarliche ding zu mercken/ 10 Also haben wir Gottes wort/ buchstaben vnd die höchsten künst von Adam vnd Seth/ 11 vnd man findet viel anzeigung auch bey den Greken/ das schrifft vnd alle künsten/ von der Jüden Veter herkomen/ 12 Denn Herodotus sagt jm fünfften buch/ das die Greken haben kunst vnd schrifft/ von den Phenicern.

LG: widderümb - widderümb - reich - Tafel - prohetien <sic!> - wird - Schreibet - geordnet - kunst - funfften - Grecken 

 7 Josephus schreibet auch/ das Adam vnd Seth haben zwo Tafeln/ ein jrden vnd ein steinern gemacht/ vnd darin geschrieben Gottes wort/ vnd prophecien/ damit Gottes wort erhalten würde/ 8 Schreibt auch/ das sie erstlich das jar jnn .xij. Monat geordenet/ vnd der sternen lauff gemercket vnd geleret haben/ 9 Denn warlich wo Gott nicht sonderlich offenbarung dazu geben het/ were nicht müglich gewesen/ allein aus menschlichem vleis/ solche wunderbarliche ding zu mercken/

12 Denn Herodotus sagt jm fünfften buch/ das die Greken haben kunst vnd schrifft/ von den Phenicern.

2,3,13 Adam hat gelebt 930 jar/ vnd hat erreicht des Noe vater/ 14 Aber Adam ist gestorben ehe Noe geborn ward .126 jar/ 15 Vnd ist nichts namhafftiges beschrieben/ bis auff Noe/ denn allein das geschlecht/ derhalben wir eigentlich wissen/ woher Christus komen sey/ 16 doch ist da zwischen gemeldet/ das Enoch nicht gestorben ist/ sondern zu Gott weggenomen/ 17 Darin Got abermals der welt ein werck furgestellet hat/ dadurch zu erkennen/ vnd zu gleuben/ das ein leben nach diesem leben sey/ das Gott richten würde/ die Gottfürchtigen selig zu machen/ vnd die Gottlosen zu straffen.

LG: .126. - Gott - Gottförchtigen

 

2,4 Von der Sindflut

2,4,1 DJe heilige schrifft zei=
get an/ wie Gott die welt gestrafft habe/ vnd meldet vrsach/ Darumb das die welt seer arg worden war/ 2 vnd nemlich werden diese sunden gedacht/ verachtung Gottes/ vnd Tyranney/ darinn aller mutwil geübet wird/ 3 Denn der Text spricht/ der heiligen geschlecht seien Tyrannen worden/ 4 Damit wird angezeigt/ das sie ein wüst leben gefurt haben/ Gottes wort vnd dienst nicht mehr geachtet/ haben die geringen vnd armen vntergedrückt vnd vmbbracht wie sie wolten/ vnd allerley mutwillen geübet/ 5 Derhalben hat Gott gedrawet/ die welt mit der sindflut zuuertilgen/ vnd hat den Noe hundert jar zuuor/ solchs predigen lassen/ das sich etliche besserten vnd selig würden.

LG: Darümb - sehr - wär - darin - gefuret - vnter getrückt

 

2,4,6 Vnd da Noe .600. jar alt war/ ist die sindflut komen/ 7 vnd Noe ist mit seinem weib vnd seinen dreien sönen/ Sem/ Cham/ vnd Japhet/ vnd jhren weibern jnn die Arca gestigen/ wie jhm Got befohlen hatte/ vnd ist darinn erhalten worden/ 8 Sonst hat die sindflut alle menschen vnd thier/ erseufft vnd verderbet/ 9 vnd sind von anfang der welt bis auff die sindflut .1656 jar.  <009: unbezeichnet>

LG: jn - Gott - darin - .1656.

 

2,5 Die zeit nach der 
Sindflut.

2,5,1 ALS Noe mehr denn
ein halb jar jnn der Arca gewesen/ vnd nu das wasser fiel/ ist die Arca stehen blieben auff dem hohen gebirg jnn Armenia/ 2 vnd hernach nach ausgang des jars/ als die erde begint zu trocken/ hat Gott Noe widder aus der Arca heissen ziehen/ das also Noe ein gantz jar jnn der Arca gewesen. 3 Da hat Gott nu widderumb ein newe welt angericht/ 4 Erstlich sein wort geben vnd zugesagt/ er wölle die welt nicht mehr erseuffen/ vnd zu eim zeichen den Regenbogen gemacht/ vns dieser zusag zuuermanen/ 5 vnd hat damit ein zeichen der gnade vnd barmhertzigkeet zu vbung des glaubens furgestellet/ 6 Hat auch als denn erlaubet fleisch zu essen/ 7 denn die heiligen veter vor der sindflut haben noch nicht fleisch gessen.

LG: zihen - widderümb - welle - barmhertzigkeit - Veter

 

2,5,8 Darüber hat auch Gott ein new gepot gegeben vom weltlich Reich/ vnd mit klaren worten gepoten/ das die todschleger/ durch die jhenige/ so dazu verordenet würden/ das ist/ durch die Oberkeit/ widderümb solten getödtet werden/ 9 Also ist die welt widderümb von new angericht vnd geordenet.

LG: newe gebot - geben - weltlichen - geboten - verordnet - getödet - geordnet

 

2,5,10 Dis alles habe ich jnn der kürtz gemeldet/ Erstlich zu bedencken/ den grossen zorn Gottes vber die sunde/ 11 Denn Gott hat mit diesem Exempel die gantze welt hernach gewarnet/ wie er richten vnd straffen wolle/ 12 vnd ist angezeiget/ das Gott ein mal die gantze welt richten werde/ dieweil Gott die sunde nicht wil vngestrafft lassen/ 13 Es schreiben auch etliche/ das/ dieweil die erste verderbung der erden mit wasser geschehen/ so volge aus natürlichen anzeigungen/ das die ander verderbung durch fewer geschehen sol/ 14 Weitter ist auch zubedencken/ wie Gott sein heufflin dennoch erhelt/ 15 Jtem/ hie ist wol zu mercken/ wie die weltlich gewalt vnd straff des todschlags/ eingesetzt ist/ 16 Denn dis ist das heubtstück des gantzen weltlichen Regiments/ 17 denn darnach mus man alle andere vell vnd mishandlung richten.

LG: sund - eingesetzet - heubstück - regiments

 2,5,10 Dis alles habe ich jnn der kürtz gemeldet/ Erstlich zu bedencken/ den grossen zorn Gottes vber die sunde/ 11 Denn Gott hat mit diesem Exempel die gantze welt hernach gewarnet/ wie er richten vnd straffen wolle/

2,6 Vom Thurn zu Babilon.

2,6,1 NAch der sindflut/ als
sich die leut gemehret hatten/ haben sie den Thurn zu Babilon/ vnd die Stadt Babilon jm land Chaldea angefangen zu bawen/ da zu herschen/ vnd ander leute vnter sich zu bringen/ 2 da hat sie Gott jnn der arbeit verstöret/ 3 denn zuuor hatten sie eine sprach geredt/ 4 aber Got macht/ das hernach nicht mehr einerley/ sondern mancherley sprachen waren/ das sie einander nicht vernemen mochten/ 5 Da haben sich die sprachen geteilet/ 6 vnd ist das werck nicht volbracht/ das sie angefangen hatten/ 7 Also sind des Noe nachkomen jnn die welt hin vnd her geteilet/ wie jnn folgender figur zu sehen.
<010: unbezeichnet>

LG: Stat - jn

 

 

 

2,6,8 Sem der elter son Noe/ von wilchem Christus herkömpt/ hat mit seinen sönen besetzt/ den strich an/ von Siria gegen Orient/ 9 Denn von seinem son Aram komen die Sirer/ von Assur die Assyrer/ Von Arphaxat die Chaldeer/ von Elam die Persen.

LG: Assyrier

 

2,6,10 Cham der ander son Noe/ hat eingenomen das land gegen mittag/ 11 denn von Canaan komen die Cananei/ von Mizraim die Egypter/ von Chus die Moren/ von Saba die Araben.

LG: Cananej - Cus 

 

2,6,12 Japhet der jüngst son/ ist gegen Occident vnd Septentrio gezogen/ 13 vnd dieser ist vnser vater/ 14  Darumb findet man sein namen bey den Poeten/ die jhn nennen Japetum/ 15 von seinem son Jauan odder Jaon komen die Greken/ welche Jones heissen/ denn diese sind die eltisten Greken/ 16 vnd das wort Jauan odder Jaon/ ist der name Janus/ welchen die Latini darumb haben mit zweien angesicht gemalet/ das er ein vater beider völcker/ der Greken vnd der Latinen gewesen ist/ 17 haben jhn auch geehret besonders/ so man etwas angefangen hat/ damit anzuzeigen/ das Jaon jhr vater gewesen sey/ 18 Jaons son hat geheissen Cethim/ 19 daher komen Macedoner/ wilchs beweiset wird durch das erste buch Machabeorum/ 20 vnd das wort Macethim/ heisset auff Ebreisch von Cethim/ daraus ist das wort Macedon worden.

LG: jungst - Vater - Darümb - seinen - nam - darümb 

 2,6,12 Japhet der jüngst son/ ist gegen Occident vnd Septentrio gezogen/ 13 vnd dieser ist vnser vater/ 14  Darumb findet man sein namen bey den Poeten/ die jhn nennen Japetum/ 

19 daher komen Macedoner/ wilchs beweiset wird durch das erste buch Machabeorum/

2,6,21 Jaon hat mehr sön gehabt/ nemlich/ Elisa vnd Dodanim/ 22 daher Eoles odder Hellas/ vnd Dodonei komen/ welches alles die eltisten Greken sind/ 23 Jtem/ von Tarsis Jaons son/ kömet Tarsus jnn Cilicia.   <011: unbezeichnet>

LG: Dodonej - Eltiste - komet 

 

2,6,24 Japhet hat auch andere söne gehabt/ den Gomer/ Magog/ Tyras vnd Mesech/ 25 Von Gomer kommen Cimmerij odder Cimbri/ wie Eusebius anzeiget/ 26 Vnd von Ascanes dem son Gomer/ komen Tuiscones/ das ist/ die Deudschen/ 27 Von Magog komen Scithe/ daher die Türcken jhren vrsprung haben/ Von Tyras Thraces. 28 Das sey hie gnug zu einer kurtzen anleitung/ wilchen teil der welt jeder son Noe besetzt habe/ welchs dienet/ viel Historien klarer zu vernemen.

LG: jder 

 25 Von Gomer kommen Cimmerij odder Cimbri/ wie Eusebius anzeiget/

2,7 Von der Ersten 
Mo
narchi.

2,7,1 ICH hab jnn der vor
rede gemeldet/ das Gott die welt jnn vier Monarchien gefast hab/ ordnung/ recht/ vnd straff jnn der welt zu erhalten/ welche ich der halben angezeigt habe/ das man lerne Gottes werck/ jnn der Oberkeit erkennen vnd ehren/ 2 Darumb auch die heilige schrifft vns viel von diesen Monarchien geprediget/ 3 Gott hat sie dem heiligen Daniel furgemalet auff zweierley weise/ 4 Erstlich mit einem grossen man/ des heubt gülden war/ die brust silbern/ der bauch ehrne/ die schenckel eissern/ die füs zu niderst/ zum teil jrdin/ zum teil eissern/ 5 vnd damit wir wissen/ das die welt also ein ende haben solt/ ist da bey angezeigt/ wie der fels Christus/ die füs zustösset/ das also der man vmbfellet/ vnd die welt auffhöret.

LG: Got - angezeiget - lern - Darümb - heilig - prediget - gulden - eyssern - jrden

 3 Gott hat sie dem heiligen Daniel furgemalet auff zweierley weise/

2,7,6 Daniel hat auch diese figur ausgelegt/ das das gülden heubt bedeut das erste Reich/ das ist der Assyrier Monarchi/ 7 Die silbern brust/ bedeut der Persen Reich/ 8 Der ehrne bauch/ bedeut der Greken Reich/ 9 Die eissern schenckel/ bedeuten das Römisch Reich/ 10 Die jrdin vnd eissern füss/ bedeuten das jtzige Römisch Reich/ das nu nicht mehr gantz beieinander ist/ wie etwa.

LG: reich - jrden - reich

 2,7,6 Daniel hat auch diese figur ausgelegt/ das das gülden heubt bedeut das erste Reich/ das ist der Assyrier Monarchi/

2,7,11 Diese vier Monarchie sind auch durch vier thier dem Daniel furgebildet worden/ 12 Ein Lawin bedeut die Assyrier/ ein Beer bedeut die Persen/ ein Pard bedeut den Alexander/ das vierde thier bedeut die Römer/ 13 Vnd dabey ist angezeigt/ wie nach dem Römischen Reich/ sol ein greulich Reich auffkomen/ das ein new gesetz widder Gottes wort machen wird/ 14 dis ist das Mahometisch vnd Türkisch Reich/ 15 Also hat vns Gott treulich vnterwiesen/ zu sterkung des glaubens/ das wir wissen sollen der gantzen welt Historien/ vnd mercken wenn das ende nahet.

LG: reich

 2,7,11 Diese vier Monarchie sind auch durch vier thier dem Daniel furgebildet worden/

2,7,16 Die Bibel zeiget an/ das das erst Reich angefangen ist/ durch den Nemroth zu Babilon/ vnd nennet jhn ein starcken jager fur Gott/ 17 das ist/ ein gewaltigen regenten/ der die leut mit gewalt vnter sich/ vnd zu gehorsam gebracht hat/ 18 vnd nennet jhn ein jager fur Gott/ das ist souiel/ als Gottes Jager/ anzuzeigen/ das Oberkeit/ ein rach sey von Gott geordnet/ vnd Gottes dienerin.

LG: reich - Jager - so viel

 

2,7,19 Also hebt die erste Monarchi an / bey den Chaldeern/ wie auch Xenophon schreibet/ 20 vnd haben erstlich geherschet die nachkomen Cham/ 21 denn Nemroth hat sein vrsprung von Cham/ so doch Cham verflucht war/ von seinem vater Noe/ 22 Aber Gott handelt <012: unbezeichnet> wünderbarlich/ vnd verzeucht straffe vnd verheissungen.

LG: was - wunderbarlich

 2,7,19 Also hebt die erste Monarchi an / bey den Chaldeern/ wie auch Xenophon schreibet/ 

2,7,23 Doch haben Nemroths nachkomen/ das reich nicht behalten/ 24 Denn jnn Assyria ist ein reich auff gangen durch den Assur/ 25 der hat die stadt Niniue gebawet/ 26 Vnd von Niniue sind die Assyrier furt gezogen/ vnd haben Babilon eröbert/ wie Diodorus Siculus schreibet. 27 Also ist die erste Monarchia von den Chaldeern auff die Assyrier komen.

LG: stat - vnd - erobert

 26 Vnd von Niniue sind die Assyrier furt gezogen/ vnd haben Babilon eröbert/ wie Diodorus Siculus schreibet.

2,7,28 Es gedencken auch der stadt Niniue/ Strabo vnd andere/ das sie jnn Assyria gelegen sey/ 29 daraus gnugsam erwisen wird/ das Niniue vnd Babilon nicht ein stadt gewesen sind/ sondern zwo.

LG: stat

 2,7,28 Es gedencken auch der stadt Niniue/ Strabo vnd andere/ das sie jnn Assyria gelegen sey/ 

2,7,30 Vnd jnn dieser Monarchi zelet man viel König/ 31 dieweil man aber nicht findet/ was sie erstlich gehandelt haben/ ist nicht not die blossen namen hie zu erzelen/ 32 sondern das müssen wir den leser erinnern/ das diese Monarchi schier anfehet/ am ende der ersten zwey tausent jar der welt/ welche sich enden jnn Abraham/ als er 50 jar alt gewesen ist.

LG: jn - hie erzelen - .50.

 

2,7,33 Das sey gnug vom ersten alter der welt/ darinn zu sehen/ wie Gott die welt geschaffen/ vnd Kirch vnd weltlich regiment angefangen/ vnd viel grosser wunderwerck erzeiget hat/ 34 vnd ist die Kirch von Noe/ der gelebt hat/ bis Abraham 58 jar alt worden ist/ auff Abraham komen/ 35  Mitler zeit/ als die Monarchi angefangen ist/ ist zu Babilon vnd sonst/ Abgötterey eingerissen/ vnd der glaub an Gott/ vnd Gottes wort verloschen.

LG: darin - kirch - .58. - mitler 

 

Ende des Ersten Buchs.
vnd der Ersten zwey
tausent jar.

 

3,1 Das ander buch/ von den
vier monarchien/ darein
auch zwey tausent iar
gefasset sind.

3,1,1 NAch dem jnn Histo=
rien seer not vnd nützlich ist/ die zeit vnd ordnung der hendel zu mercken/ habe ich diese Chronica jnn etliche/ grosse zal geteilet/ die leicht zu fassen vnd zu gedencken sind/ vnd doch die aller grösten verenderung der welt anzeigen/ 2 Vnd aber droben die ersten zwey tausent iar ausgericht sind/ fahe ich jtzund an/ die andern zwey tausent iar/ darinne sich der welt höhiste macht erzeiget hat/ vnd die grossen monarchien nacheinander daher gangen sind.

 3,1,1 NAch dem jnn Historien seer not vnd nützlich ist/ die zeit vnd ordnung der hendel zu mercken/ habe ich diese Chronica jnn etliche/ grosse zal geteilet/ die leicht zu fassen vnd zu gedencken sind/ vnd doch die aller grösten verenderung der welt anzeigen/ 2 Vnd aber droben die ersten zwey tausent iar ausgericht sind/ fahe ich jtzund an/ die andern zwey tausent iar/ darinne sich der welt höhiste macht erzeiget hat/ vnd die grossen monarchien nacheinander daher gangen sind.

3,2 Von der ersten Monarchi
der Assyrier.

Ninus der Assyrier König.

3,2,1 ICh habe droben ge=
sagt/ das erstlich zu Babylon die Chaldeer regirt haben/ 2 sie haben aber jhr reich nicht lang behalten/ sonder die Assyrier die an Chaldea rüren/ haben das reich erobert/ 3 vnd heben die Historien an am König Nino/ der jnn Ori=
<013: unbezeichnet> ent seer mechtig worden ist/ vnd zu letzt mit Zoroastre der Bactrianer König gekrieget/ 4 Dieser Zoroastres sol erstlich Magiam gefunden haben/ vnd sonst vleissig des himels vnd der sternen lauff gelernet haben/ 5 Nach diesem krieg mit Zoroastre/ ist Ninus gestorben/ vnd hat ein iungen son gelassen.

 4 Dieser Zoroastres sol erstlich Magiam gefunden haben/ vnd sonst vleissig des himels vnd der sternen lauff gelernet haben/ 

3,3 Von der königin
Semiramis.

3,3,1 DEs kindes mutter ist
gewesen Semiramis/ 2 die hat nach dem todt selbs regirt/ 3 denn sie besorget dieweil das reich new war/ vnd die lender noch nicht zum gehorsam gewehnet/ wo sie hören würden/ das jhr König ein kind were/ würden sie abfallen/ 4 Vnd damit auch sie nicht veracht würde/ als ein weib/ hat sie manlich kleider anzogen/ vnd sich fur des Königs son vnd erben ausgeben/ vnd halten lassen/ 5 vnd hat viel grosser fürstlicher thaten gethan/ das reich an land vnd macht gemehret/ vnd wol vnd löblich regirt xlij. jar/ 6 Vnd hat die Stadt Babylon mit grossen gebewen/ graben vnd mawern befestiget.

 

3,3,7 Nach dieser Königin hat jhr son Ninias friedlich regirt/ 8 vnd haben also die Assyrier die hoheit der welt vnd Monarchi ein lange zeit jngehabt/ 9 Dieweil aber nicht viel von der folgenden König thaten vnd Historien geschrieben ist/ wil ich die blossen namen auch nicht erzelen/ denn der deudsch leser kan sie schwerlich gedencken/ vnd wer sie haben wil/ findet sie bey vielen Scribenten.

 9 Dieweil aber nicht viel von der folgenden König thaten vnd Historien geschrieben ist/ wil ich die blossen namen auch nicht erzelen/ denn der deudsch leser kan sie schwerlich gedencken/ vnd wer sie haben wil/ findet sie bey vielen Scribenten.

3,3,10 Nu ist nicht zweiuel/ es sind auch grosse verenderung jnn dieser Monarchi furgefallen/ wie man abnemen mag aus der Bibel/ 11 darin man findet/ das die Assyrier auch lang vor Cyro Babylon nicht jngehabt haben/ sondern sind zwey reich gewesen/ das reich zu Niniue/ vnd das reich zu Babylon/ 12 Wie aber vnd wenn die verenderung furgefallen ist/ weis ich nicht eigentlich/ 13 Bey Herodoto find ich/ das die Assyrier funff hundert jar die Monarchia jngehabt haben/ darnach sey lange zeit kein gefaste Monarchia gewesen/ sondern die Meden haben ein eigen reich gehabt/ die Chaldeer ein besonders zu Babylon/ die Assyrier auch ein besonders zu Niniue/ 14 vnd bey weilen ist dieser/ denn ein ander gewaltiger gewesen/ bis zu letzt die Meden gantz gewaltig worden sind/ vnd  die Monarchi widderümb zusamen bracht/ vnd Babylon auch erobert haben/ 15 Dis ist der warheit am ehnlichsten/ 16 so stimpt auch dazu/ das von Sardanapalo geschriben haben/ nicht allein Metasthenes/ sondern auch Bion den Agathias anzeucht.

 3,3,10 Nu ist nicht zweiuel/ es sind auch grosse verenderung jnn dieser Monarchi furgefallen/ wie man abnemen mag aus der Bibel/ 11 darin man findet/ das die Assyrier auch lang vor Cyro Babylon nicht jngehabt haben/ sondern sind zwey reich gewesen/ das reich zu Niniue/ vnd das reich zu Babylon/ 12 Wie aber vnd wenn die verenderung furgefallen ist/ weis ich nicht eigentlich/ 13 Bey Herodoto find ich/ das die Assyrier funff hundert jar die Monarchia jngehabt haben/ 

15 Dis ist der warheit am ehnlichsten/ 16 so stimpt auch dazu/ das von Sardanapalo geschriben haben/ nicht allein Metasthenes/ sondern auch Bion den Agathias anzeucht.

3,4 Von Sardanapalo.

3,4,1 DArümb wollen wir
ein wenig von Sardanapalo sagen/ wie er die Monarchia verloren hat/ vnd wie sich die reich nach jhm geteilet haben. 2 Wenn Gott die lender straffen wil/ so gibt er vntüchtige herrn/ 3 Man schreibt von diesem Sardanapalo/ das er sich des regiments gantz nicht angenomen habe/ sondern allein wollust gesucht/ also das er sich wie
<014: unbezeichnet> ein weib geschminckt hat/ vnd sich weibisch geschmückt/ vnd ist vnter vnzüchtigen weibern gesessen/ hat mit jhn alle vnzucht getrieben/ 4 Ein solch regiment hat müssen ein böses ende haben. 5 Dann die Meden vnd Babylonier von jhm abgefallen sind/ vnd er ein schlacht verloren hatt/ das er sich der feinde nicht lenger auffhalten mocht/ 6 da hat er das schlos zu Babylon angezunt/ vnd sich darin verbrent/ 7 Doch hatte er zuuor/ wie Duris schreibet/ seine drey sone gen Niniue gesant. 8 Also haben sich die reich nach dem Sardanapalo geteilet/ 9 Zu Babylon hat regirt Belochus/ der mit dem Arbace vom Sardanapalo abgefallen was/ 10 Bey den Meden hat Arbaces regirt/ 11 Zu Niniue ist der Assyrier stam ein zeitlang blieben/ 12 Diese drey Königreich haben sich lange zeit mit einander vmb die Monarchi gearbeit.

 7 Doch hatte er zuuor/ wie Duris schreibet/ seine drey sone gen Niniue gesant.

3,5 Von Egypto.

3,5,1 Das sey gnug von dieser ersten Monarchi/ 2 wie viel jar aber sind bis auff die ander Monarchi/ wil ich drunden anzeigen/ 3 Nu wil ich auch von andern Königreichen ein wenig anzeigen/ die neben dieser Monarchi auffgangen sind/ 4 denn neben dieser Monarchi/ ist das Königreich Egypten/ da die nachkomen Cham regirt haben/ ein gewaltig Königreich gewesen/ doch nicht so mechtig als die Monarchi/ wie Franckreich jtzund ein mechtig Königreich ist neben dem Keiserthumb.

 4 denn neben dieser Monarchi/ ist das Königreich Egypten/ da die nachkomen Cham regirt haben/ ein gewaltig Königreich gewesen/ doch nicht so mechtig als die Monarchi/ wie Franckreich jtzund ein mechtig Königreich ist neben dem Keiserthumb.

3,6 Von Abraham vnd
dem Geistlichen
reich.

3,6,1 AUch müssen wir wis=
sen/ wo Gottes wort/ vnd die kirch zu allerzeit gewesen sey/ 2 darümb wil ich nu vom geistlichen reich auch sagen/ 3 Zu Ninus zeiten ist Abraham gewesen/ denn die ersten zwey tausent jar der welt haben sich geendet jnn Abraham/ da er vmb die funfftzig jar gewesen ist/ 4 vnd der Assyrier reich hatte zuuor angefangen/ 5 nach dem nu rechter Gottes dienst vnd Gottes wort jm Königreich Babylon gefallen was/ ist Thare aus Chaldea jnn Mesopotamia zogen mit seinen sonen Abram vnd Loth/ damit sie nicht auff das Gottlos wesen/ vnd Abgötterey zu Babylon gerieten/ welche Abgötterey/ die Bibel nennet/ das fewer zu Chaldea/ Vr Chaldeorum/ 6 Denn sie haben ein fewer gebrant/ derhalben das bey den heiligen/ fewer vom himel gefallen war/ vnd das opffer angezunt hat/ 7 Darümb ertichten jhn die Gottlosen ein eigen Gottes dienst/ brenneten ein fewer/ mit dem selbigen werck Gott zu dienen/ on Gottes wort/ vnd one erkantnus der verheissung von Christo/ 8 Dieses fewer heisst man auch hernach jnn den Historien/ Ori masda/ das ist/ das heilig fewer/ vnd habens jhnen die König auff eim pferd vor lassen füren/ 9 Mit diesem fewer ist Abgötterey jnn der welt angefangen lang zuuor/ ehe man bilder gemacht hat.

 

3,6,10 Damit aber Gottes wort nicht gantz vnter gieng/ hat Gott sein verheissung von Christo widder vernewet/ vnd dabey ein newe Ceremonien eingesetzt/ zu eim gedenck zeichen des worts/ 11 denn man verleurt die lar bald/ wenn man sie nicht auch dem volck <015: unbezeichnet> mit zeichen vnd Ceremonien furbildet/ 12 dazu hat Gott Abram gewelet/ vnd jhn aus Mesopotamia jnn Canaan heissen zihen/ 13 da er .75. jar alt war/ da hat er jhm ein newe verheissung geben/ das Abrahams nachkomen/ solten das land Canaan haben/ vnd da herschen/ vnd das da solt ein sam Abraham komen/ das ist Christus/ durch welchen samen Gott wolte alle volker segnen/ 14 das ist/ das Gott durch den selbigen solt versünet werden/ sund vnd tod wegnemen vnd ewiges leben geben/ 15 Vnd an diese verheissung hat Gott hernach die beschneidung gehengkt/ des samens bey solchem zeichen zu gedencken/ vnd zu glauben/ 16 Also ist nu furter die kirch/ Gottes wort vnd geistlich regiment/ auff ein gewis volck gestalt/ nemlich/ auff die nachkomen Abrahe/ 17 jnn diesen vnd vnter diesen haben allezeit etlich recht gleubige vnd frome sein müssen/ 18 Die gantz Histori aber von Abraham/ findet man jnn der Bibel reichlich beschriben/ 19 Hie ist gnug das ich anzeige/ zu welcher zeit Abraham gewesen/ vnd grosse verenderung jnn der Religion vnd sonst geschehen sind/ 20 vnd ist die verheissung etlich mal erholet dem Abraham/ aber die beschneidung ist jhm geben/ da er alt gewesen ist .99. jar/ jm jar nach der welt anfang .2047. 21 etliche rechens bis auff ein jubileum. 2050.

 18 Die gantz Histori aber von Abraham/ findet man jnn der Bibel reichlich beschriben/ 19 Hie ist gnug das ich anzeige/ zu welcher zeit Abraham gewesen/ vnd grosse verenderung jnn der Religion vnd sonst geschehen sind/ 20 vnd ist die verheissung etlich mal erholet dem Abraham/ aber die beschneidung ist jhm geben/ da er alt gewesen ist .99. jar/ jm jar nach der welt anfang .2047. 21 etliche rechens bis auff ein jubileum. 2050.

3,6,22 Abraham hat ein sone gehabt/ von der magt Agar/ der hies Jsmael/ 23 dieser ist mechtig worden jnn Arabia/ 24 vnd haben Agareni jnn Arabia den namen von dieser Agar/ von welchen ich hernach sagen wil.

3,7 Von der straff vber
Sodoma.

3,7,1 IM XCIX jar Abra=
he/ hat Gott Funff stedt/ Sodoma/ Gomorra/ vnd andere dabey gelegen/ mit fewer vom himel gefallen verbrennet/ vnd versincken lassen/ von wegen der aller schantlichsten vnnatürlichen vnzucht/ 2 Vnd ist an dem ort/ da die stet versuncken sind/ ein grosser sumpff worden/ etlich meil wegs lang vnd breit/ der noch diese zeit vol bechs ist/ vnd stettigs raucht/ zu einem ewigen zeichen Gotlichs zorns vber solche sund/ 3 Vnd ist dieses geschehen nach der sindflut jm .391. jar/ nach dem tod Noe .41. jar/ 4 Also hat Got jmer bald auffeinander der welt zeichen geben/ daran zu lernen/ das er richten/ vnd die sunder straffen wolle.

 3 Vnd ist dieses geschehen nach der sindflut jm .391. jar/ nach dem tod Noe .41. jar/

 

3,8 Von Jsaac.

3,8,1 DArnach hat Abra=
ham von Sara seiner hausfraw/ gezeuget ein son Jsaac/ von welchem Christus herkomet/ 2 Dieser Jsaac hat müssen ein furbild Christi sein/ da jhn Gott hies opffern/ anzuzeigen/ das durch des künfftigen Christi opffer Gott die sund vnd ewigen tod wegnemen wolt/ 3 Vnd ist abermal ein bild furgestelt/ darin zu sehen/ das Gott wolt die sund vergeben/ vnd die todten widerauffwecken/ vnd den heiligen ewiges leben geben. 
<016>

 

3,8,4 Jsaac hatte zwen Sön/ Jacob vnd Esau/ 5 von Esau komen die Edom jnn Arabia/ 6 Denn Esau ward Edom genent/ das ist der Rott/ Darümb das er seine gerechtigkeit der ersten geburt/ dabey Gott grossen segen zu sagt/ seinem bruder vmb ein rotten brey verkaufft/ vnd also Gottes segen vnd gaben verachtet/ 7 Aber Jacob ward genent Jsrael/ das ist ein fürst Gottes/ 8 von diesem kömpt das volck Jsrael/ 9 Von diesen allen lese man weitter jnn der Bibel.

 9 Von diesen allen lese man weitter jnn der Bibel.

3,9 Von Joseph Jacobs
Sone.

3,9,1 DJeweil Joseph der
hohen weisen regenten einer gewesen ist/ habe ich jhn nicht wollen auslassen/ 2 Denn er hat das Königreich Egipten gefasst mit religio/ vnd weltlichen ordnung/ 3 Vnd ist sonderlich zu mercken/ das er/ ein solcher heiliger man/ der vol heiliges geistes gewesen ist/ ein sehr hart vnd strenge regiment geordnet hat/ vnd das gros land Egipten gantz zu leibeigen gemacht/ 4 Dabey wir lernen sollen/ das strenge vnd ernste regiment/ da dem pöfel der zam nicht gelassen wird/ gut sein/ das auch Got daran gefallen hat. 5 Wie aber Joseph jn Egipten komen/ da jhn seine brüder vmbbringen wolten/ vnd darnach verkaufften/ wie es jhm auch jnn Egipten gangen/ findet man jnn der Bibel/ 6 Denn Gott hatt jhn jnn das land also verordnet/ das jn diesem Königreich rechter Gotts dienst geprediget/ vnd von dem künfftigen Christo gelert würde/ 7 Denn Gott hat fur vnd fur jnn die grossen Königreich sein heiliges wort predigen lassen/ 8 dazu hat Gott dem fromen Jacob vnd seinem geschlecht durch Joseph/ jnn der tewren zeit narung wollen schaffen.

 4 Dabey wir lernen sollen/ das strenge vnd ernste regiment/ da dem pöfel der zam nicht gelassen wird/ gut sein/ das auch Got daran gefallen hat. 

5 Wie aber Joseph jn Egipten komen/ da jhn seine brüder vmbbringen wolten/ vnd darnach verkaufften/ wie es jhm auch jnn Egipten gangen/ findet man jnn der Bibel/

3,10 Von Moise/ vnd der straff
des Tyrannen
Pharao.

3,10,1 NAch dem aber Gott
Abrahams nachkomen zugesagt hatte/ das land Canaan zu geben/ hat er solchs dennoch lang verzogen/ damit jhr glaub geübet würde/ ja hat sie zuuor jnn Egypto hart plagen lassen/ 2 Denn Jacob ist mit seinen sonen jnn Egypten jnn der tewren zeit gezogen/ wie die Bibel beschreibet/ vnd sind jnn Egypto lange zeit gewesen/ wie ich bald hernach anzeigen wil/ 3 Da aber der König Pharao jn Egypto/ das volck so hart plaget/ das er auch gebot/ so ein mutter ein knaben gebar/ das man erwürgen solt/ Da hat Gott Moisen gesand/ das volck Jsrael aus Egypto zu füren/ welcher nach vielen zeichen/ das volck an das Rott Meer bracht/ 4 Da eilet Pharao nach mit grosser macht/ vnd hoffet die armen leut zu schlagen/ denn sie mochten da nicht entrinnen/ 5 sie lagen zwischen wasser vnd gebirg/ vnd vnd <sic!> Pharao zog hinter jhn daher/ 6 Da erzeiget Gott/ das er die seinen jnn der not erhöret/ vnd liesse das
<017> wasser weichen/ vnd Jsrael dadurch ziehen/ etlich meil wegs lang/ 7 Also ward Jsrael erretet/ aber der Tyrann folget jns Meer/ da schlug das wasser zusamen/ vnd erseufft den König mit dem besten volck aus gantzem Egypten. 8 Also hat Gott aber ein Exempel der welt furgestellet/ wie er die Tyrannen vnd alle/ so Gott verachten/ straffen wolle.

  8 Also hat Gott aber ein Exempel der welt furgestellet/ wie er die Tyrannen vnd alle/ so Gott verachten/ straffen wolle.

3,11 Wenn die Zehen gepot
geben sind.

3,11,1 NAch dem als Jsrael
durchs Rott Meer aus Egypto gefurt ist/ sind sie jnn der wüsten am gebirg Sinai herauff gezogen/ 2 Da hatt Gott am funffzigsten tag/ nach jhrem auszihen/ die Zehen gebot mit grosser herrligkeit vnd Maiestet dem volck geben/ durch ein schreckliche/ himelische stim/ 3 Vnd dieweil dieses werck der höhisten sachen eine ist/ so Gott auff erden erzeigt hat/ vnd diese lar der Zehen gepot/ Gottes weisheit ist/ vnd ein schone Summa/ darin alle gesetz vnd regiment gefasset sind/ ist billich/ das wir die zeit mercken/ wenn solche hohe lar geben ist/ nemlich jm jar.
2454. nach der welt anfang.
798. nach der Sindflut.

 3 Vnd dieweil dieses werck der höhisten sachen eine ist/ so Gott auff erden erzeigt hat/ vnd diese lar der Zehen gepot/ Gottes weisheit ist/ vnd ein schone Summa/ darin alle gesetz vnd regiment gefasset sind/ ist billich/ das wir die zeit mercken/ wenn solche hohe lar geben ist/ nemlich jm jar.
2454. nach der welt anfang.
798. nach der Sindflut.

3,11,4 Vnd Paulus spricht/ Das gesetz sey nach der verheissung geben .430. jar. 5 Denn so viel jar sind von der zeit an/ da Abraham erstlich die verheissung empfangen hat/ da er alt war .75. jar bis auff das jar/ da Moises Jsrael aus Egypto gefurt hatt/ 6 Vnd das geschrieben stehet Exodi .12. Jsrael habe .430. jar jnn Egypto gewonet/ sol nicht gerechnet werden/ von der zeit an/ da Jacob jnn Egyptum gezogen ist/ da Joseph gewaltig war/ 7 Denn das nicht so viel jar nach Jacob sind/ ist leicht zu beweisen/ 8 denn Caath ist mit Jacob hinab gezogen/ der hat Amram geborn/ Amram hat Moises geborn/ 9 Nu können nicht vierhundert jar sein von Caath auff Moises/ sondern gedachte 430. jar/ sollen gerechnet werden von der zeit an/ da Abraham erstlich aus Mesopotamia jnn Canaan gezogen ist/ vnd hatt hernach selbst jnn Egypten gewandelt/ 10 Vnd Paulum richtiger zuuerstehen/ wil ich die rechnung anzeigen.

 3,11,4 Vnd Paulus spricht/ Das gesetz sey nach der verheissung geben .430. jar.

6 Vnd das geschrieben stehet Exodi .12. Jsrael habe .430. jar jnn Egypto gewonet/ sol nicht gerechnet werden/ von der zeit an/ da Jacob jnn Egyptum gezogen ist/ da Joseph gewaltig war/ 7 Denn das nicht so viel jar nach Jacob sind/ ist leicht zu beweisen/ 8 denn Caath ist mit Jacob hinab gezogen/ der hat Amram geborn/ Amram hat Moises geborn/ 9 Nu können nicht vierhundert jar sein von Caath auff Moises/ sondern gedachte 430. jar/ sollen gerechnet werden von der zeit an/ da Abraham erstlich aus Mesopotamia jnn Canaan gezogen ist/

3,11,11 25. jar sind auff die geburt Jsaac/ von der zeit an/ da Abraham erstlich jnn Canaan komen ist/ vnd alt war .75. jar.
12 60. hat Jsaac Jacob geborn.
13 90. hat Jacob Joseph geborn.
14 110. hat Joseph gelebt.
15 65. nach Joseph sind so viel jar auff die geburt Moisi/ wie Philo anzeigt.
16 80. jar/ ist Moises alt gewesen/ da er das volck aus Egypto gefurt hat/ 17 Diese jar zusamen summirt/ machen .430 jar/ 18 So lang ist/ von der verheissung Abrahe erstlich gegeben/ bis auff die zeit/ da Jsrael aus Egypto gezogen ist/ vnd ist darnach das gesetz gegeben.
<018>

3,11,11 25. jar sind auff die geburt Jsaac/ von der zeit an/ da Abraham erstlich jnn Canaan komen ist/ vnd alt war .75. jar.
12 60. hat Jsaac Jacob geborn.
13 90. hat Jacob Joseph geborn.
14 110. hat Joseph gelebt.
15 65. nach Joseph sind so viel jar auff die geburt Moisi/ wie Philo anzeigt.
16 80. jar/ ist Moises alt gewesen/ da er das volck aus Egypto gefurt hat/ 17 Diese jar zusamen summirt/ machen .430 jar/
 

3,11,19 Vnd hat nu Gott diesem volck Jsrael/ ein eigen regiment gestellet/ vnd ein eigen reich angericht/ mit Gottes dienst/ pristerthumb vnd weltlichen regenten/ damit ein gewis volck were/ darin Gottes wort zu finden/ vnd Christus solt geborn werden/ 20 Vnd ist die kirch vnd Gottes reich vnd Gottes wort/ bey diesem volck fur hin blieben/ bis nach dem leiden Christi/ 21 Dieses ist zu mercken/ damit ein jglicher sehe/ wie Gott allezeit ein kirch gehabt/ vnd sein wort von anfang gegeben/ vnd fur vnd fur erhalten hat.

 21 Dieses ist zu mercken/ damit ein jglicher sehe/ wie Gott allezeit ein kirch gehabt/ vnd sein wort von anfang gegeben/ vnd fur vnd fur erhalten hat.

3,12 Vom Königreich
Jsrael.

3,12,1 WJe aber erstlich Js=
rael regirt ist worden/ nicht durch König/ sondern Fürsten/ die sie richter heissen/ die Gott jhe zur zeit erweckt hat/ vnd grosse wunder durch sie gewirckt/ wie zu sehen an Gedeon vnd Samsons schlachten/ findet man jn der Bibel/ 2 Hernach hat das volck ein gewissen herrn vnd König haben wollen/ 3 da hat Gott ein new Königreich angericht/ 4 Vnd sind von dem auszug aus Egypto/ bis auff den ersten König Saul .396 jar.

 3,12,1 WJe aber erstlich Jsrael regirt ist worden/ nicht durch König/ sondern Fürsten/ die sie richter heissen/ die Gott jhe zur zeit erweckt hat/ vnd grosse wunder durch sie gewirckt/ wie zu sehen an Gedeon vnd Samsons schlachten/ findet man jn der Bibel/

4 Vnd sind von dem auszug aus Egypto/ bis auff den ersten König Saul .396 jar.

3,12,5 Gott hat aber gezürnet/ vnd das volck gestrafft/ derhalben das sie ein König begeret haben/ darümb das Gott diesem volck ein regiment gegeben vnd geordnet hatte. 6 Nu kan Gott nicht leiden/ das man newrung jnn regimenten von jhm geordnet furnemen odder machen wil/ 7 Vnd leret dieses Exempel/ das man sich fur solchen newrungen fürchten vnd hüten soll/ 8 Es sind auch viel mehr hoher vnd treffenlicher lar jnn dieser Historien zu mercken/ die ich nicht alle erzelen kan/ 9 Allein dieses stück mus ich anzeigen/ das man hie findet jnn der Bibel/ das Gott abermal weltlich herrschafft/ furstlichen vnd Königlichen gewalt bestettiget/ da er spricht/ was des Königes recht sey/ 10 Es sollen auch die grossen herrn mercken/ wie Gott der regenten sund gestrafft hat/ vnd die regiment vmb jhr sunden willen zerrissen vnd geendert.

 6 Nu kan Gott nicht leiden/ das man newrung jnn regimenten von jhm geordnet furnemen odder machen wil/ 7 Vnd leret dieses Exempel/ das man sich fur solchen newrungen fürchten vnd hüten soll/

10 Es sollen auch die grossen herrn mercken/ wie Gott der regenten sund gestrafft hat/ vnd die regiment vmb jhr sunden willen zerrissen vnd geendert.

3,13 Die König Jsrael.

3,13,1 SAul hat regirt .40
jar/ vnd ist vmb seiner sunden willen vmbkomen/ vnd sein geschlecht vertilget.

 

3,13,2 Dauid hat regirt .40. jar/ 3 vnd hat jhn Gott vmb des ehebruchs willen gestrafft/ vnd von seinem son Absalon/ durch ein auffrur veriagen lassen/ 4 Doch hat jhn Gott widder eingesetzet/ vnd die auffrur auch gestrafft/ vnd Absalon lassen vmbkomen.

 

3,13,5 Salomon hat regirt .40 jar/ 6 Nach diesem ist das Königreich zerrissen worden/ von wegen des Ehebruchs Dauid.

 

3,14 Die König Juda/ der
stam Salomonis.

<019> 3,14,1 ROboam hat regirt
17. jar/ vnd gabe vrsach zur verenderung des reichs/ mit seiner hartigkeit/ da er des lands beschwerungen nicht etwas lindern wolt/ wie jhm doch die alten geraten haben/ 2 Aber er folget Jungen gesellen/ vnd wolt nicht nachlassen/ 3 Da fiel der grösser teil des landes von jhm/ vnd machet ein eigen Königreich zu Samaria/ 4 daraus grosse krieg zwischen diesen verwanten/ folgeten/ 5 Aber der stam Dauid blieb vnd regirt jm geschlecht Juda/ vnd hielt sich das geschlecht Ben Jamin zum König Juda.

 

3,14,6 Abia regirt .3. jar/ 7 Dieser schluge den König vber die zehen geschlecht.

 

3,14,8 Asa regirt .41. jar/ vnd wird sehr gelobet/ das er die vnrechten Gottes dienst/ so widder Gottes wort angericht waren/ abgethan hat/ also das er auch seiner mutter nicht schonet/ die auch ein eigen Gottes dienst angericht hat/ den er abthat/ 9 Darümb hat jhm Gott glück geben/ das er die Araben geschlagen hat/ 10 allein auffs letzt/ wird er von wegen einer Büntnus gestrafft/ das er nicht auff Gott vertrawet hatte.

 

3,14,11 Vnter diesem König Asa jnn seinem xj. jar/ sind vollendet von anfang der welt drey tausent jar/ das ist die helfft der welt/ laut des spruchs Elie/ welchen ich jm anfang gesatzt hab/ 12 Nu wird man fürter sehen/ wilche grosse vnd schnelle verenderung/ jnn allen reichen geschehen werden/ wilche kriegen vnd morden jnn der welt hernach ist/ dieweil sie nu zum end nahen wird. 13 Man sol auch mercken/ das der Greken vnd Römer sachen/ nicht so alt sind/ als der Jüden hendel/ 14 Daran abzunemen/ das alle volcker von der Jüden Veter herkomen/ das auch die Eltiste lar vnd Gottes wort/ bey der Jüden Veter gewesen ist.

 3,14,11 Vnter diesem König Asa jnn seinem xj. jar/ sind vollendet von anfang der welt drey tausent jar/ das ist die helfft der welt/ laut des spruchs Elie/ welchen ich jm anfang gesatzt hab/

3,14,15 Josaphat regirt .25. jar/ vnd wird sehr gelobet/ hatt fest ob Gottes wort gehalten/ die ampt wol bestellet/ 16 Darümb jhm Gott grosse sieg geben hat. 17 Zu dieses zeiten/ ist gewesen Elias/ der auch nicht gestorben ist/ sondern lebendig gen himel gefaren/ 18 Damit Gott nu der welt/ jnn der mit/ aber ein hohen Propheten/ ler vnd mirakel geben hat/ Gottes wort vnd die verheissung von Christo zu ernewen/ 19 vnd sind fast mit diesem Elia/ die vberigen drey tausent jar angefangen/ 20 Nach Elia ist Eliseus komen/ 21 Von diesen Propheten sagt die Bibel weitter/ wie sie vnrechte Gottes dienst gestrafft/ vnd viel hoher/ grosser sachen gehandelt haben.

 18 Damit Gott nu der welt/ jnn der mit/ aber ein hohen Propheten/ ler vnd mirakel geben hat/ Gottes wort vnd die verheissung von Christo zu ernewen/ 19 vnd sind fast mit diesem Elia/ die vberigen drey tausent jar angefangen/

3,14,22 Joram regirt .8. jar/ 23 name vnd liese seine brüder vnd Vetter vmbbringen/ vnd richtet newe falsche Gottes dienst an/ 24 Derhalben er von Gott hart gestrafft ward/ 25 vnd schlugen jhn die Philister/ vnd fureten weg seine weiber vnd kinder/ 26 doch bliebe der Jüngst/ genant Ochosias.

 

3,14,27 Ochosias regirt .1. jar/ vnd lies auch vnrechte Gottes dienst anrichten/ 28 darümb ward er erschlagen/ 29 vnd dieses mutter Athalia/ da sie sahe/ das sie jhren son verloren hatte/ damit das reich nicht aus jhr hand komen solt/ lies sie erwürgen alle so sie fand/ aus dem Königlichen stam/ 30 Also ist das reich von Salomons nachkomen weggenomen/ darin zu sehen/ wie schrecklich Gott straffet/ 31 Vnd sonderlich sollen die Fürsten <020> diese Exempel ansehen/ wie Gott der grossen herrn geschlecht von wegen der sunden ausrottet.

 30 Also ist das reich von Salomons nachkomen weggenomen/ darin zu sehen/ wie schrecklich Gott straffet/ 31 Vnd sonderlich sollen die Fürsten diese Exempel ansehen/ wie Gott der grossen herrn geschlecht von wegen der sunden ausrottet.

3,14,32 Athalia die mutter Ochosia/ hat das reich mit gewalt jnngehabt vnd grosse Tyranney geübet .7. jar/ 33 hat darümb jhren lohn empfangen/ denn der hohe priester lies sie erwürgen.

3,15 Der stam Nathan.

3,15,1 DEr Euangelist Lucas
setzet den Salomon nicht jnn die zal der Veter/ von welchen Christus komen ist/ 2 Denn Salomons geschlecht ist ausgerottet/ 3 vnd ist doch das Königreich auff Dauids nachkomen blieben/ wie jhm Gott verheissen hat/ 4 Nu hat Dauid noch ein son gehabt Nathan/ welchen Lucas nennet/ 5 Von diesem sind die folgenden König jnn Juda komen. Nemlich.

 3,15,1 DEr Euangelist Lucas setzet den Salomon nicht jnn die zal der Veter/ von welchen Christus komen ist/ 2 Denn Salomons geschlecht ist ausgerottet/ 3 vnd ist doch das Königreich auff Dauids nachkomen blieben/ wie jhm Gott verheissen hat/ 4 Nu hat Dauid noch ein son gehabt Nathan/ welchen Lucas nennet/ 

3,15,6 Joas regirt 40 jar/ 7 ist erstlich from gewesen/ dieweil Joiada der hohe priester lebet/ dem er folget/ 8 Hernach aber hatt er auch vnrechte Gottes dienst anrichten/ vnd den Propheten Zacharia/ den son Joiade/ fur dem Tempel vmbbringen lassen/ 9 dauon Christus sagt/ Matthei .23. 10 Darümb hat jhn Gott gestrafft durch die Syrer/ vnd zu letzt von seinen eigen dienern erschlagen lassen.

 9 dauon Christus sagt/ Matthei .23. 

3,15,11 Amasia regirt 29 jar/ 12 was auch erstlich from vnd folget den Propheten/ 13 derhalben hatte er glück vnd schlug die Jdumeer/ 14 Darnach ward er stoltz/ fieng ein krieg an aus vbermut/ one not/ darin er gefangen warde/ vnd zu letzt vmbbracht.

  

3,15,15 Ozias regirt .52. jar/ 16 dieser wird auch Azarias genennet/ vnd ist erstlich from gewesen/ vnd hat die Philister geschlagen/ 17 Darnach wolt er selbst opffern jm Tempel/ widder Gottes ordnung/ da ward er aussetzig/ 18 Zu dieser zeit haben gelebt/ die Propheten Jonas/ Oseas vnd Amos/ vnd widder beide Könige jnn Samaria vnd Juda geprediget/ 19 Jonas ist auch zu dieser zeit gewesen/ der gesand warde dem König zu Assyria zu predigen.

 

3,15,20 Jotham regirt .16. jar/ vnd war from/ vnd hatt glück widder Ammon.

 

3,15,21 Achas regirt .16. jar/ vnd richtet vnrechte Gottes dienst an/ bawet Capellen/ vnd altar an allen orten jm land/ fur grosser heiligkeit vnd misglauben/ 22 Darümb Gott jhn vnd das gantz Königreich/ hat vberzihen vnd hart plagen lassen.

3,15,23 Ezechias regirt .29. jar/ ist from gewesen/ vnd hat die vnrechten Gottes dienst abgethan/ rechte angericht/ den Priestern jhr vnterhaltung verschafft/ 24 Das sind rechte Fürstliche gute werck/ 25 darümb jhm Gott ein herrliche victorien verlihen hat/ 26 Denn da der König von Assyria Jerusalem starck belegert hat/ rufft er Gott an vmb hülff/ 27 da lies Gott die Assyrier durch die Engel schlagen/ vnd Jerusalem retten/ 28 Bey diesem König ist Esaias gewaldig gewesen/ der hat jhn zu Gottes forcht vnterwiesen.  <021>

 

3,15,29 Jm .6. jar Ezechie/ hat der König zu Assyrien die Stad Samaria erobert/ vnd die zehen geschlecht Jsrael weggefüret/ 30 Das ist der grösser teil gewesen von Gottes volck/ die sich von Juda getrennet vnd ein eigen Königreich gemacht haben/ 31 Vnd nach dem die König besorgten/ wo das volck gen Jerusalem gehen solt/ da zu opffern vnd Gottes wort zu hören/ wie Gott geordnet hatt/ es möcht von jhn abfallen/ vnd sich widder zu den rechten Königen Juda thuen/ die Gott eingesatzt hett/ richten sie ein eigen Gottes dienst an/ machten eigene lar vnd opffer/ wider Gottes gepot/ vnd misbrauchten also Göttlichs namens zu erhaltung jhres Reichs/ 32 Widder diesen Gottes dienst/ hat Gott viel hoher Propheten gesant/ zu errettung vieler seelen/ 33 Aber die grossen herrn behielten jhren Gottes dienst/ 34 Darümb Gott diese König sehr geplaget hat/ mit krieg vnd auffrur/ 35 vnd hat kein geschlecht lang regirt/ bis zu letzt Gott König vnd volck als mit ein/ hat lassen wegfüren. 36 Vor diesem Exempel sollen wir billich erschrecken/ denn so Gott seines eigenen volcks/ vnd des stammes Abrahe/ der doch so herrliche verheissung gehabt hat/ nicht verschonet hat/ sondern hat jhr Königreich so bald zerstöret/ vnd sie verstossen/ ist wol zu besorgen/ er werde vnser auch nicht verschonen. 37 Vnd mich bedünckt sehr/ das teil zu Samaria sey ein figur/ der kirchen jnn Orient vnd Greckenland/ 38 denn wie Jsrael zu Samaria durch die Assyrier weggefurt/ vnd nicht widder komen ist/ Also ist die kirch jnn Orient/ durch die Sarracen vnd Türcken gar entlich zerstöret/ 39 vnd wie es mit Juda hernach gangen/ acht ich/ werde es mit diesem teil jn Occident auch gehen/ 40 vnd zu besorgen/ das Gott grewlicher mit vns handeln werde/ Denn vnsere sunden sind allzuhoch/ 41 vnd hat Gott dem samen Abrahe dennoch ehr thuen wollen/ fur allen volckern/ 42 Darümb wolle ein jder leser diese Exempel bedencken/ vnd Gott anruffen/ das er gnediglich straffen/ vnd vns nicht gantz verwerffen wolle.

 36 Vor diesem Exempel sollen wir billich erschrecken/ denn so Gott seines eigenen volcks/ vnd des stammes Abrahe/ der doch so herrliche verheissung gehabt hat/ nicht verschonet hat/ sondern hat jhr Königreich so bald zerstöret/ vnd sie verstossen/ ist wol zu besorgen/ er werde vnser auch nicht verschonen.

37 Vnd mich bedünckt sehr/ das teil zu Samaria sey ein figur/ der kirchen jnn Orient vnd Greckenland/ 38 denn wie Jsrael zu Samaria durch die Assyrier weggefurt/ vnd nicht widder komen ist/ Also ist die kirch jnn Orient/ durch die Sarracen vnd Türcken gar entlich zerstöret/ 39 vnd wie es mit Juda hernach gangen/ acht ich/ werde es mit diesem teil jn Occident auch gehen/ 40 vnd zu besorgen/ das Gott grewlicher mit vns handeln werde/ Denn vnsere sunden sind allzuhoch/

42 Darümb wolle ein jder leser diese Exempel bedencken/ vnd Gott anruffen/ das er gnediglich straffen/ vnd vns nicht gantz verwerffen wolle.

3,15,43 Vnd ist dieses reich gestanden .244. jar/ 44 dis heist warlich eine kurtze zeit/ sonderlich dieweil dieses volck so herrliche verheissung/ auch von weltlichen gütern gehabt hat/ 45 vnd ist dazu mitler zeit vol kriegs vnd auffruren gewesen/ 46 Also hat Gott die vnrecht Gottes dienst gestrafft/ 47 Vnd ist die zerstörung dieses reichs zu Samaria geschehen jm jar nach der welt anfang 3240.

 

3,15,48 Manasse Ezechias sone/ hat jnn Judea nach seinem vater regirt .55. jar/ 49 vnd hat vnrechte Gottes dienst widder angericht/ vnd vor grosser falscher andacht seine eigne kinder Gott zum opffer verbrant/ 50 vnd hat die Propheten verfolget/ den heiligen Esaiam mit einer segen zerschneiden vnd tödten lassen/ 51 Darümb er gefangen weg gefurt ist/ 52 Doch hat jhm Gott gnediglich widder geholffen/ da er sich bessert/ vnd jhn ernstlich anruffet/ 53 vnd hat jhn gemacht zu einem Exempel der sunder/ so sich bekeren/ das jhn Gott gnedig sein wolle/ vnd den zorn vnd straff nach lassen.

 

3,15,54 Amon regirt .2. jar/ ist nicht from gewesen/ 55 Darümb ist er von seinen eignen dienern erwürget worden.

 

3,15,56 Josias regirt .31. jar/ 57 vnd hat die vnrechten Gottes dienst widderümb abgethan/ Capellen vnd ab= <022> Gott vmbgerissen/ der falschen Propheten gebein verbrennen lassen/ 58 Zu seiner zeit hat man die bücher Moisi (der man lange zeit vermisset hat) widder gefunden/ 59 Das ist warlich auch ein Exempel wol zu mercken/ das menschen lar also vberhand genomen hat/ das man die heilig schrifft so gar nicht geacht/ das man auch die bücher verloren hat/ 60 Aber Gott hat sie dennoch zu letzt widder erfur bracht/ 61 Diese Historia ist one zweiuel auch ein furbild der letzten zeit jnn der kirchen/ das fur dem end/ die heilig schrifft widder besser bekant werden sol.

 58 Zu seiner zeit hat man die bücher Moisi (der man lange zeit vermisset hat) widder gefunden/ 59 Das ist warlich auch ein Exempel wol zu mercken/ das menschen lar also vberhand genomen hat/ das man die heilig schrifft so gar nicht geacht/ das man auch die bücher verloren hat/ 60 Aber Gott hat sie dennoch zu letzt widder erfur bracht/ 61 Diese Historia ist one zweiuel auch ein furbild der letzten zeit jnn der kirchen/ das fur dem end/ die heilig schrifft widder besser bekant werden sol.

3,15,62 Wiewol aber Josia ein heiliger König gewesen/ hat er doch zu letzt auch gestrauchet/ 63 denn da er nu lange zeit friden gehabt hatte/ vnd viel guts gethan/ warde er kün/ vnd meinet es solte eim solchen fromen König kein sach misradten/ vnd zoge wider den König von Egypten/ durch dieses menschlich vertrawen/ wiewol der König von Egypten friden mit Josia zu haben begeret/ 64 Darümb warde Josias jnn der schlacht wund/ vnd starb hernach.

 

3,15,65 Joachas regirt .3. monat/ vnd ist jnn Egypten weg gefurt.

 

3,15,66 Joakim regirt .11. jar/ vnd ward vberzogen vom König Nabugdonosor von Babilon/ 67 der zwang jhn tribut zu geben/ vnd füret viel leute weg/ 68 vnter welchen auch Daniel noch ein Jüngling weggefurt ist/ 69 Darnach hielt Joakim nicht glauben/ 70 da kam der König von Babilon widderümb/ vnd fieng Joakim zu Jerusalem/ vnd lies jhn tödten/ vnd vnter andere todten cörper fur der stat werffen/ wie jhm zuuor Jeremias weissaget hatte/ das er solt begraben werden/ wie ein Esel.

 

3,15,71 Joachin oder Jeconias regirt .3. monat/ 72 da kam Nabugdonosor widerümb die Stad zu belegern/ 73 dem ergab sich Jeconias aus radt des Propheten Jeremie/ dem Gott geoffenbart hatte/ das Jerusalem musst zerstöret werden/ vnd das volck weg gefurt/ 74 vnd solt doch nicht gantz vntergehen/ sondern widder komen/ vnd Jerusalem widder bawen/ 75 Dieser Prophecey war Jeconias gehorsam/ 76 derhalben Gott jhn jnn Babilon gnediglich erhielt/ wie ich hernach anzeigen wil/ 77 vnd sind mit Jeconia weg gefurt gen Babilon die besten leute vnd alle kleinet des Tempels zu Jerusalem.

 

3,15,78 Sedechias regirt .11. jar/ vnd fiel ab vom König von Babilon/ 79 wolt nicht tribut geben/ 80 da kam Nabugdonosor vnd belegert die stadt/ 81 Wie wol aber Jeremias geratten/ das er sich ergeben solt/ denn Gott wolt Juda straffen vnd wegfüren lassen/ wolt er dennoch nicht/ vnd tröstet sich/ das Gott zugesaget/ dieses volck solt nicht vntergehen/ 82 Darauff pochet er vnd die hohen priester deutten Gottes zusag nicht recht/ 83 denn Gott kündt sein volck wol erhalten/ ob er schon ein zeitlang weg füret vnd straffet/ 84 Also verachten sie Jeremias Prophecey/ sonderlich dieweil sie sich so lang verzogen hatt/ vnd der König von Babilon nu drey mal jnn Juda gezogen/ vnd hatte dennoch Jerusalem nicht zerstöret/ vnd waren nu wol .11. jar verloffen/ das viel leute weg gezogen waren/ vnd blieb Jerusalem dennoch/ 85 also hofften sie aus menschlicher verstockung/ es würde nicht so arg/ wie Jeremias gesagt hat/ 86 Auch war Jerusalem fest/ das mans <023> nicht wol möchte gewinnen/ 87 Aber Nabugdonosor hungert es aus/ denn er lag anderhalb jar dafur/ 88 vnd war solcher hunger jnn der stadt/ das viel jhre kinder gessen haben. 89 Also verstockt ist menschliche natur/ das sie auch jnn solcher hoher not/ Gottes trost vnd hülff nicht annemen wil/ 90 denn so sie sich ergeben hetten/ ob schon das elend jhnen etwas beschwerlich gewesen were/ hetten sie dennoch ruge gehabt jnn andern lendern. 91 Zu letzt ist Sedechias jnn der flucht gefangen worden/ 92 vnd hernach sind seine kinder vor sein augen getödtet/ vnd sind jhm die augen ausgestochen/ vnd ist Jerusalem zerstöret/ der Tempel/ den Gott selbst hat bawen heissen verbrant/ das beste volck weggefüret/ 93 Dabey ist zu bedencken/ so doch Gott dieses König reichs nicht verschonet hat/ das er selbst angericht hat er werde ander land vnd herrschafften auch nicht schonen/ sondern die sund allenthalben hart vnd schrecklich straffen/ 94 Denn Gott spricht/ er hab diese grewliche plag vber Juda komen lassen/ vmb jhr sunden willen/ 95 vnd werden angezogen jnn sonderheit/ verachtung Göttlichs worts/ falsche Gottes dienst/ Tyranney geübet widder die fromen prediger vnd Propheten/ 96 Vnd ist diese zerstörung geschehen/ jm jar.
3373. nach anfang der welt.
516. von Dauid an/ bis auff diese zerstörung Jerusalem.

93 Dabey ist zu bedencken/ so doch Gott dieses König reichs nicht verschonet hat/ das er selbst angericht hat er werde ander land vnd herrschafften auch nicht schonen/ sondern die sund allenthalben hart vnd schrecklich straffen/

96 Vnd ist diese zerstörung geschehen/ jm jar.
3373. nach anfang der welt.
516. von Dauid an/ bis auff diese zerstörung Jerusalem.

3,15,97 Also lang ist der Königlich nam bey den nach komen Dauid blieben/ 98 vnd sind vnter diesen viel treffenlicher/ löblicher Könige gewesen/ als sonst jnn keinem Königreich auff erden/ 99 denn Gott hat es selbst angericht vnd darob gehalten/ 100 Aber es ist vnter jhn auch vnkraut gewesen/ 101 darümb hat Gott gestrafft/ vnd das Königreich verendert/ 102 denn Juda ist nu .70. jar jnn Babilon gefenglich gehalten/ 103 vnd hat sich doch Gott mitler zeit erzeiget/ das er sein volck vnd kirch nicht verlassen wolt/ hat hohe Propheten geben/ als den Daniel zu Babilon/ der auch den König Nabugdonosor bekeret hat/ 104 denn Gott straffet Nabugdonosor auch/ vnd lies jhn töricht werden/ wie ein bestia/ 105 da bettet Daniel fur jhn/ das jhm Gott widder halff/ 106 Darümb bessert sich Nabugdonosor vnd thet Abgötterey ab/ vnd lernet rechten Gottes dienst von Daniel.

 

3,15,107 Hernach/ da Euilmerodach der son zu Babilon regirt/ lies er den Jeconias der sich aus radt Jeremie ergeben hatt/ vnd war williglich jn das elend gezogen/ widderümb ehrlich vnd Fürstlich halten/ 108 Vnd ist diesem Jeconias/ der dem Propheten gehorsam gewesen ist/ widderümb wol gangen/ ob er schon ein zeit lang not geliden hat/ 109 Also ist das geschlecht Dauid nicht vntergangen/ sondern durch Gott wunderlich erhalten worden/ wie hernach weiter zu sehen.

  

3,15,110 Nach Euilmerodach/ hat zu Babilon regirt Baltasar/ 111 der verachtet Gottes wort/ vnd richtet die alten Abgötterey der Caldeer widderümb an/ 112 lies die becher so aus dem Tempel von Jerusalem gebracht waren/ jnn sein bancket bringen/ vnd spottet der Jüden Gott/ 113 lies singen dazu/ der Caldeer Gott wer rechter Gott/ der Jüden Gott müste weichen/ 114 Diese lesterung macht ein end mit dem gantzen König reich/ 115 denn Gott lies ein hand sichtiglich an die wand schreiben/ das Baltasar vmbkomen/ vnd das König= <024> reich verlieren solt/ 116 Dieses ist die selbige nacht geschehen/ 117 Denn die Meden vnd Persen vberfielen Babilon/ vnd eroberten das reich/ vnd erstochen den König Baltasar/ 118 Dieses Exempel vermanet aber das Gottes lesterung nicht vngestrafft bleibet.

 118 Dieses Exempel vermanet aber das Gottes lesterung nicht vngestrafft bleibet.

3,15,119 Also ist vollendet die zeit der ersten Monarchi/ bis auff die Persen/ vnd den König Cyrum/ vnd sind
1495. jar/ von Abrahams geburt/ bis auff Cyrum/ darinnen erstlich die Caldeer/ darnach die Assyrier/ die Monarchi gehabt/ 120 darnach ist sie geteilet worden/ vnd denn die Assyrier/ denn die Babilonier mechtiger gewesen/ bis die Meden vnd Persen gewachssen/ vnd zu letzt Cyrus Babilon erobert/ vnd die Monarchi widderümb zusamen gebracht hat.

 3,15,119 Also ist vollendet die zeit der ersten Monarchi/ bis auff die Persen/ vnd den König Cyrum/ vnd sind
1495. jar/ von Abrahams geburt/ bis auff Cyrum/ darinnen erstlich die Caldeer/ darnach die Assyrier/ die Monarchi gehabt/

3,15,121 Vnd sollen die leser mercken/ das der Jüden gantz Königreich jnn der zeit dieser ersten Monarchi gefasset ist/ 122 darin zu sehen/ das die Jüden das eltest volck sind/ vnd allein ein gewisse Historien von den ersten Königreichen haben.

3,16 Von den Greken.

3,16,1 NU wollen wir jnn
kurtz anzeigen/ wie es bey den Grecken/ zur zeit dieser ersten Monarchi gestanden ist/ 2 daraus abermals wird abzunemen sein/ das die Grecken keine so alten Historien haben/ als die Jüden/ denn alle jhr Historien sind nach der ersten Monarchi geschrieben. 3 Auch komen die Greken nicht gewis vnd an einander zu rück weiter rechen/ denn jhre Olympiades gehen/ 4 Nu haben jhre Olympiades angefangen jm .44. jar Osiae/ Das ist erst bey zweihundert jaren/ vor der Persen Monarchi/ so mans auffs vleissigest rechnet/ 5 Aber ich wil die Olympiades vmb des Deudschen lesers willen fallen lassen/ vnd ein wenig anzeigen/ was bey den Greken geschehen ist zur zeit der Ersten Monarchi.

   2 daraus abermals wird abzunemen sein/ das die Grecken keine so alten Historien haben/ als die Jüden/ denn alle jhr Historien sind nach der ersten Monarchi geschrieben. 3 Auch komen die Greken nicht gewis vnd an einander zu rück weiter rechen/ denn jhre Olympiades gehen/ 4 Nu haben jhre Olympiades angefangen jm .44. jar Osiae/ Das ist erst bey zweihundert jaren/ vor der Persen Monarchi/ so mans auffs vleissigest rechnet/

3,16,6 Greken Land hat kein einigen König gehabt/ wie andere lender/ sondern hat viel Fürsten gehabt/ 7 Zum teil sind auch die Stedt gewaltig gewesen/ 8 vnd sind grosse verenderung furgefallen mit den Fürsten/ 9 Denn die Stedt sind mechtig worden/ vnd haben die Fürsten vbel dulden können/ wie solchs bey vnsern zeiten jnn Jtalia zu sehen/ 9 vnd ich hernach etlich Exempel anzeigen wil/ die nützlich sind zu wissen/ vnd gewisse Historien haben/ 10 Denn vor dem Troianer krieg/ haben die Greken wenig Historien.

 9 Denn die Stedt sind mechtig worden/ vnd haben die Fürsten vbel dulden können/ wie solchs bey vnsern zeiten jnn Jtalia zu sehen/ 9 vnd ich hernach etlich Exempel anzeigen wil/ die nützlich sind zu wissen/ vnd gewisse Historien haben/ 10 Denn vor dem Troianer krieg/ haben die Greken wenig Historien.

3,17 Vom Troianer Krieg.

3,17,1 VNd ist der Troianer
krieg gewesen zu Dauids zeiten/ wie aus Virgilio zu beweisen ist/ 2 der spricht das das Reich zu Alba 300. jar gestanden sey/ 3 Hic iam ter centum totos regnabitur annos/ 4 Zu end dieses Reichs/ ist Roma gebawt/ wie ich hernach sagen wil/ vnd so man zu rück rechnet von der zeit/ so Rom gebawet ist/ bis auff den anfang der herschung
<025> Salomonis findet man .309. jar/ 5 Vnd kurtz zuuor ist der krieg vor Troia gewesen/ das ist ja gewis. 6 Hie ist zu sehen/ das etlich Croniken diesen krieg elter machen denn er ist/ 7 ich hab auch viel mehr anzeigung/ das dieser krieg nicht so alt ist/ als jhn etliche setzen/ die ich vmb kurtz willen auss las/ 8 Dis ist aber zu mercken/ das dieser krieg entstanden ist/ von wegen eins Ehebruchs/ das Paris/ des Königs son von Troia/ eim Grekischen Fürsten sein weib Helenam weggefurt hat/ 9 der halben sich alle Fürsten vnd Stedt jnn Grecia zusamen verbunden/ vnd zogen jnn der Troianer land/ kriegten mit jhn zehen jar/ vnd zuletzt eroberten sie die Stad Jlium/ vnd erschlugen den König Priamum/ 10 Also nam das Königreich Troia ein ende. 11 Aber von Troia schiffet Aeneas jn Jtaliam/ vnd erobert den teil so Latium genennet wird/ vnd fieng ein new Königreich an/ 12 vnd bawet sein son Ascanius/ der auch Julus heisset/ die stadt Alba/ da hernach die nachkomen Aenee regirt haben/ solang bis Roma gebawet ist/ 13 Vnd sind jm Troianer krieg/ viel berümpter Fürsten gewesen/ die ich nicht alle erzelen wil/ 14 Aus Tessalia ist gewesen der held Achilles/ der den Hector vmbracht hat/ welcher der furnemist Fürst jnn Troia gewesen ist/ 15 vnd ist Achilles hernach durch verreterey vmbkomen/ 16 Denn die Troianer sagten jhm zu/ ein tochter Priami zu geben/ vnd da er fur dem Altar kniet jnn der kirchen/ hat jhn Paris verreterlich erschossen.

3,17,1 VNd ist der Troianer krieg gewesen zu Dauids zeiten/ wie aus Virgilio zu beweisen ist/ 2 der spricht das das Reich zu Alba 300. jar gestanden sey/ 3 Hic iam ter centum totos regnabitur annos/ 4 Zu end dieses Reichs/ ist Roma gebawt/ wie ich hernach sagen wil/ vnd so man zu rück rechnet von der zeit/ so Rom gebawet ist/ bis auff den anfang der herschung Salomonis findet man .309. jar/ 5 Vnd kurtz zuuor ist der krieg vor Troia gewesen/ das ist ja gewis. 6 Hie ist zu sehen/ das etlich Croniken diesen krieg elter machen denn er ist/ 7 ich hab auch viel mehr anzeigung/ das dieser krieg nicht so alt ist/ als jhn etliche setzen/ die ich vmb kurtz willen auss las/

3,18 Vom Krieg vor
Thebe.

3,18,1 KVrtz vor dem Troia=
ner krieg ist viel ein jemmerlicher krieg gewesen vor Thebe/ 2 Denn das Fürstenthumb Thebe/ war auff zwen brüder geerbet/ Eteocles vnd Polynices/ 3 die vereinigten sich also/ das jeder ein jar vmb das ander regiren solt/ 4 Da aber Eteocles zum regiment kame/ wolt er allein herr bleiben/ vnd hielt den vortrag nicht/ 5 da flohe sein bruder zu Adrasto gen Argis/ 6 der gabe jhm ein tochter vnd wolt jhn mit gewalt einsetzen/ zoge also vor Thebe/ 7 da ward Adrastus mit andern Fürsten geschlagen/ 8 vnd die zwen brüder Eteocles vnd Polynices traffen mit einander/ vnd blieben beide tod/ 9 Solcher grosser jammer ist gefolget aus vneinigkeit der brüder/ 10 Vnd hat damit dennoch dieser krieg kein ende gehabt/ sondern die andern Fürsten haben sich hernach gesterckt/ vnd Thebe widder belagert/ erobert/ vnd zerstöret.

3,19 Von Hercule.

3,19,1 VNd kurtz vor dieser
zeit/ das ist/ eine kleine zeit zuuor ehe Saul in Jsrael König ist worden/ hat gelebt Hercules jnn Grecia/ der fur andere helden vnd Fürsten hoch gepreiset wird/ von allen Fürstlichen tügenden/ 2 Seine eltern Amphitryo vnd Alcmena/ sind von Tirynthe gewesen/ welche stad gelegen ist bey Argis/ 3 Amphitryo ist aber gen Thebe
<026> geflohen/ darümb das er mit seinem bruder vneinig worden/ vnd jhn vmbbracht hat. 4 Also ist Hercules zu Thebe geporn/ vnd hat erstlich seine tugent da erzeigt/ 5 Denn als die Minye/ so dazumal mechtig waren/ vnd zu Orchomeno regirten/ Thebe vberzogen/ hat Hercules die Stad geschützet/ die feinde geschlagen/ vnd die stadt Orchomenon gewonnen/ 6 vnd hat also dieses Fürstenthumb zu Orchomeno ein ende genomen/ da doch solch gros reichthumb gewesen/ das Homerus diese Stadt sonderlich rhümet von reichthumb/ 7 Dieser sieg hat erstlich dem Herculi ein grossen namen gemacht/ das sich darnach andere Fürsten jnn Grecia zu jhm gethan/ 8 darümb hat er friden allenthalben gemacht/ den Fürsten vnd stedten geholffen/ vnrechten gewalt gestrafft vnd geweret/ vnd denen so er geholffen hat/ keine vntregliche last auffgelegt/ 9 Darümb hat er solches ewiges lobe erlanget/ das kein Fürst so hoch gerhümet wird. 10 Darnach ist er jnn Asia geschifft/ 11 da hat er den König zu Troia Laomedon erschlagen/ vnd doch jnn dieser Victoria rechte Fürstliche mas gehalten/ hat das Königreich nicht wollen zerstören/ sondern dem Priamo/ als dem Erben/ das Königreich zugestalt/ 12 Daraus leichtlich abzunemen/ wenn Hercules gewesen sey/ dieweil er den Priamum zum König zu Troia gemacht hat/ 13 Auch hat Hercules frieden auff dem Meer gemacht/ 14 darümb hat er an Jtalia vnd Hispania geschiffet/ vnd auff dem eussersten vfer Hispanie/ zwen berg setzen lassen/ zu ewigem gedechtnus/ 15 die man nennet Columnas Herculis/ 16 Welche der löblichst Keiser Carolus der funfft/ jtzund zu einem sonderlichen zeichen füret/ als der so von Gotte gegeben/ das er zu diesen zeitten Hercules jnn gantzem Europa sein sol/ frieden vnd recht durch sein sieghaffte hand/ widderümb auffzurichten.

3,19,1 VNd kurtz vor dieser zeit/ das ist/ eine kleine zeit zuuor ehe Saul in Jsrael König ist worden/ hat gelebt Hercules jnn Grecia/ der fur andere helden vnd Fürsten hoch gepreiset wird/ von allen Fürstlichen tügenden/

6 vnd hat also dieses Fürstenthumb zu Orchomeno ein ende genomen/ da doch solch gros reichthumb gewesen/ das Homerus diese Stadt sonderlich rhümet von reichthumb/ 

13 Auch hat Hercules frieden auff dem Meer gemacht/ 14 darümb hat er an Jtalia vnd Hispania geschiffet/ vnd auff dem eussersten vfer Hispanie/ zwen berg setzen lassen/ zu ewigem gedechtnus/ 15 die man nennet Columnas Herculis/ 16 Welche der löblichst Keiser Carolus der funfft/ jtzund zu einem sonderlichen zeichen füret/ als der so von Gotte gegeben/ das er zu diesen zeitten Hercules jnn gantzem Europa sein sol/ frieden vnd recht durch sein sieghaffte hand/ widderümb auffzurichten.

3,19,17 Vnd dis sey gnug von den treffenlichen sachen/ so jnn Grecia sich begeben haben/ zur zeit der ersten Monarchi/ 18 Vnd nach dem man jnn Historien furnemlich sehen sol/ wie die reich gestanden sind/ wilche recht/ religion/ vnd künsten sie gehabt haben/ wil ich noch ein wenig dazu setzen/ 19 Nach den sönen Noe/ ist rechter verstand von Gotte jnn Grecia auch vntergangen/ wiewol viel Ceremonien vnd sprüch der Vetter blieben sind/ doch hat vnglauben seer vberhand genomen/ vnd ist fur vnd fur/ ein Abgott vber den andern auffgericht/ 20 wie ein jden sein not vnd angst getrieben hat/ darauff hat er jhm ein Gottesdienst gemacht/ 21 Denn wie der Poet spricht/ 22 Primus in orbe Deos fecit timor/ 23 Dieses ist eigentlich war/ von Abgötterey/ 24 Es ist kein mensch so wild/ er suchet Gott jnn der not/ vnd so er nicht weis/ wie er jhn suchen sol/ durch Christum vnd mit glauben/ so nimpt er ein werck fur/ richt ein Gottes dienst an/ 25 daher sind alle falsche Gottes dienst jnn der welt komen/ 26 Denn dis ist nicht der leute meinung gewesen/ das die bilder solten Gott sein/ sondern sie habens auch fur stein vnd holtz gehalten/ haben aber mit solchem werck Gott vnd heiligen/ ehren vnd versünen wollen/ 27 Nu wil Gott nicht ausser Christo/ vnd mit vnglauben geehret sein/ 28 Vnd ist sonderlich dieses volck jnn Grecia/ ein furwitz volck gewesen/ 29 darümb hat es viel wünderlicher Abgötterey angericht/ fur vnfal jnn krieg/ jnn hantirung/ jnn ehelichem wesen/ fur kranckheit/ fur vngewitter/ 30 Vnd hatt dieser jdes ein eigen bild vnd eigne Ceremo= <027> nias gehabt/ 31 Das bild Jovis ist aufgestelt wider vngewitter/ 32 Das bild Martis von wegen kriegs nöten/ 33 das bild Junonis/ reichthumb zu erwerben/ 34 Das bild Veneris/ widder vnfruchtbarkeit/ 35 Vnd dieses dings ist kein mas vnd ende gewesen bey den Greken/ 36 Also gehet es/ so man Gottes wort verleuret/ vnd felt man von einer blindheit jnn die andern/ 37 Denn zuletzt ist es dahin geraten/ das man etliche schendliche Fest angericht hat/ darin fur ein heilig werck gehalten ist/ weiber vnd Jungfrawen schenden/ 38 Man lieset viel schrecklichs dings von dem vnzuchtigen wesen/ das bey den Heiden jnn jhren Gottes diensten eingerissen ist/ das ich es nicht erzelen mage/ 39 Vnser Herr Christus wolle dem Teuffel nicht zulassen/ das durch vertilgung des Göttlichen worts/ solch wesen widder jn der welt vberhand neme.

21 Denn wie der Poet spricht/ 22 Primus in orbe Deos fecit timor/

3,20 Von Sibylla.

3,20,1 DJeweil aber alle Cro=
niken hie der Sibyllen gedencken/ hab ichs auch nicht wollen aussen lassen/ 2 Vnd ist zu wissen/ das das wort Sibylla/ nicht eins einigen weibes name ist/ sondern ist ein gemeiner name/ vnd heisst jnn gemein ein Prophetin odder weissagerin/ 3 Nu sind viel solcher weiber gewesen/ 4 etliche acht ich noch zur heiligen Vetter zeiten/ 5 die haben der heiligen Vetter lar gefasst/ vnd rechten glauben geleret/ 6 derhalben hat man noch köstliche sprüch/ die sie sollen gemacht haben von Christo/ vnd der welt ende/ von Gottes gericht/ vnd dem ewigen leben/ welcher Lactancius viel anzeucht/ 7 Nu ist Lactancius dennoch alt/ das ich dafur halt/ die selbige sprüch sein nicht von Christen erticht/ sondern er habe sie bey den Heiden gefunden/ 8 Hernach aber sind auch Abgöttische weiber gewesen/ die dennoch weltlich ding von Königreichen vnd der gleichen geweissaget haben/ 9 vnd diese mögen doch der heiligen Vetter sprüch/ vnter jhre weissagung gemengt haben. 10 Auch hat der Teuffel antwort geben/ als zu Delphi/ 11 da ist ein tieff loch gewesen/ vnd wenn man gefragt hat/ ist ein weib auff einen stuel gestanden vber dem loch/ da ist ein grosser tampff vnd wind aus der tieffe komen/ vnd hat das weib angefangen zu weissagen/ 12 Also sagt man/ sey es etwa zu Delphi zugangen/ 13 Hernach haben die Pfaffen Antwort geschrieben/ vnd haben diese ertichte weissagung also gelaut/ das mans hat mögen deuten/ wie man gewolt hat/ haben damit die leute also genarret vnd betrogen.

3,20,1 DJeweil aber alle Cro niken hie der Sibyllen gedencken/ hab ichs auch nicht wollen aussen lassen/ 

6 derhalben hat man noch köstliche sprüch/ die sie sollen gemacht haben von Christo/ vnd der welt ende/ von Gottes gericht/ vnd dem ewigen leben/ welcher Lactancius viel anzeucht/ 7 Nu ist Lactancius dennoch alt/ das ich dafur halt/ die selbige sprüch sein nicht von Christen erticht/ sondern er habe sie bey den Heiden gefunden/

3,21 Von Homero vnd
Hesiodo.

3,21,1 ERSTlich sind allein
Poeten/ die gelerten jnn Grecia gewesen/ 2 das sind Musici gewesen vnd zum teil Pfaffen/ 3 zum teil sind sie mit artzney vnd Astronomi vmbgangen/ vnd haben jhre weisheit vnd lar/ jnn lieder vnd sprüch gefasst/ 4 vnd sind die berümptisten/ deren schrifft man noch hat/ Homerus
<028> vnd Hesiodus/ 5 Es schreibet Cassius/ das Homerus nach dem Troianer krieg gewesen sey .160. jar/ vnd ehe Rhom gebaut ist ongeferlich auch .160. jar/ 6 Daraus folget/ das Homerus gelebt hat/ nach Josaphat dem König Juda/ 7 Er hat sich zu Smyrna gehalten/ das vorn jnn Asia ligt/ da die eltisten Greken Jones vnd Aeoles gesessen sind/ 8 Vnd wiewol er kein regent gewesen/ sihet man doch wol/ das er mit den treffenlichsten leuten jnn gantzem Grecia bekant gewesen ist/ 9 Denn er hat aller Fürsten geschlecht vnd herkomen wol beschrieben/ 10 so ist sein schrifft ein rechter spigel aller Fürstlichen hendel vnd tugent/ alles das jnn Regimenten furfallen mag/ wie sich Fürsten vnd hohe leute gegenander halten/ jnn rädten/ vnd allerley sachen/ 11 das hat er also abgemalet/ als were er auff allen Reichstagen/ jnn den hohisten vnd wichtigsten reichs rädten gebraucht worden/ 12 das nicht möglich ist eim vnerfarnen/ 13 Darümb wird kein Poema höher gelobet/ denn dieses Poeten schrifft/ 14 vnd hat es Alexander Magnus allezeit bey sich gefüret/ daraus sich zu erinnern/ wie sich ein grosmechtiger König halten sol.

3,21,1 ERSTlich sind allein Poeten/ die gelerten jnn Grecia gewesen/ 2 das sind Musici gewesen vnd zum teil Pfaffen/ 3 zum teil sind sie mit artzney vnd Astronomi vmbgangen/ vnd haben jhre weisheit vnd lar/ jnn lieder vnd sprüch gefasst/ 4 vnd sind die berümptisten/ deren schrifft man noch hat/ Homerus <028> vnd Hesiodus/ 5 Es schreibet Cassius/ das Homerus nach dem Troianer krieg gewesen sey .160. jar/ vnd ehe Rhom gebaut ist ongeferlich auch .160. jar/ 6 Daraus folget/ das Homerus gelebt hat/ nach Josaphat dem König Juda/ 

9 Denn er hat aller Fürsten geschlecht vnd herkomen wol beschrieben/ 10 so ist sein schrifft ein rechter spigel aller Fürstlichen hendel vnd tugent/ alles das jnn Regimenten furfallen mag/ wie sich Fürsten vnd hohe leute gegenander halten/ jnn rädten/ vnd allerley sachen/ 11 das hat er also abgemalet/ als were er auff allen Reichstagen/ jnn den hohisten vnd wichtigsten reichs rädten gebraucht worden/ 12 das nicht möglich ist eim vnerfarnen/ 13 Darümb wird kein Poema höher gelobet/ denn dieses Poeten schrifft/ 

3,21,15 Hesiodus ist hundert jar nach Homerus gewesen/ wie Porphyrius schreibet/ vnd ist ein Pfarrher gewesen am berg Helicon/ da ein grosser berümpter Tempel gewesen ist/ 16 vnd sein schrifft laut zum teil wie ein predig buch/ von guten sitten/ 17 denn es sind rechte schone sprüch/ von allerley tügenden/ doch ist nichts da/ von Christo vnd glauben/ 18 Denn diese hohe lar/ ist bey den Heiden verloschen gewesen/ 19 Zum teil ist Hesiodi schrifft ein rechter wolgestelter/ ewiger Calender/ gericht auff der Sonnen lauff/ vnd erscheinung etlicher sternen/ die vnterschid der teil jm jar anzeigen/ 20 vnd ist warlich ein fein lieblich kinderbuch/ darin zu sehen/ das die weisen leut jnn Grecia/ jhre kinder zu diesen schonen künsten gezogen haben/ 21 vnd ist der gut frome man jemmerlich vmbracht/ durch etliche seine freund/ die jhm vndanckbar gewesen sind.

3,21,15 Hesiodus ist hundert jar nach Homerus gewesen/ wie Porphyrius schreibet/ vnd ist ein Pfarrher gewesen am berg Helicon/ da ein grosser berümpter Tempel gewesen ist/ 

19 Zum teil ist Hesiodi schrifft ein rechter wolgestelter/ ewiger Calender/ gericht auff der Sonnen lauff/ vnd erscheinung etlicher sternen/ die vnterschid der teil jm jar anzeigen/

3,22 Wenn die Stad Rom
gebawet ist.

3,22,1 DER König zu Alba
genant Procas lies zween sön/ 2 der elter hies Numitor/ der junger Amulius/ 3 Nu hatte der vater verschafft/ das der elter son das reich vnd Regiment haben solt/ 4 Aber der junger bruder Amulius veriaget den eltern/ vnd nam das reich ein mit gewalt/ lies des bruders jungen son erwürgen/ vnd ein tochter Rhea Syluia jnn ein kloster stossen/ damit er sich nicht zu besorgen hette vor seines bruders Numitor Erben/ 5 Aber gedachte Rhea Syluia Numitors tochter ist schwanger worden/ vnd hat zween knaben geborn/ die nachmals genennet sind/ Romulus vnd Remus/ 6 da solchs Amulius erfarn hat/ hat er die mutter jnn ein kercker lassen werffen/ vnd die kinder an die Tiber lassen tragen/ die selbigen da zu erseuffen/ 7 Als sie aber an das vfer gelegt sind/ ist eine Wölffin komen/ 8 die hat sie geneeret/ bis so lang/ der hirten einer dazu komen/ vnd sie also gefunden an der Wölffin/ 9 dieser hirt hat die knaben genomen/ vnd
<029> heim bracht seinem weib/ vnd sie erzogen/ 10 da sie nu erwachsen sind vnd gehört haben/ das sie Amulius habe wollen vmbbringen/ auch das er jhrem altuater das reich mit gewalt genomen hat/ haben sie sich vnterstanden diese tyrannei zu rechen/ haben den Amulium erstochen/ vnd jhrem altuater dem Numitor das reich widder zugestalt/ 11 Also lest Gott vnrecht nicht vngestrafft/ 12 Darnach hat Romulus mit seinem bruder an dem ort/ da sie gefunden sind/ angehaben/ ein stad zu bawen/ 13 Nu zancketen sich die brüder/ die weil sie gleich alt waren/ welcher herr sein solt/ vnd verglichen sich doch also/ man solt Gott lassen richter sein/ 14 welcher ein herrlicher zeichen von vogeln haben würde/ der solt herr sein/ 15 Also flogen erstlich zu Remo .6. Geir/ hernach zu Romulo .12. Geir/ 16 Die weil aber Remus das erst zeichen gehabt/ wolte er herr sein/ vnd warden die brüder widderümb vneins/ 17 denn hoffart vnd begirde zu herschen/ ist ein hefftige seuch/ vnd lesset nicht leichtlich nach/ 18 Dazu hette jder seinen anhang/ 19 Also ward ein lerm/ vnd ward Remus erschlagen/ vnd blieb Romulus allein herr/ 20 Dieser hat die stad nach seinem namen genennet Roma/ 21 Also ist Rom durch Eneae nachkomen gebawet/ 22 denn Syluia die mutter Romuli ist von Enea herkomen/ 23 vnd dieweil der vater Romuli nicht bekant ist/ hat man fabulirt Mars sey sein vater gewesen/ 24 Wie aber Romulus das regiment gefasst hat/ vnd wilche krieg gefuret/ findet man jnn Liuio/ 25 Denn ich wil allein kurtz die zeit anzeigen/ vnd die wunderbarlichsten verenderung der reichen/ dadurch sich ein jder besser jnn alle Historien schicken könne/ vnd dennoch die sonderlichen Gottes werck merck/ darin zu sehen/ wie Gott vnrecht strafft/ vnd warümb die reich verendert werden.

24 Wie aber Romulus das regiment gefasst hat/ vnd wilche krieg gefuret/ findet man jnn Liuio

3,22,26 Die so die zeit am vleissigsten gerechnet haben/ als Pomponius Atticus vnd etliche andere/ setzen den anfang der stad Rom/ jn den anfang des dritten jars/ Olympiadis Sextae/ das ist jm .15. jar Joathan des Königs Juda/ jm jar nach der welt anfang .3206.

3,22,26 Die so die zeit am vleissigsten gerechnet haben/ als Pomponius Atticus vnd etliche andere/ setzen den anfang der stad Rom/ jn den anfang des dritten jars/ Olympiadis Sextae/ das ist jm .15. jar Joathan des Königs Juda/ jm jar nach der welt anfang .3206.

3,22,27 Vnd ist Rom gestanden vor vnsers Herrn Christi geburt .758. jar.

3,22,27 Vnd ist Rom gestanden vor vnsers Herrn Christi geburt .758. jar.

3,22,28 Dis mus ich aber anzeigen/ 29 Varro hat geschrieben/ das die .12. Geir bedeuten die zeit wie lang Rom stehen solt/ nemlich .1200. jar/ 30 Denn ein jder Geir bedeut ein seculum/ das ist .100. jar/ 31 vnd dieses trifft recht zu/ 32 denn es sind bey .1200. jar/ von anfang der Stad Rom/ bis auff die zeit Honorij vnd Arcadij/ da die Gotthi Rom zerstöret haben.

3,22,28 Dis mus ich aber anzeigen/ 29 Varro hat geschrieben/ das die .12. Geir bedeuten die zeit wie lang Rom stehen solt/ nemlich .1200. jar/ 30 Denn ein jder Geir bedeut ein seculum/ das ist .100. jar/ 31 vnd dieses trifft recht zu/ 32 denn es sind bey .1200. jar/ von anfang der Stad Rom/ bis auff die zeit Honorij vnd Arcadij/ da die Gotthi Rom zerstöret haben.

3,22,33 Vnd haben die König zu Rom regirt .244. jar/ wie Liuius schreibet/ 34 Eusebius setzet noch .2. jar dazu.
Romulus.           38.
Numa.               43.
Tullus Hostilius.  32. 35 dieser hat Alba zerstöret/ vnd den verreter jhren haubtman Metium Suffecium gestrafft/ vnd ein sonderlich Exempel der welt geben/ wie man die verretter belohnen sol/ denn er hat jhn zwischen zween wagen binden/ die von einander lauffen/ vnd jhn zerreissen lassen/ 36 Dis ist das end gewesen des Königreichs zu Alba/ 37 vnd ist dieses geschehen/ da jnn Juda der König Manasse regirt hat/ 38 vnd sind nach zerstörung Alba/ die alten Troianer geschlecht/ vnd nemlich Julij/ das geschlecht Aeneae/ von seinem son Julo/ also genant/ aus Alba gen Rom gezogen/ 39 Also sind die nachkomen Aenee dennoch blieben/ vnd sind
<030: unbezeichnet> zu Rom gewaltig worden/ 40 vnd ist zu letzt die Monarchi auff sie allein komen/ da Julius Keisar worden ist/ 41 Darümb hat Homerus recht geweissaget/ von Aenea/ das sein nach komen ewig regirn solten/ welcher spruch one zweiuel vom Römischen reich zu uerstehen ist/ das es solte die letzt Monarchi jnn der welt sein/ 42 doch dauon wil ich hernach sagen/ 43 Nach Tullo Hostilio hat regirt/
Ancus Murtius.         24.
Tarquinius priscus.   37.
Sextius Tullius.        44. 44 Zu dieses zeitten hat angefangen der Persen Monarchi/ 45 Aber ich hab vmb kurtz willen die Römischen König hie zusamen wollen setzen/ dieweil sie des mehrerteil regirt haben vor der Persen Monarchi/ vnd wir hernach vnter der Persen Monarchi wenig von Rom sagen werden/ 46 denn Rom ist dazu mal noch geringer macht gewesen.

3,22,33 Vnd haben die König zu Rom regirt .244. jar/ wie Liuius schreibet/ 34 Eusebius setzet noch .2. jar dazu.

35 dieser hat Alba zerstöret/ vnd den verreter jhren haubtman Metium Suffecium gestrafft/ vnd ein sonderlich Exempel der welt geben/ wie man die verretter belohnen sol/ denn er hat jhn zwischen zween wagen binden/ die von einander lauffen/ vnd jhn zerreissen lassen/

37 vnd ist dieses geschehen/ da jnn Juda der König Manasse regirt hat/

41 Darümb hat Homerus recht geweissaget/ von Aenea/ das sein nach komen ewig regirn solten/ welcher spruch one zweiuel vom Römischen reich zu uerstehen ist/ das es solte die letzt Monarchi jnn der welt sein/

44 Zu dieses zeitten hat angefangen der Persen Monarchi/ 45 Aber ich hab vmb kurtz willen die Römischen König hie zusamen wollen setzen/ dieweil sie des mehrerteil regirt haben vor der Persen Monarchi/ vnd wir hernach vnter der Persen Monarchi wenig von Rom sagen werden/ 

3,22,47 Tarquinius Superbus.  25. 48 dieser ist veriagt worden/ Darümb das sein son Sextus Tarquinius die Lucretia mit gewalt zu schanden gemacht/ derhalben sie sich selbst erstach/ vnd damit jhre freund beweget/ die König zu veriagen/ 49 Das ist abermals ein Exempel darin zu sehen/ aus wilchen vrsachen/ Gott die Reich verendert/ vnd wie er die Tyrannen strafft/ 50 Dis sey gnug von anfang der Stad Rom/ vnd wie die erst verenderung des Regiments darin furgefallen ist.

49 Das ist abermals ein Exempel darin zu sehen/ aus wilchen vrsachen/ Gott die Reich verendert/ vnd wie er die Tyrannen strafft/

4,1 Von der Andern
Monarchi.

4,1,1 NAch dem die Jüden
70. jar jm elend jm Königreich Babilon gewesen sind/ wie droben gesagt ist/ strafft Gott den König Baltasar zu Babilon/ darümb das er Gott lestert/ vnd die geweichten gefess vnehren liesse/ 2 Denn die Meden vnd Persen vberfielen Babilon/ eroberten die Stat/ vnd die Reich Chaldea vnd Assyria/ 3 Die weil nu die mechtisten Königreich widder zusamen gebracht sind/ vnd die Persen nachmals schier das gantz Asia eingenomen haben/ wird dieses billich die Ander Monarchi genennet 4 Vnd sol man hie dis gnedige werck Gottes bedencken/ der zu erhaltung rechtes vnd zucht/ aber mal die welt jnn ein corpus vnd regiment fasset/ 5 denn dazu hat Gott die hohen gewaltigen Monarchien jnn der welt haben wollen/ rechte regiment vnd gesetz durch die gantze welt fur vnd fur auff zu richten/ vnd wo sie zerrut/ widderümb anzurichten/ 6 dazu gehörn grosse gewaltige König vnd Potentaten.

5 denn dazu hat Gott die hohen gewaltigen Monarchien jnn der welt haben wollen/ rechte regiment vnd gesetz durch die gantze welt fur vnd fur auff zu richten/ vnd wo sie zerrut/ widderümb anzurichten/ 6 dazu gehörn grosse gewaltige König vnd Potentaten.

4,1,7 Vnd diese Monarchi der Persen/ ist den Greken bekant gewesen/ 8 denn die grössisten sachen/ so sich jnn Grecia begeben haben/ sind zu zeit dieser Monarchi geschehen/ 9 Darümb fahen die Greken jhr Historien erst an von den Persen/ wissen wenig was zuuor jnn der welt geschehen ist. <031>

9 Darümb fahen die Greken jhr Historien erst an von den Persen/ wissen wenig was zuuor jnn der welt geschehen ist.

4,1,10 Vnd damit man ordnung der zeit mercken kan/ mus ich den leser hie verinnern/ das ich bis anher die jar aus der heiligen schrifft genomen hab/ wie sie ordentlich verzeichnet sind von anfang der welt/ von der sindflut/ von Abraham vnd fur vnd fur eines jden Königs zeit/ bis auff diese .70. jar/ da die Jüden jnn Babilon jm gefengknus gewesen sind/ 11 Also ist die Bibel ein rechte gewisse ordenliche Chronica bis auff der Persen zeit/ 12 Darnach hat man die jar furter nicht ordenlich jnn der Bibel/ on so viel Daniel anzeiget das auff Christum nach der zeit so erleubt wird Jerusalem widder zu bawen .490. jar sein sollen/ 13 Dauon streiten etlich/ wie die jar zu zelen sind/ so man doch solchs leichtlich finden kan/ wie ich hernach anzeigen wil/ 14 Denn Daniel hat vns gar eben auff die zukunfft Christi gewisen.

4,1,10 Vnd damit man ordnung der zeit mercken kan/ mus ich den leser hie verinnern/ das ich bis anher die jar aus der heiligen schrifft genomen hab/ wie sie ordentlich verzeichnet sind von anfang der welt/ von der sindflut/ von Abraham vnd fur vnd fur eines jden Königs zeit/ bis auff diese .70. jar/ da die Jüden jnn Babilon jm gefengknus gewesen sind/ 11 Also ist die Bibel ein rechte gewisse ordenliche Chronica bis auff der Persen zeit/ 12 Darnach hat man die jar furter nicht ordenlich jnn der Bibel/ on so viel Daniel anzeiget das auff Christum nach der zeit so erleubt wird Jerusalem widder zu bawen .490. jar sein sollen/ 13 Dauon streiten etlich/ wie die jar zu zelen sind/ so man doch solchs leichtlich finden kan/ wie ich hernach anzeigen wil/ 14 Denn Daniel hat vns gar eben auff die zukunfft Christi gewisen.

4,2 Anfang der Persen
Monarchi.

4,2,1 ICh wil .191. jar se=
tzen jnn der Persen Monarchi/ damit sich diese zal furter reyhme auff die gedachten .70. jar/ 2 Denn ob schon die Greken mehr jar setzen jnn der Persen Monarchi/ geschicht der halben/ das sie nicht erst nach ausgang dieser .70. jar anheben/ sondern bey .20. jarn zuuor/ 3 Also kan man Philonis vnd der Greken rechnung concordirn/ denn die Jüden heben an des Cyri jar nach dem als er Babylon gewonnen hatt/ 4 Nu hatt Cyrus zuuor lang regirt/ 5 Die selbige jar ehe Babylon gewonnen/ zelen die Greken auch/ die gehorn nicht jnn die folgende zeit. 6 Darümb wil ich erstlich die hohen priester setzen/ wie Philo gezelet hat/ daraus gedachte zal zu beweisen/ 7 Darnach wil ich der Persen König setzen/ wie sie die Greken zelen vnd ordnen/ 8 vnd wer dieses merckt/ das man des Cyri Reich erst sol anfagen <sic!>/ nach dem er Babylon gewonnen hat/ der wird der Greken zal/ leichtlich concordirn/ mit diesen .191. jarn.

9 Jesus Sacerdos.               36.
Joakin filius absente patre.   8.
Jesus reuersus.                 20.
Joakin jterum.                  48.
Eliasib.                             21.
Joiada.                             24.
Joathan.                           24.
Jaddus.                            10.
Summa .191. jar/ 10 so zeuget Josephus/ das Jaddus gelebet hat/ da Alexander jnn Asiam gezogen ist.

4,2,1 ICh wil .191. jar se tzen jnn der Persen Monarchi/ damit sich diese zal furter reyhme auff die gedachten .70. jar/ 2 Denn ob schon die Greken mehr jar setzen jnn der Persen Monarchi/ geschicht der halben/ das sie nicht erst nach ausgang dieser .70. jar anheben/ sondern bey .20. jarn zuuor/ 3 Also kan man Philonis vnd der Greken rechnung concordirn/ denn die Jüden heben an des Cyri jar nach dem als er Babylon gewonnen hatt/ 4 Nu hatt Cyrus zuuor lang regirt/ 5 Die selbige jar ehe Babylon gewonnen/ zelen die Greken auch/ die gehorn nicht jnn die folgende zeit. 6 Darümb wil ich erstlich die hohen priester setzen/ wie Philo gezelet hat/ daraus gedachte zal zu beweisen/ 7 Darnach wil ich der Persen König setzen/ wie sie die Greken zelen vnd ordnen/ 8 vnd wer dieses merckt/ das man des Cyri Reich erst sol anfagen <sic!>/ nach dem er Babylon gewonnen hat/ der wird der Greken zal/ leichtlich concordirn/ mit diesen .191. jarn.

10 so zeuget Josephus/ das Jaddus gelebet hat/ da Alexander jnn Asiam gezogen ist.

4,3 Der Persen König wie
sie die Greken
zelen.

4,3,1 Cyrus.                     29.
Cambyses.                        7. Mens. 5.
Darius filius Hystaspis.      36.
Xerxes.                           20.             
<031 zweimal!>
Artaxerxes longimanus.    40.
Darius nothus.                 19
Artaxerxes Mnemon.        40.
Ochus.                           26.
Arsames.                        31.
Darius.                            6.

2 Diese zal kan man des mehrerteil beweisen/ durch die zeit/ 3 denn die Historici/ so nacheinander zu jdes zeit gewesen sind/ gedencken deren König so zu jhren zeiten gelebet haben/ 4 als Herodotus gedenckt des Xerxis/ 5 Thucydides gedenckt des Artaxerxis longimani/ 6 Hernach Xenophon schreibet von Dario notho/ vnd seinen sonen Cyro dem Jungern vnd Artaxerxe Mnemone/ vnd ist Xenophon jnn kriegen zu dieser zeit gewesen/ 7 Darümb irren die newen scribenten bey den Jüden seer/ die groben Esel/ die nicht mehr denn .4. Persen König setzen/ vnd verlieren jnn dieser rechten gewissen zal der welt/ mehr denn hundert jar/ 8 daraus folgen ander mehr jrthumb.

2 Diese zal kan man des mehrerteil beweisen/ durch die zeit/ 3 denn die Historici/ so nacheinander zu jdes zeit gewesen sind/ gedencken deren König so zu jhren zeiten gelebet haben/ 4 als Herodotus gedenckt des Xerxis/ 5 Thucydides gedenckt des Artaxerxis longimani/ 6 Hernach Xenophon schreibet von Dario notho/ vnd seinen sonen Cyro dem Jungern vnd Artaxerxe Mnemone/ vnd ist Xenophon jnn kriegen zu dieser zeit gewesen/ 7 Darümb irren die newen scribenten bey den Jüden seer/ die groben Esel/ die nicht mehr denn .4. Persen König setzen/ vnd verlieren jnn dieser rechten gewissen zal der welt/ mehr denn hundert jar/ 8 daraus folgen ander mehr jrthumb.

4,3,9 Jnn Daniele vnd Esdra/ wird der Persen König gedacht/ vnd werden etliche anders genent denn bey den Greken/ 10 Darümb wil ich zu vnterricht mein meinung dauon kürtzlich anzeigen/ 11 Etliche verwerffen Metasthenem/ der etliche Persen König anders nennet/ denn die Greken/ 12 Dieweil aber Esdra vnd Philo so gantz zusamen stimmen/ wil ich sie nicht verwerffen/ 13 denn der Persen wesen vnd Königreich ist ja dem Esdra eigentlich vnd wol bekant gewesen/ 14 denn er ist der grossen herrn vnd Rädt einer zu hoffe gewesen/ 15 Nu ordnet Metasthenes die Persen König also vnd sind die ersten/ darinn die vngleicheit furfalt/ auch bey Esdra vnd Philone also ordinirt.

16 Darius vnd Cyrus samptlich      2. 
vnd hernach allein Cyrus.            22.
Artaxerxes Assuerus.                  20.
Darius Artaxerxes Longemanus.   37.
Darius Nothus.                           19.
Artaxerxes Mnemon.                   55.
Ochus.                                      26.
Arsames.                                    4.
Darius.                                       6.

17 Diese vngleicheit jnn den ersten bedünckt mich/ kön man leichtlich Concordirn/ 18 Die Grecken wissen nicht vom ersten Dario/ der neben Cyro regirt hat/ wie Daniel zeuget/ denn er hat nicht lang regirt/ 19 darümb ist sein nam jnn frembden lendern nicht bekant worden/ 20 Auch machet Daniel selbst ein vnterschid zwischen diesem Dario vnd Cyro/ nennet diesen Darium ein Meden/ vnd Cyrum ein Persen/ 21 Nu rechen die Greken der Persen König/ vnd zelen die Meden nicht darunter/ 22 Denn der Meden Königreich ist auff die Persen gefallen/ 23 Darümb sind der Greken Historien/ der Bibel nicht zu widder/ ob schon die Greken diesen Darium auslassen/ 24 Denn sie zelen allein der Persen König/ 25 Josephus schreibet/ dieser Darius sey gewesen Astyagis son Cyaxares/ von welchem Xenophon schreibet/ 26 das mag wol sein.

4,3,9 Jnn Daniele vnd Esdra/ wird der Persen König gedacht/ vnd werden etliche anders genent denn bey den Greken/ 10 Darümb wil ich zu vnterricht mein meinung dauon kürtzlich anzeigen/ 11 Etliche verwerffen Metasthenem/ der etliche Persen König anders nennet/ denn die Greken/ 12 Dieweil aber Esdra vnd Philo so gantz zusamen stimmen/ wil ich sie nicht verwerffen/ 13 denn der Persen wesen vnd Königreich ist ja dem Esdra eigentlich vnd wol bekant gewesen/ 14 denn er ist der grossen herrn vnd Rädt einer zu hoffe gewesen/ 15 Nu ordnet Metasthenes die Persen König also vnd sind die ersten/ darinn die vngleicheit furfalt/ auch bey Esdra vnd Philone also ordinirt.

17 Diese vngleicheit jnn den ersten bedünckt mich/ kön man leichtlich Concordirn/ 18 Die Grecken wissen nicht vom ersten Dario/ der neben Cyro regirt hat/ wie Daniel zeuget/ denn er hat nicht lang regirt/ 19 darümb ist sein nam jnn frembden lendern nicht bekant worden/ 20 Auch machet Daniel selbst ein vnterschid zwischen diesem Dario vnd Cyro/ nennet diesen Darium ein Meden/ vnd Cyrum ein Persen/ 21 Nu rechen die Greken der Persen König/ vnd zelen die Meden nicht darunter/ 22 Denn der Meden Königreich ist auff die Persen gefallen/ 23 Darümb sind der Greken Historien/ der Bibel nicht zu widder/ ob schon die Greken diesen Darium auslassen/ 24 Denn sie zelen allein der Persen König/ 25 Josephus schreibet/ dieser Darius sey gewesen Astyagis son Cyaxares/ von welchem Xenophon schreibet/ 26 das mag wol sein.

4,3,27 Der ander Artaxerxes Assuerus ist Darius Hystaspis son/ 28 vnd wird Cambyses ausgelassen/ darümb das er bey leben seines vaters Cyri regirt hat odder ja <032>  nicht lang nach Cyri tod/ 29 Denn die Persen haben diese ordnung gehabt/ das so der König aus dem König reich hat zihen wollen/ hat er zuuor ein König an seine stadt wehlen müssen/ 30 Darümb da Cyrus widder die Scythen zihen wolt/ hat er zuuor Cambysen zu König gemacht/ vnd ist hernach weg gezogen/ hat 6. jar mit den Scythen gekriget/ 31 Mitler zeit hat regirt Cambises/ dem die Greken .7. jar geben/ 32 die sol man bey leben des vaters anfahen/ 33 Auch zeigen des Assueri Historien an/ das er Darius sey/ 34 denn Philo schreibet/ er hab die lender widderümb erobert die abgefallen waren/ nach dem als Cyrus die schlacht an den Scythen verloren hatt.

34 denn Philo schreibet/ er hab die lender widderümb erobert die abgefallen waren/ nach dem als Cyrus die schlacht an den Scythen verloren hatt.

4,3,35 Der drit heisset Darius Artaxerxes Longimanus/ 36 diesen nennen die Grecken Artaxerxen Longimanum/ 37 Metasthenes nennet jhn Darium/ Esdras/ Darium vnd Artaxerxem/ 38 denn diese namen haben sie gebraucht wie die Keisar/ diese namen Cesar/ Augustus. 39 Das aber Artaxerxes bald nach Dario gesetzt wird/ geschicht also/ 40 dieweil Xerxes jm anfang seines reichs weg zogen ist jnn Greciam/ hat Artaxerxes regirt jnn Orient/ 41 Darümb gedencken die Jüden des Xerxes nicht/ der nicht jnn Orient blieben ist/ sondern des Artaxerxes/ welchen sie erkant haben/ als den regirenden König/ 42 Darnach ist kein vngleicheit/ 43 Also bedünckt mich/ möge man auffs richtigst/ die Bibel vnd der Greken Historias Concordirn/ 44 Vnd die vngleicheit der jar/ komet daher/ das etlich bey leben der andern regirt haben/ 45 darnach ist jhr zeit von etlichen so/ von andern anders gerechnet worden.

4,3,35 Der drit heisset Darius Artaxerxes Longimanus/ 36 diesen nennen die Grecken Artaxerxen Longimanum/ 37 Metasthenes nennet jhn Darium/ Esdras/ Darium vnd Artaxerxem/

42 Darnach ist kein vngleicheit/ 43 Also bedünckt mich/ möge man auffs richtigst/ die Bibel vnd der Greken Historias Concordirn/ 44 Vnd die vngleicheit der jar/ komet daher/ das etlich bey leben der andern regirt haben/ 45 darnach ist jhr zeit von etlichen so/ von andern anders gerechnet worden.

4,4 Von Cyro.

4,4,1 CYrus der erst Mo=
narcha aus Persia/ ist der aller berümbtisten helten vnd König einer auff erden gewesen/ 2 Denn Gott hat jhm allerley hohe vnd Fürstliche tugent/ vnd sonderlich glück vnd wolfart jm regiment/ vnd viel herrlicher sieg geben/ ja hat jhn auch zu rechtem Gottes dienst gebracht durch den hohen Propheten Daniel/ wie die heilig schrifft bezeuget/ 3 Solche Fürsten/ die Gott also hoch begabet hat/ sol man ansehen nicht wie sie etliche vnuerstendige halten/ sondern fur hohe Gottes gaben/ dadurch Gott der welt hat helffen wollen/ zucht/ friden vnd recht auff erden angericht/ 4 vnter diese Gottes diener vnd Heroes sol man den Cyrum auch zelen.

2 Denn Gott hat jhm allerley hohe vnd Fürstliche tugent/ vnd sonderlich glück vnd wolfart jm regiment/ vnd viel herrlicher sieg geben/ ja hat jhn auch zu rechtem Gottes dienst gebracht durch den hohen Propheten Daniel/ wie die heilig schrifft bezeuget/ 

3 Solche Fürsten/ die Gott also hoch begabet hat/ sol man ansehen nicht wie sie etliche vnuerstendige halten/ sondern fur hohe Gottes gaben/ dadurch Gott der welt hat helffen wollen/ zucht/ friden vnd recht auff erden angericht/

4,4,5 So ist er auch von hohen leuten geborn/ 6 denn Gott lesset solche hohe ehr jnn der welt bey sonderlichen hohen geschlechten bleiben/ 7 Vnd dieweil sie Gott geadelt vnd geehrt hat/ sollen wir die hohen leut auch als ein sonderlich Gottes werck ehren/ 8 Der vater Cyri ist ein Fürst jn Persia gewesen/ vom geschlecht Sem/ 9 sein mutter ist des Königs tochter gewesen von Media/ 10 vnd schreibet Herodotus der König von Media Astyages hab ein traum gehabt von seiner tochter/ das jhr ein reb aus dem leib gewachsen/ die das gantz Asia bedeckt hat/ 11 Daraus hat man geweissaget/ das sie ein grossen mechtigen König geberen würde/ 12 Als nu Cyrus geborn ist/ hat Astyages besorget/ das Königreich kome von <033> den Meden auff die Persen/ 13 Derhalben hat er seinem hoffmeister Harpago befolhen/ dieses kind weg zu tragen/ vnd zu tödten/ 14 Aber Gottes radt vnd wil mag nicht verhindert werden/ 15 denn wiewol Harpagus das kind name/ vnd bestellet es zu tödten/ erhielt es doch Gott wunderbarlich/ also/ 16 Eim hirten warde befolhen das kind auff ein berg zu tragen/ vnd dabey zu bleiben bis es stürbe/ vnd so es tod were/ solch dem Harpago anzuzeigen der wolt es lassen besehen/ Damit er seinen König die wahrheit berichten kond/ vnd das kind ehrlich begraben/ 17 Als aber der hirt das kind heim bringt/ hat sichs begeben/ das sein weib desselbigen tags ein tod kind geborn hatt/ 18 Da sie nu höret vom man/ das jhm befolhen sey/ das frembde kind zu tödten/ vnd sihet das es ein sehr schon vnd adelich kind ist/ höret auch das es vom Königlichen stam geborn sey/ gibt sie jhrem man diesen radt/ er sol jhr tod kind weg tragen/ fur dieses/ so wolle sie dagegen dieses kind als das jhr auffzihen/ Vnd vermanet jhn/ er wölle kein mort an des Königs blut begehen/ so doch dem König nu mehr von diesem kind kein fahr entstehen mocht/ dieweil es fur ein hirten solt erzogen vnd gehalten werden/ 19 Auch würde der König zu friden sein/ so er eigentlich bericht würde/ man hette das kind begraben/ 20 Der hirt folget seiner hausfrawen/ vnd tregt sein eigen tod kind auff ein berg/ vnd lesst Harpago anzeigen/ das kind sey tod/ 21 Harpagus verschafft das man das kind besihet vnd begrebet/ vnd bericht den König er hab die sach ausgericht/ das kind Cyrus sey begraben/ 22 Also ist aber Cyrus bey dem hirten blieben vnd erzogen/ 23 da nu das kind gewachssen/ hat sich bald seine adeliche art vnd geschicklicheit erzeiget/ das jhn die andern knaben/ seine gesellen/ alle liebten vnd ehreten/ 24 Da hat er ein regiment vnter den knaben gemacht/ vnd wo sich einer nicht recht gehalten/ hat er jhn ernstlich gestrafft/ 25 Hiemit hat sich begeben/ das er ein edelen knaben hart geschlagen hat/ der hat jhn bey seinen eltern verklaget/ dis hat an den König gelanget/ 26 Da aber der König die jungen fur foddert/ vnd den knaben Cyrum verhört/ verwundert er sich seiner geschicklicheit/ vnd vernünfftigen reden/ vnd gedacht an die zeit/ da seine tochter geborn hatt/ 27 fraget so fern/ das er befande/ das dieses der knabe war/ den er hatt befolhen zu töden/ 28 Da behielt er den knaben Cyrum ein zeitlang bey sich/ 29 der hielt sich also wol/ das nu Astyages sich nicht mehr vor jhm besorget/ sondern lies jhn zu seinem vater jnn Persia zihen.

7 Vnd dieweil sie Gott geadelt vnd geehrt hat/ sollen wir die hohen leut auch als ein sonderlich Gottes werck ehren/ 

10 vnd schreibet Herodotus der König von Media Astyages hab ein traum gehabt von seiner tochter/ das jhr ein reb aus dem leib gewachsen/ die das gantz Asia bedeckt hat/ 

4,4,30 Aber Harpago/ das er den knaben nicht hat vmbbracht/ warde der König Astyages sehr vngnedig vnd foddert jhn/ vnd befahl jhm seinen jungen son gen hoffe zu senden/ 31 dieses thet Harpagus/ 32 Da lies Astyages/ den son Harpagi töden vnd kochen/ vnd beruffet den vater Harpagum zu tisch/ seinen eigen son zu essen/ 33 Da aber das mal aus war/ lies Astyages dem Harpago/ das heubt/ hende vnd füsse bringen/ vnd sagen/ dieses kindes fleisch habe er gessen/ 34 Harpagus kennet das heubt/ vnd mercket was sein herr gethan hette/ vnd warümb solchs geschehen war/ vnd schweige stil/ vnd erzeiget alle demut vnd forcht gegen dem König/ 35 lesst sich nicht mercken/ das er die grewliche Tyranney rechen wölle.

4,4,36 Hernach practicirt er mit den grossen herrn jnn <034> Meden/ das sie von Astyage abfallen/ vnd Cyrum zum König machen solten/ 37 Solchs gibt er Cyro zuuerstehen/ vnd vermanet jhn das reich einzunemen/ Vnd die Tyranney/ an jhn beiden gevbet zu rechen/ 38 vnd damit die sach heimlich bliebe/ thet er jhm also/ 39 Er schicket Cyro ein hasen/ darein vernehet er die brieff vnd befahl dem botten nicht anders/ denn das Cyrus den hasen selbst streiffen solt.

4,4,40 Als nu Cyrus den brieff fande/ vnd den anschlage vermerckt/ rüstet er sich/ vnd zoch jnn Meden/ 41 Nu ward Harpagus heubtman widder Cyrum gewelet/ 42 darümb ergab er sich vnd den gantzen zeug als bald Cyro/ 43 Also verlore Astyages das Königreich Meden/ vnd warde gefangen/ 44 Cyrus hielt jhn aber Fürstlich vnd tödet jhn nicht. 45 Also ist der Meden königreich auch von wegen der Tyranney verendert worden/ vnd auff die Persen komen/ 46 Darnach ist der reich König forn jn Asia Croesus widder den Cyrum gezogen/ 47 aber Cyrus ist jhm begegnet/ vnd hat jhn geschlagen/ vnd das gantz Königreich eingenomen/ vnd die feste stadt Sardis gestürmet/ vnd Croesum da gefangen/ 48 Als aber Cyrus den Croesum hat verbrennen wöllen/ schrey Croesus auff dem holtzhauffen/ 49 O Solon Solon/ 50 des verwundert sich Cyrus/ vnd lies bald fragen/ was dieses schreien bedeut/ 51 da erseufftzet Croesus vnd sagt/ 52 Es were vor zeiten ein weiser man von Athen/ genant Solon/ bey jhm gewesen/ 53 dem het er grosse ehr gethan/ vnd jhn sein macht vnd herrlickeit sehen lassen/ vnd gefraget/ was er dauon hielte/  ob er nicht meinet das er so mechtig were/ das jhm niemand schaden mocht/ vnd das er sich keines grossen vnfals zu besorgen hette/ 54 darauff hette jhn Solon gestrafft vnd gesagt/ Das kein mensch so vermessen sein solt/ sich bey leben fur selig zu halten/ vnd so gewaltig das jhn vnglück nicht stürtzen möcht/ 55 Aber er hette dazumal diese rede nicht gros geacht/ vnd were sicher gewesen/ vnd solchen hohen fahl nicht besorget/ 56 jtzund aber were jhm diese rede zu hertzen gangen/ 57 darümb hette er den Solon genennet/ vnd wolte das alle menschen jnn wolfart bedechten/ das sie widder fallen möchten/ damit sie nicht stoltz vnd vermessen würden/ vnd nicht aus solcher vermessenheit sachen furnemen/ die zu letzt jhnen zu beschwerung gereichen.

4,4,58 Da Cyrus diese rede gehört hat/ hat er sich des Croesi erbarmet vnd gesprochen/ 59 Er wolle nicht weiter hartigkeit vben widder diesen/ der zuuor auch ein grosmechtiger König gewesen sey/ vnd bedencke das er auch ein mensch sey/ es mocht dazu komen/ das er auch frembder gnaden vnd barmhertzigkeit bedürffte/ 60 Vnd hat hernach Croesum zu sich gezogen/ vnd als ein grossen Fürsten gehalten vnd seines radts gepfleget/ hat jhn auch gefraget/ was jhn beweget habe diesen krieg anzufahen/ so er doch zuuor Apollinem gefraget hett/ ob jhm solchs Apollo geradten habe/ 61 Antwort Croesus/ Apollo habe jhm wol geraden mit diesen worten. 62 ERKENNE DICH SELBST SO VVIRD ES DIR VVOL GEHEN. 63 Diese warnung hett er nicht veracht/ sondern nach dem er erstlich/ da er den Assyrier geholffen/ sein volck verloren hett/ hett er bedacht furter zu friden zu sein/ dieweil er gesehen/ das Cyrus solch glück vnd macht hatt/ 64 Aber die hoffart <035> hette jhn widder betrogen/ als die vmbligenden stedt vnd Fürsten sein macht/ vnd geschicklicheit gerhümet/ vnd darümb jhn zum haubtman widder Cyrum gewelet hetten/ 65 Dieses rhümen vnd wol trösten hette gemacht/ das er des Apollinis warnung anders gedeutet/ vnd gemeinet hett/ er erkennet sich/ er wer mechtig vnd nicht geringer denn Cyrus/ 66 Also hette er sich zu diesem krieg bewegen lassen. 67 Vnd dis sey gnug von Croeso/ darin viel schoner Exempel zu sehen/ wie Fürsten zu vnnötigen kriegen bewegt werden/ durch die gesellen/ so wol trösten vnd jhr macht hoch rhümen/ auch wie sich Cyrus jnn solchem grossen glück gehalten hat/ das er nicht stoltz vnd Tyrannisch worden ist.

4,4,68 Also hat Cyrus alle lender jngehabt von Persia an bis forn an Jonia/ 69 Hernach ist er widder zu ruck gezogen/ vnd hat Babilon belagert/ die man dafur hielt/ das nicht möglich were/ das man sie mit gewalt erobern mocht/ 70 Aber Cyrus gewan sie also/ 71 Das wasser Euphrates fleusset durch Babilon etlich mal/ 72 Nu hat Cyrus das wasser abstechen lassen/ das es so klein geworden/ das man zu fus dadurch gehen mocht/ 73 dazu hat er seine kuntschafft gehabt/ wenn die Babilonier am sichersten vnd vngerüst gewesen/ 74 da hat er zu nacht sein zeug durchs wasser jnn die stadt bracht/ vnd also die stadt erobert.

4,4,75 Vnd ist hie zu sehen/ dieweil keine macht dem Cyro widderstand thun mage/ sondern so viel gewaltiger stedt vnd Königreich müssen sich vor jhm demütigen/ das es eitel Gottes werck sind/ der die hohen Monarchen einsetzet vnd schützet/ vnd das die regiment durch Göttliche hilff vnd macht/ widder den Teuffel jnn der welt angericht werden.

4,4,75 Vnd ist hie zu sehen/ dieweil keine macht dem Cyro widderstand thun mage/ sondern so viel gewaltiger stedt vnd Königreich müssen sich vor jhm demütigen/ das es eitel Gottes werck sind/ der die hohen Monarchen einsetzet vnd schützet/ vnd das die regiment durch Göttliche hilff vnd macht/ widder den Teuffel jnn der welt angericht werden.

4,4,76 Vnd wird diese Monarchi gerechnet nach eroberung Babylon/ welche die haubtstat der monarchi gewesen ist/ 77 vnd sind nu widder zu samen bracht der Chaldeer/ Assyrier/ Meden vnd Persen Königreich/ dazu das forder Asia/ vnd viel andere grosse lender so mit diesen grentzen/ welche Cyrus also wol vnd löblich regirt hat/ das kein regent jnn allen historien höher gepreiset ist denn dieser Cyrus. 78 Vnd den anfang dieser Monarchi nach eroberung der stat Babylon/ setze ich jnn das 70. jar nach dem als die Jüden gen Babylon gefuret sind/ vnd ist dieses das iar nach anfang der welt.
3443.
Vnd vor der geburt Christi.
511 iar 79 daran ist abzunemen/ das der Grecken historien/ so erst am Cyro anfahen nicht seer alt sind.

78 Vnd den anfang dieser Monarchi nach eroberung der stat Babylon/ setze ich jnn das 70. jar nach dem als die Jüden gen Babylon gefuret sind/ vnd ist dieses das iar nach anfang der welt.
3443.
Vnd vor der geburt Christi.
511 iar 79
daran ist abzunemen/ das der Grecken historien/ so erst am Cyro anfahen nicht seer alt sind.

4,4,80 Das sey gnug vom weltlichen regiment dieser zeit. 81 Nu vom geistlichen regiment/ ist zu wissen/ das nach dem Cyrus Babylon gewonnen/ hat er die Jüden ledig gelassen/ vnd sie widderümb jn jhr land eingesetzet/ vnd dahin ziehen lassen aus allen seinen Königreichen/ 82 Darin wir sehen/ das Gott seiner kirchen nicht wil vergessen/ vnd wie hart er sich der selben annimmet/ 83 Babylon hat müssen zu poden gehen/ damit die kirch ledig würde/ Dieweil jhn die Babylonier nicht gnade erzeigen wolten/ 84 Vnd sind die Obersten der Jüden so widderümb gen Jerusalem zogen sind/ gewesen Zorobabel des Königs Jeconie enkel/ vnd der Priester Jesus/ 85 vnd ist also der stam Dauid jm re= <039, richtig: 036> giment blieben/ vnd das Priesterthumb auch widderumb angericht/ 86 Wie es aber weiter gangen ist/ wil ich hernach sagen.

82 Darin wir sehen/ das Gott seiner kirchen nicht wil vergessen/ vnd wie hart er sich der selben annimmet/ 

4,4,86 Vnd hat Gott diesem Cyro solche hohe gnade erzeiget/ das er jhn durch Daniel auch hat zu rechtem glauben vnd Gottes dienst komen lassen/ laut seiner confession/ darin also stehet/ das jhm Gott hab alle Reich auff erden geben/ der auch beuolhen habe/ das er jhm den tempel zu Jerusalem widder pawen sol/ 87 Also ist rechter glaube dazumal nicht allein bey den Jüden/ sondern auch bey den Heiden jm königreich Cyri bekant gewesen. 88 Die Heiden loben auch Cyrum/ das er Gottförchtig gewesen sey/ vnd seine leut zu Gottes forcht gehalten/ 89 vnd spricht Xenophon/ er hab gesagt/ 90 Wie besser sey schiffen mit fromen leuten/ also sey glückseliger mit fromen leuten regiren vnd zu feld ziehen.

89 vnd spricht Xenophon/ er hab gesagt/

4,4,91 Ich solt hie sagen von Daniel/ der dazumal der höhist Prophet jnn der kirchen gewesen ist/ 92 aber ich kan sein lob nicht mit wenig worten ausrichten/ 93 denn er ist nicht allein jm geistlichen regiment die höhist person gewesen/ dauon er solche hohe prophecias gehabt hat/ das er die zeit der zukunfft Christi bestimmet hat/ sondern ist auch jm weltlichen regiment der furnemist Radt bey Cyro gewesen/ 94 vnd hat dauon treffenliche hohe prophetias gehabt/ von ordnung der künfftigen grossen königreich/ 95 welche alles findet man jnn seiner schrifft/ 96 darümb wil ichs hie fallen lassen.

95 welche alles findet man jnn seiner schrifft/ 96 darümb wil ichs hie fallen lassen.

4,4,97 Nach dem als Cyrus Babylon gewonnen hat/ sind jhm die grewlichen leut/ die Scythen jnn seine lender gefallen/ 98 da hat Cyrus seinem son Cambysi das königreich beuolhen/ vnd ist er an die Scythen gezogen/ hat erstlich die Scythen geschlagen/ vnd den iungen König der Scythen gefangen. 99 Hernach sagt Herodotus/ sey Cyrus von den selbigen wüsten leuten widderümb geschlagen worden/ vnd sey jnn dieser schlacht vmbkomen/ 100 vnd hab die Königin des Cyri haubt genomen/ hab es jnn blut gestossen/ vnd gesaget/ er habe wöllen blut sauffen/ da sol er gnug sauffen. 101 Diese that/ so es war ist/ ist mehr ein anzeigung der vnmenschlichen grausamkeit der Scythen/ denn das es Cyro vnehrlich sey/ der als ein heiliger vnd löblicher könig/ ehrliche vnd rechte krieg gefurt hat/ seine lender zu beschützen/ 102 denn ein König mus ein krieger sein/ 103 Doch sagt Herodotus da bey/ das andere anders vom tod Cyri reden. 104 Vnd Xenophon schreibet/ wie er auff dem bett gestorben sey/ vnd die son zuuor vermanet zu Gottes forcht/ vnd lieb vnd einigkeit vnter sich zu halten/ vnd mit vielen worten geredt/ das sie nicht wöllen gedencken/ das die seelen mit dem leib sterbe/ vnd vergehe/ sondern sollen wissen/ das die seel vnsterblich sey/ vnd die fromen nach diesem leben ruge haben bey Gott/ die bösen aber werden straff leiden/ 105 Vnd setzet dazu ein fein anzeigung aus der vernunfft/ das man sehe/ wie die vbeltheter grewlich schrecken des gewissens bey leben haben. 106 Daraus sey abzunemen/ das die seel ein sonderlich wesen habe/ 107 vnd dieweil solche schrecken von Gott komen/ zeigen sie an/ das Gott vnrecht straffen werde. 108 Das sey gnug von diesem heiligen könige Cyro.  <073, richtig: 037>

99 Hernach sagt Herodotus/ sey Cyrus von den selbigen wüsten leuten widderümb geschlagen worden/ vnd sey jnn dieser schlacht vmbkomen/

103 Doch sagt Herodotus da bey/ das andere anders vom tod Cyri reden. 104 Vnd Xenophon schreibet/ wie er auff dem bett gestorben sey/

105 Vnd setzet dazu ein fein anzeigung aus der vernunfft/ das man sehe/ wie die vbeltheter grewlich schrecken des gewissens bey leben haben.

 4,5 Wenn erstlich die philosophi
jnn Grecia gewesen sind.

4,5,1 DRoben hab ich gesagt
Poeten seyen erstlich die gelarten jnn Grecia gewesen/ 2 Hernach vmb Cyrus zeit sind andere gelarte gewesen/ die man hat Philosophos genennet/ 3 vnd sind zweierley zu einer zeit auffkomen/ Philosophi Jonici/ vnd Philosophi Jtalici/ 4 Jonici sind jnn Jonia gewesen/ 5 diese haben vleissig von der Physica vnd Astronomia disputirt/ 6 vnd ist der anfenger Thales/ welcher erstlich den Greken das jar jnn 365. tag geordnet hat/ 7 denn wiewol sie zuuor auch zwelff Monat gehabt/ haben sie doch der sonnen lauff/ allein nach des Mons lauff rechnen müssen/ 8 Auch hat Thales die erst Eclipsin jnn Grecia geweisaget/ vnd hat puncta equinoctiorum gesetzt/ welches ein recht kunst stück ist/ 9 Vnd dieses hat er von den Egyptijs gelernet/ bey welchen Gott diese kunst zuuor erhalten hat. 10 Dieser Thales hat auch gelart das des menschen seel vnsterblich sey/ 11 vnd ist dieser der recht anfenger der philosophi jnn Grecia.

4 Jonici sind jnn Jonia gewesen/ 5 diese haben vleissig von der Physica vnd Astronomia disputirt/ 6 vnd ist der anfenger Thales/ welcher erstlich den Greken das jar jnn 365. tag geordnet hat/ 7 denn wiewol sie zuuor auch zwelff Monat gehabt/ haben sie doch der sonnen lauff/ allein nach des Mons lauff rechnen müssen/ 8 Auch hat Thales die erst Eclipsin jnn Grecia geweisaget/ vnd hat puncta equinoctiorum gesetzt/ welches ein recht kunst stück ist/ 9 Vnd dieses hat er von den Egyptijs gelernet/ bey welchen Gott diese kunst zuuor erhalten hat. 

4,5,12 Die andern so Jtalici geheissen haben/ komen von Pythagora. 13 Denn Pythagoras hat auch vmb die zeit Cyri gelebet jnn Jtalia am eussersten ort/ das an Sicilia stösset/ vnd etwa Grekisch gewesen ist/ 14 vnd hat zu zeiten Pythagore zu Rom Seruius Tullius regirt. 15 Diese schul ist mit der Arithmetica/ Geometria/ vnd Musica vmbgangen/ nicht mit der Physica vnd Astronomia/ wie die andern/ 16 vnd hat Pythagoras ein Münch leben gefurt mit seinen schulern/ 17 vnd hat viel wunderlicher Ceremonias gemacht/ vnd seltzam ding von der seel gelart/ wie des menschen seel wandel aus bösen menschen jnn bestien/ zur straff/ 18 vnd haben jhr lahr heimlich vnter sich geübet/ also das verboten ist gewesen/ etwas dauon bei dem pöfel zu reden/ damit sie den pöfel mit jhr sonderlichen weis vnd lahr nicht zu vngehorsam/ odder zu verachtung gemeiner weis bewegten/ 19 doch ist diese sect nicht lang blieben. 20 Vnd dies sey gnug vom anfang der Philosophi/ damit man sehe wenn die kunst auffkomen vnd gestigen sind. 21 Hernach wil ich etlicher gedencken zu jhrer zeit/ die die Philosophi gebessert haben/ deren doch wenig sind/ 22 denn es sind seer wenig Philosophi gewesen/ die dieses ehrlichen namens wirdig sind/ 23 darümb ich jhr auch nicht viel nennen wil.

15 Diese schul ist mit der Arithmetica/ Geometria/ vnd Musica vmbgangen/ nicht mit der Physica vnd Astronomia/ wie die andern/

22 denn es sind seer wenig Philosophi gewesen/ die dieses ehrlichen namens wirdig sind/ 23 darümb ich jhr auch nicht viel nennen wil.

4,5,24 Vnd wie wol ich vmb kurtz willen/ hie viel auslas/ mus ich dennoch des Solon hie gedencken/ allein derhalben/ das von diesem man das Römisch recht/ so wir zum teil noch heut gebrauchen/ herkomet/ 25 denn Solon hat vmb diese zeit gelebet/ vnd ist mit Thales wol bekant gewesen. 26 Als aber zu Athen gros vneinigkeit daraus erstanden war/ das etlich jhre schuldner selb angrieffen vnd leibeigen machten/ hat die gantz Stat jnn den Solon gewilligt/ das er die selbig vnd ander vnordnung der Stat endern vnd bessern wolt/ welches Solon furgenomen/ vnd viel guter ordnung vnd gesetz gemacht/ die man noch hat/ 27 Vnd ist dis hie jnn sonderheit zu mercken/ das vor Solon auch gesetz <038> zu Athen geschrieben gewesen sind/ durch einen genant Draco/ welche allzu hart gewesen sind/ 28 denn diser Draco hat gesetzt alle mishandlung klein vnd gros mit dem schwert zu straffen/ 29 Darümb ein weiser man gesagt hat/ Draco habe seine gesetz mit blut geschrieben/ nicht mit dinten. 30 Solche harte vnd ernstliche regiment/ sind erstlich jnn der welt gewesen/ 31 Aber zu hart wert nicht/ 32 Derhalben hat Solon vnterschied vnd gradus gemacht/ etlich sachen mit dem schwert/ etlich anders zu straffen/ hat auch den Schos/ gewicht/ vnd die zeit des Jars geordnet/ 33 vnd wirt dieses gesetz jnn sonderheit gerhümet/ das ein jeder burger hat müssen alle Jar anzeigen der Oberkeit sein vermögen/ vnd handel/ wo von er sich enthalde/ 34 vnd wo ein müssiger befunden/ ist er veriagt worden.

4,5,24 Vnd wie wol ich vmb kurtz willen/ hie viel auslas/ mus ich dennoch des Solon hie gedencken/ allein derhalben/ das von diesem man das Römisch recht/ so wir zum teil noch heut gebrauchen/ herkomet/

4,6 Von Cambyse.

4,6,1 DJeser hat angefan=
gen zu regiren/ da sein Vater Cyrus widder die Scythen zoge/ hat das königreich Egyptum eingenomen. 2 Er ist aber seinem vater seer vngleich gewesen. 3 Da jhn ein Radt genant Prexaspes straffet/ vnd sagt jhm/ die Persen lobten jhn seer/ allein dieses misfiel jhn/ das er sich zum sauffen gewehnet. 4 Da fodert Cambyses seine Fürsten zusamen vnd fraget/ ob sie jhn zu taddeln wüsten/ 5 diese antworten alle jnn gemein/ das sie jhn nicht zu taddeln wüsten/ sondern hielten jhn höher/ denn Cyrum/ denn er hette zu dem Königreich Cyri Egyptum gewonnen. 6 Da gegen sprach Croesus/ dem Cyrus jnn sonderheit beuolhen hett/ acht zu haben auff Cambysen/ jhn zu warnen vnd zu vermanen zum besten/ 7 dieser redet also/ das Cambyses seinem vater Cyro noch nicht zu uergleichen were/ aus dieser vrsach/ denn er habe noch kein solchen son/ wie Cyrus Cambysen gelassen hette/ 8 Diese höfliche rede gefiel Cambysi.

4,6,9 Da er also radt gehalten/ dieweil jhn die Fürsten nicht gestrafft hatten/ foddert er Prexaspen vnd sagt/ damit er sehe das er bey sich selb sey/ wenn er schon gesoffen habe/ so sol jhm Prexaspes seinen iungen son stellen/ nach dem woll er zielen vnd schiessen/ wenn er wol truncken habe/ 10 treff er das hertz nicht/ so sol man billich fur ein seuffer halten/ 11 treff er jhm aber das hertz/ so möge man dabey abnemen das er bey vernunfft sey. 12 Dieses ist also geschehen/ 13 Cambyses da er wol gesoffen hat/ lies er den knaben stellen/ schos nach jhm/ vnd lies jhn darnach auffhawen zu besichtigen/ ob das hertz getroffen were/ 14 da mans also befand/ zeigt ers dem vater Prexaspi/ vnd sprach/ 15 Daraus möcht er abnemen/ das er nicht ein seuffer were. 16 Solche leut macht das sauffen/ wilde/ vihisch/ vnd tyrannisch/ wenn sie schon sonst wol geschickt sind/ als one zweiffel Cambyses zu aller geschicklicheit gezogen ist/ 17 Die wil er hie beweisen/ 18 vnd ist doch durch das sauffen also verderbet/ das/ ob er schon diese geschicklicheit behalten/ hat er doch andere viel höher tugent verloren/ vnd ist die vernunfft zerrüt nach dem bessern teil/ vnd sind die tugent weg die ein menschen zu zucht/ vnd ehren ziehen. 19 Solche exempel solt man den iungen gesellen/ so sich jnn das sauffen be= <039> geben/ furhalten/ 20 Denn wie dieses wesen ein end gehabt hat/ wirt bald volgen.

19 Solche exempel solt man den iungen gesellen/ so sich jnn das sauffen begeben/ furhalten/

4,6,21 Hernach lies er seinen bruder heimlich vmbbringen. 22 Auch hat er seine eigne Schwester zur Ehe genomen/ so doch die natur vor solcher Ehe ein schew hat. 23 Als aber sie beide einist zu tisch gesessen/ vnd Cambyses zu eim lust/ ein iungen lawen vnd ein freidigen iungen hund aneinander hetzet/ vnd da der law dem hund zu starck war/ risse sich noch ein iunger hund/ des andern bruder von seinen banden/ vnd loff zu/ diesem zu helffen/ vnd rissen also beide den lawen darnider/ da ward Cambyses seer frölich ob diesem spiel/ das die hund einander solch trew erzeigten/ 24 Aber die Königin fieng an bitterlich zu weinen/ 25 das verdrosse Cambysen/ vnd fraget warümb sie weinet/ 26 Antwort sie/ das sie die trew dieser hund erinnert het/ das jhrem getödten bruder solche trew vom andern bruder nicht widderfaren were/ 27 da erzürnet Cambyses seer vnd lies sie als bald weg reissen vnd vmbbringen.

4,6,28 Dieses wesen hat nicht lang bestehen mögen/ 29 denn Gott spricht/ 30 Die bluthund müssen nicht lang leben/ 31 darümb hat jhn Gott bald gestrafft/ 32 da er aus Egypto heim zihen wolt/ als er auff sitzet auff das pferd/ schos jhm sein eigen schwerd aus der scheiden/ vnd verwundet jhm sein seitten/ 33 dauon starb er. 34 Hie sihet man das Gott die Tyrannen nicht lang dulden wil/ 35 denn Cambyses hat nicht viel vber ein iar nach Cyri tod gelebet/ hat auch kein erben gelassen/ vnd ist also gantz verlosschen auff ein mal/ 36 vnd ist warlich zu iamern/ das das Reich so bald vom stam Cyri weg genomen ist/ 37 doch ist es dennoch jm geschlecht Cyri blieben/ 38 denn Darius nam die tochter Cyri/ 39 auch ist sonst Darius Cyro verwant gewesen.

4,7 Von straff eins vnrech=
ten Richters

4,7,1 ES ist aber kein Fürst
so vntüchtig/ er mus dennoch etlich gute werck thun/ 2 denn Gott ehret das ampt/ vnd schaffet das zu erhaltung des regiments etlich gute werck geschehen müssen. 3 Cambyses hat ein löblich tadt gethan/ dauon er gepreiset wirt jnn allen historien/ 4 Er hat ein haubtman forn jnn Asia genant Sisamnes/ 5 von dem hat er erfaren das er vnrecht gericht hatt vmb gelts willen/ 6 darümb lies Cambyses diesen vnrechten Richter tödten/ vnd jhm die haut abziehen/ vnd die selbige jnn den Richtstuel daselbest spannen/ wie sonst ein leder/ 7 vnd macht des entleibten son Otanen zum haubtman/ vnd setzet jhn auff den stuel mit diesem befelch/ das er bey dieser haut seines vaters straff gedencken/ vnd sich vor gleicher straff hüten solt. 8 Dis exempel hat Gott der Oberkeit furgestellet/ dabey zu bedencken/ das Gott jhr vnrecht auch straffen werde.
<040>

2 denn Gott ehret das ampt/ vnd schaffet das zu erhaltung des regiments etlich gute werck geschehen müssen. 

8 Dis exempel hat Gott der Oberkeit furgestellet/ dabey zu bedencken/ das Gott jhr vnrecht auch straffen werde.

4,8 Von Dario

4,8,1 DA Cambyses jnn
Egypto war/ vielen die Magi zu Susa von jhm ab/ vnd macht sich ein Magus durch list zu König/ 2 Es sind aber Magi genant worden/ der selbigen lender Priester vnd gelerten. 3 Nu eilet Cambyses heim die auffrürigen Magos zu straffen/ 4 Aber er blieb auff dem weg/ wie gesagt ist/ 5 Da aber Cambyses tod war/ namen sich der Persen Fürsten des Reichs an/ vnd erstachen die Magos. 6 Darnach kamen sie zusamen vnd hielten radt/ wie das Reich widderümb zu ordnen sein solt/ 7 vnd war dieser höhisten Fürsten sieben/ wie jm Deutschen Reich sieben Cürfursten/ on zweifel aus hohem bedencken geordnet sind/ als der höhist Radt dieses Reichs. 8 Da nu gedachte sieben Fürsten zusamen kamen/ zu radtschlagen/ was zu thun were/ sind dreyerley meinung jm radt disputirt worden.

2 Es sind aber Magi genant worden/ der selbigen lender Priester vnd gelerten. 

7 vnd war dieser höhisten Fürsten sieben/ wie jm Deutschen Reich sieben Cürfursten/ on zweifel aus hohem bedencken geordnet sind/ als der höhist Radt dieses Reichs.

4,8,9 Einer genant Otanes hat geradten/ man sol keinen König machen/ sondern die Fürsten vnd Stedt sollen ein bund miteinander machen/ das doch iglicher frey bleib/ 10 denn man hette befunden/ wenn ein einig man allein solch grosse macht hat/ das er leichtlich stoltz vnd tyrannisch würd/ vnd allen mutwillen furneme/ wie Cambyses gethan het.

4,8,11 Der ander Megabysus verwarff diese meinung/ vnd zeigt an das solche freyheit noch schedlicher were/ denn ein Tyrann/ 12 Denn Fürsten vnd Stedt/ so sie kein herrn haben würden/ würden sie auch viel böser sachen furnemen durch solche freyheit. 13 Dieses zu verhüten solte man nicht ein König machen/ sondern etlich Fürsten ordnen/ bey welchen stets die hoheit/ als Königlicher gewalt sein solt.

4,8,14 Der drit/ genant Darius facht beide meinung an/ vnd riedt/ man solt ein König welen/ 15 denn wiewol nicht on sey/ das dieses/ wie andere ding jnn der welt auch bey weil vbel geradten/ so were doch kein bestendiger vnd besser regiment/ denn ein Monarchi/ das ist/ so ein einig man der Oberst ist/ vnd das gantz regiment jnn seiner hand allein hat/ 16 Denn dieses sey offentlich wenn man diese dreierley/ wie sie erzelt gegenander halt/ vnd sie alle drey recht vnd woll geradten/ so sey doch Monarchia das schönest vnd best regiment/ denn sie ist Gottes regiment am ehnlichsten. 17 Auch so sey nicht wol zu hoffen das freye Fürsten/ odder so etlich Fürsten gewelet würden an Königs stat zu regiren/ lang eintrechtig sein würden jnn solchem grossen schweren regiment/ da so mancherley sachen furfallen/ deren sie sich nicht allezeit würden vergleichen können/ 18 Auch würde es nicht feylen/ es würde etwa einer odder mehr darnach trachten/ allein herr zu werden/ vnd die andern vnter sich zu bringen. 19 Diese vnd ander mehr vrsach erzelet Darius/ derhalben jhm die vberigen vier zufielen/ vnd beschlossen/ man solt ein König welen.

4,8,20 Vnd zwietracht jm Reich zuuerhüten/ haben sich diese Fürsten vereinigt/ Gott die wahl zubeuehlen/ also/ das sie/ die Fürsten morgens frw mit ein auff <041> ein platz reiten solten/ vnd welches pferd erstlich schreyen würde/ der solt König sein. 21 Da nu Darius heim kame/ sagt er dieses seinem höffmeister/ 22 der sagt dazu wisse er guten radt/ füret den abent des Darij hengst vnd ein merrhe auff den platz/ vnd füret sie lang da vmb/ vnd lies sie zusamen/ das/ so man morgen auff den platz komen würde/ der hengst da nach der merrhen schreyen solt. 23 Als nu morgens die Fürsten dahin zogen/ schrey Darius pferd erstlich/ 24 vnd damit man mercken möcht/ das Gottes will were/ das Darius König werden solt/ ist als bald ein blitz vnd donder/ one ein wetter am hellen himel mit des pferds schreyen komen/ 25 Da sind die andern Fürsten von pferden gefallen/ vnd haben Dario als eim König ehr erzeiget/ 26 Also ist Darius König jnn Persia nach Cyro vnd Cambyse worden/ vnd hat löblich regirt/ vnd die lender so abgefallen waren/ da Cyrus jnn Scythia vmbkam/ widder erobert. 27 Babylon war auch abgefallen/ 28 die hat er auch widder nach langer belegerung/ entlich also gewonnen. 29 Er hett ein Fürsten mit namen Zopyrus/ des Megabysi son/ der der sieben Fürsten einer gewesen ist/ 30 Dieser Zopyrus schneid jhm selbs oren vnd nasen abe/ vnd zeiget seinem König Dario an/ was er fur het/ 31 Macht sich gen Babylon vnd gabe fur der König hett jhn also schentlich zugericht/ derhalben das er geratten het/ man solt abziehen/ vnd stellet sich als were er des Königs feind worden/ vnd sucht schutz zu Babylon/ 32 Da namen jhn die zu Babylon gern an/ 33 Auch schlug er etlich hauffen des Darij/ 34 denn also het er die sach mit Dario angelegt/ das jhm die Babylonier besser vertrawen solten/ 35 vnd geschahe also/ denn die Babylonier vertraweten jhm/ machten zum haubtman/ 36 da lies er Darium ein/ 37 Also gewan Darius die stat Babylon/ nach dem er sie ein gantz iar vnd sechs Monat belegert hatt/ vnd hat diesem Zopyro sein trew ehrlich vergolten/ hat jhn allen Fürsten furgezogen/ 38 vnd hat auff ein zeit da man jhm ein granat apfel geben hat/ den apfel angesehen vnd gesagt/ Er wüste nicht bessers auff erden zu wünsschen/ denn so viel Zopyros/ als dieser apfel körner habe/ denn ein König habe kein höhern schatz/ denn trewe rädt.

4,9 Der krieg Darij jnn Grecia.

4,9,1 DJeweil der Persen
Reich mit den Macedonen vnd Grecken grentzet/ haben sie sich vmb diese lender auch angenomen/ 2 Aber Gott hat eim jeden Reich sein ziel gesatzt/ darüber es nicht komen kan/ 3 Also sind die Persen nie gewaltig jnn Macedonia odder Grecia worden. 4 Nu haben sich viel grosser hendel bey den Grecken dazumal begeben/ die ich nicht alle erzelen kan/ 5 ich wil etlich kürtzlich melden.

4,9,6 Die Persen sandten ein botschafft zu Amynta/ dem König jnn Macedonia/ er solt sich jhnen vnterthan machen/ 7 Der König Amyntas forcht sich vor der grossen macht der Persen/ vnd erzeigt sich demütiglich/ sagt zu sich vnter die Persen zu geben/ vnd hielt die legaten wol. 8 Nu begerten die legaten jnn eim banket/ man solt die edlen weiber auch zu jhn komen las= <042> sen/ 9 Amyntas durfft solchs nicht abschlagen/ lies die frawen foddern/ 10 Als aber die Persen nu bey truncken waren/ hielten sie sich vnzüchtig gegen den Edlen frawen/ 11 das verdros Amyntam vnd den iungen könig Alexandrum seer vbel/ 12 Darümb sagt Alexander zu seinem herrn vater/ er solt nu schlaffen gehn/ er wolte bey den gesten bleiben/ 13 Da aber Amyntas weg kame/ stellet sich Alexander frölich/ vnd lies sie mit den frawen schertzen. 14 Zu letzt bat er man solt einest auffstehen/ vnd die frawen ein wenig entweichen lassen/ sie solten bald widder komen/ 15 das liessen die Persen geschehen/ 16 Da bestellet Alexander bald/ das so viel iunger schöner gesellen sich jnn der frawen kleider verkleiden solten/ vnd messer zu sich nemen/ vnd wenn die Persen mit jhn schertzen würden/ solten sie die selbigen erstechen/ 17 Das geschach also/ vnd warden die Persen alle von diesen knaben erstochen/ vnd ward jhr vnzucht gestrafft/ 18 vnd ist dieser Alexander ein vorfarn des grossen Alexandri.

4,9,19 Hernach sind auch die Grecken forn jnn Asia die vnter Dario waren/ abgefallen/ vnd haben Sardis vberzogen/ vnd verbrent/ 20 da zu haben die von Athen geholffen/ 21 Denn ein treffenlicher Fürst genant Histieus schicket ein diener zu eim haubtman/ 22 vnd damit die sach heimlich were/ vnd nicht verradten würde/ schrieb er nicht brieff/ sondern lies einem knecht das har weg schneiden/ vnd truckt jhm auff das heubt diese meinung/ 23 Er solt vom König abfallen/ 24 vnd lies das har wider wachsen/ 25 Darnach sandt er den knecht zum selbigen heubtman mit diesem befehl/ 26 Er solt jhm das har abnemen/ vnd das heubt besehen/ 27 dis geschach also/ 28 derhalben fiel der Heubtman ab von Dario/ 29 Aber dieser anfenger der auffrhur ward erstochen vnd Histieus ward gehenckt/ 30 also name diese auffrur ein end.

4,9,30 Aus dieser vnd andern vrsachen schicket Darius ein grossen mechtigen zeug/ hundert tausent zu fues/ vnd zehen tausent pferd jn Greciam Athen zu vberziehen vnd zu straffen/ 31 diese lagerten sich auff zwo meil von Athen. 32 Wiewol nu etlich riedten/ man solt den feinden nicht entgegen ziehen/ sondern so sie die Stadt belegerten/ solt man die Stadt schützen/ 33 Aber Miltiades zeiget an/ das der pöfel kein belegerung leiden künt/ vnd so man eilend an die feinde zöge/ möcht man sie schlagen. 34 Diesem Miltiadi volget man/ 35 der ward heubtman/ 36 vnd zogen die von Athen zehen tausent starck an die feind/ 37 vnd hatten kein hilff von andern Stedten jnn dieser eil/ on von einer einigen Stadt/ Platea/ tausent man/ 38 Also schluge Miltiades mit wenig volcks/ die grosse/ mechtige/ vnd wolgerüste menig der Persen/ 39 vnd ist diese schlacht seer berhümet/ 40 denn das gantz Grecia war jnn grossem schrecken/ wie bey vns geschehen möcht/ so der Türck einfiel/ vnd ist jnn grosser eyl/ durch ein klein volck erret worden. 41 Hie ist aber zu mercken von diesem Miltiade/ wie der pöfel grossen leuten lohnet/ 42 Er hat hernach viel mehr guter thaten gethan/ vnd etlich Stedt vnd Jnsulen gewonnen/ vnd die macht der von Athen gemehret/ 43 Nu findet sich alle zeit neid wider grosse tugent vnd ehr/ 44 darümb practicierten etlich zu Athen widder Miltiaden/ bey dem pöfel/ das Miltiades jnn kercker gelegt ward/ so lang er der Stadt bezalet/ so viel als 30000. kronen/ 45 Nu vermocht er so viel nicht/ 46 Da er nu jm kercker kranck ward/ lies sich sein sone <043> Cymon einsetzen fur den vater/ 47 vnd da der vater starbe/ vnd der son noch jm kercker lag/ nam ein reicher burger die tochter Miltiadis/ 48 der bezalet das gelt vnd macht den Cymon ledig.

4,10 Von Xerxe.

4,10,1 DArius der König hat
zween sön gehabt/ den eltern geborn/ ehe er König worden ist/ Den andern genant Xerxes/ geboren nach dem er König geworden/ des mutter ist gewesen Atossa die tochter Cyri. 2 Dieweil nu Xerxes von der tochter Cyri geborn war/ ist er König geworden/ damit das Reich bey den nachkomen Cyri bliebe/ 3 Solchs hat der elter bruder aus sonderlicher tugent gewilligt/ vnd sich nicht mit gewalt dagegen setzen wöllen.

4,10,4 Nach dem aber die Persen jnn Grecia geschlagen waren/ hatt Darius fur widerümb ein gewaltigen zug jnn Greciam zu thun/ 5 Aber dieweil er sich rüstet/ starb er/ 6 Darümb nam Xerxes bald jm anfang seines regiments diese sache fur vnd zog mit grosser macht jnn Greciam/ 7 Denn man schreibet von keinem grössern zeug der je zusamen komen sey/ denn dieser zeug Xerxis/ 8 Justinus sagt es seyen aus den Königreichen Xerxis siebenmal hundert tausent gewesen/ vnd frembde bundgenossen drey mal hundert tausent. 9 Wiewol aber solche zal nicht glewblich scheinet/ so zeigen doch die historien an/ vnd so viel schlachten die bald nach einander geschehen sind/ das Xerxes seer ein gros volck mus gefüret haben/ 10 Auch sihet man zu vnsern zeiten an des Türcken rüstung/ wie die selbigen Orientischen völcker mit grossen hauffen/ vnd leichter rüstung ziehen. 11 So meldet auch Daniel/ das ein König aus Persia widder Greciam ein seer grosse macht füren werde. 12 Da Xerxes solchen zeug zusamen gebracht/ vnd beysamen gesehen/ schreibt man/ da sind jhm die augen vber gangen/ vnd sol kleglich angefangen haben zu sagen/ 13 Ach wie ein iamerlich ding ist des menschen leben/ 14 Hie stehen so viel hundert tausent man/ deren vber hundert iar keiner mehr leben wird.

8 Justinus sagt es seyen aus den Königreichen Xerxis siebenmal hundert tausent gewesen/ vnd frembde bundgenossen drey mal hundert tausent.

10 Auch sihet man zu vnsern zeiten an des Türcken rüstung/ wie die selbigen Orientischen völcker mit grossen hauffen/ vnd leichter rüstung ziehen. 11 So meldet auch Daniel/ das ein König aus Persia widder Greciam ein seer grosse macht füren werde. 

4,10,15 Man schreibt auch hiebey/ wie Xerxes da er ein bruck vber das enge Meer hatt machen wöllen/ vnd das Meer vngestüm worden/ hab ers steupen lassen. 16 Jtem/ das er jm anzug etlich fliessende wasser jm trencken/ austrocknet habe.

4,10,17 Auch sind zeichen geschehen den Xerxen zu vermanen seines vnglücks/ auff das er von seinem furnemen abstehen solt/ 18 denn ein pferd jm zeug hat ein hasen geporn/ 19 dadurch angezeigt ward/ das jhre pferd fliehen würden. 20 Jtem/ Es ist ein Comet erschienen den man nennet Ceratias/ darümb das er sich krümmet wie ein horn. 21 Es war auch ein Eclipsis der Sonnen. 22 Solche zeichen gehen one schaden nicht ab/ wie alle historien bezeugen/ denn es volget allezeit vnglück/ 23 Darümb sind dises zeichen/ dadurch Gott seinen zorn drawet/ 24 vnd sollen nicht veracht werden/ sonder vns zu Gotts forcht reitzen/ 25 denn hie wird man sehen/ welche verenderung aller stende vnd regiment nach diesen zeichen geuolget sind.  <044>

4,10,17 Auch sind zeichen geschehen den Xerxen zu vermanen seines vnglücks/ auff das er von seinem furnemen abstehen solt/ 18 denn ein pferd jm zeug hat ein hasen geporn/ 19 dadurch angezeigt ward/ das jhre pferd fliehen würden. 20 Jtem/ Es ist ein Comet erschienen den man nennet Ceratias/ darümb das er sich krümmet wie ein horn. 21 Es war auch ein Eclipsis der Sonnen. 22 Solche zeichen gehen one schaden nicht ab/ wie alle historien bezeugen/ denn es volget allezeit vnglück/ 23 Darümb sind dises zeichen/ dadurch Gott seinen zorn drawet/ 24 vnd sollen nicht veracht werden/ sonder vns zu Gotts forcht reitzen/

4,10,26 Nu wolt erstlich Xerxes die Grecken zu land angreiffen/ 27 Es ist aber Grecia ein beschlossen land/ das man nicht darein komen kan/ denn zu wasser/ odder durch ein eng gebirg/ 28 derhalben etlich tausent verordnet sind an das gebirg die Clausen zu bewaren/ 29 Da die Persen durch wolten/ flohe der grösser teil Grecken/ dahin verordnet/ 30 Allein 400. Lacedemonij blieben/ vnd hielten sich als frome redliche leut/ 31 Vnd wiewol sie viel zu schwach waren solche grosse menig auffzuhalten/ haben sie sich dennoch geweret/ vnd bey 20. tausent Persen erschlagen/ 32 Denn sie hetten ein vorteil jnn dem engen weg/ das kein grosser zeug darein komen/ vnd sie vmbgeben mocht/ 33 vnd sind da zween brüder Xerxis vmbkomen/ 34 Aber die 400. Lacedemonier sind auch tod blieben mit jhrem könig Leonida/ 35 vnd wird diese ritterliche tadt seer gelobet/ das ein solcher kleiner hauff sich hat weren dürffen widder so große macht/ 36 Vnd wiewol sie nicht gesiget haben/ haben sie doch den feinden ein grossen schaden gethan/ vnd sie auch feyger gemacht.

4,10,37 Da nu dieser passz <sic!> jnn Greciam verlorn war/ ist gantz Grecia seer erschrocken/ vnd haben sich etlich Stedt an Xerxen ergeben am ort des landes. 38 Es war auch ein man zu Athen mit namen Cyrsilus/ oder wie jhn Herodotus nennet Lycidas/ der riedt/ Athen solt sich auch an Xerxen ergeben/ denn sie möchten sich doch widder solchen gewalt nicht auffhalten/ 39 Aber Themistocles riedt dagegen/ man solt sich weren/ vnd zeigt vrsach an/ das alle zucht/ recht vnd erbarkeit vntergehen würde/ so die Persen herrn würden jnn Grecia/ 39 sie würden allen jhren mutwillen an jhren weib vnd kindern vben/ wie sie denn bey etlichen so sich an die Persen ergeben hatten/ bereit gethan hatten/ vnd vnseglich schand getrieben/ 40 Derhalben viel besser were/ sterben denn solche herrn williglich annemen.

38 Es war auch ein man zu Athen mit namen Cyrsilus/ oder wie jhn Herodotus nennet Lycidas/ der riedt/ Athen solt sich auch an Xerxen ergeben/ denn sie möchten sich doch widder solchen gewalt nicht auffhalten/

4,10,41 Darauff warde beschlossen/ das man sich getrost weren solt/ 42 vnd warden die von Athen also vber Cyrsilum erzürnet/ das sie jhn von wegen seines vnehrlichen radts steinigten/ 43 Dazu steinigten die weiber des Cyrsili weib/ das er ein solchen radt geben hett/ der jhnen vnd jhren kindern so man volget zu schanden gereicht hett/ 44 Vnd ist diese grosse tugent hoch zu loben/ vnd das exempel zu mercken/ das sie alle lieber haben wöllen sterben/ denn sich an ein frembde natio ergeben/ zu zerrüttung jhres regiments/ vnd aller policey vnd erbarkeit.

44 Vnd ist diese grosse tugent hoch zu loben/ vnd das exempel zu mercken/ das sie alle lieber haben wöllen sterben/ denn sich an ein frembde natio ergeben/ zu zerrüttung jhres regiments/ vnd aller policey vnd erbarkeit.

4,10,45 Es hatt aber Apollo geweissaget/ die von Athen solten siege haben jnn hültzern mauren/ 46 Dieses legt Themistocles also aus/ das man sich zu schiff rüsten solt/ dazu weib vnd kind jnn schiff schicken vnd die stadt oed stehen lassen/ 47 denn widder solchen gewalt möcht man die Stadt nicht lang auffhalten/ 48 so weren die Persen nicht wol geschickt zu wasser. 49 Diesem anschlag haben geuolget Athen/ Sparta/ vnd Corinthus/ vnd jhr macht zu schiff zu samen gebracht an ein eng ort bey der Jnsel Salamin/ 50 da haben sie sich gehalten/ vnd der Persen gewart/ 51 denn Xerxes hatt viel schiff/ 52 darümb hielten sich die Grecken an engen orten/ da man sie nicht mit viel schiffen vmbgeben kont.

4,10,53 Da Xerxes hört das man sich zu schiff widder jhn gerüst hatt/ vnd merckt das er jnn grosser fahr ste= <045> hen würde/ solten die Grecken frey auff dem Meer sein/ vnd jns land fallen/ nach jhr gelegenheit/ ward jhm geradten/ er solt die Grecken auch auff dem wasser angreiffen/ 54 Das geschach/ 55 da sigten die Grecken/ vnd schlugen dem Xerxi ein gros volck abe/ vnd verseufften jhm seer viel schiff/ 56 Durch diesen sieg ward Grecia widderümb getröst/ vnd verzaget Xerxes/ 57 Er was auch nicht jnn der schlacht gewesen/ sondern hatt da bey gehalten am vfer vnd zugesehen/ 58 vnd haben alle Grecken den preis dem Themistocli geben/ das er durch sein anschlege diesen sieg erhalten/ vnd gantz Grecia erret habe.

4,10,59 Dieser Themistocles hat viel wunderlicher practiken diesen gantzen krieg gemacht/ vnd nach dieser schlacht/ 60 da er mercket das Xerxes erschrocken war/ vnd bedacht/ man möcht jhn leichtlich bewegen jn diesem ersten schrecken/ aus Grecia weg zu fliehen/ lies er jhm anzeigen als meinet er jhn trewlich/ vnd wolt gnad bey jhm verdienen/ Die Grecken hetten fur/ die bruck so er vber Meer gemacht hat/ abzuwerffen/ damit er nicht entrinnen möcht/ 61 Darümb solt er eilent sich dauon machen/ ehe er jnn grösser fahr kem/ 62 Da Xerxes das hört/ wolt er lenger nicht harren/ 63 vnd da er an die bruck kam/ war die bruck vom wetter zerrissen/ 64 da eylet er vnd fuhr vber jnn einem kleinen schiff/ dazu jnn vngewitter/ das er schier ersoffen war. 65 Also keret Gott das spiel vmb/ vnd strafft hoffart vnd leret die grossen herrn/ nicht auff eigene macht zuuertrawen/ sondern jnn Gotts forcht vnd vertrawen zu Gott/ jhre sach furzunemen. 66 Dieses spötlich end hat der schrecklich zug gehabt/ nach dem als Xerxes mit solcher grosser macht jnn Greciam gezogen war/ wie zu diesen zeiten der Türck von Wien mit spot abziehen vnd widder zu rück fliehen must/ der doch jnn die zwey mal hundert tausent man jnn Deudschland gefurt hatt.

65 Also keret Gott das spiel vmb/ vnd strafft hoffart vnd leret die grossen herrn/ nicht auff eigene macht zuuertrawen/ sondern jnn Gotts forcht vnd vertrawen zu Gott/ jhre sach furzunemen. 

66 Dieses spötlich end hat der schrecklich zug gehabt/ nach dem als Xerxes mit solcher grosser macht jnn Greciam gezogen war/ wie zu diesen zeiten der Türck von Wien mit spot abziehen vnd widder zu rück fliehen must/ der doch jnn die zwey mal hundert tausent man jnn Deudschland gefurt hatt.

4,10,67 Doch hat Xerxes sein haubtman Mardonium mit dreymal hundert tausent man jnn Grecia gelassen/ 68 vnd das ist aus dieser vrsach geschehen/ 69 Mardonius hatt sonderlich den König getrieben jnn Greciam zu ziehen/ widder der andern Rädt meinung/ vnd hett den König hoch vertröst/ 70 Derhalben forcht er sich/ so er heim zöge/ der König würde jhn straffen vnd tödten lassen/ dieweil die sach nicht geratten ware/ 71 Darümb begert er/ der König solt jhn mit diesem zeug da lassen/ er hoffet noch die Grecken müde zu machen/ 72 Also lies jhn Xerxes sein glück versuchen.

4,10,73 Vnd erstlich sucht Mardonius freuntlich durch hendler/ die Grecken solten sich ergeben/ so wolt er ein leidlichen frieden mit jhn auffrichten/ 74 Aber die Grecken waren nu mütiger worden/ wolten die Persen gantz nicht zu herrn haben/ vnd zeigten jhm an/ er müsst sich jhr erweren.

4,10,75 Da plündert Mardonius Athen vnd verbrant es/ vnd zoge fort gegen Thebe/ denn Thebani waren zu den Persen gefallen/ 76 Da rüsten sich die Lacedemonier vnd die von Athen widderümb starck zu land/ vnd brachten bey hundert tausent man zusamen/ vnd thetten etlich kleine schlachten/ bis zu letzt Mardonio an profand feylet/ das er must ein end machen. 77 Es war aber bey den Persen der König aus Macedonia. Alexander/ von welchem ich droben gesagt habe/ der <046> verwarnet den abent die Grecken/ das sie sich rüsten morgen zum angriff/ denn Mardonius hett beschlossen/ mit aller macht zu schlagen. 78 Dieses geschach also vnd warden die Persen geschlagen/ 79 Auch blieb Mardonius tod/ wie jhm denn die andern Rädt Xerxis da man erstlich den krieg beratschlaget/ geweissaget hatten/ das jhm also gehen würde. 80 Dis ist das ende/ dieses grossen kriegs/ 81 vnd sind nach diesem krieg/ die Stedt jnn Grecia mechtig worden an land vnd leuten/ haben viel Jnseln den Persen genomen/ 82 Vnd die weil die Grecken nu mechtig worden/ sind sie auch stoltz vnd vnruwig worden/ haben treffelich grosse krieg vnter sich selb gehabt/ vnd sich selb iamerlich also verderbet/ das sie sich hernach an frembde herschafft haben ergeben müssen/ vnd haben alle jhre löbliche regiment vnd zucht verloren/ 83 dauon wil ich ein wenig hernach sagen.

4,10,84 Hie ist auch nützlich zu mercken von Themistocle/ 85 diesen einigen man hat man dafur gehalten/ das durch sein weisheit vnd künheit das gantz Grecia erhalten sey/ 86 darumb wird er hoch gepreiset vber alle Fürsten vnd treffenliche menner/ so Grecia je gehabt hat/ 87 Aber seine eigen burger haben jhm zu letzt vbel gedanckt/ haben jhn veriaget. 88 Dabey sollen wir lernen/ nicht allein das der pöfel hohe tugent neidet/ sondern das es des teuffels spiel ist/ der solche Gottes gaben hasset/ 89 vnd sollen sich hohe leut nür zu gedult schicken/ denn sie müssen jnn dieser welt geplaget werden/ vnd allen vndanck erfaren. 90 Dieser Themistocles ist hernach zu Artaxerxe geflohen/ 91 der hat jhn wert gehalden/ als seiner höhisten Fürsten vnd Rädt einen/ vnd gesagt/ 92 Er wisse seinen feinden nicht ergers zu wünschen/ denn das sie so töricht werden/ das sie solche weise leut von sich iagen.

88 Dabey sollen wir lernen/ nicht allein das der pöfel hohe tugent neidet/ sondern das es des teuffels spiel ist/ der solche Gottes gaben hasset/ 89 vnd sollen sich hohe leut nür zu gedult schicken/ denn sie müssen jnn dieser welt geplaget werden/ vnd allen vndanck erfaren. 

4,11 Von Artaxerxe longimano.

4,11,1 NAch Xerxe hat regirt
sein son Artaxerxes/ des rechte hand ist lenger gewesen den die linck/ daher heisset er Longimanus. 2 Dieser König wird seer gelobet/ das er ein weiser/ gütiger herr gewesen sey/ vnd hat frieden gehalten/ 3 darumb lasse ich hie seine historien fallen/ vnd kom auff der Jüden hendel/ das wir nu widderumb sehen/ wie es jm geistlichen regiment gestanden sey.

4,12 Von Zorobabel dem Für=
sten Juda.

4,12,1 ICh habe droben an=
zeiget/ das die Bibel nennet ein Persen könig Assuerum/ 2 dieser ist gewesen Darius Hystaspis/ 3 vnd ich halt das dieser Darius sey Assuerus der die Hester gehabt hat. 4 Es nennet auch Herodotus eine Artistona/ die Darius gehabt hat zu der königin Atossa/ vnd spricht/ Darius habe die selbige Artistona seer lieb gehabt/ 5 Diese Artistona scheinet als sey es Hester.
<047>

4 Es nennet auch Herodotus eine Artistona/ die Darius gehabt hat zu der königin Atossa/ vnd spricht/ Darius habe die selbige Artistona seer lieb gehabt/

4,12,6 Philo schreibet auch/ das sich die historia Judith/ zu zeiten dieses Darij begeben hab/ vnd das der Arpaxat/ dauon jnn Judith stehet/ der Assyrier haubt man gewesen sey/ da sie abgefallen sind von Cyro/ nach dem vnfal der Cyro jnn Scythia widerfaren ist. 7 Diese meinung Philonis straff ich nicht/ 8 Aber mich bedünckt die historia Judith sey geschehen zuuor ehe Juda jnn Babylon gefurt ist/ vnd vor der Persen Monarchi. 9 Denn Arbaces der Meden könig ist vor der Persen Monarchi gewesen. 10 So ist auch Niniue zerstöret gewesen zur zeit der Persen Monarchi/ vnd haben beide/ die Meden vnd Niniue nicht eigne König gehabt/ da die Persen die Monarchi erobert haben/ 11 doch las ich eim ieden hie seine meinung gefallen.

4,12,6 Philo schreibet auch/ das sich die historia Judith/ zu zeiten dieses Darij begeben hab/ vnd das der Arpaxat/ dauon jnn Judith stehet/ der Assyrier haubt man gewesen sey/ da sie abgefallen sind von Cyro/ nach dem vnfal der Cyro jnn Scythia widerfaren ist. 7 Diese meinung Philonis straff ich nicht/ 8 Aber mich bedünckt die historia Judith sey geschehen zuuor ehe Juda jnn Babylon gefurt ist/ vnd vor der Persen Monarchi. 9 Denn Arbaces der Meden könig ist vor der Persen Monarchi gewesen. 10 So ist auch Niniue zerstöret gewesen zur zeit der Persen Monarchi/ vnd haben beide/ die Meden vnd Niniue nicht eigne König gehabt/ da die Persen die Monarchi erobert haben/ 11 doch las ich eim ieden hie seine meinung gefallen.

4,12,12 Nach Dario Hystaspis setzt Philo Longimanum/ vnd wird Xerxes ausgelassen/ on zweifel aus dieser vrsach/ wie droben gesagt/ das Xerxes weggezogen ist jnn Greciam/ dieweil hat jnn Orient dieser Longimanus regirt/ 13 Vnd dieser Longimanus ist der Darius/ der den Jüden widderümb erlaubet hat den tempel zu bawen.

4,12,12 Nach Dario Hystaspis setzt Philo Longimanum/ vnd wird Xerxes ausgelassen/ on zweifel aus dieser vrsach/ wie droben gesagt/ das Xerxes weggezogen ist jnn Greciam/ dieweil hat jnn Orient dieser Longimanus regirt/

4,12,14 Denn nach dem als Cyrus den Jüden erlaubet hatt widderümb gen Jerusalem zu ziehen/ das sie jhr land einnemen/ vnd darum jhr regiment vnd Gottes dienst anrichten solten/ setzten sich die nachbawren dagegen/ vnd practicirten nach absterben Cyri/ das der baw lange zeit verhindert ward/ bis auff das ander jar dieses Artaxerxis Longimani/ welchen Philo nennet Darium Longimanum/ 15 Dieser lies jm andern jar seiner herschung ein Edict ausgehen/ das man solt Jerusalem vnd den tempel bawen. 16 Also ist Juda widerümb geschützet worden/ vnd hat sein regiment vnd Gotts dienst widderümb angericht/ den Tempel vnd die Stedt gebawet/ 17 Vnd wiewol Juda furhin nicht König gehabt hat/ so hat es doch Fürsten aus dem stam Dauid gehabt/ so lang bis die Machabei/ zum regiment komen sind/ 18 vnd hat erstlich regirt Zorobabel/ von welches nachkomen wil ich hernach sagen/ wie es jhnen gangen/ vnd wie zu letzt der Stam Dauid vom regiment gestossen ist/ wie denn die Propheceien geweissaget haben/ das Christus muste von Dauids Stam geporn werden/ 19 Aber der Stam Dauid würde zuuor vom Reich gestossen sein.

4,12,14 Denn nach dem als Cyrus den Jüden erlaubet hatt widderümb gen Jerusalem zu ziehen/ das sie jhr land einnemen/ vnd darum jhr regiment vnd Gottes dienst anrichten solten/ setzten sich die nachbawren dagegen/ vnd practicirten nach absterben Cyri/ das der baw lange zeit verhindert ward/ bis auff das ander jar dieses Artaxerxis Longimani/ welchen Philo nennet Darium Longimanum/

4,13 Rechnung der LXX. woch=
en Danielis.

4,13,1 VNd von dieses Lon=
gimani andern iar sol verstanden werden der prophet Daniel/ da jhm der Engel die zeit der zukunfft Christi bestimmet/ nemlich/ das nach ausgang der rede/ darin beuolhen wird/ das Jerusalem widder gebawet werde/ sollen noch 69. wochen sein auff die zeit der herschung Christi. 2 Dis ist das ander iar Longimani/ 3 denn da hat Gott seine Propheten Zachariam vnd Aggeum gesand/ das sie das volck gewis trösten solten/ das nu furthin Jerusalem solt gebawet werden on verhinderung. 4 Von dieser rede/ das ist/ von Gottes offenba=
<048> rung/ sol man die wort des Engels verstehen/ 5 Denn dazumal ist dem volck gewis zugesagt/ das nu der baw solt fort gehen.

4,13,1 VNd von dieses Lon gimani andern iar sol verstanden werden der prophet Daniel/ da jhm der Engel die zeit der zukunfft Christi bestimmet/ nemlich/ das nach ausgang der rede/ darin beuolhen wird/ das Jerusalem widder gebawet werde/ sollen noch 69. wochen sein auff die zeit der herschung Christi.

4,13,6 Dazu hat Longimanus jm selbigen iar ein Edict ausgehen lassen/ das die Jüden nicht solten verhindert werden an jhrem baw.

4,13,7 Vnd von wegen dieser verhinderung stehet Johannis 2. das man habe 46. iar am tempel gebawet/ 8 Denn so viel iar sind von dem andern iar Cyri bis auff das 6. iar Longimani/ darinn der tempel volendet warde.

4,13,7 Vnd von wegen dieser verhinderung stehet Johannis 2. das man habe 46. iar am tempel gebawet/ 

4,13,9 Nu sol man iar wochen rechen/ das ein jede woche 7. iar habe/ 10 das ist leicht zu beweisen/ 11 Darümb machen diese 70. iar wochen 490. iar. 12 Es spricht aber Daniel/ Christus werde nach 69. wochen getödtet werden/ das ist/ ehe die letzt woche aus ist/ werde Christus ein halbe woch predigen/ vnd denn getödtet werden/ 13 das ist ia eigentlich die zeit bestimmet.

4,13,9 Nu sol man iar wochen rechen/ das ein jede woche 7. iar habe/ 10 das ist leicht zu beweisen/ 11 Darümb machen diese 70. iar wochen 490. iar. 12 Es spricht aber Daniel/ Christus werde nach 69. wochen getödtet werden/ das ist/ ehe die letzt woche aus ist/ werde Christus ein halbe woch predigen/ vnd denn getödtet werden/ 13 das ist ia eigentlich die zeit bestimmet.

4,13,14 Nu sind von anfang Alexandri bis auff die gepurt Christi 320. iar. 15 Also hab ichs jnn diesem buch allenthalb gerechnet/ vnd volge hierin Philoni. 
16 Von der geburt Christi bis auff seine Tauff sind 30. iar. 17 Macht zusamen vom anfang Alexandri auff die tauff Christi 350. iar.

4,13,14 Nu sind von anfang Alexandri bis auff die gepurt Christi 320. iar. 15 Also hab ichs jnn diesem buch allenthalb gerechnet/ vnd volge hierin Philoni
16 Von der geburt Christi bis auff seine Tauff sind 30. iar. 17 Macht zusamen vom anfang Alexandri auff die tauff Christi 350. iar.

4,13,18 Dazu thue die zeit vom letzten Dario an bis auff das ander iar Longimani/ 19 das sind nach der Grecken rechnung 132. iar. 20 Vnd mit dieser rechnung trifft Metasthenes auch zu/ so mans recht ansihet/ denn das buch ist corrumpirt/ 21 Vnd die iar so Artaxerxes Mnemon hat jn Metasthene/ gehoren dem Longimano. 22 Auch hat er Xerxen vnd Longimanum zusamen gefasset/ wie ich droben gesagt habe. 23 Vnd dieweil die Grecken Xerxen vnd Longimanum vnterscheiden/ ist recht/ das man hie der Grecken rechnung volget.

4,13,18 Dazu thue die zeit vom letzten Dario an bis auff das ander iar Longimani/ 19 das sind nach der Grecken rechnung 132. iar. 20 Vnd mit dieser rechnung trifft Metasthenes auch zu/ so mans recht ansihet/ denn das buch ist corrumpirt/ 21 Vnd die iar so Artaxerxes Mnemon hat jn Metasthene/ gehoren dem Longimano. 

4,13,24 Summir dieses zusamen/ so macht es alles vom andern iar Longimani bis auff die tauff Christi 482. iar. 25 Dis sind eben 69. iarwochen/ 26 vnd jnn der volgenden halben wochen predigt Christus/ vnd wird getödtet/ 27 Denn Christus ist jm vierden iar nach seiner Tauff getödtet worden. 28 So man nu diese volgende woch zu den 69. wochen thut/ macht alles 70. wochen.

4,13,24 Summir dieses zusamen/ so macht es alles vom andern iar Longimani bis auff die tauff Christi 482. iar. 25 Dis sind eben 69. iarwochen/ 26 vnd jnn der volgenden halben wochen predigt Christus/ vnd wird getödtet/ 27 Denn Christus ist jm vierden iar nach seiner Tauff getödtet worden. 28 So man nu diese volgende woch zu den 69. wochen thut/ macht alles 70. wochen.

4,13,29 Diese rechnung ist am richtigisten. 30 Jch hab auch wol ander rechnung/ 31 Aber man rechne diese zeit/ wie man wöll/ 32 wenn man bey den historien bleibet/ so findet man nicht grosse vngleicheit/ 33 vnd ist hie zu sehen/ wie nützlich vnd not den Christen ist/ historien zu wissen/ die Propheten zuuerstehen/ vnd zu sterckung jhres glaubens. 34 Wer aber die zeit gantz gewis rechnen wolt/ der müste zu rück suchen die Eclipses jnn Ptolemeo/ vnd daraus alle iar nach einander eigentlich rechnen/ 35 Dieses ist aber nicht eines einigen mans arbeit. 36 Vnd solten die Bischoue auff solche sachen etwas wenden/ das man diese schöne Prophecey gantz klar jnn der Christenheit hette/ 37 Doch ist dieses eim ieden Christen ein seer grosse confirmatio/ das man findet/ das gewislich die zeit lang fur vber ist/ darinn Christus hat sollen predigen vnd leiden/ vnd das klar ist/ das die Jüden irren/ die da streitten/ Christus sey noch nicht geporn odder erschienen. 38 Auch sihet man klar/ das Christus fast vmb die zeit erschienen ist/ die <049> Daniel bestimmet hatt/ ob man gleich die rechnung nicht so eigentlich finden möcht/ das alle minuten zu treffen/ 39 vnd dieses ist eim verstendigen Christen genug/ 40 Doch halt ich/ diese rechnung itzund gesetzt/ sey nicht fern aus dem weg.

4,13,29 Diese rechnung ist am richtigisten. 30 Jch hab auch wol ander rechnung/ 31 Aber man rechne diese zeit/ wie man wöll/ 32 wenn man bey den historien bleibet/ so findet man nicht grosse vngleicheit/ 33 vnd ist hie zu sehen/ wie nützlich vnd not den Christen ist/ historien zu wissen/ die Propheten zuuerstehen/ vnd zu sterckung jhres glaubens. 34 Wer aber die zeit gantz gewis rechnen wolt/ der müste zu rück suchen die Eclipses jnn Ptolemeo/ vnd daraus alle iar nach einander eigentlich rechnen/ 35 Dieses ist aber nicht eines einigen mans arbeit. 

38 Auch sihet man klar/ das Christus fast vmb die zeit erschienen ist/ die Daniel bestimmet hatt/ ob man gleich die rechnung nicht so eigentlich finden möcht/ das alle minuten zu treffen/ 39 vnd dieses ist eim verstendigen Christen genug/ 40 Doch halt ich/ diese rechnung itzund gesetzt/ sey nicht fern aus dem weg.

4,13,40 Vom andern iar Longimani auff den anfang Alexandri 132.

Vom anfang Alexandri auff die Tauff Christi.  350.

Summa 482. iar.

41 Adde 8. iar/ macht 490. iar. 42 Dis sind 70. iar wochen.

4,13,40 Vom andern iar Longimani auff den anfang Alexandri 132.

Vom anfang Alexandri auff die Tauff Christi.  350.

Summa 482. iar.

41 Adde 8. iar/ macht 490. iar. 42 Dis sind 70. iar wochen.

4,13,43 Ein zeitlang nach gedachtem Edict hat Artaxerxes dem Priester Esdre auch erlaubet von Hofe gen Jerusalem zu ziehen/ 44 des gedenckt man billich jnn Historien/ 45 derhalben das er die bücher der heiligen schrifft/ so zerstrawet waren/ widerümb zusamen gebracht/ vnd ordinirt hatt/ welchs ein recht löblich vnd Bischoflich werck ist/ 46 denn on die heilig schrifft kan man warhafftige Religion vnd Gottes dienst nicht erhalten.

4,13,47 Zu zeiten dieses Artaxerxis Longimani hat der gros krieg der Grecken vnter sich/ den man heist/ Bellum Peloponnesiacum/ darinn entlich Athen zerstöret ward/ angefangen/ 48 Dieweil aber der selbig krieg nu furter schier bis zu end der Persen Monarchi geweret hat/ wil ich vor kürtzlich die vberigen Persen König nacheinander setzen.

4,14 Von Dario Notho.

4,14,1 DArius Nothus hat
regirt nach Longimano/ vnd ist nit Longimani son gewesen/ sondern hat desselbigen Schwester gehabt. 2 Dieser hat zween söne gelassen/ Artaxerxem/ den man nennet Mnemon vnd Cyrum den iüngern/ 3 Artaxerxes ward nach dem vater König/ vnd Cyrus solt ein mechtiger Fürst bleiben jnn Jonia.

4,15 Von Artaxerxe Mnemone.

4,15,1 NAch Darij tod/ vn=
terstund sich Cyrus könig zu werden/ denn jhm war ein gros mechtig Fürstenthumb eingethan/ 2 Dazu war er geschickt/ vnd hette lust zu krieg/ 3 darümb rüstet er sich gewaltiglich/ vnd zog wider seinen bruder mit grosser macht/ 4 Auch war sein mutter jhm mehr geneigt/ denn Artaxerxi/ der still vnd gütig war/ 5 Aber Gott lies dem Cyro dises vnrecht furnemen nicht gelingen/ 6 denn Cyrus ist vmbkomen jnn einer grossen schlacht/ die beide König miteinander gethan haben/ 7 vnd hat sich Artaxerxes jnn dieser schlacht wol gehalten/ ist auch verwund worden von Cyro/ vnd auff das ander pferd komen/ das er hat erkennen sollen/ das allein Gott jhm hernach den sieg geben habe.
<050>

4,16 Von Ocho.

4,16,1 OChus ist dieses Ar=
taxerxis son gewesen/ vnd ist ein bluthund gewesen/ hat seine brüder vmbbracht/ vnd viel tyranney geübet. 2 Dieser hat die stadt Sidon gewonnen/ vnd Egyptum widderümb zur Persen Monarchi gebracht/ das doch als bald widderümb abgefallen ist. 3 Entlich hat jhn seiner haubtleut einer vmbbracht.

4,17 Von Arsame.

4,17,1 ARsames ist Ochi son
gewesen/ 2 den macht der haubtman zu König jnn der kindheit/ der den vater getödtet hatt/ 3 darnach da der iung König zu seinen iaren kame/ besorget sich der haubtman/ vnd bracht diesen Arsamen auch vmb/ vnd henget sich an ein Fürsten jn Armenia/ den er nachmals zu König macht/ vnd Darium nennet. 4 Mit diesem Arsame hat ein end das geschlecht des aller löblichsten Helden vnd königs Cyri/ vnd ist der Persen Reich gantz aus dem geschlecht Cyri wegkomen/ 5 Vnd ist nicht allein das jamerlich hie zu sehen/ das so grosse macht vnd ehre vnd so hohe Gottes gaben/ so bald verleschen/ sondern viel mehr dieses/ das die nachkomen so vbel geratten/ vnd so gantz aus der art schlagen/ wie hie zu sehen an Ocho/ welches tyranney vrsach geben hat/ zu vntergang des geschlechts Cyri.

4,18 Vom letzten Dario.

4,18,1 DJeser ist nicht aus
dem geschlecht Cyri gewesen/ sondern ist von Ocho zu eim Fürsten jnn Armenia gemacht worden/ der halben das er ein berümpter freidiger krieger war/ 2 Darümb jhn auch die jhenigen so Arsamen getödt hatten/ zu sich zogen/ vnd vertrösten König zu machen/ das er den Ochum nicht rechen solt/ der jhm gutes gethan hatt. 3 Durch solche hoffnung das Königreich zuerlangen/ warde er verblendet/ vnd vergasse aller gnaden so jhm von Ocho widderfaren war/ 4 vnd nam das Königreich an/ vnd nennet sich Darium/ damit er deste edler gehalten würde. 5 Aber diese vntrew hat er bezalet/ 6 Denn jnn diesem endet sich der Persen Monarchi/ nach dem er von Alexandro vberwunden ward/ vnd alle seine Lender vnd Königreich verlore/ wie ich hernach weitter sagen wil/ wenn ich auff den Alexandrum kome/ vnd die drit Monarchi anfahe.

4,19 Von der Grecken Stedt
krieg.

4,19,1 JCh habe droben gesagt/
das die Grecken nach dem siege/ den jhn
<051> Gott widder die Persen geben hat/ mechtiger vnd stoltzer worden sind/ wie nach grossem glück hoffart vnd trotz zu volgen pfleget/ 2 Darümb haben sie vnter sich zur zeit dieser Monarchi grosse langwirige krieg erreget/ 3 dadurch zu letzt gantz Grecia jnn grund verderbet ist/ also das hernach Grecia iederman offen gewesen ist/ wer darein gefallen ist. 4 Auch sind jhre löbliche regiment vnd sitten gantz zerrütt/ vnd ist ein seer vnehrlich vnd vnzüchtig wesen bey jhn worden.

4,19,5 Vnd dis ist viel iamerlicher zu lesen/ das solche gros vnuerwindlich vbel/ vnd so lange grewliche krieg/ aus so geringen vrsachen erstanden sind/ das man sich billich darob verwundern mag/ 6 Vnd ist dieses exempel wol zu behertzigen/ Dieweil hie aus so geringen sachen/ ein solcher krieg geuolget ist/ der kein ende gehabt hat/ bis frembde nation jnn Greciam gefallen sind/ vnd beide part niddergetrückt haben/ das man sich billich fur vnnötigem kriegen hüte.

4,19,5 Vnd dis ist viel iamerlicher zu lesen/ das solche gros vnuerwindlich vbel/ vnd so lange grewliche krieg/ aus so geringen vrsachen erstanden sind/ das man sich billich darob verwundern mag/ 6 Vnd ist dieses exempel wol zu behertzigen/ Dieweil hie aus so geringen sachen/ ein solcher krieg geuolget ist/ der kein ende gehabt hat/ bis frembde nation jnn Greciam gefallen sind/ vnd beide part niddergetrückt haben/ das man sich billich fur vnnötigem kriegen hüte.

4,19,7 Es ist aber hie nicht möglich den gantzen krieg zubeschreiben/ 8 Dauon Thucydides vnd Xenophon vnd hernach andere grosse bücher gemacht haben. 9 Jch wil ein stück erzelen/ das sonderlich nützlich ist zu wissen/ wie Athen jnn diesem krieg jnn der feind hende komen ist/ vnd wilch iamerlich wesen da worden ist. 10 Auch wie es dennoch durch etlicher frommer redlicher leut tugent vnd gedult/ widderümb sich etwas erholet hat/ 11 Künheit vnd trotz hats verderbet/ 12 Gedult vnd gelindigkeit hat jhm widder auff geholffen.

8 Dauon Thucydides vnd Xenophon vnd hernach andere grosse bücher gemacht haben.

4,19,13 Der erst anfang dieses kriegs ist gantz ein frembde sach gewesen/ die die von Athen wol hetten meiden können/ 14 Die von Corintho warden der von Corcyra feind/ da suchet Corcyra hülff bey Athen/ 15 Nu war Athen mechtig worden auff dem Meer/ vnd hoffeten durch hilff der von Corcyra/ die auch seer mechtig waren auff dem Meer/ herrn jnn gantz Grecia zu werden/ 16 darümb machten sie ein bund mit jhn/ 17 Dagegen sucht Corinthus hilff bey den Lacedemoniern/ 18 Also ward Grecia zertrennet/ 19 vnd hengten sich die Lacedemonij an die Persen/ 20 die thaten jhn hülff mit gelt vnd ander notturfft/ hielten jhn doch nicht glauben/ damit nicht die Lacedemonier zu mechtig wurden/ 21 Vnd weret dieser krieg von der zeit Longimani/ bis auf den Artaxerxem Mnemon/ 28. iar/ wie Xenophon klar sagt/ 22 vnd sind viel Stedt iamerlich verderbet worden/ 23 vnd ist wunderbarlich hie zu sehen/ wie sich das glück wendet. 24 Da Alcibiades der von Athen haubtman die Lacedemonier so hart geschlagen hat jm 24. iar vnd widderümb jm 25. das nicht zu hoffen das sie sich widder erholen möchten/ Wendet sich das spiel bald vmb jm nehisten iar/ da Alcibiades aus neid entsetzet war/ 25 vnd schlug Lysander die von Athen bey der Stadt Egos Potami/ da zu anfang dieses kriegs ein wunderbarlich zeichen geschehen war/ 26 Man hatt jm lufft ein seer gros fewr gesehen 75. tag. 27 Darnach ist ein grosser mechtiger stein herunter vom himel jnn die Stadt gefallen. 28 Nach dieser schlacht ist Athen hart belegert worden/ also das viel volcks durch hunger verdorben ist/ 29 noch waren sie so halstarrig/ 30 da man sie vertröst/ wenn sie sich ergeben/ vnd maurn vnd turn nidderwurffen/ solten sie frie= <052> den haben/ da wolten sie nicht/ vnd machten ein statut/ 31 Welcher dieses anzunemen radten würde/ den solt man tödten/ wie zu vnser zeit vor zwey jaren zu florentz geschehen ist. 32 Nach funff Monat aber/ da der hunger so seer vber hand nam/ schickten die von Athen botschafft zun feinden/ vnd liessen auff diese weg mit jhnen handlen/ 33 da aber die sach bey den buntgenossen beradschlagt ward/ stritten Corinth vnd Thebe hefftig/ man solt Athen gantz vertilgen/ vnd ein trifft aus alle jhrer landtschafft machen/ 34 das wolten die Lacedemonier nicht thun/ vnd sagten/ 35 Man solt bedencken die wolthaten die diese Stadt gantzem Grecia gethan hette wider die Meden vnd Persen/ vnd ander viel löblicher thaten/ 36 Zu dem das es gantzem Grecia ein schade sein würde/ so man diesen schönen potentat vertilgen würde/ vnd sagten/ 37 Grecia habe zwey augen/ Sparta/ vnd Athen/ man solt Greciam nicht einäugig machen.

21 Vnd weret dieser krieg von der zeit Longimani/ bis auf den Artaxerxem Mnemon/ 28. iar/ wie Xenophon klar sagt/

4,19,38 Darauff ward beschlossen/ das man Athen nicht vertilgen solt/ sondern man solt maurn vnd turn nidder werffen/ vnd solt jhn ein regiment ordnen/ vnd frieden mit jhn halten. 39 Also ergabe sich Athen/ 40 vnd warden maurn vnd turn niddergeworffen mit grossem triumph/ 41 denn man pfiff vnd dantzet dazu/ 42 vnd warden jhn jhre schiff zum teil verbrennet/ zum teil weg gefuret/ 43 Vnd dis ist geschehen zu ende des 27. iare dieses iamerlichen kriegs. 44 Doch besorgten sich die Lacedemonier noch vor dem einigen man Alcibiade/ der zu den Persen geflohen war/ nach dem er entsetzt ward/ 45 darümb schrieben die Lacedemonier den Persen/ das man Alcibiaden tödten solt. 46 Das theten die Persen/ vnd brachten Alcibiaden verrhetterlich vmb/ wiewol sie jhn als ein gast angenomen hatten/ der sich trew zu jhn versehen solt/ 47 Aber es gehet also jnn der welt zu/ 48 Wenns vbel gehet/ vnd des man nicht bedarff/ odder des man müd ist worden/ der sehe sich fur/ er findet wenig trew. 49 Dieser Alcibiades ist ein geschickter freidiger krieger gewesen/ Aber ein vnrüwig man/ vnd der vor etlichen jaren den frieden zwischen Athen vnd Lacedemonien auffgericht/ zerrütt hatt/ vnd so viel wünderlichen practiken jnn Grecia angericht/ das man gesagt hat/ 50 Wo jnn Grecia zwen Alcibiade geporn weren/ wer es gantz zu poden gangen. 51 Solch spiel hat selten gut end/ darümb ist er auch entlich also umbkomen.

47 Aber es gehet also jnn der welt zu/ 48 Wenns vbel gehet/ vnd des man nicht bedarff/ odder des man müd ist worden/ der sehe sich fur/ er findet wenig trew. 

4,19,52 Wiewol nu der Stedtkrieg damit ein end gehabt hat/ ist doch zu Athen erst das würgen angangen/ 53 Denn diweil viel vnrüwiger leut da waren/ setzten die Lacedemonier 30. man/ die man nennet xxx. Tyrannos/ vnd gaben jhn macht on vrteil vnd recht die vnrüwigen buben auffzurhaumen/ 54 Dazu liessen sie jm Schlos ein hauffen knecht/ zu schutz dieser Oberkeit/ von jhn geordnet.

4,20 Wie Athen nach der zerstö=
rung widerümb auff ko=
men ist.

4,20,1 DJesen ernst hat man ge=
übet auffrhur zu weren/ wie bey weilen
<053> die not fodert das recht zu scherffen/ 2 Vnd haben erstlich die xxx. man sich recht gehalten/ vnd niemand getödtet/ denn allein auffrürige schreyer. 3 Hernach haben etlich vnter den xxx. die geweltigsten/ viel vnschuldiger fromer redlicher leut erstechen lassen/ wo einer ein alten hass zu eim hat/ wie ich zu vnsern zeiten schier jn gleichen fellen gesehen habe. 4 Dazu haben sie ein treffenlichen ehrlichen man/ einen aus der zal der xxx. genant Theramenes getödtet/ der sich vnterstund der andern tyranney zu weren. 5 Jtem der getödten güter teyleten sie vnter jhre gesellen.

3 Hernach haben etlich vnter den xxx. die geweltigsten/ viel vnschuldiger fromer redlicher leut erstechen lassen/ wo einer ein alten hass zu eim hat/ wie ich zu vnsern zeiten schier jn gleichen fellen gesehen habe

4,20,6 Da flohen die redliche burger weg gen Thebe vnd Argos/ 7 da warden sie auffenthalten aus erbarmung vber solch offentlich tyranney/ vnangesehen das die Lacedemonier allen Stedten verboten heten/ die flüchtige von Athen zu herbergen. 8 Es war aber einer vnter diesen flüchtigen Thrasybulus/ der etwa mechtig zu Athen gewesen war/ 9 der zog die andern flüchtigen zu sich/ vnd durch heimliche hilff der von Theben/ erobert er ein flecken bey Athen/ vnd zoge darnach an Athen/ vnd schlug die xxx. tyrannen mit jhrem hauffen/ vnd gewahn Athen widderümb. 10 Dieser Thrasybulus setzet die flüchtigen burger ein/ vnd richtet widderümb das regiment/ recht vnd gericht an zu Athen/ 11 Vnd wird jnn sonderheit diese seine that gelobet/ das/ da er nach dem sieg/ die vberigen feind straffen vnd vmbbringen vermocht/ hatte er viel lieber zu frieden vnd einigkeit geratten. 12 Vnd dieweil etlichen burgern jhre güter genomen waren/ vnd die selbige nu mehr jnn die drit hand odder weiter komen waren/ so man alle güter het wider zum rechten herrn bringen sollen/ vnd alles vnrecht rechen/ were des kriegens vnd würgens kein end gewesen/ 13 Derhalben macht er diesen bund/ Das alle Rach solt auffgehaben vnd vergessen sein/ 14 Wer hett/ der hett/ 15 Wer leg/ der leg/ 16 vnd solt furthin ein fried vnd recht gehalten werden. 17 Durch diese freuntlicheit ist frieden worden/ 18 Vnd ist warlich das ein löblich exempel/ wie durch gnad vnd verzeihen/ bestendiger fried jnn solchen burger lermen anzurichten.

4,20,19 Hernach sind die Lacedemonier auch stoltz worden/ vnd haben die Persen die jhnen zuuor geholffen hatten/ aus Asia veriagen wollen. 20 Da machten die Persen ein haubtman von Athen/ der dazumal von Athen flüchtig war/ mit namen Conon/ der schlug die Lacedemonier hart/ 21 Dazu murreten die Lacedemonier/ das Thebe die flüchtigen von Athen auffenthalten hat/ vnd zogen darümb den von Thebe jns land/ 22 vnd ward daraus ein newer grosser krieg/ darinn die Lacedemonier geschlagen wurden/ vnd gantz verderbet/ 23 vnd dagegen ward Thebe mechtig.

4,20,24 Darnach richtet Thebe ein grossen krieg an darinn Phocenses gantz vertilget/ vnd was vbrig war/ veriaget ward. 25 Doch ward Thebe zu letzt von Philippo dem König Macedonie auch geschlagen vnd gedemütiget. 26 Also ist erstlich Athen/ darnach Sparta/ darnach Thebe verderbet/ vnd der Grecken macht geschwecht worden/ 27 Vnd haben diese Stedt Athen vnd Thebe/ damit das sie etlich mal frieden mit Philippo dem König jnn Macedonien gemacht/ vnd doch nicht gehalten haben/ den König Philippum <054> verursacht/ das er hat müssen sich vmb gantz Grecia annemen/ dasselbige vnter sich zu bringen. 28 Das sey gnug jnn kurtz von den grossen iamerlichen kriegen so Grecia nach Xerxe neher denn 130. iar. gehabt hat/ 29 vnd ist wenig friede dazwischen gewesen/ 30 Vnd sind diese hendel nach der leng beschrieben von Thucidyde/ Xenophonte/ vnd etlichen mehr/ darümb hab ichs nicht lang machen wöllen/ sondern das furnemlich exempel von Athen/ dem Deudschen leser erzelen wöllen.

30 Vnd sind diese hendel nach der leng beschrieben von Thucidyde/ Xenophonte/ vnd etlichen mehr/ darümb hab ichs nicht lang machen wöllen/ sondern das furnemlich exempel von Athen/ dem Deudschen leser erzelen wöllen.

4,21 Von Philosophis.

4,21,1 MJtler zeit haben auch
die künsten seer zugenomen/ 2 Hippocrates der artzt hat gelebt von Longimano bis auff den Ochum 104. iar. 3 Vnd wiewol er hoch jnn gantzem Grecia geachtet war/ haben jhn doch jnn sonderheit die König jnn Macedonia ehrlich gehalten/ bey denen er auch das grösser teil seins lebens zubracht hat. 4 Soranus schreibet Hippocrates sey zum Konig Perdica gefoddert/ derhalben das man den König fur Phthisicum gehalten hat/ 5 Vnd andere Artzt hatten jhm gar nicht helffen können. 6 Da aber Hippocrates kam/ mercket er/ das Perdica nicht von des leibs schwacheit/ sondern von lieb/ vnd wemut/ also weg dorret/ 7 Denn Perdicas hatt seines vaters dirnen lieb/ vnd wenn er die sahe/ so endert sich alle gestalt vnd wesen des Königes/ 8 Also merckt Hippocrates vrsach der kranckheit/ vnd ried wie jhm zu helffen were. 9 Er lies auch zur zeit der Pestilentz ein wald abbrennen gegen dem lufft da die Pestilentz her kam/ vnd erhielt damit das land Thessalia/ das Pestilentz nicht drein kam/ 10 Dergleichen hat er viel natürliche wunderwerck gethan/ 11 Auff seinem grab sind lang zeit binen gewesen/ 12 vnd wenn man die krancken mit dem selbigen honig bestrichen hat/ sind sie gesund worden.

4 Soranus schreibet Hippocrates sey zum Konig Perdica gefoddert/ derhalben das man den König fur Phthisicum gehalten hat/

4,21,13 Zu zeiten Artaxerxis der Mnemon heisset/ sind auch gewesen Socrates/ der aus neid getödtet ist/ vnd ist jhm schuld geben/ er brecht newe lahr auff jnn der Stadt/ 14 Aber Gott hat seine feinde bald hernach gestrafft/ das sie auch getödtet wurden.

4,21,15 Hernach sind auch gewesen Plato/ Eudoxus der löblich Astrologus/ der auch diese kunst aus Egypto jnn Greciam gebracht hat/ 16 Nach dem ist gewesen Aristoteles/ 17 diese setze ich als die furnemesten vnter den Philosophen/ vnd jnn sonderheit Eudoxum vnd Aristotelem/ welche nicht mit vnnützem geschwetz/ sondern mit rechter gegrünter lahr vmbgangen sind/ die nützlich ist zum teil zu erkennen der natur krefft vnd wirckung/ Zum teil auch daraus zu lernen/ wie man recht leben sol/ 18 vnd ist warlich ein schön lieblich ding zu sehen/ wie vns Gott jnn vnser eigen natur alle tugent gebildet hat. 19 Es ist aber Aristoteles nicht von geringen leuten geporn/ denn sein vater Nicomachus ist bey Amynta dem König jnn Macedonien seer gewaltig vnd sein Artzt gewesen/ vnd hat sein herkomen aus Hippocratis geschlecht/ 20 Derhalben auch hernach Aristoteles bey dem könig Philippo dem son <055> Amynte jnn solchen gnaden gewesen ist/ das er jhm sein einigen son Alexandrum vertrawet hat. 21 Diesen hat Aristoteles zur Philosophei gezogen/ dadurch er des geschickter worden zu reden vnd zu radten. 22 Das sey gnug von den Grecken so viel jnn dieser andern Monarchi zu mercken ist.

4,21,15 Hernach sind auch gewesen Plato/ Eudoxus der löblich Astrologus/ der auch diese kunst aus Egypto jnn Greciam gebracht hat/ 16 Nach dem ist gewesen Aristoteles/ 17 diese setze ich als die furnemesten vnter den Philosophen/ vnd jnn sonderheit Eudoxum vnd Aristotelem/ welche nicht mit vnnützem geschwetz/ sondern mit rechter gegrünter lahr vmbgangen sind/ die nützlich ist zum teil zu erkennen der natur krefft vnd wirckung/ Zum teil auch daraus zu lernen/ wie man recht leben sol/ 18 vnd ist warlich ein schön lieblich ding zu sehen/ wie vns Gott jnn vnser eigen natur alle tugent gebildet hat. 

4,22 Von Rom.

4,22,1 ALs die König veria=
get sind zu Rom/ hat man das regiment anders geordnet/ das die hoheit bey dem Radt belieben/ 2 vnd sind doch ierlich zween zu gleich gewelet/ wie Burgermeister/ 3 die nennet man Consules/ vnd sind nicht vber das iar jm ampt gewesen.

4,22,4 Vnd ist diese verendrung geschehen zu der zeit Cyri/ des ersten Monarchen jnn Persia jm 3450. iar nach der welt anfang/ jm 7. iar nach dem Cyrus Babylon erobert hat.

4,22,4 Vnd ist diese verendrung geschehen zu der zeit Cyri/ des ersten Monarchen jnn Persia jm 3450. iar nach der welt anfang/ jm 7. iar nach dem Cyrus Babylon erobert hat.

4,22,5 Vnd sind viel grosser hendel zu Rom furgefallen/ Auch schreckliche auffruren vnd verenderung des regiments/ 6 Darin zu sehen/ wie sich grosse regiment erregen/ vnd welche rhumor darinn entstehen/ 7 Doch ist diese form/ das zween Consules die höhisten Magistrat gewesen sind/ alle zeit widder angericht worden/ vnd fur vnd fur blieben/ bis auff den Julium/ der zu Rom ein ander regiment angefangen hat/ das man nennet Monarchiam/ 8 vnd sind vom anfang des Consulatus auff die Monarchi Julij 464. iar.

8 vnd sind vom anfang des Consulatus auff die Monarchi Julij 464. iar.

4,22,9 Der Römer historien ist viel zu lang hie zu recitirn/ 10 Jch wil allein die zeit hie anzeigen zweier grossen sachen/ die sich jnn Rom/ zu zeit dieser Monarchi begeben haben.

4,22,9 Der Römer historien ist viel zu lang hie zu recitirn/

4,22,11 Jm 302. iar nach anfang der Stadt Rom/ das ist bald nach dem krieg Xerxis/ jm anfang der herschung Longimani/ sind auffrhur zu Rom worden/ 12 Denn dieweil man noch kein gewis beschrieben Recht hatt/ worden offt die leut ausserhalb des gerichts/ vnd jnn gericht beschweret/ 13 denn man wust nicht eigentlich/ was recht sein solt. 14 Aus dieser vrsach empöret sich der pöfel/ vnd ward die sach dahin gehandelt/ das man ein gewis Recht fassen vnd beschreiben solt. 15 Dabey ist zu mercken/ wie geschriebene Recht/ zu fried vnd einigkeit hoch von nöten sind. 16 Es worden aber dazu zehen man gewelet/ die zogen jnn Grecien/ vnd erlerneten sich da aller sitten vnd Rechtens/ jn den haubt Stedten/ namen auch Philosophos zu sich/ nemlich Hermodorum von Epheso. 17 Also machten sie zwelff Tabeln/ die henget man fur das Radthaus. 18 Dis ist der erst anfang des Römischen geschriebnen Rechtens. 19 Also komet das Römisch Recht aus Grecia.

15 Dabey ist zu mercken/ wie geschriebene Recht/ zu fried vnd einigkeit hoch von nöten sind. 

4,22,20 Vnd diese zehen man regirten jnn das drit iar zu Rom/ 21 denn das Recht bedurfft teglich das mans ausleget vnd verkleret. 22 Einer aber vnter jhnen Appius/ misbraucht sich seiner gewalt/ lies eim burger ein tochter ansprechen/ als solt sie eins andern leibeigen sein/ das er sie mit schein des Rechten zu sich brecht vnd schendet. 23 Da nu jhr vater das spiel merckt/ vnd sein tochter nicht retten kundt/ erstach er sie vor gericht/ 24 darnach eilet er zum kriegs volck vnd sucht <056> schutz widder den tyrannen Appium. 25 Da machte das kriegsvolck newe magistrat/ vnd setzet die zehen abe/ vnd lies den Appium fahen/ 26 der erstach sich selb jm kercker. 27 Dis ist aber ein exempel/ darinn zu sehen/ das vnrecht gestrafft wird.

4,22,28 Jm 360. nach anfang der stad Rom/ sind jnn Jtalien gefallen ein gesamleter hauff/ Galli vnd Deudschen/ vnd haben die stadt Rom verbrennet/ 29 Aber Camillus ein Römer/ den zuuor sie selb der pöfel zu Rom veriaget hat/ thet als ein redlich man/ vnd lies die Stadt nicht entgelten/ das jhm vnrecht da geschehen war/ bracht ein volck bey den nachbarn zusamen/ vnd vberfiel die Gallos vnd Deudschen zu Rom/ vnd rett das Schlos/ vnd die burger so noch da vberig waren. 30 Dieser vnfal ist Rom begegnet zu zeiten Artaxerxis der da heisset Mnemon/ fast umb die zeit da auch die Lacedemonier die Stadt Athen gewonnen vnd zerstöret haben.

4,22,31 Vnd jnn dieser Historien wird erstlich der Deudschen gedacht/ das ist nicht ganz 400. iar vor Christus gepurt. 32 Vnd hat dieser hauff Deudschen vmb die zeit Meilan vnd etlich mehr Stedt dabey gebawet.

5,1 Die Drit Monarchi.

5,1,1 IM 3634 iar nach
anfang der welt/ als der Persen Reich geweret hatt 191. iar/ das ist vor Christus gepurt 320. iar. fahet an die Drit Monarchi/ die man nennet der Grecken Monarchi. 2 Vnd ist nu die hoheit der welt von Orient/ jnn Occident/ vnd aus Asia jnn Europa gewandelt/ 3 vnd hat Asia hernach fur vnd fur abgenomen/ nicht allein an macht/ sondern auch an zucht/ tugent/ regimenten/ vnd allerley gütern/ bis zur Römer zeit/ da die Barbari darein gefallen/ vnd habens gantz verwüstet/ das der schönest teil auff erden/ da die höhist weisheit/ heiligkeit/ vnd macht gewesen ist/ itzund schier gantz ein morder gruben ist. 4 Also sind nu die hohen Gottes gaben jnn Occident nach dem die welt zum ende nahet.

5,1,1 IM 3634 iar nach anfang der welt/ als der Persen Reich geweret hatt 191. iar/ das ist vor Christus gepurt 320. iar. fahet an die Drit Monarchi/ die man nennet der Grecken Monarchi. 

5,1,5 Vnd hat diese Monarchi angefangen Alexander der König jnn Macedonia/ den man billich nennet/ den grossen. 6 Denn er ist nicht allein an macht/ sondern auch an allen königlichen tugenden/ ein solcher löblicher Fürst gewesen/ das sein gleichen seer wenig auff erden gewesen sind. 7 Es rhümen jhn die Propheten/ Jeremias vnd Daniel jnn sonderheit als ein freidigen vnd glückseligen Fürsten. 8 Daniel malet ein Bock der stösset ein Wider zu poden/ vnd spricht klar/ der Bock sey der Grecken König/ der Wider der Persen König.

7 Es rhümen jhn die Propheten/ Jeremias vnd Daniel jnn sonderheit als ein freidigen vnd glückseligen Fürsten. 8 Daniel malet ein Bock der stösset ein Wider zu poden/ vnd spricht klar/ der Bock sey der Grecken König/ der Wider der Persen König.

5,1,9 Dieweil nu Alexander als ein Heros/ mit allen hohen tugenden begabt ist gewesen/ vnd grosse wun= <057> derbarliche siege von Gott gehabt hat/ haben etlich viel törichter fabulas von seiner gepurt ertichtet/ die ich nicht erzelen wil. 10 Das ist war/ hohe vnd glückselige Fürsten sind eigentlich jnn Gottes schutz/ 11 vnd allein Gott gibt solche hohe tugent vnd gaben. 12 Aber Gott lesset dennoch diese ehre bey den hohen geschlechten bleiben. 13 Also ist Alexander geporn/ ein König zu Macedonia/ vnd ist sein vater gewesen der König Philippus/ vnd die mutter Olympias. 14 Vnd da Alexander empfangen ist/ hat die nacht Philippo getrewmet/ er hab seiner Königin Olympiadi ein sigil auff jhren leib getrückt/ darinn ein Law gegraben war. 15 Dieses zeichen hat man also gedeut/ das Olympias von Philippo schwanger sey/ vnd werde ein grosmechtigen Fürsten geperen/ 16 Vnd sind beyde des vaters vnd der mutter stam/ die zwey höhisten geschlecht/ die jnn gantzem Grecia gewesen sind/ 17 Denn Philippus kommet her von Hercule/ wie das klar durch gewisse Historien mag angezeigt werden. 18 Olympias aber kommet her von Achille. 19 Von diesen edlen stammen Herculis vnd Achillis/ komet her der edleste held Alexander.

20 Der veterlich stam Alexandri.

Hercules.
Hyllus.
Cleodaeus
Aristomachus
Temenus

5,1,21 Vnd ist Alexander Magnus bey 800. jarn nach dem Troianer Krieg geporn.

Perdicas/ 

5,1,22 Dieser ist erstlich König jnn Macedonia worden/ vnd beschreibet Herodotus sein herkomen.

Argaeus.
Philippus.
Acropus.
Alcetas.
Amyntas.
Alexander.
Amyntas.
Philippus.
Alexander Magnus.

5,1,23 Der Stam Olympiadis/ der mutter Alexandri.

Achilles.
Pyrrhus.
24 Molossus König jnn Epiro/ vnd Pielus/ beide geporn aus Andromache.

25 Von diesem Pielo füret Pausanias jnn Atticis die volgenden König jnn Epiro.

Tarymbas.
Alcetas.
Neoptolemus vnd Arymbas.
Olympias Neoptolemi tochter die mutter Alexandri.

26 Dis ist die genealogi Alexandri/ aus rechten gegründten Historien zusamen gezogen/ darinn zu sehen/ das Alexander von hohen leuten herkomet.

5,1,9 Dieweil nu Alexander als ein Heros/ mit allen hohen tugenden begabt ist gewesen/ vnd grosse wunderbarliche siege von Gott gehabt hat/ haben etlich viel törichter fabulas von seiner gepurt ertichtet/ die ich nicht erzelen wil. 

25 Von diesem Pielo füret Pausanias jnn Atticis die volgenden König jnn Epiro.

26 Dis ist die genealogi Alexandri/ aus rechten gegründten Historien zusamen gezogen/ darinn zu sehen/ das Alexander von hohen leuten herkomet.

5,1,27 Nach dem aber Philippus erstochen ward/ dazu er vrsach gab/ damit das er eins grossen herrn mis= <058> handlung nicht straffen wolt/ der ein Edlen iungen grewlich geschendet hatt/ fielen abe von den Macedonern die Jllyrier vnd die Grecken/ 28 vnd war das Reich Macedonia jnn grosser fahr/ 29 Vnd war Alexander iung/ 30 denn er war/ nicht elter denn 20. jar. da Philippus erstochen ward/ 31 das ist jm anfang der Grecken zal/ Olympiadis der hundert vnd eilfften.

31 das ist jm anfang der Grecken zal/ Olympiadis der hundert vnd eilfften.

5,1,32 Aber Alexander nam sich des regiments an/ vnd bracht erstlich die Jllyrier zu gehorsam. 33 Darnach zoge er gegen Thebe/ 34 denn die zu Thebe hatten den hauffen/ den Philippus jnn jhr Schlos zur besetzung geleget hat/ belegert/ vnd mit den Persen büntnis gemacht/ die auch das Reich Macedonia angriffen/ 35 darümb zoge Alexander dafur. 36 Mitler zeit schickten die von Athen ein Legatio zu jhm/ gnad vnd friede zu bitten/ 37 die erhört Alexander gnediglich. 38 Aber Thebe wolt nicht gnad suchen/ sondern da Alexander lies ausruffen ehe er die Stadt stürmet/  39 Wer sich wolt an jhn ergeben/ vnd jetzund aus Thebe zu jhm ziehen/ den wölt er sichern/ 40 da liessen die von Thebe dagegen ausruffen/ 41 Wer die freyheit der Grecken mit jhnen vnd dem König von Persia erhalten wolt wider den Tyrannen/ der solt sich zu jhnen schlagen/ 42 Derhalben erzürnet Alexander/ stürmet vnd erobert Thebe/ vnd schleiffet die Stadt gantz/ das sie nachmals nicht mehr gebawet ist. 43 Diese ist die erste grosse Stadt gewesen/ die Alexander demütiget hat. 44 Denn ich sehe/ wenn Gott ein grossen gewaltigen Monarchen gibt/ so gilt es den grossen Stedten.

44 Denn ich sehe/ wenn Gott ein grossen gewaltigen Monarchen gibt/ so gilt es den grossen Stedten.

5,1,44 Als aber Alexander fried jnn Grecia gemacht hat/ ist er jnn Asia gezogen/ mit vierzig tausent zu fues/ vnd vier tausent pferden/ 45 Dazu war ein kleiner zeug noch jnn Asia/ den sein vater zuuor dahin gesant hat/ 46 Mit solchem kleinem volck griff er die Persen an/ vnd thette viel grosser schlachten/ vnd erobert viel mechtiger Stedt mit gewalt/ als Sardis/ Miletum/ Tyrum/ dauor Alexander grosse fahr gelitten hat.

5,1,47 Auch schlug Alexander Darium jnn die flucht/ vnd fieng sein mutter/ weib/ vnd tochter/ vnd söne/ 48 die hielt er Fürstlich/ 49 Vnd nennet die alte Königin mutter/ den iungen knaben hertzet er als seinen son. 50 Durch diese tugent hat Alexander grosse lob bey Dario selb/ vnd jnn gantzem Asia erlanget/ das jhm auch Darius anbot/ er solt frieden mit jhm machen/ so wolt er sein Reich mit jhm teilen. 51 Dagegen embot jhm Alexander/ die welt könt nicht zwo Sonnen haben. 52 Darius solt sich ergeben/ vnd zu jhm komen/ 53 darnach wolt er sich auch gnedig gegen jhm erzeigen. 54 Aber Darius rüstet sich wider zur schlacht/ 55 da siegt Alexander abermal/ 56 Vnd ein haubtman Darij Bessus/ hat sein eigen herrn Darium jnn der flucht erstochen/ 57 Doch ist Alexander dazu komen/ vnd hat den Darium gefunden also verwundet/ vnd dem tod nahe/ 58 des hat er sich erbarmet/ vnd Dario zugesagt/ die vntrew Bessi zu straffen. 59 Darümb hernach hat Alexander Bessum gefangen/ vnd zwisschen zwen gebogne baume gebunden/ die jhn zu stücken zerrissen haben/ da sie sich wider auffrichten. 60 Also ist Alexander herr jnn Asia vnd Monarcha worden/ Vnd hat furter die vberigen Lender vnd Stedt eingenomen/ als Babylon/ Susa. <059>

5,1,61 Nach diser victoria ist Alexander wilde worden/ vnd fieng an zu sauffen/ vnd erstach seiner Fürsten ein/ Clytum/ jm zorn jnn einer bancket. 62 Darümb wendet sich sein glück/ Wiewol er nicht ruget/ sondern griff Jndiam an. 63 Aber er lebet nicht lang/ sondern starb jm 32. jar vnd xj. monat seins lebens. 64 Also hat er 12. jar vnd xj. monat regirt nach seines vaters Philippi tod/ vnd solche grosse mechtige Reich jnn so kleiner zeit erobert/ das/ so ein volck friedlich da durch hette ziehen sollen/ hett solchs jn so kleiner zeit kaum geschehen mögen/ 65 Vnd hat nach Dario regirt zu Babylon 5. jar xj. Monat.

5,2 Wie sich Alexander gegen Jü=
den gehalten hat.

5,2,1 DJe Jüden hetten nu
Jerusalem widder gebawet/ vnd hatten ein zeitlang vnter den guten fromen Persen Königen gnedigen frieden gehabt. 2 Da nu Alexander vor Tyro lag/ begeret er hülff von den Jüden/ 3 Die antworten jhm/ 4 Sie weren den Persen vnterthan/ vnd hetten so grosse wolthaten von den Persen empfangen/ das jhn gantz nicht gebürt widder sie zu thun. 5 Also schlugen sie die hülff ab. 6 Alexander ward erzürnet/ 7 darümb/ da er Tyrum erobert/ zoge er mit dem heer gegen Jerusalem. 8 Da gieng der Hohepriester Jaddus heraus jnn seinem Priesterlichen kleid/ vnd die Eltisten menner mit jhm/ vnd begerten gnad vnd frieden. 9 Da Alexander den Priester also sahe/ fiel er von seinem hengst auff seine knie fur den Priester/ vnd sagt jhm frieden zu/ 10 Des wunderten sich alle Fürsten/ das Alexander sich gegen eim frembden Priester so hoch demütiget/ vnd seinen zorn so bald fallen lies/ 11 vnd Parmenio sein eltister haubtman fraget jhn/ was jhn beweget hat/ sich so zu demütigen/ 12 sagt jhm Alexander/ 13 Er hette jnn Macedonia ein traum gehabt/ darinnen jhm ein solch bild fur komen/ vnd jhn vermanet jnn Asia zu ziehen/ vnd hülff zugesagt/ 14 dem Gott/ der jhm da erschienen were/ hett er diese ehre erzeiget.

5,2,15 Darnach zoge Alexander friedlich gen Jerusalem/ vnd höret die Priester von jhr religion vnd lahr/ 16 die zeigten jhm auch an die Prophecey Danielis. Das der Grecken König herr jnn Asia vnd Persia werden solt. 17 Des tröstet sich Alexander seer/ vnd gab den Jüden freyheit vnd grosse gaben jnn Tempel/ vnd zoge weg gegen Babylon/ wie Jeremias geweissaget hatt. 18 Also hat Gott die arme kirch behüt jnn dieser grossen verendrung der welt/ so doch sonst alle Lender krieg hatten.

5,3 Teilung der Reich nach
Alexandro

5,3,1 ALexander hat eines
fürsten tochter jnn Persia zur ehe genomen/ die hies Roxane/ die war schwanger da Alexander starb/ 2 Dieweil nu kein gewisser erbe da war/ nach Alexandri tod/ haben die Für=
<060> sten rad gehalten/ wie das Reich zu ordenen sein solt/ 3 Etlich haben geraten/ man solt Regenten ordnen/ so lang/ bis die Königin geborn hett/ 4 So sie ein Herrn hett/ solt billich jhm das Reich bleiben/ 5 Etliche haben des Alexandri bruder Arideum/ der blöd vnd nicht recht bey sinnen war/ fur ein herrn auffgeworffen/ Als Perdicas/ 6 Vnd zu diesem schlug sich erstlich der grösser teil. 7 Doch musten die Fürsten die lender bestellen vnd Regenten darein setzen. 8 Aber Perdicas regirt furnemlich/ vnterm namen des bruders Alexandri/ 9 Darumb gedacht er das Reich gantz vnter sich zu bringen/ Erstlich mit Pracktiken/ darnach mit gewalt/ 10 Denn er warb vmb Alexanders schwester Cleopatra/ vnd hoffet durch jhren namen das Reich zu erhalten. 11 Nu regirt Antipater jnn Macedonia/ der merckt die Practiken/ vnd weret dieser heirat/ 12 Darumb practicirt Perdicas/ das man den Antipatrum fahen solt. 13 Dis ist jnn summa der anfang gewesen des kriegs vnter den Fürsten Alexandri/ 14 Denn Perdicas hat sein anhang/ 15 dagegen verbunden sich widder jhn Antipater/ Antigonus/ vnd Ptolemeus/ 16 Da greiff Perdicas erstlich den Ptolemeum jnn Egipten an/ vnd ist da von seim eigen kriegsuolck bald erstochen worden/ 17 Dis ist der rechte lohn gewesen/ der jhm gebürt hat/ als dem der die erste auffrur vntern Fürsten Alexandri erreget hat.

5,3,18 Nu war das spiel angefangen/ vnd war kein friede zu hoffen/ denn des Perdice anhang must auch vertilget werden/ 19 Es war auch nicht müglich/ nach Alexandri tod/ da die welt kein gewis haubt het/ das friede bleiben solt/ 20 Darumb schwebet nu die welt/ vnd scheinet/ als werde ein ewig morden/ vnd werde nimmermehr kein recht Regiment angericht/ 21 Da sihet man/ wo Gott nicht die Reich ordnet vnd fasset/ das nicht müglich were/ das ein gewis Regiment auff erden bliebe/ 22 Aber Gott hat beschlossen/ das aus Alexandri Reich/ nu fort solten vier gewaltiger Königreich werden/ 23 Denn jm Daniele wird der bock/ so Alexandrum bedeutet/ also gemalet/ das sein einig horn weg felt/ vnd werden daraus vier hörner/ 24 das leget der Engel selbs aus/ das nach Alexandri Reich/ sollen vier Reich werden/ 25 Vnd ist das auch hie wünderlich/ das Gott dennoch diese vier Reich/ den jehnigen Fürsten gedacht hat/ die Philippo vnd Alexandro gesipt waren/ 26 Darumb gönnet jhn auch Got die ehr/ 27 Perdice ist sie nicht bescheret gewesen/ denn er gehöret Alexandrum nicht an/ 28 Vnd gehet offt also/ wer es selber sein wil/ vnd on Göttlichen beruff sich auffwirfft/ den wil Gott nicht haben/ wie jnn Absalon vnd vielen mehr zu sehen ist/ 29 Vnd sind die Reich also geteilet/ vnter die Fürsten/ so die grösten lender/ als haubtleut zuuor regirten.

30 Seleucus ward König jnn Syria.
31 Ptolemeus ward König jnn Egypto.
32 Antigonus ward König forn jnn Asia.
33 Cassander ward König jnn Macedonia vnd Grecia.

20 Darumb schwebet nu die welt/ vnd scheinet/ als werde ein ewig morden/ vnd werde nimmermehr kein recht Regiment angericht/ 21 Da sihet man/ wo Gott nicht die Reich ordnet vnd fasset/ das nicht müglich were/ das ein gewis Regiment auff erden bliebe/ 

23 Denn jm Daniele wird der bock/ so Alexandrum bedeutet/ also gemalet/ das sein einig horn weg felt/ vnd werden daraus vier hörner/ 

28 Vnd gehet offt also/ wer es selber sein wil/ vnd on Göttlichen beruff sich auffwirfft/ den wil Gott nicht haben/ wie jnn Absalon vnd vielen mehr zu sehen ist/ 

5,3,34 Vnd diese Könige haben grosse kriege mit einander gehabt/ 35 Denn ein jeder tracht darnach allein herr zu werden/ 36 vnd ist sonderlich jnn Macedonia ein jemmerlich/ schrecklich würgen gewesen/ 37 Cassander lies die mutter Alexandri/ die löbliche Königin/ töd= <061> ten/ 38 die hat sich jnn dieser tods stund also ehrlich gehalten/ das sie vnerschrocken/ den mördern entgegen gieng/ vnd das heubt bot/ vnd jm fallen jhr kleid warnam/ das sie nicht entblösset ward/ 39 Die Roxanen lies Cassander fahen vnd behalten.

5,3,40 Diese vntrew rechnet Gott/ 41 denn nach Cassandri tod/ kriegten seine zween söne/ Antipater vnd Alexander miteinander vmbs reich Macedonien/ 42 vnd henget Antipater Lysimachum/ der das land am Hellesponto jnne hatt/ an sich/ 43 vnd gab Lysimachus ein tochter Antipatro/ 44 Alexander sucht hülff bey Demetrio dem son Antigoni/ 45 vnd ward dieser jeder von seinem helffer getödtet/ Antipater von Lysimacho seinem schweher/ Alexander von Demetrio/ 46 Entlich aber ist Macedonia komen auff diesen Demetrium den son Antigoni/ 47 denn er war redlich vnd glückselig/ 48 Vnd ist dieser Demetrius der stam/ von welchem die volgenden Könige jnn Macedonia herkomen/ bis auff den letzten/ den die Römer fiengen/ 49 Damit dieses Königreich ein ende hat.

5,3,50 Jch mus hie ein kurtze Historien sagen/ daraus abzunemen/ wie alle gute sitten jnn Grecia vntergangen sind/ nach dem sie sich selbs durch jhre eigene kriege verderbet/ vnd an frembde herrn gehenget haben. 51 Dieser Demetrius/ von dem ich jtzund gesagt hab/ ist viel zu Athen gewesen/ 52 Da haben jhm die zu Athen so schendlich geheuchelt/ das sie jhn angebetet haben/ vnd Gott genennet/ vnd singen lassen/ 53 Alle andere Götter schlaffen/ allein Demetrius sey rechter Gott/ der fur sie wache. 54 Das sind ja schreckliche reden/ daran wol zu sehen/ das zu Athen gantz keine zucht mehr gewesen ist. 55 Nu wil ich Macedonia fallen lassen/ vnd allein die Könige jnn Syria vnd Egypto zelen/ 56 Denn diese sind die mechtigsten reich gewesen/ vnter diesen vieren/ 57 Auch haben diese zwey Reich viel mit den Jüden zu thun gehabt/ 58 Darumb wird jhr gedacht jnn der Bibel/ 59 vnd die Bibel zuuerstehen/ ist not zu wissen/ wie sie nach einander regirt haben.

5,3,50 Jch mus hie ein kurtze Historien sagen/ daraus abzunemen/ wie alle gute sitten jnn Grecia vntergangen sind/ nach dem sie sich selbs durch jhre eigene kriege verderbet/ vnd an frembde herrn gehenget haben.

58 Darumb wird jhr gedacht jnn der Bibel/ 59 vnd die Bibel zuuerstehen/ ist not zu wissen/ wie sie nach einander regirt haben.

5,4 Die König jnn Syria

5,4,1 SEleucus ist geporn ein
Fürst jnn Macedonia/ vnd hat auff seiner hüfft ein angeborn zeichen gehabt/ ein figur/ wie ein Anchor/ 2 vnd dieses zeichen haben alle seine nachkomen auch gehabt/ 3 Dieser hat Babylon mit gewalt eröbert/ darnach Antigonum vnd sein son Demetrium/ die Könige jnn Asia geschlagen/ 4 vnd ward Antigonus erstochen/ 5 Demetrius aber starb jm gefengnus/ 6 Darnach schlug er Lysimachum/ 7 Nach dieser victoria jm siebenden Monat/ ist Seleucus erstochen worden von Ptolemeo Cerauno/ der Ptolemei Philadelphi bruder ist gewesen. 8 Das sind ja schreckliche Historien/ solcher hoher Könige steigen vnd fallen/ daraus man billich Gottes furcht lernen sol.

8 Das sind ja schreckliche Historien/ solcher hoher Könige steigen vnd fallen/ daraus man billich Gottes furcht lernen sol.

5,4,9 Antiochus Soter/ Seleuci son/ hat nach dem vater ynn Syria regirt/ 10 des son war

Antiochus theos/ 11 der hat erstlich Laodicen/ mit der zeuget er zween söne/ Seleucum Callinicum/ <062> vnd Antiochum mit dem zunamen Hierax/ 12 Darnach gabe jhm Ptolemeus Philadelphus sein tochter Berenicen/ 13 Aber nach dieses Antiochi tod/ trieb Laodice jhren son Seleucum das Reich einzunehmen/ vnd die stieffmutter Berenicen zu fahen/ 14 Darumb belegert Seleucus die stieffmutter/ vnd beredt sie zu letzt mit grossem vertrösten/ das sie sich ergabe/ 15 da lies er die frome Königin verreterlich tödten. 16 Dieses hat Daniel klar gesagt/ das der Königin von Egipto jnn Syria werde vbel gehen/ vnd werde solchs vnrecht durch den König von Egipto gerechet/ 17 Denn nach dieser that ist Ptolemeus Euergetes der Berenice bruder/ jnn Syrien gezogen/ vnd hat den Seleucum veriagt/ vnd viel stette eingenomen/ vnd widder jnn Egypten gezogen/ 18 Hernach hat sich Seleucus widder gerüst/ das land widder zu gewinnen/ vnd hat hülff von seinem bruder Antiocho Hierax begert/ 19 Der war seer iung/ vnd hoffet durch dieses spiel das gantz Königreich zu sich zu bringen/ 20 Da nu Ptolemeus friede mit Seleuco gemacht hatt/ greiff Hierax sein bruder Seleucum an/ 21 vnd het frembde knecht/ die Galaten die dazumal Brennus aus Deudschen landen jnn Grecien gefurt het/ 22 vnd waren fürder jnn Asia komen/ durch bestellung der Könige/ so denn viel krieg mit einander hetten/ 23 vnd diesen Galaten haben die Könige darnach land jnn Asia eingegeben/ 24 Daher komen die Galaten/ zu welchen Sanct Paulus schreibet/ vnd sind one zweiffel Deudsche leut gewesen/ 25 Denn die Greken haben Deudschen vnd Gallos mit einem namen Celtas genennet/ vnd aus dem wort Celtas/ Galatas gemacht.

16 Dieses hat Daniel klar gesagt/ das der Königin von Egipto jnn Syria werde vbel gehen/ vnd werde solchs vnrecht durch den König von Egipto gerechet/ 

5,4,26 Mit diesen Galaten schlug Antiochus seinen bruder Seleucum/ 27 Doch ward hernach Antiochus widder geschlagen vom König jnn Asia/ 28 vnd verloren dazumal die Könige von Syria viel landes/ das er zu Ptolemeo Euergete flohe/ 29 Da jhn aber Ptolemeus also annam/ das er jhn verwaren lies/ wolt er widder dauon/ 30 da ward er erstochen. 31 Das ist das ende des Antiochi Hierax. 32 Vmb diese zeit fiel sein bruder Seleucus von eim hengst/ vnd starb. 33 Dieses vnruwig Regiment/ vnd jemmerlich ende/ haben gehabt diese zween gesellen/ die viel böser thaten gethan haben.

5,4,34 Antiochus der gros/ hat den König Egypti Ptolemeum Philopator vberzogen/ vnd ist geschlagen worden/ 35 Hernach zoch er widder jnn Egypten/ da Philopator gestorben/ 36 aber die Römer namen sich des jungen Königs Ptolemei Epiphanis jnn Egipto an/ 37 denn der vater hett jhn den Römern befolhen/ 38 Daraus entstund der grosse krieg den die Römer mit Antiocho viel jar gehabt haben/ 39 Darumb auch Hannibal sich zu Antiocho thet/ vnd ein zeitlang heubtman war/ 40 vnd hengten sich viel lender jnn Grecia an den Antiochum/ 41 Aber er ward etlich mal geschlagen/ vnd gedrungen friede zu suchen/ 42 Da liessen jhm die Römer ein stück seins Reichs/ was jenseid des gebirgs Tauri ligt/ 43 dazu must er seinen son gen Rom zu eim geisel senden/ den Antiochum Epiphanen/ 44 Zu letzt plundert Antiochus ein reiche kirch Beli jnn Syria/ 45 da vberfiele jhn das land volck/ vnd schlugen jhn vnd den hauffen bey jhm zu tod/ 46 Das war das ende Antiochi Magni.

5,4,47 Jerusalem hat von Alexandro an bis auff die zeit Antiochi Magni zimlichen friede gehabt/ 48 Da <063> aber diese kriege zwischen den zweien Königen angangen sind/ dieweil sie jn der mitte gelegen sind/ sind sie wol gedruckt vnd geengstiget worden von beiden teilen/ 49 Wiewol sich aber Jerusalem bis anher/ mehr zu den Königen jnn Egypto gehalten hatte/ ware es doch nicht vnterthan den Königen jnn Egypto oder Siria/ 50 Es hat aber jtzund Ptolemeus Epiphanes ein heubtman Scopam/ widder Antiochum magnum gesand/ der nam etliche stedte jnn Syria ein/ dazu ein stück des Jüdischen landes/ 51 Darnach schlug Antiochus den Scopam am Jordan/ vnd zoch fort gen Jerusalem/ 52 Da namen die Jüden Antiochum demütiglich an/ vnd machten ein bund mit jhm/ 53 Darumb hielt sich Antiochus auch friedlich/ vnd verschonet der Jüden/ vnd schaffet jhn eine stewer zum baw der stadt Jerusalem/ 54 Also wiewol sie dieser krieg halb jnn der nachtbarschafft fahr hatten/ ists doch vnter Antiocho Magno noch gnedig zu gangen.

5,4,55 Antiochus Magnus hat drey söne gelassen/ Seleucum/ mit dem zunamen Philopator/ Antiochum Epiphanem/ vnd Demetrium/ 56 Seleucus regirt ein kleine zeit nach des vaters tod/ 57 Die andern zween brüder waren geisel zu Rom. 58 Da nu Antiochus Epiphanes seines vaters tod vernam/ flohe er von Rom/ vnd kam jnn Syria vnd ward König/ 59 denn Seleucus war vntüchtig zu regirn/ 60 dazu lebet er nicht lang nach dem vater.

5,4,61 Dieser Antiochus Epiphanes/ ist ein recht gesell gewesen/ ein listiger küner mensch/ 62 vnd hat bey den Römern gelernet/ sich jnn die welt zu schicken/ 63 Bey klugen was er klug/ 64 bey den wilden gesellen treib er alles jhnen zu gefallen/ dazu sie lust hatten/ 65 vnd zoge den pöfel an sich/ lies grosse Summa gelt strawen wenn er ein banket hielt/ 66 von dem wilden wesen/ nennet man jhn Epimanes/ fur Epiphanes/ 67 Epimanes heisset vnsinnig/ Epiphanes heisset Edel.

5,4,68 Anfang seines Regiments ist gewesen jm .137. jar/ nach dem tod Alexandri/ 69 Vnd nach dem er sein erbland eingenomen hat/ ist er jnn Egyptum gezogen/ 70 Denn Ptolemeus Epiphanes war umb diese zeit auch gestorben/ 71 der hatte Antiochi Epiphanis schwester Cleopatram/ 72 Darumb name sich Antiochus Epiphanes des Reichs Egypti an/ vnd wolt Tutor sein des jungen Königs Ptolemei/ der Philometor heist/ 73 Vnd erzeiget sich/ als meinet ers seer freuntlich mit seinem vettern/ liesse jhm Memphin vnd andere gewaltige Stedte hulden/ vnd gedacht mit diesem schein Egyptum zu sich zu bringen/ 74 Da er dieses ausgericht hat/ zoge er widder zurück/ vnd kam gen Jerusalem/ auff bitt des Jason/ der durch jhn wolt hoher Priester werden/ 75 Denn es gieng dazumal also zu bey den Jüden/ das die gewaltigen das hohe Priesterthumb mit practiken zu sich brachten/ vnd frembde König an sich hengten/ vnd die rechten successores tod schlugen/ 76 Darumb schicket auch Gott diesem volck ein gute starcke ruten. 77 Das ist der erst zug Antiochi gen Jerusalem gewesen/ 78 da hat er ein hohen Priester gesetzt/ vnd den Tempel geplundert/ vnd viel leute tod geschlagen. 79 Dis ist geschehen jm .6. jar der herschung Antiochi/ 80 das ist/ nach dem tod Alexandri .143. jar.

5,4,81 Darnach vber zwey jar/ das ist/ jm .145. jar <064> nach Alexandro/ zoge Antiochus widderumb jnn Egyptum/ 82 denn der jung König hatt die Stedte widderumb eingenomen/ vnd die Römer vmb hülff ersucht/ 83 Da nu Antiochus Egyptum angreiff/ kame der Römer Legat/ Popilius genant/ der sagt Antiocho von wegen der Römer/ er solt weichen aus Egypto/ vnd den jungen König Philometor nicht anfechten/ denn die Römer gedechten jhn zu handhaben/ bey seinem Königreich.

5,4,84 Antiochus gabe antwort/ er wolt die sach bedencken/ 85 Aber Popilius wolt jhm kein dilatio geben/ vnd macht ein kreis mit seinem stab/ vmb den Antiochum/ vnd sagt/ 86 Kurtz ehe er aus diesem kreis gieng/ solt er antworten/ ob er weichen wolt aus Egypto/ odder nicht weichen/ 87 Da Antiochus diesen ernst sahe/ erschrack er/ denn er kennet der Römer macht/ vnd sagt zu/ zu weichen/ 88 Also zoge Antiochus zum andern mal aus Egypto/ mit schanden. 89 Diese schmache that Antiocho wehe/ 90 darumb zoge er auff Jerusalem jnn grossem grimme/ 91 Vnd ist dieses der ander zug gen Jerusalem 92 denn er ist zwey mal da gewesen/ 93 vnd jtzund hat er sein Tyranney viel schrecklicher erzeigt/ hat gepoten/ das die Jüden solten Heidnische Abgötterey annemen/ hat auch die Bibel verbrennet/ vnd hat ein hauffen böser buben zu Jerusalem/ zur besetzung/ gelassen/ 94 die haben die Jüden greulich gemartert/ die nicht vom glauben fallen wolten/ 95 dazu haben auch viel abtrünniger Jüden geholffen/ 96 Sie haben auch den Tempel entweihet/ vnd ein Heidnischen götzen drein gestalt/ 97 Jnn summa/ Sie haben Gottes wort vnd gesetz gantz wollen vertilgen/ vnd ein Heidnisch wesen machen. 98 Dieses name Antiochus fur/ aus hoher/ grosser klugheit/ 99 Er sahe das die Jüden von wegen jhrer Religion sich offt widder die Heidnische Könige setzten/ 100 Darumb wolt er die vngleicheit der Religion nicht leiden. 101 Also spielen menschen gedancken mit Gottes sachen/ vnd vnterstehen sich Religion jhres gefallens an zurichten/ 102 Derhalben hat Daniel durch diesen Antiochum/ zugleich den Antichrist furgemalet/ vnd angezeigt/ das ein Reich sein werde/ darinne die Christen verfolget werden/ vnd Gottes wort vertilget/ vnd ein Religion zu widder Gottes wort/ zu eim schein angericht/ dadurch grosse gewalt vnd güter zu erlangen/ 103 Wie denn Mahomet ein falsche Religion/ vnd durch schein der falschen Religion/ ein Reich angericht hat/ 104 Denn die selbige Religion/ scheinet der vernunfft fein ehnlich/ hat alle hohe Artikel des glaubens weggenomen/ vnd allein die lahr behalten von guten sitten/ 105 das kutzelt menschliche vernunfft/ 106 Darumb ist sie leichtlich jnn die weltlichen hertzen eingeschlichen.

102 Derhalben hat Daniel durch diesen Antiochum/ zugleich den Antichrist furgemalet/ vnd angezeigt/ das ein Reich sein werde/ darinne die Christen verfolget werden/ vnd Gottes wort vertilget/ vnd ein Religion zu widder Gottes wort/ zu eim schein angericht/ dadurch grosse gewalt vnd güter zu erlangen/

5,4,107 Wie aber Antiochus tyrannisirt hat/ ist beschrieben jm Buch Machabeorum. 108 Vnd Daniel spricht/ solche straff werde komen von wegen der sunden des Jüdischen volcks/ 109 Wiewol aber Gott straffet/ lies er sein volck nicht gantz zu poden gehen/ sondern erwecket den Judam Machabeum/ 110 der bracht ein kleinen hauffen zusamen/ vnd greiff des Antiochi heubtleut an/ vnd schlug sie durch Gottes hülff/ vnd erobert den Tempel widderumb jm dritten jar/ nach dem als er ein Götzen darein gestellet het.

5,4,107 Wie aber Antiochus tyrannisirt hat/ ist beschrieben jm Buch Machabeorum. 108 Vnd Daniel spricht/ solche straff werde komen von wegen der sunden des Jüdischen volcks/

5,4,111 Daniel hat die gantze zeit der verfolgung bestimmet .2300. tag/ das sind .6. jar .6. Monat vnd etliche tage/ 112 Denn so lang hat die verfolgung geweret/ vom <065> dritten jar Antiochi/ bis auff das Achte jar/ vnd etliche Monat/ 113 Auch hat Daniel diese zeit geteilet/ das der Götze jm Tempel stehen werde .1290. tag/ das ist .3.jar .6. Monat/ 114 Vnd ist der Tempel widder eröbert jm 148. nach dem tod Alexandri/ das ist.

348. jar/ nach dem als Juda aus Babylon ledig gelassen ist/ vnd.

162. jar für der gepurt Christi.

5,4,111 Daniel hat die gantze zeit der verfolgung bestimmet .2300. tag/ das sind .6. jar .6. Monat vnd etliche tage/ 112 Denn so lang hat die verfolgung geweret/ vom dritten jar Antiochi/ bis auff das Achte jar/ vnd etliche Monat/ 113 Auch hat Daniel diese zeit geteilet/ das der Götze jm Tempel stehen werde .1290. tag/ das ist .3.jar .6. Monat/ 

5,4,115 Vnd hat Antiochus mit dieser seiner Gotslesterung verdienet/ das nicht allein sein stam ausgerot ist/ sondern auch/ das das gantz Königreich Syria/ hernach bald ein ende genomen hat/ 116 Denn nach diesem Antiocho/ haben sich stettigs zween odder mehr umb Syria geschlagen/ 117 Vnd sihet man hie/ wie es pflegt zu zugehen/ wenn ein Königreich vntergehen wil/ Wie wir jtzund jnn Hungern sehen.

117 Vnd sihet man hie/ wie es pflegt zu zugehen/ wenn ein Königreich vntergehen wil/ Wie wir jtzund jnn Hungern sehen.

5,4,118 Es starb Antiochus Epiphanes auff der fart/ da er widder an die Jüden wolt/ vnd den empfangen schaden rechen/ 119 Nach seinem tod entran Demetrius sein bruder von Rom/ vnd nam das Reich ein/ vnd tödtet den jungen knaben Antiochum/ mit dem zunamen Eupator/ den son Antiochi Epiphanis.

5,4,120 Alexander ein haubtman/ erregt ein auffrhur widder diesen Demetrium/ vnd erschlug jhn.

5,4,121 Demetrius lies zween söne/ Demetrium vnd Antiochum Sedeten/ 122 Dieser Demetrius erschlug den Alexandrum/ 123 Darnach erregt einer genant Trypho ein auffrhur/ widder diesen Demetrium/ vnd veriagt jhn/ 124 Aber Demetrius kam hernach widder jnn sein Reich/ vnd ward endlich erstochen/ 125 Antiochus Sedetes ward erschlagen von Parthen.

5,4,126 Dieser Demetrius hatt ein son Antiochum Gryphum/ 127 Antiochus Sedetes hatt ein son Antiochum Cyricenum <sic!>/ 128 Diese zween kriegten auch miteinander vmb Syria/ vnd sind beide erstochen worden/ 129 Darnach haben beider sön miteinander vmb Syria krieget/ vnd einander also verderbet/ das Syria frembde herrn suchet/ vnd henget sich an Tigranem den König jnn Armenia/ 130 Also ist Syria vom geschlecht Seleuci komen/ 131 vnd schlug Pompeius den Tigranem/ 132 Damit ist Syria den Römern vnterthan worden. 133 Das sey gnug vom Königreich Syria.

5,5 Die König jnn Egypto nach
Alexandro

  1. 5,5,1 PTolemeus der son Lagi/ 5,5,2 Von diesem Ptolemeo schreibet Pausanias/ er sey ein bastart Philippi des vaters Alexandri gewesen.
  2. 5,5,3 Ptolemeus Philadelphus/ 5,5,4 Dieser könig wird hoch gelobet/ denn er hat friede gehalten jnn Egypto/ vnd alle künsten vnd gut Regiment angericht/ 5,5,5 Zu jhm sind aus allen landen gelarte leut zugezogen/ vnd sind gnediglich gehalten worden/ 5,5,6 Er hat die grössest vnd berümptest Bibliotheca angericht/ die auff erden gewesen ist/ 5,5,7 Derhalben er auch mit den Jüden bekant ist worden/ 5,5,8 Denn dieweil er sich befraget von aller völcker ankunfft vnd herkomen/ vnd Religion vnd künsten/ be= <066> fand er/ das die Jüden das eltist volck sind/ vnd gewisse Historia haben von der welt anfang/ 5,5,9 Darumb begert er/ man solt jhm 72. man schicken aus Jerusalem/ die jhm die Bibel verdolmetschten/ 5,5,10 Das geschach/ 5,5,11 Also ist die Bibel jnn frembden zungen erstlich bekant worden/ 5,5,12 Jch halt auch das dieser Ptolemeus dadurch zum rechtem glauben komen sey.
  3. 5,5,13 Ptolemeus Euergetes/ vberzoge Syriam vnd rechet den tod seiner schwester Berenices.
  4. 5,5,14 Ptolemeus Philopator/ schlug den grossen Antiochum/ 5,5,15 Darnach ward er ein wüster gesel/ gewan ein metze lieb/ derhalben er seine Königin tödten lies.
  5. 5,5,16 Ptolemeus Epiphanes/ 5,5,17 Diesen vberzoge Antiochus Magnus/ 5,5,18 Hernach gab jhm Antiochus seine tochter.
  6. 5,5,19 Ptolemeus Philometor/ 5,5,20 Diesen vberzoge sein öhem Antiochus Epiphanes/ 5,5,21 aber die Römer namen sich des Ptolemei an/ vnd gepoten Antiocho aus Egypto zu weichen/ wie droben gesagt ist.
  7. 5,5,22 Ptolemeus Euergetes/ setzet den veriagten Demetrium widder ein.
  8. 5,5,23 Ptolemeus Physco/ war ein greuliche schendliche Bestia/ nam seine schwester/ vnd zeuget kinder mit jhr/ 5,5,24 darnach tödtet er das kind/ vnd gab es der mutter zu essen/ 5,5,25 ward auch endlich veriaget/ 5,5,26 Vnd die volgenden sind auch solche vnflat gewesen/ mit hundhochzeiten vnd greulicher tyranney.
  9. 5,5,27 Ptolemeus Alexander.
  10. 5,5,28 Ptolemeus Latyrus.
  11. 5,5,29 Ptolemeus Auletes/ den Gabinius widder einsetzet.
  12. 5,5,30 Ptolemeus Dionisius/ der Pompeium tödten lies/ vnd hernach Julio auch vntrew war/ 5,5,31 Darumb nam jhm Julius das Reich/ vnd gab es der schwester Cleopatra/ 5,5,32 die tödtet sich endlich selb/ da Augustus Antonium den sie auff enthielt/ geschlagen hatt/ 5,5,33 Hernach haben die Römer Egyptum eingenomen/ vnd ist also das Edel geschlecht Ptolemei auch vntergangen.

5,5,6 Er hat die grössest vnd berümptest Bibliotheca angericht/ die auff erden gewesen ist/

5,6 Von den Jüden.

5,6,1 ICh hab droben gemel
det/ das der stam Dauid/ nach dem als die Jüden von Babylon widder komen sind/ dennoch jm Regiment blieben ist/ 2 Sie haben aber nicht den Königlichen namen gefüret/ sondern sind Fürsten gewesen/ 3 Vnd haben regiret bis zur zeit Antiochi Epiphanis/ 4 Vnd gedenckt jhr Lucas jnn der Genealogia Christi.

5 Zorobabel. 58.
Resa Miseolam. 66.
Johanna Ben Resa. 53.
Judas primus Hircanus. 14. zur zeit Alexandri.

6 Nach Alexandro.

7 Joseph primus. 7
Abner Semei. 11
Eli Matathia. 12
<067>
Aser Maath. 9
Nagid Artaxat. 10
Hagai Eli.
Maslot Naum
Amos Sirah  14
Matathia Siloa  18
Joseph Junior. 50. 8 Dieser ist bey Ptolemeo Euergete jnn grosser freuntschafft gewesen/ vnd heisset Arses bey Eusebio.

4 Vnd gedenckt jhr Lucas jnn der Genealogia Christi.

8 Dieser ist bey Ptolemeo Euergete jnn grosser freuntschafft gewesen/ vnd heisset Arses bey Eusebio.

5,6,9 Janna Secundus Hircanus. 16. 5,6,10 Der hat grosse krieg widder die Araben gefurt vnd offt gesieget/ 5,6,11 Aber Antiochus Epiphanes hat jhn jn eim schlos belegert/ 5,6,12 Da er aber sahe das er sich nicht auffhalten kont/ hat er sich doch jm sturm so lang geweret/ bis er umbkomen ist/ 5,6,13 Dieser ist der letzt regent aus dem stam Dauid gewesen/ 5,6,14 Hernach haben die Machabei regirt/ 5,6,15 die sind aus der Priester geschlecht gewesen/ 5,6,16 Vnd nach diesen ist der Jüden Reich gantz auff Herodes geschlecht komen/ 5,6,17 das war Heidnisch/ aber es nam die beschneittung an/ 5,6,18 Vnd dieses hat Gott zuuor verkündiget/ das der stam Dauid vom Regiment sol gestossen sein/ wenn Christus komet/ vnd ist doch nicht lang vom Regiment gewesen/ sondern bey 160. jar bis auff die gepurt Christi/ Das noch jnn menschen gedechtnis gewesen ist/ welchs geschlecht regirt hat/ 5,6,19 Also setzet Lucas die Regenten bis auff diesen letzten Janna Hircanum/ 5,6,20 Vnd darnach setzet er die vberigen auch/ so nicht regirt haben/ bis auff Christum/ 5,6,21 Darumb wil ich volgend kurtz die Machabeos/ vnd Herodes geschlecht setzen.

5,6,19 Also setzet Lucas die Regenten bis auff diesen letzten Janna Hircanum/

5,7 Das geschlecht Ma=
chabeorum.

5,7,1 Matathias hat seine söne vermanet/ dem Antiocho widderstand zuthun/ 2 die haben nacheinander regirt als Fürsten.

5,7,3 Judas Machabeus der erst/ der hat des Antiochi Epiphanis haubtleut geschlagen/ vnd den Tempel jnn .3. jaren widder eröbert/ vnd grosse sieg gehabt/ 4 Als bald er aber bündtnus mit den Römern macht/ ist er geschlagen worden/ vnd umbkomen/ 5 Denn Gott wil/ man sol auff jhn vertrawen/ vnd nicht auff menschen hülff. 6 Er regirt .5. jar.

5,7,7 Jonathas regirt .19. jar/ 8 der hielt sich zu Alexandro/ der sich jnn Syria fur ein König auffwarff/ vnd ist verreterlich getödtet worden hernach vom Triphon/ 9 Er hat sich auff heillos vnd auffrürische leut verlassen/ 10 darumb ists jhm nicht wol gangen.

5,7,11 Simon regirt .8. jar/ 12 der schulg <sic!> Antiochum Gryphum/ 13 ist auch durch verreterey erstochen worden/ von seinem tochter man.

5,11,14 Simon hatt ein son/ der hies Johannes Hircanus/ 15 der hat regirt .26. jar/ 16 Zu dieses zeit belegert Antiochus Gryphus Jerusalem/ 17 Aber er name gelt/ vnd zoge widder abe/ 18 Darnach erobert Hircanus Samariam.

5,8 König aus diesem geschlecht
der Machabeer.

<068> 5,8,1 ARistobulus Hircani
son/ regirt .1. jar/ vnd hat sich zu König krönet/ vnd ist der erst König zu Jerusalem gewesen/ nach dem als die Jüden widder komen sind aus Babylon/ 2 Dieser hat sein bruder Antigonum getödtet/ darumb das er besorget/ er trachtet nach dem Reich.

5,8,3 Alexander der jünger son Hircani/ regirt .27. jar/ 4 Nach jhm regirt Alexandra sein weib .9. jar.

5,8,5 Alexander hat zween sön gelassen/ Hircanum vnd Aristobulum/ 6 Wiewol aber Hircanus der elter son war/ macht sich doch Aristobulus selb zum König/ vnd veriagt sein bruder Hircanum/ 7 Aber Antipator ein Fürst jnn Jdumea/ Herodis vater/ vnd Aretas der König jnn Arabia/ halffen Hircano widder Aristobulum/ 8 Also ists jnn Judea ebenso Heidnisch zugangen/ wie jnn andern Heidnischen Königreichen/ 9 Hernach hat Pompeius/ Jerusalem eingenomen/ vnd Hircanum zum öbersten Priester gemacht/ vnd Aristobulum mit seinen zween sönen/ Alexandro vnd Antigono gefangen/ vnd gefenglich gen Rom gefurt.

5,8,10 Alexander aber ist dauon komen auff dem weg/ vnd ist widder jnn Judea gewaltig worden/ 11 da hat jhn Gabinius der Römer haubtman jnn Syria geschlagen/ vnd ist hernach von Scipione zu Antiochia geköpfft worden.

5,8,12 Antigonus ward zu Rom ledig gelassen durch Julium/ 13 Aber Antonius hat jhn lang hernach zu Antiochia tödten lassen/ jm .3. jar/ nach dem Herodes war König worden/ 14 Vnd ist Hircanus hoher Priester gewesen/ die zeit alle zu rechen .34. jar/ vnd ist endlich von Herode getödtet worden. 15 Das ist jemmerlich jnn allen Historien zu sehen/ das die löblichen geschlecht nicht allein vntergehen/ sondern das die nachkomen der heiligen hohen leut/ so gantz aus der art schlagen/ vnd jnn alle greuliche laster geraten.

15 Das ist jemmerlich jnn allen Historien zu sehen/ das die löblichen geschlecht nicht allein vntergehen/ sondern das die nachkomen der heiligen hohen leut/ so gantz aus der art schlagen/ vnd jnn alle greuliche laster geraten.

5,9 Wenn erstlich die Phariseer
vnd andere Secten bey
den Jüden auffko=
men sind.

5,9,1 NAch dem bey den Jü
den beide/ Fürstenthumb vnd Priesterthumb/ durch des Antiochi krieg zerrut sind/ vnd die Machabei sich an die Heidnische König hengeten/ Welche Fürsten vnd Priester setzten vnd entsetzten/ die der Religion wenig achten/ Sind Secten vnd spaltung jnn der Jüdischen Religion entstanden/ 2 Denn anders kans nicht gehen/ so kein gewis haubt jnn der Religion ist/ odder so die heubter der Religion nicht achten/ vnd allein weltliche macht suchen/ wie die Heiden.

5,9,3 Es sind aber dreierley worden/ 4 Die ersten sind genant Pharisei/ das ist/ die abgesonderten/ vom wort Phares/ 5 Diese sind die gelerten gewesen/ vnd haben etliche menschen satzung vber das gesetz Mosi ge= <069> habt/ dadurch sie sich sonderten vom volck/ 6 Sonst haben sie dennoch ein besser vnd rechter lahr gehabt denn die anderen/ 7 Denn sie haben geleret das nach diesem leben/ ein ewig leben sey/ das Gott nach diesem leben die sunden straffen werde/ Jtem/ das Christus der Messias komen werde/ die sunder zu richten/ vnd den fromen zu helffen/ 8 Sie sind auch fur andere secten zum regiment gezogen/ vnd gewaltig gewesen/ 9 Jnn summa/ es sind die gelerten gewesen/ die furnemlich regirt haben.

5,9,10 Sadducei sind die andern gewesen/ vnd haben ein seer prechtigen namen vnbillich gefüret/ 11 Denn Zaddik/ heist gerecht/ Saducei iusti/ die heiligen. 12 Also gehet es jnn der welt/ 13 Diese sind die ergesten schelck gewesen/ 14 noch haben sie solchen herlichen namen gefüret/ 15 Sie haben geleret/ das kein leben fürder nach diesem leben sey/ Gott habe das gesetz geben/ das man hie stille vnd ehrlich lebe/ vnd wolle allein jnn diesem leben solchs belonen/ 16 Vnd haben die schrifft gedeut gantz nach menschlicher vernunfft/ vnd anders nicht hören wollen/ 17 vnd sind rechte Epicurei gewesen/ 18 Sie sind auch gewaltig worden/ vnd haben den Phariseis eben harten widderstand gethan. 19 Vnd ist warlich schrecklich zu hören/ das man jnn Gottes volck solch Heidnisch lahr hat öffentlich dürffen leren vnd halten/ nemlich/ das kein leben nach diesem leben sey.

5,9,20 Essei/ sind die dritten gewesen/ 21 die haben gesehen/ das beide teil/ Pharisei vnd Saducei/ viel rhümeten von frömkeit/ vnd nichts thaten/ 22 Darumb haben sie es mit ernst wollen angreiffen/ vnd haben sich genant Essei/ das ist Operarij/ vom wort Assa/ das ist wircken. 23 Wie jtzund die Anabaptisten schelten die andere zween teil/ vnd wollen heiliger sein/ 24 Es haben auch die Essei eben ein solch Anabaptisten leben gefüret/ nicht weiber gehabt/ alle ding gemein wollen haben 25 Vnd ist ein törichte/ grobe Möncherey vnd heucheley gewesen/ hat auch nicht lang geweret. 26 Jtzund spaltet sich die Kirch eben also jnn drey teil/ 27 Denn die ander zukunfft Christi ist auch nahe/ 28 Die Anabaptisten sind Essei/ Jnn den andern zweien teilen/ etliche Pharisei/ etliche Saducey/ 29 Denn was jm Jüdenthumb geschehen ist/ ist gewislich ein figur der Cristenheit/ 30 Vnd haben diese drey Secten bey den Jüden angefangen vnter Johanne Hircano/ dem son Simonis/ vor der gepurt Christi .127. jar.

23 Wie jtzund die Anabaptisten schelten die andere zween teil/ vnd wollen heiliger sein/ 24 Es haben auch die Essei eben ein solch Anabaptisten leben gefüret/ nicht weiber gehabt/ alle ding gemein wollen haben 25 Vnd ist ein törichte/ grobe Möncherey vnd heucheley gewesen/ hat auch nicht lang geweret. 26 Jtzund spaltet sich die Kirch eben also jnn drey teil/ 27 Denn die ander zukunfft Christi ist auch nahe/ 28 Die Anabaptisten sind Essei/ Jnn den andern zweien teilen/ etliche Pharisei/ etliche Saducey/ 29 Denn was jm Jüdenthumb geschehen ist/ ist gewislich ein figur der Cristenheit/

5,10 Das geschlecht Herodis.

5,10,1 DA Julius Caesar ein
seer fahrlichen krieg füret jnn Egypto/ hielt Antipater ein Fürst jnn Jdumea treulich bey jhm/ 2 der halben macht Cesar den Antipater hernach zu eim haubtman vber Judeam. 3 Also haben nu die Jüden frembde Herrn/ 4 Sie setzten sich auch gar getrost dagegen/ vnd wolten diesen Jdumeer nicht haben/ 5 vnd hat jhn ein Jüd genant Malchus/ mit gifft getödtet.

5,10,6 Herodes rechet seines vaters Antipatri tod/ vnd erlanget bey Augusto vnd Antonio Olympiade .182. das ist/ nach Alexandri anfang .292. jar/ das man jhn der Jüden König machet/ 7 Also hat nu Juda frembde König aus Jdumea/ 8 vnd gewan Herodes die Stad Jerusalem nach langer belegerung/ vnd vergos viel blut/ ehe er die Jüden zu gehorsam bracht. 9 Jm .30. jar dieses Herodis/ ist Christus geporn/ 10 Dis sind jnn summa die grössisten verenderung so jnn Ju= <070> dea furgefallen sind/ zur zeit dieser Monarchi/ bis auff die letzt Monarchi/ vnd auff die gepurt Christi.

5,10,11 Wiewol aber die volgenden König aus Herodis geschlecht nach Christus gepurt gewesen sind/ wil ich sie doch hie zusammen setzen/ damit sie ein jeder leser deste leichter mercken könne/ wie einer vom andern her kömmet/ vnd wie sie ordenlich nacheinander regirt haben/ bis auff die zerstörung Jerusalem/ Wiewol ich jnn ordenung der Historien noch so fern nicht komen bin/ denn ich hab noch der Römer hendel zu erzelen/ die sich zur zeit der Greken Monarchi begeben haben.

5,10,12 Herodes der erst/ den man nennet von Ascalon/ hat viel sön gehabt/ 13 Drey hat er lassen selb tödten/ Alexandrum/ Aristobulum vnd Antipatrum/ das sie widder den vater conspirirt hatten/ 14 Aber nach jhm haben gelebet/ Archelaus/ Herodes mit dem zunamen Antipas vnd Philippus/ 15 Vnter diese ist das Reich geteilet worden.

5,10,16 Archelaus war von Herode zum König gewelet jm Testament/ 17 Aber Augustus wolt jhn nicht bestetigen als ein König/ sondern macht jhn zu einem Fürsten/ mit vertröstung/ wo er sich wol hielt/ wolt er jhn zum König machen/ 18 Also regirt er .9. jar/ vnd vbet viel Tyranney/ setzet vnd entsetzet hohe Priester/ nam seines bruders Alexandri weib/ 19 Endlich ward er verklaget bey Augusto/ 20 derhalben entsetzet Augustus Archelaum/ vnd sendet jhn zur straff jnn Gallien/ 21 da solt er sein leben lang jm elend bleiben/ 22 Vnd ist der teil Judea hernach durch Römische haubtleut regirt worden/ Erstlich durch Cyrenium/ hernach durch Pilatum.

5,10,23 Herodes mit dem zunamen Antipas/ Archelai bruder/ war vom vater Herode zu eim Fürsten gesetzt jnn Galilea/ 24 Dieser hat seinem bruder Philippo/ da er noch lebet/ sein weib genomen/ 25 Vnd ist also zugangen/ 26 Herodes zoge gen Rom/ vnd jnn dieser fart/ keret er ein zu Philippo seinem bruder/ der vorn an Jdumea ein lendlin jnne hat/ 27 Da kam Herodes jnn kuntschafft mit der Herodiade/ die Aristobuli tochter war/ vnd Herodis Agrippe schwester/ vnd verlies mit jhr/ so er widder keme/ wolt er sie holen lassen/ Welchs also geschahe/ 28 Diese misthat strafft Johannes Baptista/ vnd ward darumb geköpfft/ 29 Aber Herodes ward entlich auch gestrafft/ vnd durch Caium Caligulam gen Leon jnn Gallien jns elend mit dem weibe Herodias gesand/ 30 Denn die bestia/ das weib Herodias/ treib Herodem gen Rom zu ziehen/ umb das Königreich zu bitten/ 31 da richt Herodes nichts aus/ vnd verlore dazu das land/ das er zuuor hatt/ 32 Dieser hat jnn Galilea 24. jar regirt.

5,10,33 Herodes Agrippa ist Aristobuli son gewesen/ von dem ich zuuor gesagt habe/ das Aristobulus Herodis des ersten son gewesen ist/ vnd vom vater getödtet. 34 Dieser Herodes Agrippa ist erstlich zu Rom zur zeit Tiberij gefangen gelegen/ 35 Darnach ist er jnn grossen gnaden bey Caio Caligula gewesen/ 36 von dem hat er erlanget erstlich seines bruders Philippi land/ vnd den Königlichen namen/ darnach Herodis Antipe land/ 37 Von Claudio erlanget er Samarien vnd Judea/ 38 vnd ist also das Königreich Judea widderumb zusamen auff ein herrn komen/ 39 Dieser Herodes hat den Apostel Jacobum/ den man nennet den Eltern/ getödtet/ wie man findet Actuum .12. 40 Er hat regirt .7. jar.  <071>

39 Dieser Herodes hat den Apostel Jacobum/ den man nennet den Eltern/ getödtet/ wie man findet Actuum .12.

5,10,41 Agrippa des Herodis Agrippe son/ war seer jung da der vater starb/ 42 derhalben ist Judea widderumb durch der Römer haubtleut regirt worden/ 43 Hernach hat Claudius diesem Agrippe ein lendlin gegeben jnn Syria/ das man nennet das Königreich Chalcis/ Jtem/ das land Philippi an Jdumea/ 44 Nero gabe jhm auch etliche Stedte jnn Judea/ 45 Zu dieses Agrippe zeiten ist Jerusalem zerstöret worden/ 46 vnd wird sein gedacht Actuum .21. 47 Er hat regirt .27. jar. 48 Philo schreibet/ Dieser Agrippa habe ein son gelassen/ der neben dem Ben Cosban regirt hat/ welcher sich auffwarff fur der Juden König/ vnd richt ein grossen lermen an/ jnn Syria vnd Judea/ zur zeit des Keisers Adriani.

48 Philo schreibet/ Dieser Agrippa habe ein son gelassen/ der neben dem Ben Cosban regirt hat/ welcher sich auffwarff fur der Juden König/ vnd richt ein grossen lermen an/ jnn Syria vnd Judea/ zur zeit des Keisers Adriani.

5,10,49 Dis ist das gantz geschlecht Herodis/ bis nach der zerstörung Jerusalem. 50 Das hab ich hie zusamen bracht/ das man klar sehen könne/ wie sie nacheinander regirt haben/ welchs not ist die Bibel zuuerstehen/ 51 Vnd sind vom anfang des ersten Herodis bis auff die zerstörung Jerusalem .103. jar

50 Das hab ich hie zusamen bracht/ das man klar sehen könne/ wie sie nacheinander regirt haben/ welchs not ist die Bibel zuuerstehen/ 

5,11 Von Rom.

5,11,1 ICh hab jn der Dritten
Monarchi kürtzlich erzelet/ der Persen vntergang/ der Greken steigen vnd fallen/ vnd der Juden manigfeltige vnruge vnd verenderung. 2 Nu wil ich volgend seer kurtz die zeit der grösten krieg setzen/ die Rom dieweil bis von Alexandro an/ gehabt hat/ 3 Denn es würde viel zu lang die Historien hie gantz zu erzelen.

2 Nu wil ich volgend seer kurtz die zeit der grösten krieg setzen/ die Rom dieweil bis von Alexandro an/ gehabt hat/ 3 Denn es würde viel zu lang die Historien hie gantz zu erzelen.

5,11,4 Jch habe offt droben gesagt/ das Gott die hohe gewaltige Monarchien verordnet habe/ die grossen mechtigen herrn zu straffen/ vnd recht widder grossen gewalt auff zu richten/ 5 Das sihet man jnn allen Monarchien/ das sie also gewachsen sind/ das sie grosse mechtige potentat gedemütigt haben/ 6 Als die Römer/ nach dem sie jn Jtalien gantz mechtig sind worden/ haben sie sich erstlich an Hispanien vnd Carthago geleget/ vnd langwirige/ schreckliche krieg gefüret/ wiewol sie auch offt hart geschlagen sind.

5,12 Die krieg mit Carthago.

5,12,1 VNd sind die krieg mit
Carthago erstlich erreget worden/ von wegen Sicilien/ 2 denn der König Hieron suchet hülff bey den Römern/ Dem die von Carthago/ so nu lang ein grossen teil jnn Sicilia jnne hatten/ viel vnruge machten. 3 Derhalben jm 480. jar nach anfang der Stadt Rom/ sind die Römer erstlich widder die von Carthago gezogen/ 4 vnd hat dieser krieg stettigs geweret .22. jar/ 5 vnd haben die Römer erstlich ein jemmerliche nidderlag darinne gelitten/ da Regulus gefangen ward/ 6 Dieser Regulus ward von Carthago gesand/ zu Rom zu handeln/ das man die gefangnen feind ledig liesse/ 7 Wo er dieses erlanget/ solt er ledig sein/ wo er das aber nicht erlanget/ solt er widder gen Carthago sich stellen/ 8 Da er nu gen Rom kam/ hat er selb geraten/ man solt diesen <072> wechsel nicht machen/ sondern bedencken/ das er ein alter schwacher man were/ des leben furter nicht gros zu achten/ 9 Entlich volget jhm der Radt/ 10 da stellet er sich wider/ vnd ward zu Carthago greulich gemartert auff mancherley weise/ 11 vnd wird vnter andern angezeiget/ das man jhm die augbraen abgeschnitten hat/ das er mit wachen gepeinigt würde/ 12 Derhalben wird erstlich seine trew gelobet/ das er gemeinen nutz höher geacht hat denn sein eigen leben/ 13 Dazu wird sein glaub gepreiset/ das er sich widder gestellt hat/ so er doch wust/ das er greulich gemartert würde/ 14 Endlich sind dennoch die von Carthago gedrungen/ frieden zu begeren/ Als die Römer ein seer grosse schlacht gewonnen haben/ bey der Jnsel Egusa/ da .13. tausent von Carthago vmbkomen .32. tausent gefangen sind/ 15 Da aber die von Carthago friede begerten/ haben jhn die Römer diese gefangen vngeschatzet widder ledig gelassen/ 16 vnd ist dieses geschehen nach Alexandro/ da jnn Egypto Ptolemeus Euergetes regirt.

5,13 Von Hannibal.

5,13,1 IM fünff hundert vnd
sechs vnd dreissigsten jar/ nach anfang der Stadt Rom/ hat Hannibal den andern krieg angefanen <sic!>/ so die Römer mit Carthago gehabt. 2 Dieser krieg ist erregt von wegen der lender jnn Hispania/ welche etwa die von Carthago verloren hatten/ vnd Hannibal nu widderumb eingenomen/ 3 vnd haben die Römer nie grösser not gelitten/ denn jnn diesem krieg/ 4 Denn erstlich war gantz kein glück bey den Römern/ 5 Hannibal zoge jnn Jtalien/ vnd schlug sie drey mal nacheinander/ 6 Vnd wiewol viel Römer jnn den zwo ersten schlachten vmbkamen/ war es doch der dritten nicht gleich/ 7 Da wurden jnn die .40. tausent Römer erschlagen/ vnd zum teil gefangen/ 8 Vnd fiel ein solcher schreck ein zu Rom/ das viel vom Adel zusamen kamen/ vnd radt hielten/ wie sie Rom verlassen/ vnd jnn Grecien fliehen wolten/ 9 Da aber der jung Scipio das höret/ kam er zu jhn vnd vermanet sie/ das vaterland nicht zuuerlassen/ vnd sagt/ 10 So einer sich mercken liesse zu fliehen/ den wolt er als bald erstechen/ 11 Vnd drang also den jungen Adel/ das sie zu hauff schweren musten/ nicht zu weichen von Rom/ sondern glück vnd vnglück mit dem vaterland zu warten.

5,13,12 Vnd dieser Scipio macht hernach ein ende diesem krieg/ als er .16. jar geweret hatt/ 13 Denn er schlug den Hannibal jnn Aphrica/ vnd zwang die von Carthago/ friede zu begeren/ vnd ward friede gemacht/ Also/ das die von Carthago den Hannibal den Römern vberantworten solten/ 14 Aber Hannibal entran/ vnd flohe zum König Antiocho magno/ 15 den beweget er/ ein grossen schrecklichen krieg widder die Römer anzufahen/ 16 Aber Antiochus magnus ward auch geschlagen/ wie droben gesagt/ 17 Vnd ist hieraus leichtlich zu rechen/ wenn dieser ander krieg mit Carthago gewesen ist/ nemlich/ bey .30. jaren vor Juda Machabeo. <073>

5,14 Vom Römer krieg
jnn Macedonia

5,14,1 IM fünffhundert vnd
fünff vnd funffzigsten jar/ haben die kriege jnn Macedonia angefangen/ erstlich mit Philippo/ von wegen der bündnus/ die er mit Hannibal widder die Römer gemacht hatt/ 2 Denn Philippus war den Römern seer feind/ 3 denn er sahe/ das die Stadt steigen wolt/ zu ausrottung aller Königen vnd hohen potentat/ 4 Vnd sagt etlich mal/ er besorget sich eines wetters/ das aus Jtalia jnn Grecia komen würde/ dagegen alle krieg vnd vnglück/ so zuuor die Greken von Persen vnd sonst gelitten hetten/ fur eitel schertz zu halten würde/ 5 Darumb als jhn die Römer angriffen/ handelt er weislich/ suchet bald frieden/ vnd vertrug sich mit den Römern/ 6 Aber sein son Perseus hernach/ war zu khün/ vnd wolt nicht ruge haben/ sondern rüstet sich vnd macht mit vielen Königen bündnus/ vnd greiff der Römer Stedt jnn Grecia an/ schlug auch erstlich die Römer hart/ 7 Doch begert er nach dieser schlacht als bald frieden/ 8 Aber die Römer wolten kein friede mit jhm machen/ vnd schickten Paulum Emilium widder jhn/ der schlug den Perseum/ vnd fieng jhn mit mutter/ weib vnd sönen. 9 Also lerneten die Römer die König demütigen/ 10 Vnd ist dieser letzt König jn Macedonia gewesen/ 11 Vnd ist das Edel geschlecht Demetrij/ dauon ich droben gesagt habe/ also auch vntergangen/ 12 Dieses Persei son ist zu Rom ein schreiber worden/ 13 vnd ist Macedonia furter durch der Römer haubtleut regirt worden/ 14 Vnd hat sich dieser krieg mit Perseo begeben/ kurtz zuuor ehe Antiochus Epiphanes die Jüden angriffen hat.

5,15 Wie Carthago
zerstöret ist

5,15,1 JM sechs hundert
vnd andern jar/ nach anfang der Stadt Rom/ ist der dritte vnd letzt krieg mit Carthago angangen/ aus dieser vrsach/ 2 Die von Carthago betrugen sich vbel mit jhren nachbaren/ 3 Wie denn allezeit zwischen Stedten vnd Fürsten vneinigkeit furfielen/ 4 Nu begereten die selbigen hülff von Römern/ widder die von Carthago/ 5 Da ward nach langer handlung jm Radt zu Rom disputirt/ ob man Carthago/ dieweil es nicht rugen wolt/ gantz zerstören vnd vertilgen solt/ 6 Denn Scipio Nasica riedt/ man solts nicht zerstören/ 7 Erstlich were es nicht löblich/ das Rom ein solche tyranney vbet/ vnd so viel volcks jemmerlich verderbet/ 8 So were es auch nicht nützlich/ denn on diese Stadt künd man Aphrica schwerlich erhalten/ man wolde es denn gantz zu einer wüsten machen. 9 Zum dritten/ So müsten die Römer ein Stadt vor sich haben/ die sie wacker hielt/ sonst würden sie vnter sich selb krieg erregen/ wenn sie niemand frembds fürchten würden. 
<074>

5,15,10 Da gegen hett Cato vnter andern Argumenten furnemlich dieses/ das er sehe/ das Rom an tugend vnd geschickligkeit abneme/ 11 Wo nu diese mechtige Stadt Carthago stehen solt/ vnd sehen würde/ das Rom las/ sicher/ vnuorsichtig vnd schwach were/ so würde gewislich Carthago widderumb nach dem Imperio trachten/ vnd Rom vberfallen vnd vnter sich bringen/ 12 Das zu vorkomen/ were nützlich vnd gut/ Carthago zuuertilgen.

5,15,13 Auff diese disputacio wolde der Radt noch nicht schliessen/ sendet aber den alten man Cato vnd etliche mit jhm/ Carthago zu besichtigen/ wie es da stünd/ vnd ob sich dauor zu besorgen were/ als denn weiter von der sach zu radschlagen/ 14 Da Cato widder kam/ zeiget er an/ das er sich viel mehr besorget vor Carthago/ denn vor nie/ 15 Denn/ wiewol jhn jhr land genomen were/ so sehe er doch/ das die Stadt noch mechtig were/ vnd dazu mutig/ vnd würde es nicht lassen/ sie würd mit der zeit ein that wagen/ ob sie sich widder rechen möcht/ 16 Auch bracht Cato frische feigen mit sich von Carthago/ 17 die waren seer schön/ 18 Diese feigen zeiget er den Herrn jm radt/ 19 Da man jhn aber fraget/ wo er die feigen her brecht/ sprach er/ jnn dreien tagen möcht man dahin schiffen/ vnd sagt/ 20 Sie wachsen bey ewren feinden/ 21 Also nahe habt jhr ewre feinde.

5,15,22 Auff diese vielfeltige vermanung Catonis/ beschlosse der Radt/ man solt Carthago mit krieg angreiffen/ vnd gantz zerstoren vnd schleiffen/ 23 Dazu ist Scipio der jünger/ des Pauli Emilij son/ zum haubtman gewelet/ 24 vnd ist Carthago jm vierden jar/ als mans .6. tag aneinander gestürmet hat/ erobert/ 25 Wiewol nu Scipio lies fliehen wer fliehen wolt/ Jst dennoch ein jammerlich würgen jnn der Stadt gewesen/ bis sie geplundert ist/ 26 Darnach hat Scipio die Stadt anzünden lassen/ 27 die hat .16. tag stettigs gebrunnen. 28 Dis ist das erbermlich end der edlen Stat Carthago/ darin so viel löblicher Fürsten fur vnd fur gewesen sind/ das seer lang würde/ sie zu erzelen/ 29 Vnd ist bey .700. jar gestanden. 30 Vnd mag billich hie ein jeder leser betrachten/ wie schrecklich Gott straffet/ das er solche gewaltige/ Edle Stedt/ so jemmerlich stürtzet. 31 Man schreibet auch/ das Scipio nach dem brand dazu geritten/ sey/ vnd den jamer gesehen/ vnd angefangen bitterlich zu weinen/ mit diesen worten/ 32 Es jamer jhn der löblichen Stadt/ vnd bedenck/ das Rom auch ein mal also auff eim hauffen liegen werde/ denn man sehe/ das kein macht auff erden bestendig sey.

30 Vnd mag billich hie ein jeder leser betrachten/ wie schrecklich Gott straffet/ das er solche gewaltige/ Edle Stedt/ so jemmerlich stürtzet.

5,16 Wie es den Cimbris jnn
Jtalia ergangen ist.

5,16,1 DJs ist die ander Hi=
storia von Deudschen/ wie es jhnen jnn Jtalia ergangen ist/ 2 Denn Cimbri sind eigentlich Deudschen/ 3 Das beweiset der nam Cimbrica Chersonesus/ 4 Also heisset man das land Holsacia vnd Denmarck/ so dran stösset/ 5 Vnd ist ein wort/ Cimmerij vnd Cimbri/ wie Strabo anzeigt/ kömpt her vom wort Gomer. 6 Also hat geheissen ein son Japhet/ der die lender hinter Thracia gegen vns/
<075> da jtzund wonen die Liten vnd Liuonier/ besetzt hat/ 7 Darumb sind auch Homero die Cimmerij bekant gewesen/ 8 Denn Thracia vnd was daran ligt/ ist den Greken wol bekant gewesen/ 9 vnd ist der name Cimbri/ blieben auff Holsacia vnd Denmarck. 10 Aber die gegen Orient vnd Thracia/ sind hernach Götthi genennet worden/ dauon wil ich hernach sagen/ wenn ich auff die Gotthen kome. 11 Auch setzt man hie klar/ den namen Teutones/ das Teutones mit den cimbris gezogen sind/ 12 Es ist ein grosser hauff aus allen Deudschen landen gewesen/ nemlich bey drey mal hundert tausent/ 13 So gewaltig/ das sie sich geteilet haben/ ein teil jn Jtalia sich setzen wollen/ ein teil jnn Gallia/ 14 Da sie aber die Römer angriffen haben/ sind sie widder zusamen gezogen/ 15 Erstlich haben die Cimbri die Römer hart geschlagen/ vnd .4. grosser schlachten gewonnen/ vnd nemlich jnn der ein schlacht die Cepio that/ den Römern bey .80. tausent man erschlagen/ 16 Daher ein solcher schreck zu Rom vnd jnn gantzem Jtalia war/ der gleichen auch nicht zu Hannibalis zeiten gewesen ist/ 17 Da welet man Marium zu eim heubtman widder diese Deudschen/ 18 der ist der grösten krieger einer gewesen/ so die Stadt Rom gehabt hat/ 19 Der zoge widder sie jm jar .652. nach anfang der Stadt Rom/ vnd hatt jns drit jar mit jhn zu schaffen/ bis er sie dempfft vnd umbbracht/ 20 Vnd man schreibet das jn der letzten schlacht die weiber sich also geweret haben/ das sie nicht weniger schaden denn die mann gethan haben/ 21 Loffen den Römern entgegen/ mit den kleinen kindern/ vnd schlugen jhn die kinder jnn jhr antlitz. 22 Das ist ja ein grosser jamer gewesen/ das einer wol vor Gottes zorn erschrecken mag/ der solchen grossen jammer jnn Historien lieset/ 23 Denn es mus warlich ein grosser zorn sein/ der solch elend vber die arme menschliche natur gehen lesset.

5 Vnd ist ein wort/ Cimmerij vnd Cimbri/ wie Strabo anzeigt/ kömpt her vom wort Gomer.

7 Darumb sind auch Homero die Cimmerij bekant gewesen/ 

22 Das ist ja ein grosser jamer gewesen/ das einer wol vor Gottes zorn erschrecken mag/ der solchen grossen jammer jnn Historien lieset/ 23 Denn es mus warlich ein grosser zorn sein/ der solch elend vber die arme menschliche natur gehen lesset.

5,17 Von Sylla vnd
Mario.

5,17,1 WJe Scipio Nasica ge
sagt hatt/ also ist es gangen/ 2 Da die Römer seer mechtig waren/ das jhn kein frembder kein widderstand thun mocht/ sind sie selb jnn einander gefallen. 3 Marius/ von dem ich gesagt habe/ hat grosse löbliche thaten gethan/ widder die frembden feind/ 4 Aber er hat hat letztlich zu Rom ein greulichen lermen angericht/ 5 Denn da Sylla zu haubtman gewelet ward jnn Asia zu ziehen/ widder Mithridaten/ verdrosse Marium/ das man diesen jungen gesellen furzoge/ vnd practicirt bey den Tribunis/ das sie sich widdern Radt setzen solten/ vnd dem pöfel furhalten/ sie solten Marium welen. 6 Aus diesem neid allein/ entstund der grosse krieg zwischen Mario vnd Sylla/ 7 Denn da Marius diesen lermen zu Rom angericht hatt/ rüstet sich Sylla jnn Asien zu ziehen/ 8 Nu hatt Marius erhalten durch den pöfel/ das Sylla nicht jnn Asien ziehen solt. 9 Jtem/ es waren etliche zu Rom dem Sylle verwant/ jnn diesem lermen erschlagen/ vnd nemlich der son Pompeij Consulis/ des Sylle tochter man/ 10 Da nun die Tribuni zu Sylla sendeten/ vnd verpoten jhm jnn Asia zu ziehen/ da zohe er eilend
<076> gen Rom gerüst/ vnd tödtet den Tribunum vnd viel mehr/ 11 Marius flohe jnn Africam/ 12 Mitler zeit ordnet Sylla die Stadt Rom wol/ vnd zoge jnn Asiam/ vnd richtet viel grosser sachen aus/ schlug den Mithridaten/ vnd erobert Athen mit gewalt/ vnd name gantz Greciam ein/ vnd viel land jnn Asia/ 13 Mitler zeit kam Marius widder aus Africa gerüst jnn Jtalien/ 14 vnd da er gen Rom kam/ erstach er die besten vnd treffenlichsten Fürsten vnd grosse herrn/ die er da fand/ 15 vnd war ein jemmerlich würgen zu Rom/ 16 Da must Sylla wider aus Asia/ seinen anhang zu retten/ 17 Da er kam/ war Marius gestorben/ 18 Aber Marij son rüstet sich widder den Syllam/ 19 Des erschrack Sylla seer/ vnd sagt/ er het glück jnn seiner jugent widder ein alten gehabt/ er besorget/ ein junger würde nu glück widder jhn haben. 20 Hie sihet man/ wie diese weise leut die vnbestendigkeit des glücks bedacht vnd gefurcht haben. 21 Aber Sylla hatt ein rechte sach/ darumb halff jhm Gott/ vnd schlug seine feind/ 22 Man schreibet aber er habe jhm dennoch hernach zu viel gethan/ denn er schonet furter niemand/ vom anhang Marij/ vnd war des würgens kein masse vnd kein ende zu Rom/ 23 Also worden die Fürsten widder gerochen vnd jns Regiment eingesetzt. 24 Dis ist aber hie sonderlich zu bedencken/ das so grosser jamer vnd zerruttung des Regiments/ aus so geringen vrsachen/ wie ich gesagt/ entstanden ist/ 25 Vnd ist das spiel vmbgangen/ Erstlich vber die Fürsten/ darnach vber den gemeinen man. 26 Aber Sylla hat das Regiment darnach widder gefast/ vnd hat daran löblich vnd weislich gethan/ das er die Tribunos plebis/ die den pöfel stettigs widder den Radt erregten/ gar abgethan hat/ 27 Dieses hat Pompeius dem pöfel zu wolgefallen hernach geendert/ Tribunos widderumb auffgericht/ 28 die gaben jhm den lohn/ 29 Denn die Tribuni plebis erregten auch den krieg zwischen Caio Julio Caesare/ vnd Pompeio.

5,18 Von Pompeio vnd Caio
Julio Caesare.

5,18,1 DEr greuliche krieg
zwischen Pompeio vnd Julio/ der ein ewige verendrung dem gantzen Regiment zu Rom gebracht hat/ Hat auch ein seer geringe vrsach gehabt/ 2 Ja ist allein aus neid entstanden/ nicht Pompeij/ sondern mehr etlicher andern geringer leut/ widder Caesarem/ die gern hetten die lender jnne gehabt/ die Caesar hatt/ 3 Vnd ist dieser krieg also erreget. 4 Caesar begeret man solt jhn Consul machen ehe er aus Gallia abzöge/ da war jhm hoch angelegen/ 5 Denn so er gen Rom komen wer/ vnd nicht Consul gewesen/ hatten die selbigen gesellen fur/ sie wolten jhn vnterdrücken/ vnd die sach dahin erbeiten/ das er von Rom solt veriagt werden/ 6 Nu bracht er zu wegen/ durch die Tribunos plebis/ das man jhm den Consulat zusaget/ darein williget auch Pompeius Consul der selbigen zeit/ 7 da aber die zeit kam/ practicirten etliche/ der Radt solt sich dagegen setzen/ vnd den Caesarem nicht lassen Consul werden/ 8 Diese zogen Pompeium zu sich/ vnd vertrieben die Tribunos plebis/ 9 die flohen zum Julio/ 10 Da Julius sahe/ das man jhm zu wolt vnd jhn vnterdrücken/ beharret
<077: unbezeichnet> er auff dem/ das zuuor bewilliget war/ vnd wolt sein Consulat haben/ 11 dazu wolt er die Tribunos widder einsetzen.

5,18,12 Nu waren viel handlung da zwischen/ 13 Cicero bracht die sach auff billiche mittel/ beiden parten leidlich/ das Caesar vnd Pompeius jhre zeug von sich lassen solten/ 14 dazu solt Pompeius jn Hispanien ziehen/ wie er fur hatt/ vnd solt Cesar Consul werden/ nach dem er den zeug von sich gelassen hett/ 15 Diese mittel williget Julius/ Aber Pompeius wolt nicht/ 16 Da zoge Cesar an gen Rom gerüst/ vnd flohe Pompeius/ vnd rüstet sich auch mit aller macht/ 17 Aber Cesar nam Jtalia vnd Hispania ein/ vnd zoge Pompeio nach jnn Grecien/ 18 Vnd wiewol er sich noch zu frieden vnd handlung erbot/ gabe doch Pompeius diese antwort/ 19 Er wolt kein frieden machen/ man brecht jhm denn des Julij kopff/ 20 Da Julius diesen ernst höret/ erzürnet er auch/ 21 Denn ob gleich Pompeius ein bessere sach gehabt hett/ solt er doch gegen eim solchen hohen Fürsten/ der sich zu frieden erboten/ vnd allein dieses sucht/ das er gesichert würde/ sich freuntlicher erzeiget haben. 22 Da nu Cesar sahe/ das es nicht anders sein mocht/ greiff er Pompeium an/ vnd schlug jhn/ 23 Pompeius flohe jnn Egyptum/ vnd ward da vom jungen König jnn Egypto verreterlich getödtet/ des vater er jns Königreich eingesetzt hatt/ 24 Darnach nam Cesar Asia vnd Africa ein/ das er allein das gantz Römisch Reich gewaltiglich jnne hatt. 25 Diese grosse verenderung/ vnd dieser jammer/ ist aus so geringen vrsachen entstanden. 26 Denn dieser krieg ist vber hohe vnd nidrige stende gangen/ 27 Man schreibet/ es seien mehr denn drey mal hundert tausent man/ jnn diesem krieg erschlagen worden.

6,1 Anfang der vierden vnd letz=
ten Monarchi/ nemlich/
des Römischen Reichs.

6,2 Julius Caesar.

6,2,1 3907. jar nach anfang der welt.
706. jar nach anfang der Stad Rom.
47. jar vor der gepurt Christi/ 

wird gesetzt der anfang der Römischen Monarchi/ da Julius Consul ward/ vnd den krieg mit Pompeio anfieng/ da von jtzund gesagt. 2 Dieser krieg weret bis jnn das .5. jar/ 3 Denn nach dem tod Pompeij/ hatt noch Julius zu schaffen jnn Egypto/ jnn Asia vnd jnn Africa/ da sich Cato selb erstochen hatt/ vnd jnn Hispania/ da er den ein son Pompeij erschlug/ 4 Da er aber frieden jnn allen landen gemacht hatt/ ist er widderumb gen Rom zogen/ vnd dahin komen Mense Octobri/ vnd hernach Jdibus Martijs von Cassio vnd Bruto/ vnd jhren gesellen/ jm Radt erstochen worden/ 5 Also hat Julius jnn frieden bey .5. Monat regirt/ 6 vnd dazumal hat Cesar das jar jm gantzen Römischen Reich/ nach der Sonnen lauff ordnen lassen/ 7 Dazu hat er ein trefflichen Mathematicum mit sich aus Egypto gefurt/ vnd diese kunst jnn Jtalia gepflanzet. 8 Also kömmet von Julio diese heutige ordnung des jars/ die man noch helt/ vnd seer bequem ist.

6 vnd dazumal hat Cesar das jar jm gantzen Römischen Reich/ nach der Sonnen lauff ordnen lassen/ 7 Dazu hat er ein trefflichen Mathematicum mit sich aus Egypto gefurt/ vnd diese kunst jnn Jtalia gepflanzet. 8 Also kömmet von Julio diese heutige ordnung des jars/ die man noch helt/ vnd seer bequem ist.

6,2,9 Wie vnredlich aber vnd mördrisch die jhenigen gehandelt haben/ so jhn erstochen haben/ befindet sich aus den hendeln/ 10 Denn Cassius vnd Brutus/ vnd <078> jhre gesellen waren bey Pompeio gewesen/ 11 Nu hatte jhn Cesar gnad erzeiget/ vnd sie widder jnn ehre vnd gut gesetzet/ 12 Vnd ist jnn summa kein gewaltiger Fürst auff erden nie gewesen/ der nach dem sieg/ gnediglicher mit sein feinden/ so sich ergeben haben/ gehandelt hat/ 13 Er hat gegen niemand kein zorn erzeiget/ on allein zu feld/ da er sich hat müssen weren/ 14 So doch zuuor Marius vnd Sylla stettigs leut jnn Rom liessen vmbringen jhres gefallens/ zu friedens zeiten/ 15 Der gleichen hat er gantz nichts gethan. 16 Jtem/ alle grosse herrn von Rom/ so bey Pompeio gewesen waren/ hat er gnediglichen widder einkomen lassen/ vnd jhn nichts genomen/ 17 Hat auch das Regiment zu Rom/ gericht/ vnd recht weislich widder auffgericht/ vnd mit grossem ernst darob gehalten/ 18 Wie man sihet/ das jnn auffruren gericht/ recht vnd zucht seer zerrut wird/ 19 Denn Juliusist <sic!> der löblichen helden einer gewesen/ die Got mit sondern hohen tügenden begabet/ grosse Regiment durch sie zu fassen/ 20 Dazu war nicht müglich/ das nach seinem tod frieden sein kont/ 21 denn es war sonst kein heubt jm gantzen Reich/ vnd kein man/ der das ansehen/ odder die volg hette/ das er mit eim grossen gewalt/ frieden erhalten könt/ 22 Wie denn jnn grossen Regimenten/ grosse macht dazu gehört/ friede zu erhalten/ 23 Derhalben sagt er selber/ er sorget seiner halben nicht fur sein leben/ Aber dem Reich were es nicht gut/ das er verfiel.

6,2,24 Dis alles vnangesehen/ haben jhn etliche mördrisch vmbracht/ 25 vnd fieng das spiel Cassius an/ allein aus hass/ das jhm Cesar nicht das land eingabe/ das er gern gehabt hette/ 26 Brutus war ein hefftiger gesel/ vnd lies sich zu dieser sach bewegen mit diesem schein/ als solt es dem Radt zu Rom vnehrlich sein/ das sie ein herrn vber sich duldeten. 27 Jtem/ als solt Cesar ein tyrann sein/ vnd es were löblich/ tyrannen vmbzubringen/ 28 Mit solchen schulargumenten/ die junge vnd vnerfarne leut offt jnn gleichen sachen betrogen haben/ ward Brutus zur sach gereitzet/ 29 Denn on jhn hette Cassius nichts ausrichten können. 30 Dis ist die grüntliche Historia dieses handels/ 31 Gott hat auch die that bald gerechet/ 32 Denn alle so den Julium erstochen haben/ sind jnn kurtz hernach auch erstochen worden/ 33 Vnd war Cesar alt/ da er vmbkame .56. jar/ vnd hat regirt .5. jar/ Welche zeit angefangen wird vom Consulatu/ darin er widder den Pompeium gezogen ist. 34 Dis ist der anfang der Römischen Monarchi/ welche Gott schrecklich gemalet hat jnn Daniele/ vnd angezeigt/ das sie die welt harter drücken werde/ denn die zuuor gewesen sind. 35 Jtem/ das jnn dieser Monarchi Christus komen sol/ das sie auch die letzte Monarchi sein sol/ 36 Denn dieses alles hat Gott derhalben furnemlich geoffenbaret/ zu zeugnus vnserm heiligen glauben/ das man wisse/ wenn Christus komen sol/ auch das die welt/ nicht ewig also stehen wird/ 37 sondern Gott wird diese welt zu brechen/ die gottlosen straffen/ vnd ein new leben anrichten. 38 Ich acht auch/ das die sprüch Sibylle vnd andere oracula/ der man viel hat/ welche weissagen/ das das Römisch Reich sol allzeit bleiben/ wie Virgilius spricht. Jmperium sine fine dedi/ daher komen sind/ das die schrifft anzeiget/ das Römisch Reich sol die letzte Monarchi auff erden sein/ 39 wiewol die schrifft dabey <076, statt richtig: 079> leret/ das auch diese Monarchi zerfallen sol/ vnd sol dennoch ein stück bleiben/ darin der Keiserliche name/ vnd Keiserliche hoheit bis zu end der welt sey. 40 Das soll man lernen/ das man wisse/ das dieses Keiserthumb niemand wird vmbstossen/ wie man auch jnn Historien sihet/ 41 Denn nach dem/ als die Keiserliche hoheit auff die Deudschen komen ist/ hat dieses Reich viel anfechtung gelitten/ vnd ist offt seer schwach worden/ 42 Aber niemand hatts mögen vmbstossen/ sondern es ist blieben/ vnd hat sich allzeit widder erholet/ vnd denn schwache/ denn widder mechtige Keiser gehabt. 43 Das ist seer nützlich zu mercken jnn Historien/ Gottes willen/ hierin zu betrachten.

LG: vmbstürtzen

34 Dis ist der anfang der Römischen Monarchi/ welche Gott schrecklich gemalet hat jnn Daniele/ vnd angezeigt/ das sie die welt harter drücken werde/ denn die zuuor gewesen sind. 

38 Ich acht auch/ das die sprüch Sibylle vnd andere oracula/ der man viel hat/ welche weissagen/ das das Römisch Reich sol allzeit bleiben/ wie Virgilius spricht. Jmperium sine fine dedi/ daher komen sind/ das die schrifft anzeiget/ das Römisch Reich sol die letzte Monarchi auff erden sein/

6,3 Augustus.

6,3,1 NAch Julij tod wor=
den zu Rom grosse lermen/ 2 Aber Cicero riedt/ man solt frieden machen/ Also das Julij anhang weiter nicht beschediget würde/ das auch die jhenigen/ so Julium erstochen hetten/ sicher sein solten/ vnd solt alle vneinigkeit zwischen beiden parten zu gleich auffgehaben sein/ 3 Wie etwa Thrasibulus zu Athen/ ein einigkeit gemacht hatt/ die man nennet/ Amnistian/ 4 Das ist/ das beide part einander dulden/ verzeihen/ vnd niemand den andern furter beschedigen solt/ 5 Das war freuntlich vnd nützlich bedacht/ aber es hatt nicht bestand/ 6 Denn es wolt darnach ein jeder selb herr sein/ 7 da musten part werden/ 8 Der Radt zoge Octauium Augustum zu sich widder Antonium/ der sich vnterstund/ herr zu werden/ 9 Aber die krieger worden der sachen eins/ widder den Radt/ vnd liessen viel grosser herrn tödten/ darunter Cicero auch getödtet ward. 10 Vnd ist endlich das Reich auff Octauio Augusto blieben/ der war Julio verwand/ 11 Also/

Julia die schwester Julij.

Accius Balbus jhr man.

Accia Balbi vnd Julie tochter/ die hat gehabt Octauium.

Octauius Augustus ein son Octauij vnd Acciae.

12 Vnd Julius hatt diesen Octauium Augustum adoptirt/ 13 Daher hat er den namen Caesar gehabt/ 14 vnd ist also fur vnd fur dieser nam auff den nachkomen blieben/ gleich als weren sie mit der successio dem geschlecht Caesarum/ eingeleibt worden/ wie es erstlich gehalten ward/ das die successores adoptirt worden/ 15 Vnd ist das wort Caesar/ nicht erstlich von wegen des Reichs/ diesem Julio geben worden/ sondern viel jnn seinem geschlecht zuuor/ haben diesen zunamen gehabt/ 16 Vnd schreiben die alten guten Grammatici/ Caesar kome vom wort Caesaries/ das heist/ ein gros herlich har/ 17 Daher hat man den Julijs den zunamen geben/ das etwa einer jm geschlecht ein gros herrlich har gehabt hat.

16 Vnd schreiben die alten guten Grammatici/ Caesar kome vom wort Caesaries/ das heist/ ein gros herlich har/

6,3,18 Den zunamen Augustus/ hat der Radt Octauio geben/ von wegen seiner glückseligkeit. 19 Denn Augustus kömpt/ vom wort Augurium/ vnd heist glückselig/ den Gott segnet mit guten zeichen/ 20 Vnd ist fein/ das man den höhisten potentat auff erden Augustum nennet/ anzuzeigen/ das Gott bey der Oberkeit ist/ vnd Ober= <080> keit Gottes gabe vnd werck ist.

6,3,21 Dieser Augustus hat regirt .56. jar/ 22 Doch die .12. erste jar/ hat er nicht allein regiert/ 23 Die volgenden jar alle hat er allein regirt/ denn er kam jung zum Regiment/ 24 nemlich/ da er nicht elter war denn .19. jar/ ward er Consul/ 25 denn er hielt sich erstlich zum Radt/ 26 vnd warff jhn der Rad auff widder Antonium/ 27 Aber die krieger vertrugen sich vntereinander/ vnd vereinigten sich hernach widder den Rad vnd des Rads anhang/ 28 Aber diese freuntschafft kondt nicht lang weren/ 29 darumb muste Augustus darnach seine gesellen schlagen/ 30 Damit ist das Reich auff jhn allein komen/ 31 Vnd nach dem er allenthalben frieden gemacht hatt/ hat er seer löblich vnd wol regirt/ vnd das gantz Reich mit guten ordnungen gericht/ vnd recht also gefasset/ das er gesagt hat/ 32 Wo diese ordnung gehalten würde/ das das Reich ewig sein müste/ 33 Vnd wird vnter die aller weisesten vnd frömste Fürsten gezelet.

6,4 Das dritte Buch/ darin die
zeit von der gepurt Chri
sti an/ gefasset ist.

6,4,1 ICh habe jm anfang
dieses Buchs/ die gantze Chronica vnd zeit der welt/ jnn drey teil geteilet/ nach dem spruch Elie/ damit man die grösten verenderung der welt/ dazu die zeit ordenlich mercken könne/ 2 Auch das wir lernen/ das wir nu nicht fern vom ende der welt sind. 3 Nu haben wir bey .4000 jar ausgericht/ 4 vnd ist Christus geporn eben vmb die zeit/ wie der spruch des hohen Propheten Elie lautet/ 5 Darumb wollen wir nu das dritte Buch/ vom dritten stück/ des spruchs Elie anfahen/ 6 Vnd ist fein zu sehen/ das der Prophet die zeit eigentlich bestimmet hat. 7 Denn Christus vnser Heiland/ Herr vnd Gott/ ist geporn von Maria der Jungfrawen.

Jm .42. jar der regirung Augusti.
Jm .3954. jar nach der welt anfang.

8 Nu feilet wenig an den vier tausent/ 9 Aber der Prophet hat dabey angezeiget/ das Gott etwas zuuor komen/ vnd zum ende eilen werde/ 10 Was aber weiter von der gepurt Christi zu wissen not ist/ findet man jm heiligen Euangelio/ 11 die zeit des leidens vnd aufferstehung/ Vnd wie Christus sein heiliges Euangelium jnn die welt hat lassen ausgehen/ vnd sein heilige Kirch jnn der gantzen welt angericht/ wil ich hernach setzen.

6,4,1 ICh habe jm anfang dieses Buchs/ die gantze Chronica vnd zeit der welt/ jnn drey teil geteilet/ nach dem spruch Elie/ damit man die grösten verenderung der welt/ dazu die zeit ordenlich mercken könne/ 2 Auch das wir lernen/ das wir nu nicht fern vom ende der welt sind. 3 Nu haben wir bey .4000 jar ausgericht/ 4 vnd ist Christus geporn eben vmb die zeit/ wie der spruch des hohen Propheten Elie lautet/ 5 Darumb wollen wir nu das dritte Buch/ vom dritten stück/ des spruchs Elie anfahen/ 6 Vnd ist fein zu sehen/ das der Prophet die zeit eigentlich bestimmet hat. 

6,4,12 Augustus hat jnn seim Regiment kein sonderlichen grossen vnfal gehabt/ denn jnn Deudschen landen/ 13 Denn zu seiner zeit haben die Römer erstlich sich vmb Deudsch land angenomen/ vnd den Reinstrom vnten von Cöllen herauff bis gen Mentz eröbert/ 14 Denn die Römer sind jnn Deudsch land aus Gallia gefallen/ vnd sind von Cöllen gegen Westwalen vnd Saxen/ welche zum teil dazumal haben geheissen Longobardi/ gezogen. 15 Da war ein Fürst mit namen Herman/ die Römer nennen jhn Harminium/ 16 Der vber fiel die Römer an der Weser/ vnd schlug jhn ab .21. tausent man/ dazu ein grossen hauffen jhrer bundge= <078, statt 081> nossen/ so bey den Römern lagen. 17 Der Römer haubtman Quintilius Varus/ erstach sich selb/ 18 vnd war ein schrecken zu Rom/ nicht geringer/ denn da die Cimbri jn Jtaliam fielen/ 19 Denn man besorget/ dieser Hertzog Herman/ würde mit macht gegen Jtalien ziehen/ 20 Augustus war auch jnn solcher angst/ das er mit grossem klagen schrey/ Quintili redde legiones. 21 Doch practicirt er/ das diesen Harminium seine eigene freund verrieten vnd vmbrachten. 22 Das sey gnug von Augusto.

23 Anno Mundi .3970.
Anno Romae .769.
Anno Christi .16.

6,5 Tiberius der dritte Keiser.

6,5,1 WJewol nach Augu=
sto viel löblicher Keisar gewesen sind/ 2 Denn Gott/ dieweil er das ampt erhelt/ gibt er auch etwa leut/ dazu tüchtig/ 3 Aber es sind auch so viel wüster Herrn daneben gewesen/ das ein höfflich man gesagt hat/ man könt auff einen ring aller fromer Herrn wappen stechen. 4 Nu ist dennoch jnn Historien auch nützlich/ der bösen gedencken/ das man an jhr straff/ lerne Gottes zorn fürchten.

4 Nu ist dennoch jnn Historien auch nützlich/ der bösen gedencken/ das man an jhr straff/ lerne Gottes zorn fürchten.

6,5,5 Tiberius ist nicht Augusti son gewesen/ sondern/ nach dem Augusti natürliche erben verstorben sind/ hat er diesen Tiberium adoptirt/ 6 denn er war Liuiae son/ die Augustus genomen hat/ 7 Vnd hat jhn Augustus allezeit als ein haubtman gebraucht/ 8 denn er war ein guter krieger/ 9 Vnd ist dieser Tiberius der erste Keisar gewesen/ dem der Rad zu Rom huldung gethan hat/ vnd hat regirt .23. jar.

6,5,10 Jm .15. jar Tiberij/ ward vnser Heiland Christus 30. jar alt/ vnd ward jnn diesem jar getaufft von Johanne Baptista/ vnd hub an zu predigen sein heiliges Euangelium/ Buss vnd vergebung der sunden/ vnd ewiges leben/ 11 Das ist gewesen.

Das .3985. jar nach der welt anfang.
Das .350. jar nach dem anfang Alexandri/ 12 dazu thue .132. jar jnn der Persen Monarchi/ bis jnn das regiment Longimani/ So hastu .482. jar/ 13 Das sind die .69. wochen/ da Daniel von sagt/ 14 Vnd also kömmet die zeit recht nach Metasthenis rechnung/ 15 Vnd dieweil man Alexandri jar rechnet vom anfang/ bedarff man vnter den Persen des letzten Darij jar nicht rechnen. 16 Dis ist ein gantz richtige supputacio.

11 Das ist gewesen.

Das .3985. jar nach der welt anfang.
Das .350. jar nach dem anfang Alexandri/
12 dazu thue .132. jar jnn der Persen Monarchi/ bis jnn das regiment Longimani/ So hastu .482. jar/ 13 Das sind die .69. wochen/ da Daniel von sagt/ 14 Vnd also kömmet die zeit recht nach Metasthenis rechnung/

 

6,5,17 Jm .18. jar Tiberij ist vnser Heiland Christus gecreutziget/ gestorben/ vnd widderumb am dritten tag vom tod aufferstanden/ 18 Vnd hat nach seiner aufferstehung den Aposteln befehl geben/ das Euangelium jnn alle welt zu predigen/ 19 Diesem jhrem befehl haben die Apostel angefangen volg zuthun/ am Pfingstag als sie den heiligen Geist empfangen hatten/ nach dem Christus zuuor gen himel sichtiglich gefaren ist.

6,5,20 Vnd ist nu Gottes wort vnd das geistlich Reich vnd die heilige Kirch vnd Christenheit/ nicht allein jm Jüdischen volck zu suchen/ sondern jnn aller welt/ <082> wo der Apostel predig erschollen/ vnd jhre schrifft gefunden wird/ 21 Denn Gott hat zugesagt/ durch die selbige predigt vnd Euangelium zu wircken/ 22 Darumb wo es ist/ da sind etliche die jnn das Reich Christi gehören/ jnn welchen Christus herschet vnd wircket/ wie er spricht/ 23 Jch wil bey euch sein bis zu ende der welt/ 24 Diesem Herrn Christo/ vnserm Heiland vnd Gott sey lob preis/ vnd danck ewiglich/ Amen.

6,5,25 Nu wil ich fürter anzeigen/ wie die Christenheit grossen harten widderstand gehabt hat/ durch leibliche verfolgung/ vnd durch Ketzer/ die allezeit die Kirch so jemmerlich zerrissen haben/ das sie dadurch viel grössern schaden empfangen hat/ vnd veracht worden ist/ denn durch leipliche verfolgung.

6,5,26 Jm .19. jar Tiberij/ ist Sanct Stephanus der erst Martir/ nach der aufferstehung Christi/ gesteiniget/ vnd jm selben jar/ ist Paulus zum Christen glauben bekert worden.

27 Anno Mundi .3993.
Anno Romae .792.
Anno Christi .39.

6,6 Caius Caligula/ der vierde
Keisar.

6,6,1 HAt regirt .3. jar .10. Monat/ vnd ist ein wüster mensch gewesen/ hat alle seine schwestern beschlaffen/ 2 Endlich ist er erstochen von seinem haubtman/ 3 Dieser Caligula hat sein bilde zu Jerusalem jnn Tempel stellen lassen/ das man anbeten solt/ wie Daniel geweissaget hat/ 4 Wenn die Jüden sehen werden/ das man jhn ein Götzen jnn den Tempel stellen werde/ so sey das ende nahe.

5 Anno Mundi .3997.
Anno Romae .796.
Anno Christi .43.

3 Dieser Caligula hat sein bilde zu Jerusalem jnn Tempel stellen lassen/ das man anbeten solt/ wie Daniel geweissaget hat/ 

6,7 Claudius der funffte
Keisar.

6,7,1 REgirt .13. jar .9. Monat/ 2 Jst mit gifft getödtet. 3 Jm andern jar Claudij/ ist Sanct Petrus der Apostel gen Rom komen/ der zuuor etliche jar zu Antiochia geprediget hat/ 4 Vnd wird hie gesetzet der anfang der Römischen Kirchen.

Jm .44. jar nach der gepurt Christi.
Jm .3998. jar nach der welt anfang.
Jm 797. jar nach anfang der Stad Rom.

5 Anno Mundi .4010.
Anno Romae .809.
Anno Christi .56.       
<083>

6,8 Nero der sechste Keisar.

6,8,1 REgirt .14. jar. 2 Hielt sich erstlich 5. jar löblich/ 3 darnach hat er alle vnzucht vnd tyranney geübt/ 4 Tödtet seine mutter/ vnd sein weib/ vnd viel treffliche leut/ als Senecam vnd andere/ 5 Entlich vielen seine haubtleut von jhm ab/ vnd lies jhn der Rad zu Rom suchen/ das man jhn vnterm galgen zu tod steuppen solt/ 6 Darumb erstach er sich selb/ ehe die reuter/ so jhn sucheten/ zu jhm kamen/ Jm jar seines alters .32. 7 Vnd ist nu das Reich gantz weg komen von den verwanten Augusti vnd Liuiae.

6,8,8 Zu zeiten Neronis/ ist Sanct Petrus der Apostel zu Rom gecreutziget/ 9 Nach jhm ist Linus Bapst worden/ vnd hernach Sanct Paulus geköpffet/ 10 Vnd rechet man S. Pauli zeit/ das er bey .34. jar gepredigt hat.

6,8,10 Zu zeiten Neronis/ ist ein Comet .6. Monat gesehen worden/ 11 So lange stehen selden die Cometen. 12 Zuuor vnter Claudio/ hat man auch ein Cometen/ vnd .3. Sonnen gesehen/ welche one zweiuel bedeut haben/ das sich drey vmbs Keisarthumb jnn kurtz schlagen solten. 13 So acht ich/ das der gros Comet nicht allein die selbige auffrhur/ sondern verenderung dem gantzen Römischen Reich bedeut/ vnd sonderlich den jemmerlichen vntergang der Jüden.

14 Anno Christi .71.

6,8,10 Zu zeiten Neronis/ ist ein Comet .6. Monat gesehen worden/ 11 So lange stehen selden die Cometen. 12 Zuuor vnter Claudio/ hat man auch ein Cometen/ vnd .3. Sonnen gesehen/ welche one zweiuel bedeut haben/ das sich drey vmbs Keisarthumb jnn kurtz schlagen solten. 13 So acht ich/ das der gros Comet nicht allein die selbige auffrhur/ sondern verenderung dem gantzen Römischen Reich bedeut/ vnd sonderlich den jemmerlichen vntergang der Jüden.

6,9 Sergius Galba/ Otho
vnd Vitellius.

6,9,1 DJese drey haben
wollen Keisar sein/ nach dem tod Neronis/ 2 Aber Otho lies den Galbam zu Rom erstechen/ 3 Darnach hat sich Vitellius jnn Deudschland zu Keisar gemacht/ vnd schicket ein hauffen jnn Jtalien/ 4 Otho zoge jhn entgegen/ vnd that .4. kleiner schlachten mit jhn/ 5 Dreymal siegt er/ Aber jnn der vierden schlacht/ ward sein volck geschlagen/ 6 Vnd wiewol jhm viel volcks zu zoge/ wolt er dennoch nicht lenger kriegen/ 7 vnd sagt/ Das er sein leben vnd ehr nicht höher achtet/ denn gemeinen frieden/ 8 Vnd erstach sich also selb jm .4. Monat nach dem tod Galbae. 9 Mitler zeit ward Vespasianus jnn Orient Keisar von seinem hauffen gemacht/ 10 der sendet ein zeug jnn Jtalien/ welcher des Vitellij hauffen schlug/ 11 Darumb worden lermen zu Rom/ vnd ward Vitellius gefangen vnd gemartert/ vnd jm kot geschleiffet/ vnd zu letzt getödtet/ wie er verdienet hatt/ 12 Denn er ist auch ein wüste bestia gewesen. 13 Dis ist die erst auffrur/ die sich von wegen der wahl zugetragen hat/ nach Augusto.

14 Anno Mundi .4026.
Anno Romae .825.
Anno Christi .72.             
<084>

6,10 Vespasianns <sic!> der siebend
Keisar.

6,10,1 EEgirt <sic!> .9. jar/ 2 Vnd ist nu widder ein weiser vnd löblicher Fürst zum Regiment komen/ der zu Rom/ da Caligula/ Claudius/ vnd Nero alle vnzucht vber alle massen/ nicht allein geduldet/ sondern selb eingefurt hatten/ widderumb zucht vnd recht auffgericht hat/ 3 Dazu das Reich widder jnn ein vorrad bracht/ vnd die lender wol bestellet vnd geordnet/ 4 Hat auch zu Rom den medicis vnd professoribus arcium/ sold gestifftet.

4 Hat auch zu Rom den medicis vnd professoribus arcium/ sold gestifftet.

6,11 Die letzte zerstörung
Jerusalem.

6,11,1 IM andern jar Vespa
siani/ hat Titus Vespasiani son/ die stad Jerusalem belegert jn Ostern/ Mense Aprili/ vnd hernach eröbert/ vnd verbrennet/ Mense Septembri/ 2 Mitler zeit ist solcher jamer jnn der Stad/ von hunger/ auffruren vnd morden gewesen/ das man der gleichen von keiner Stad auff erden lieset/ 3 Die mütter haben jhre kinder gekochet/ vnd sind jhn dennoch von kriegern genomen/ die sie fressen haben/ das doch die mütter haben müssen hungers sterben/ 4 Viel haben sich selb erstochen. 5 Josephus schreibet/ es seien jnn Jerusalem gewesen/ Zehenmal hundert tausent menschen/ 6 Denn auff Ostern kamen viel Jüden dahin/ 7 Auch hat sich das landvolck aus gantz Judea dahin gethan/ der hoffnung/ da sicher zu sein/ jnn einer solchen festen Stadt. 8 Diese grosse menig ist des grössern teils umbkomen/ durch hunger/ pestilentz vnd schwerdt. 9 Titus hat .16. tausent gen Alexandria gesand/ da als gefangne leut zu erbeiten/ 10 Zwey tausent hat er mit sich gefüret zum triumph/ vnd sie lassen die Bestien zureissen jnn spieln. 11 Jnn summa/ man kan den grossen jamer nicht ausreden/ 12 Denn Gott hat ein sonderlich exempel/ der welt furstellen wollen/ darin wir lernen sollen/ seinen grossen zorn vber alle gottlosen/ 13 Vnd warlich es müste ein steinern vnd eisern hertz sein/ das fur solchem greulichen Exempel nicht erschrickt/ 14 Vnd sonderlich ist zu bedencken/ so Gott dieses volcks nicht verschonet hat/ das er sein volck genennet hat/ das von hohen heiligen leuten herkömpt/ wird er viel weniger der Heiden schonen. 15 Gott hat vns aber jnn diesem Exempel auch ein gnaden bilde furgestellet/ das wir nu gewis sind/ nach dem das Jüdisch Regiment gantz ausgerot ist/ das wir Heiden nu warhafftiglich Gottes volck sind/ alle die wir an Christum warhafftiglich gleuben.

5 Josephus schreibet/ es seien jnn Jerusalem gewesen/ Zehenmal hundert tausent menschen/

12 Denn Gott hat ein sonderlich exempel/ der welt furstellen wollen/ darin wir lernen sollen/ seinen grossen zorn vber alle gottlosen/ 13 Vnd warlich es müste ein steinern vnd eisern hertz sein/ das fur solchem greulichen Exempel nicht erschrickt/ 14 Vnd sonderlich ist zu bedencken/ so Gott dieses volcks nicht verschonet hat/ das er sein volck genennet hat/ das von hohen heiligen leuten herkömpt/ wird er viel weniger der Heiden schonen. 15 Gott hat vns aber jnn diesem Exempel auch ein gnaden bilde furgestellet/ das wir nu gewis sind/ nach dem das Jüdisch Regiment gantz ausgerot ist/ das wir Heiden nu warhafftiglich Gottes volck sind/ alle die wir an Christum warhafftiglich gleuben.

6,11,16 Vnd ist die zerstörung Jerusalem geschehen/ jm andern jar Vespasiani/ 17 Das ist/

Jm .74. jar nach der gepurt Christi.
Jm .40. jar nach dem leiden Christi.
Jm .4028. jar nach anfang der welt. 

18 Vnd ist gestanden dieser Tempel nach dem andern jar Longimani .526. jar.

6,11,19 Es sind auch viel schrecklicher zeichen vor der zerstörung her gangen/ die zu lang wird hie zu erze= <085> len/ 20 Vber dem tempel hat man fast ein gantz jar gesehen ein brennend schwerdt stehen. 21 Das setze ich allein derhalben/ das man zeichen nicht veracht/ sondern hiebey lerne/ das sie Gottes zorn bedeuten/ damit wir zu besserung vermanet/ vnd die straff abgewendet/ odder doch gelindert werde/ wie Gott die straff Niniue abwendet.

22 Anno Mundi .4035.
Anno Romae .834.
Anno Christi .81.

21 Das setze ich allein derhalben/ das man zeichen nicht veracht/ sondern hiebey lerne/ das sie Gottes zorn bedeuten/ damit wir zu besserung vermanet/ vnd die straff abgewendet/ odder doch gelindert werde/ wie Gott die straff Niniue abwendet.

6,12 Titus der Acht Keisar.

6,12,1 REgirt .2. jar/ ist Vespasiani son gewesen/ begabt mit allen Fürstlichen tugenden vnd geschickligkeit/ 2 Derhalben er hoch gepreiset vnd genennet wird/ Amor et delicie generis humani/ 3 Etliche so widder jhn practicirten/ das sie Keiser würden/ hat er freuntlich gewarnet/ das sie von jhrem furnemen abstehen wöllen/ denn solch practicirn helffe nicht/ es sey Gottes gabe/ wem es Gott gönne/ dem werde es/ 4 Weiter hat er nichts widder sie furgenomen/ 5 Titus ist gestorben/ wie etliche meinen/ mit gifft getödtet.

6 Nach Lini tod/ ward der dritte Bapst/ Anacletus.

7 Anno Mundi .4037.
Anno Romae .836.
Anno Christi .83.

6,13 Domicianus der Neunde
Keisar.

6,13,1 TJti bruder/ regirt .15. jar/ 2 Er hat jnn Deudsch land krieg gefurt/ sonderlich widder die Catten/ die nennet man jtzund Hessen/ 3 Zu Rom hat er grosse vnzucht/ vnd viel tyranney geübet/ darumb ist er auch entlich erstochen/ 4 Er hat Philosophos vnd Mathematicos veriaget von Rom/ 5 Hat auch die Christen verfolget vnd martern lassen.

6 Nach Anacleto ward der .4. Bapst Clemens/ der erst dieses namens.

7 Anno Mundi .4053.
Anno Romae .852.
Anno Christi .99.

2 Er hat jnn Deudsch land krieg gefurt/ sonderlich widder die Catten/ die nennet man jtzund Hessen/

6,14 Nerua der Zehende
Keisar.

6,14,1 HAt regirt .1. jar .4. Monat/ 2 Er hat adoptirt Traianum/ der haubtman jnn Deudschem land zu Cöllen dazumal war.

3 Anno Mundi .4054.
Anno Romae .853.
Anno Christi .100.  
<086>

6,15 Traianus der Eilffte
Keisar.

6,15,1 HAt regirt .19. jar .6. Monat/ 2 Er ist der erste fremde Keisar/ nicht jn Jtalia/ sondern jnn Hispania geporn/ 3 vnd ist seine frömkeit so hoch gepreiset/ das hernach/ so offt man ein Keisar hat gemacht/ hat man gewündscht/ das er würde als glückselig als Augustus/ vnd als from/ als Traianus. 4 Da er ein Marschalck ordnet/ gab er jhm das schwerd jnn die hand/ mit diesen worten/ 5 Dieses schwerd füre widder meine feinde/ wo ich recht thue/ 6 Wo ich vnrecht thue/ so für es widder mich. 7 Das Römisch Reich ist zu seinen zeiten am weitesten gewesen/ 8 Auch ist kein Keisar jnn Orient so fern komen als er/ 9 Jnn Deudschland vnd Hungern/ hat er grosse krieg gefüret.

6,15,10 Vnter jhm ist S. Johannes der Apostel/ den Domicianus veriaget hat/ widderumb gen Epheso aus der Jnsel Pathmos komen/ 11 Daraus volget/ das Johannes mehr denn .60. jar gepredigt hat/ 12 Jn dieser langen zeit hat er viel jamers gesehen/ nemlich/ wie Jerusalem sein vaterland vntergangen ist/ 13 Jtem/ hat mit viel bösen Ketzern gestritten/ 14 Man schreibet/ er sey auff ein zeit jnn ein bad komen/ da fand er Cherinthum den Ketzer/ das er da sein hauffen umb sich hatt/ vnd disputirt vnter jhn hefftig/ vnd lestert Christum/ das er nicht Gott sein solt/ 15 Also stunde Johannes auff/ vnd saget seinen freunden/ die bey jhm sassen/ sie solten weg gehen/ Gott würde ein ende mit diesem lesterer machen/ 16 Als bald Johannes vor das bad hinaus kömpt/ fellet das haus ein/ vnd schlehet Cherinthum vnd seine rott zu tod. 17 Jnn diesem Exempel ist zu sehen/ wie sich Gott erzeiget/ widder die jhenigen/ so seinen namen lestern vnd schenden.

17 Jnn diesem Exempel ist zu sehen/ wie sich Gott erzeiget/ widder die jhenigen/ so seinen namen lestern vnd schenden.

6,15,18 Nach Clemente ward der .5. Bapst Euaristus
19 Nach Euaristo ward der .6. Bapst Alexander der erst dieses namens.

6,15,20 Vnter Traiano sind auch viel Christen gemartert/ 21 Aber hernach schaffet er/ man solt jhn dennoch nicht nachtrachten/ 22 Aber wo sie offentlich angegeben würden/ solt man sie straffen.

23 Anno Mundi .4074.
Anno Romae .873.
Anno Christi .120.

6,16 Adrianus der Zwelffte
Keisar.

6,16,1 HAt regirt .20. jar/ ist adoptirt von Traiano/ vnd ist ein weiser Fürst gewesen/ 2 vnd hat kein krieg/ wie Traianus/ sondern friede gesucht/ wo er mocht/ damit er das Reich widder jn gute ordnung brecht/ 3 wie er denn löblich vnd wol gethan <087> hat/ 4 Vnd ist nach Augusto kein Keisar dem Reich nützlicher gewesen/ denn dieser/ 5 Er ist auch also gelert gewesen jnn Astronomia/ das er jhm alle jar selb ein Prognosticon gemacht hat/ 6 Die vngelarten Professores/ hat er abgesatzt vnd doch versorget/ vnd andere tüchtige angenomen/ vnd Bibliothecas angericht.

5 Er ist auch also gelert gewesen jnn Astronomia/ das er jhm alle jar selb ein Prognosticon gemacht hat/ 6 Die vngelarten Professores/ hat er abgesatzt vnd doch versorget/ vnd andere tüchtige angenomen/ vnd Bibliothecas angericht.

6,16,7 Vnter jhm empörten sich die Jüden widder/ vnd worffen ein Messian auff/ 8 Aber Adrianus schlug sie/ vnd dennoch mit grosser mühe/ 9 Darnach bawet er Jerusalem widder/ vnd nennets von seinem namen Eliam.

6,16,10 Die Christen sind auch zu seiner zeit hart verfolget vnd gemartert worden/ 11 derhalben etliche gelerte Christen an Keisar schrieben/ der Bücher man noch hat/ 12 dadurch der Keisar bewegt ward/ vnd schaffet/ man solt sie fürter der Religion halben nicht angreiffen.

6,16,13 Nach Alexandro worde der .7. Bapst Xystus/ der erst dieses namens. 14 Nach Xysto/ ward der .8. Bapst Telesphorus/ 15 Von dem sagen etliche/ er hab die Vierzig fastentag auffgericht.

<Von Antoninus Pius, dem 13. Römischen Kaiser, bis zu Karl dem Großen, dem ersten "Deutschen Kaiser", bietet Carion nun eher eine Chronik nach Jahresangaben, in die einzelne Großkapitel eingefügt sind.>

6,17 Anno Christi .140.

6,17,1 ANtoninus Pius der .13. Keisar/ ist adoptirt von Adriano/ hat regirt .23. jar/ 2 ist ein fromer vnd friedlicher Fürst gewesen/ vnd sagt offt/ 3 Es were eim Keisar löblicher/ ein bürger beim leben erhalten/ denn tausent feind tod schlagen.

6,17,4 Nach Telesphoro wurde der .9. Bapst Hyginus
5 Nach Hygino warde der .10. Bapst Pius/ Nach Pio/ der .11. Anicetus.

6 Anno Mundi .4207.
Anno Romae .916.
Anno Christi .163.

6,17,7 Marcus Antoninus Philosophus/ der .14. Keisar/ regirt .18. jar/ 8 Dieser hat seinen bruder Lucium Verum neben sich zu Keisar gemacht/ vnd sind erstlich den zween gleich Keisar gewesen/ 9 Aber Verus hat nicht lang gelebet jm Regiment. 10 Marcus ist from vnd gelert gewesen/ 11 vnd hat gekrieget jnn Deudsch land mit den Mehrern/ Schlesiern vnd den Wenden/ 12 Er hat viel ehrlicher Leges gemacht/ die man noch hat/ 13 Hat auch Bücher geschrieben/ die ich gesehen habe. 

12 Er hat viel ehrlicher Leges gemacht/ die man noch hat/ 13 Hat auch Bücher geschrieben/ die ich gesehen habe. 

6,17,14 Zu zeiten dieses Marci Antonini/ hat gelebet Ptolemeus der Astronomus/ des billich gedacht wird/ 15 Denn Gott hat diese hohe kunst gantz/ durch diesen einigen Ptolemeum erhalten/ bis auff vnsere zeit/ 16 Er ist aber nicht ein König gewesen/ denn dazumal sind nicht König jnn Egypto gewesen/ sondern ist zu Alexandria jnn Egypto ein Philosophus gewesen/ 17 Denn Gott hat diese kunsten jn Egypto gegeben/ vnd sind fur vnd fur darine von Joseph bis auff diesen Ptolemeum blieben/ das sind bey .2000. jar/ 18 Denn Alexander vnd hernach die Römer/ haben Egyptum werd gehalten/ vnd die Schul darinne nicht wollen zerstören/ sondern haben gros gut darauff gewant/ zu erhaltung der künsten/ 19 Aber hernach/ als die Römer Egyptum verloren haben/ vnd Mahomet das gantz Egypten jemmerlich verwüstet hat/ ist diese löb <088> liche alte Schule zerstöret worden/ 20 Damit aber die kunst nicht gantz vntergieng/ hat Gott zuuor diesen hochbegabten man gegeben/ der sie gantz zusamen vnd ordentlich gefasset hat/ dafur man billich Gott dancken sol. 21 Vnd sind warlich die Mahometisten grobe bestien/ das sie ein solche alte Schule/ die mehr denn .2000. jar vor jhn gestanden/ vnd durch alle hohe potentat/ mit grossem vleis erhalten ist/ dahin Got die höhist weissheit vnd Philosophi auff erden gegeben hat/ so wüste gemacht haben.

6,17,14 Zu zeiten dieses Marci Antonini/ hat gelebet Ptolemeus der Astronomus/ des billich gedacht wird/ 15 Denn Gott hat diese hohe kunst gantz/ durch diesen einigen Ptolemeum erhalten/ bis auff vnsere zeit/

20 Damit aber die kunst nicht gantz vntergieng/ hat Gott zuuor diesen hochbegabten man gegeben/ der sie gantz zusamen vnd ordentlich gefasset hat/ dafur man billich Gott dancken sol.

6,17,22 Nach Aniceto ward der .12. Bapst Soter/ 23 der hat geordnet/ das man braut vnd breutgam offentlich jnn der Kirchen zusamen geben solt.

6,17,24 Anno Christi.

182

6,17,25 Commodus der .15. Keisar/ regirt .12. jar/ 26 ist fast ein ander Nero gewesen.

27 Nach Soter ward der .13. Bapst Eleutherius.

195

6,17,28 Elius Pertinax der .16. Keisar/ regirt .6. Monat/ 29 ward erstochen von Juliano/ der den keisarlichen namen von kriegern erkaufft.

196

6,17,30 Didius Julianus der .17. Keisar regirt .7. Monat/ 31 war gelert jn Jure/ ward geschlagen vnd erstochen von Seuero.

196

6,17,32 Seuerus der .18. Keisar/ regirt .18. jar/ 33 halff dem Reich widder auff/ durch harte straffe.

6,17,34 Nach Eleutherio ward der .14. Bapst Victor/ 
35 Nach Victore ward der .15. Bapst Zephyrinus/ 36 Zu diesen zeiten ist gewesen Origenes/ der hat die heilige schrifft zu Alexandria gelert/ vnd sind seine bücher hernach verpoten worden/ derhalben das er viel vnnützer disputationes vnd allegorien eingefüret hat/ 37 Nach jhm ists gemein worden/ das man die Philosophi Platonis/ jnn die Theologi gemenget hat/ daraus viel böses gefolget ist/ 38 Denn Platonis Philosophi ist gantz ein vnrichtige lahr/ 39 Dagegen ist Aristotelis Philosophi fein richtig/ 40 vnd so man sie recht braucht vnd verstehet/ ist sie den gelerten Christen nützlich zu wissen.

38 Denn Platonis Philosophi ist gantz ein vnrichtige lahr/ 39 Dagegen ist Aristotelis Philosophi fein richtig/ 40 vnd so man sie recht braucht vnd verstehet/ ist sie den gelerten Christen nützlich zu wissen.

6,17,41 Anno Christi.

214

6,17,42 Antoninus Bassianus Caracalla der .19. Keisar/ regirt .6. jar/ 43 lies seinen bruder Getam tödten/ vnd name seine stiffmutter/ 44 Er begert von Papiniano dem Jurisconsulto/ er solt den mord am bruder gethan/ entschuldigen/ 45 Antwort jhm Papinianus/ 46 Es were nicht so leicht ein mord entschuldigen/ als zu thun/ 47 Darumb lies Bassianus den Papinianum erstechen. 48 Dieser man ist werd gewesen/ das er ein Jurisconsultus sein solt/ der recht vnd redligkeit so lieb gehabt hat/ das er sich lieber hat tödten lassen/ denn er vnrecht verteidinget/ 49 Bald hernach ist der Keisar Bassianus auch erstochen worden/ damit sein tyranney gerochen ist.

50 Nach Zephyrino ward der .16. Bapst Callistus.

220

6,17,51 Macrinus der .20. Keisar/ hat neben seinem son Diadumeno regirt .1. jar vnd .2. Monat/ 52 Sie sind beide erschlagen.

221

6,17,53 Varius Heliogabalus/ der .21. Keisar/ regirt .4. jar/ 54 Jst ein seer schandliche bestia gewesen/ vnd endlich erstochen.

225

6,17,55 Alexander Seuerus/ der .22. Keisar/ des mutter hies Mammea/ regirt .13. jar/ 56 Man schreibet er <089> sey Bassiani son gewesen/ vnd ist jung Keisar worden/ erwelet durchs kriegsuolck/ vnd bestetiget durch den Rad/ 57 Wird seer gelobet/ 58 Sein furnemister Rad ist gewesen Vlpianus Jurisconsultus/ 59 Er hat auch kein man allein fur sich komen lassen/ on diesen einigen Vlpianum/ 60 Welchen die krieger also seer gehasset haben/ derhalben das der Keisar sie durch dieses mannes rad jm zaum hielt/ das sie jhn auff ein zeit haben erstechen wollen/ 61 Da ist der Keisar fur jhn gesprungen/ vnd hat sein leib fur Vlpianum gewaget/ vnd jhn mit seinem mantel bedeckt/ damit die krieger sehen solten/ das jhn Alexander schützen wölt. 62 Dis ist ein recht schön Keisarlich exempel/ darinne furgebildet ist/ das die hohen Fürsten leib vnd leben/ das recht zu schützen/ wogen sollen.

63 Nach Callisto ward der .17. Bapst Vrbanus/ der erst dieses namens. 64 Nach Vrbano ward der .18. Bapst Poncianus.

238

6,17,65 Maximinus der .22. Keisar/ hat regirt .3. jar/ 66 Jst jnn Thracia jnn seiner jugent ein hirt gewesen/ 67 Darnach ist er ein krieger worden/ vnd durch seine grosse stercke des leibs/ dazu durch seine künheit gestigen/ bis er entlich Keisar worden ist/ 68 Er hat Deudsch land bis an Hartz/ vnd heroben bis an Francken bezwungen/ 69 Er hat aber viel tyranney geübet/ 70 darumb hat der Rad zu Rom/ widder jhn andere Keisar gewelet/ 71 Derhalben die Römer vnter sich etliche schlachten thun musten/ 72 vnd ward ein junger Gordianus erschlagen/ vnd henget sich der alte Gordianus selb/ 73 Entlich ward Maximinus erstochen mit seim son/ von seinen eigen kriegern vor Aquileia.

74 Nach Ponciano ward der .18. <sic!> Bapst Antherus.

241

6,17,75 Gordianus der .23. Keisar/ hat regirt .6. jar/ 76 Diesen hat der Rad zu Rom gewelet/ neben Pupieno vnd Balbino/ widder Maximinum. 77 Pupienus vnd Balbinus sind zu Rom von jhren eigen kriegern erstochen worden/ da sie jhn jhren mutwillen nicht gestatten wolten/ 78 Also ist der jung Gordianus allein Keisar blieben/ 79 hat jnn Orient die Persen geschlagen/ vnd etliche Stedte widder erobert/ 80 Aber da die krieger hunger lieden/ machten sie Philippum zu Keisar/ 81 der lies Gordianum erstechen.

82 Da Gordianus Keisar ist worden/ ist ein solche grosse Eclipsis der Sonnen gewesen/ das man dieweil hat liechter brauchen müssen/ 83 Es sind auch Terremotus gewesen/ vnd etliche Stedte versuncken.

247

6,17,84 Philippus der .24. Keisar/ regirt .5. jar/ 85 ist aus Arabia geporn/ vnd lang ein haubtman gewesen/ 86 Dieser hat auch sein son neben sich zu Keisar gemacht/ 87 Decius hat sie beide erstechen lassen. 88 Ein solch morden haben die Keiser vnternander getrieben/ das es schrecklich ist zu lesen/ das Gott also rumort vnter den mechtigen leuten.

62 Dis ist ein recht schön Keisarlich exempel/ darinne furgebildet ist/ das die hohen Fürsten leib vnd leben/ das recht zu schützen/ wogen sollen.

 

82 Da Gordianus Keisar ist worden/ ist ein solche grosse Eclipsis der Sonnen gewesen/ das man dieweil hat liechter brauchen müssen/ 83 Es sind auch Terremotus gewesen/ vnd etliche Stedte versuncken.

 

88 Ein solch morden haben die Keiser vnternander getrieben/ das es schrecklich ist zu lesen/ das Gott also rumort vnter den mechtigen leuten.

6,17,89 Anno Mundi .4292.
Anno Christi .248

Wird gesetzt das .1000. jar der Stad Rom/ 90 darinne hat man Ludos seculares mit grosser pompa gehalten.

91 Nach Anthero ward der .19. Bapst Fabianus/ 92 von dem schreibet man/ er habe den Keisar Philippum getaufft/ 93 vnd sol Philippus der erst sein vnter den Keisarn/ der den Christlichen glauben habe angenommen.   <090>

253

6,17,94 Decius der .25. Keisar/ regirt .2. jar/ 95 ist ein weiser Fürst vnd berümpter krieger gewesen/ 96 Er machet sein son auch neben sich zu Keisar/ 97 vnd sind beide erschlagen worden von den Gotthis/ die jnn Thraciam gefallen waren/ vnd darnach sich gegen Hungern gewand hatten/ 98 Vnd wiewol die Römer etwa zuuor auch mit den Gotthen zu thun gehabt/ wil ich doch hie den anfang setzen/ der Historien von Gotthen/ denn hie sind sie starck gewesen/ jnn die drey mal hundert tausent/ vnd haben ein grosse that gethan/ das sie Decium geschlagen haben/ der ein rechter held gewesen ist/ 99 Aber Gott strafft jhn derhalben/ das er die Christen verfolget hat/ 100 Denn er hat Fabianum den Bapst/ vnd Cyprianum jnn Aphrica/ vnd viel heiligen martern lassen. 101 Darumb müssen nu die Gotthi vnd andere frembde völcker das gantz Römisch reich zerreissen/ das es Christum verfolget hat/ 102 Vnd solchs hat Sibylla geweissaget/ 103 Auch wird dieses klar jnn Apocalypsi angezeiget.

104 Nach Fabiano ward der .20. Bapst Cornelius/ 105 der hat die Ketzerey Nouati verworffen/ der vnrecht von der Bus leret/ Das/ so ein Christ nach der Tauff gefallen were/ möcht jhm nicht widder geholffen werden/ 106 Vnd hat durch diese vnrechte lahr seer viel leute betrübet/ vnd viel Kirchen zerrut.

255

6,17,107 Vibius Gallus der .26. Keisar/ hat .2. jar regirt/ neben seinem son Volusiano/ 108 Denn als Decius erschlagen war/ worffen die krieger den Gallum auff fur ein Keisar/ 109 Hernach haben sie jhn vnd den son erstochen.

110 Nach Cornelio ward der .21. Bapst Lucius.

257

6,17,111 Valerianus der .27. Keisar/ regirt .6. jar/ 112 ward jnn hoch Deudsch land zu Keisar gewelet/ vnd vom Rad bestetiget/ 113 Denn er war ein rechter edler Römer/ vnd hat sich wol jnn Deudschem lande gehalten/ 114 Entlich hat jhn der Persen König Sapores gefangen/ welcher ein so stoltzer Barbarus gewesen ist/ das jhm der gefangen Keisar must ein stuel sein/ vnd da ligen/ das Sapores auff seim rücken/ auff sein pferd stiege/ 115 Aber Sapores ward widder gestrafft durch Odenatum den Römischen haubtman.

116 Gallienus Valeriani son/ der .28. Keisar/ hat neben seim vater regirt/ vnd darüber nach seines vaters niderlag .9. jar/ 117 ist gelert gewesen/ 118 Aber hat banketirt/ vnd das Regiment wenig geacht/ 119 Darumb hat das Reich vnter jhm viel lender verloren/ 120 Jnn Deudsch land war ein haubtmann Posthumus/ 121 der regirt so wol/ das jhn sein kriegsvolck zum Keisar machet/ 122 Da aber Gallienus ein volck widder Posthumum schicket/ rüstet Posthumus vnter andern die Francken. 123 Aus dieser vrsach sind erstlich die Francken erreget worden/ 124 Denn wiewol hernach Posthumus durch verreterey erstochen ward/ sind doch die Francken jn rüstung blieben/ wie ich weiter sagen wil/ wenn ich auff Carolum kome/ 125 Dieses aber habe ich hie jnn kürtz angezeiget/ das der leser mercke/ wenn vnd wie sichs erstlich zugetragen hat/ das die Francken sich widder die Römer gesetzt haben/ dadurch sie hernach gewaltig jnn Deudschem land vnd Gallia worden sind. 126 Also haben erstlich die Gotthi angefangen/ das Römisch Reich zu zerstören/ Darnach die Francken/ vnd darnach viel mehr völcker/ 127 Dazu haben die Persen jn Orient auch grossen schaden gethan. <091> 

272

6,17,128 Flauius Claudius der .29. Keisar/ regirt .2. jar/ 129 Dieser wird hoch gelobet/ von allen hohen tügenden/ darumb jhn zugleich Gallienus vor seinem tod/ darnach das kriegsvolck/ vnd der Rad zu Rom/ zu Keisar gewelet haben/ 130 Er hat seer grosse schlachten gethan mit den Gotthen/ jnn Hungern vnd Macedonia/ vnd allenthalben gesieget/ 131 Auch hat er die Deudschen so jnn Jtaliam gefallen waren/ geschlagen/ 132 Jtem/ Egyptum widder zu gehorsam bracht/ 133 Aber Got hat den Römern diesen hochlöblichen Keisar nicht lange gegönnet/ denn das Reich hat nu fallen müssen/ 134 Doch ist es widder geflickt vnd auffgericht durch Claudium/ vnd drey odder vier hernach/ 135 Aus dieses Claudij geschlecht/ ist Constantinus magnus geporn/ wie ich hernach anzeigen wil. 136 Valerianus hat den Bapst Lucium martern lassen/ 137 Nach jhm ist der .22. Bapst Stephanus der erst dieses namens.

138 Nach Stephano der .23. Bapst Xystus/ der ander dieses namens. 139 Nach Xysto der .24. Bapst Dionisius.

274

6,17,140 Aurelianus der .30. Keisar/ hat regirt .5. jar/ 6. Monat/ 141 Er ist von wegen seiner grossen thaten/ von Claudio zu Keisar gewelet/ 142 Hat die Francken bey Mentz hart geschlagen/ darnach die Gotthen in Jllyrico/ 143 Darnach jnn Orient die Königin Zenobiam/ welche vber weibliche art/ als eine heldin/ grosse krieg widder die Römer gefurt hat.

144 Er wird auch gelobet/ das er streng gehalten hat ob der disciplin vnd zucht vnter dem kriegsvolck. 145 Es hat ein krieger seine wirtin mit gewalt beschlaffen/ 146 Da solchs fur Aurelianum kam/ straffet er den knecht also/ Er lies zween baum biegen/ vnd spannet den frawenschender dazwischen/ 147 Darnach lies er die baum widder auffspringen/ das sie den knecht zerrissen. 148 Dieser Aurelianus hat auch die Christen hart verfolget.

6,18 Von Manicheis den
Ketzern

6,18,1 ES sind bald Rotten vnd Ketzerey erstanden vnter den Christen/ 2 Aber ich hab nicht alle jrthumb vnd Secten hie erzelen wollen/ sondern die grossen ketzereien/ welche viel vnd grosse lender befleckt vnd vnruwig gemacht haben/ das man sehe/ wilch schedlich ding ist vnrechte lahr/ Vnd wie alle Ketzer auffrürisch sind/ vnd jhre jrthumb mit auffruren gedencken zu schützen vnd aus zubreiten/ 3 Denn jhr meister der Teuffel/ ist zugleich ein lügner vnd ein mörder/ 4 Diese beide stück erzeigen sich jnn allen Ketzern/ das sie lügen leren/ vnd mord durch auffrhur vnd zerruttung der Regiment anrichten.

6,18,5 Zu zeiten Aureliani/ sind die Ketzer Manichei auffkomen/ 6 vnd ist der meister Manes aus Persia gewesen/ vnd hat seine gifft jnn Arabien/ vnd hernach jnn Aphrica ausgebreitet/ vnd so grossen anhang gewonnen/ das mans jnn .200. jaren nicht dempffen mocht/ 7 Jhr haubt lahr war/ das zween Gott weren/ Ein guter/ vnd ein böser/ gleich ewig. 8 Da hat mensch <092> liche vernunfft wollen meister sein/ 9 Dieweil Gott gut sey/ vnd doch das böse so starck vnd mechtig/ so müsse auch ein besonder Gott sein/ der das böse geschaffen habe/ gleich mechtig dem andern/ 10 Daneben haben sie andere viel jrthumb gehabt/ 11 Sie lereten/ Christus were nicht Gott/ wolten auch der Apostel schrifft nicht annemen/ sondern ertichten eigen schrifft/ die sie auch nenneten Euangelium Christi/ 12 Dazu rhümeten sie besonder offenbarung/ vnd sagten/ sie geben den heiligen Geist/ 13 Vnd haben dazu viel Ceremonien angericht/ speis vnd Ehe verpoten/ dadurch den heiligen Geist zuerlangen/ 14 Haben auch weltlich Regiment verworffen/ vnd geleret/ das Ehe vnd weltlich Regiment/ were vom bösen Gott geschaffen/ nicht vom guten Gott. 15 Zu vnsern zeiten war Thomas Müntzer seer auff diese ban geraten.

15 Zu vnsern zeiten war Thomas Müntzer seer auff diese ban geraten.

280

6,19,1 Tacitus der .31. Keisar regirt .6. Monat.

2 Probus der .32. Keisar/ regirt .6. jar .4. Monat. 3 Dieser ist auch der löblichsten Fürsten einer gewesen/ vnd gewelet vom kriegsvolck/ vnd bestettiget vom Rad/ 4 Er hat jnn hoch vnd nidder Deudsch land frieden gemacht/ die Francken vnd Döringen geschlagen/ 5 Vnd wird jn dieses Keisars Historia erstlich der Döringen gedacht.

6 Nach Dionisio warde der .25. Bapst Foelix.
7 Nach Foelice warde der .26. Bapst Eutychianus.
8 Nach Eutychiano warde der .27. Bapst Caius

287

6,19,9 Carus der .33. Keisar/ regirt .2. jar/ 10 vnd macht seine söne Numerianum vnd Carinum neben sich zu Keiser/ vnter welchen war Numerianus from/ vnd seer gelert/ 11 Aber Carinus war ein ander Nero.

288

6,19,12 Dioclecianus der .34. Keisar/ regirt .20. jar/ 13 Dieser ist ein ernster weiser Fürst gewesen/ vnd hat viel löblicher thaten gethan/ vnd Egyptum wider erobert/ 14 Aber die Christen hat er hart verfolget/ denn er hatt jm sinn/ das Reich widder jn den alten stand vnd wesen zu bringen/ 15 vnd greiffs mit vernunfft an/ wolt die vngleicheit der Religion nicht leiden/ 16 Vnd dieweil er befand/ das solch gros Regiment nicht durch ein allein möcht erhalten werden/ dazu das offt war furgefallen/ das sich etliche selb fur Keisar auffgeworffen hatten/ welet er selb neben sich zu gleicher gewalt Maximianum/ der furt krieg jnn Gallia.

17 Die zween/ so gleiche gewalt hatten/ hiessen Augusti/ 18 Diese Augusti weleten zu sich andere zween/ nicht zu gleicher gewalt/ sondern als successores/ 19 die nennet man nicht Augustos/ sondern Caesares/ 20 Dioclecianus welet Galerium/ Maximinianus Constancium/ 21 Vnd sind hernach beide Augusti/ Dioclecianus vnd Maximianus/ vom Reich abgetretten/ vnd haben sich widder jnn ein ruwig leben begeben/ 22 Aber Maximinianus were gern widder zum Reich komen/ mit dem schein/ das er sein son Maxencium zu Keisar machen wolt/ 23 Darumb lies jhn sein tochter man Constancius erstechen. 24 Also gehet es zu/ wenn ein Reich zu poden gehen sol/ so wird es vol auffrhuren vnter sich/ wie hie zu sehen ist. 25 Dioclecianus bleib also viel jar jn vita priuata/ 26 entlich hat er sich selber erstochen/ da er sich vor Licinio vnd Constantino besorget/ die jhn verdechtig hatten/ als wolt er Maxencio jhrem feind helffen.   <093>

308

6,19,27 Constancius der .35. Keisar/ hat regirt neben Galerio Maximino/ 28 vnd sind beide löbliche Keisar gewesen/ 29 Constancius regirt nach Diocleciano .4. jar/ vnd hat Gallien vnd Deudsch land jnne gehabt/ vnd frieden darinne gehalten/ Die Francken vnd Alemanos/ geschlagen. 30 Denn also ist nu fort Deudsch land geteilet/ 31 Die Francken haben sich herunter vmb den Reinstrom angenomen. 32 Alemani haben geheissen die Hochdeudschen. 33 Constancius starb jnn England/ 34 da warde sein son Constantinus Keisar.

35 Galerius macht zween successores/ Seuerum vnd Maximianum den jüngern/ 36 Aber mitler zeit/ warff sich auff Maxencius zu Rom fur Keisar/ 37 Dieser Maxencius lies Seuerum umbringen/ 38 Maximianus starb/ vnd macht zuuor Licinium zu Keisar.

312

6,19,39 Constantinus der .36. Keisar/ regirt .30. jar/ 40 Dieser hat das Reich widder zurüg vnd frieden bracht/ 41 Denn da Maxencius greuliche tyranney zu Rom triebe/ ward Constantinus gefoddert/ 42 der schlug Maxencium/ vnd Maxencius ersoffe jnn der Tiber/ jnn der flucht/ vnd empfieng sein lohn fur sein tyranney/ welche er widder Christen vnd sonst geübet hat/ 43 Also regierten ein zeitlang Constantinus vnd Licinius mit einander jnn guter einigkeit/ 44 Vnd gabe Constantinus Licinio sein schwester/ 45 Aber jnn solchem grossen Regiment/ fallen viel sachen fur/ deren sich zween vbel vereinigen können. 46 Man schreibet/ Constantinus sey vneins worden mit Licinio/ darumb das Licinius die Christen verfolget/ Vnd habe jhn offt bitten lassen/ das er dauon abstehen wolt/ 47 Entlich hat Constantinus Licinium auch müssen schlagen/ hat jhn doch leben lassen/ also das er vom Regiment abtretten solt/ 48 Darumb hat Constantinus hernach allein regirt/ vnd das Reich allenthalben zu frieden gebracht/ vnd widderumb löblich gefasset vnd geordnet/ 49 Dieser ist der erst Christliche Keisar/ vnd one zweiuel ein rechter Christ gewesen/ denn er hat das heilig Euangelium also geehret/ das er jhm allezeit/ zu eim zeugnis seines glaubens/ offentlich ein Euangelien buch hat lassen vor füren/ 50 Jtem/ er hat befolhen/ mit seinem kosten Biblien abzuschreiben/ vnd dieselbigen verschaffet jnn alle lender zu schicken/ 51 Jtem/ er hat das heilig vnd nützlich Concilium zu Nicea halten lassen/ vnn <sic!> dadurch die Kirch zu seinen zeiten auch zu frieden gebracht. 52 Das heissen eins Christlichen Keisars werck/ die sollen billich höher gelobet werden/ denn das er dem Bapst viel sol gegeben haben/ Wiewol dieses auch löblich ist/ Elemosynas geben zu vnterhaltung der lahr vnd kirchen diener/ 53 Aber das Constantinus dem Bapst sol Rom vnd das halb Keisarthumb geschenckt haben/ wie etliche fabuliren/ findet man jnn keinen glaubwirdigen Historien.

54 Die Stad Constantinopolis ist durch diesen Keisar gebawet/ vnd also genennet worden/ 55 Vnd ist zuuor am selbigen ort ein berümpte Stad gewesen/ mit namen Byzancium/ 56 Vnd ist nu furter der Keisarlich hoff zu Constantinopoli gewesen/ wie die Historien hernach anzeigen werden.

57 Vnd dieweil dieser Kaisar auch der rechten hohen Helden einer/ vnd ein heros gewesen ist/ den Gott sonderlich mit hohen tügenden geziret hat/ wil ich sein geschlecht setzen/ darin zu sehen/ das Gott solche hohe tugent/ besondern jnn hohen geschlechten gibt.  <094>

58 Der aller löblichst Keisar Claudius/ hat zween brüder/ Quintilium vnd Crispum/ 59 Dieses Crispi tochter Claudia/ ist gegeben worden/ dem Edlen Fürsten Eutropio/ 60 Diese sind der stam des geschlechts Constantini.

61 Eutropius ein furnemer Fürst zu Rom.

62 Claudia/ des Keisars Claudij bruders tochter

63 Constancius der Keisar/ hat gehabt/

Helenam/ 
64 der son war/

Theodoram die stifftochter Maximiniani/
66 der son war

Constantinus magnus
sein  weib Fausta/ des Maximiani tochter/ 65 deren söne waren/

Constancius/ 67 des söne waren/
Gallus vnd Julianus

Constantinus/ Constancius/ vnd Constans.

53 Aber das Constantinus dem Bapst sol Rom vnd das halb Keisarthumb geschenckt haben/ wie etliche fabuliren/ findet man jnn keinen glaubwirdigen Historien.

6,20 Vom Ketzer Ario.

6,20,1 ZVR zeit Constantini hat gelebet Arius/ 2 der war ein Lector jn Egypto zu Alexandria/ vnd hat durch sein yrthumb vnd ketzerey/ ein greuliche zerruttung der Kirchen angericht/ 3 Er leret/ Christus were nicht warhafftiger vnd natürlicher Got/ 4 Wie er aber dieses schmückt/ ist zu lang hie zu erzelen/ 5 Vnd hat dieses gifft der welt also geliebet/ das die gelertisten Bischoue/ vnd schier gantz Orient/ vnd viel leut auch jnn Occident/ darauff geraten sind/ 6 Aber zween fromer Bischoue haben sich mit ernst dagegen gesatzt/ 7 Erstlich Alexander/ der erhielt/ das Constantinus das Concilium zu Nicea machet/ darinne warde Arij lahr verworffen/ 8 Darumb entsetzet vnd veriaget jhn Constantinus/ 9 Aber nach Constantini tod/ war bey Constancio ein Priester/ der war jhm seer heimlich/ 10 Dieser Priester practicirt/ das Constancius den Arium widder foddern vnd einsetzen solt/ 11 Damit warde das fewer widder angezünd/ vnd fiel der Keisar Constancius auch auff diesen jrthumb/ 12 Als aber Constancius ein disputacio zwischen Alexandro vnd Ario verordnet hatt/ lage Alexander die nacht jnn der kirchen/ vnd betet mit grossem ernst/ das Gott dem Ario weren wolt/ 13 Darumb da man morgens zusamen komen solt/ vnd Arius auff dem wege ist jnn die verhör zu gehen/ wird jm wehe jm leib/ das er auf ein cloac begeret/ 14 Da man dahin bringet/ stirbt Arius also plützlich auff dem Cloac/ 15 Das war das end Arij/ 16 Aber die ketzerey name damit noch kein end/ sondern Arij anhang treib den handel viel hefftiger/ 17 Da nu Alexander auch tod war/ setzet sich Athanasius widder die Arianos/ 18 Diesen Athanasium veriaget Constancius/ das er aus Egypto gen Trier flohe. 19 Das ist ja ein weit fliehen/ 20 vnd muste dennoch zu Trier heimlich sein/ 21 vnd war da jnn die .8. jar/ 22 Mitler zeit risse die ketzerey ein jnn gantz Orient/ das mehr denn die helfft der Christenheit ein zeit lang Arianisch war/ 23 Vnd sind hernach auch viel mehr Secten daraus entstanden/ 24 Vnd da man gleich nach vielen Concilien den namen Arianer vertilget hat/ ist doch die ketzerey offt wider vnter andern namen erreget worden/ 25 vnd waren viel Secten jnn einer Stad/ 26 vnd verfolget eine Rott die ander/ fielen einander jnn die Kirchen/ vnd schlugen viel leut tod. 27 Da <094, statt 095> hat die Christenheit ein jemerlich gestalt gehabt/ deren sich billich die heiden geergert haben/ 28 Es sind auch viel leut darob widder Heiden worden/ als nemlich der Keisar Julianus. 29 Jnn diese spaltung ist entlich Mahomet komen/ 30 dem hat Arius das loch gemacht/ 31 vnd ist des greulichen Antichristi vorgenger gewesen/ 32 Denn da die leut also jrre waren/ kam Mahomet/ vnd macht das dritte/ das fein vernünfftig war/ vnd hube die disputaciones auff/ 33 das gefiel der welt/ 34 dauon wil ich hernach sagen. 35 Dieses sey gnug hie von Ario vnd andern der gleichen ketzereien/ welche ich gemeldet hab/ das man dabey bedenck/ wilche schaden/ mord/ auffrhur/ zerruttung geistlichs vnd weltlichs Regiments/ aus ketzereien volge.

36 Nach Caio warde der .28. Bapst Marcellinus.
37 Nach Marcellino warde der .29. Bapst Marcellus.
38 Nach Marcello ward der .30. Bapst Eusebius.
39 Nach Eusebio warde der .31. Bapst Melciades
40 Nach Melciade warde der .32. Bapst Syluester.
41 Nach Syluestro warde der .33. Bapst Marcus

6,20,42 Vor dem tod Constantini/ hat man ein grossen Cometen etliche Monat gesehen/ der die jemmerliche krieg vnd auffruren bedeut hat/ so nach absterben Constantini geuolget sind.

6,20,42 Vor dem tod Constantini/ hat man ein grossen Cometen etliche Monat gesehen/ der die jemmerliche krieg vnd auffruren bedeut hat/ so nach absterben Constantini geuolget sind.

342

6,21,1 Constancius der .37. Keisar/ regirt .24. jar/ 2 Aber es hat der vater das Reich also geordnet/ das die brüder alle drey solten regiren/ Constantinus jnn Gallia/ Hispania vnd Deudsch land/ Constancius jn Orient/ Constans jnn Jtalia vnd Jllyrico. 3 Aber der jung Constantinus wolde nicht zu frieden sein/ sondern allein Herr werden/ vnd zoch jnn Jtaliam widder seinen bruder Constans/ tröst sich seiner grossen macht/ denn er hatte die besten krieger. 4 Diesen mutwillen strafft Gott/ denn dieser Constantinus warde bald erschlagen/ 5 Also warde Constans Herr jnn gantzem Occident/ vnd regirt wol/ 6 Er hatt aber ein haubtman Magnencium zu Augspurg/ dem er auff ein zeit das leben errettet hat/ der erstach seinen fromen Herrn/ vnd warff sich auff fur Keisar/ vnd zoge widder Constancium.

7 Constancius macht jn Orient sein vettern Gallum zu Keisar/ vnd zoge widder diesen auffrürer/ vnd schlug jhn/ 8 Vnd ist ein solche grosse schlacht gewesen/ das man schreibet/ das dadurch auff dis mal/ das Reich also geschwecht sey/ das es sich nachmals nicht habe erholen mögen/ vnd das beste volck verloren sey/ das man den barbaris lang kein widderstand hat thun mögen/ 9 Nach dieser schlacht hat sich der böswicht Magnencius selb erstochen. 10 Also hat Gott den mord gerechet an dem fromen Constante begangen.

11 Nach Marco warde der .34. Bapst Julius/ der erst dieses namens.

12 Nach Julio warde der .35. Bapst Liberius/ der warde veriagt von Constancio/ darumb das er den jrthumb Arij nicht wolt annemen/ vnd ward an seine stad gesetzt Foelix/ welcher die Arianos duldet/ aus furcht des Keisars/ 13 Vnd worden zu dieser zeit zu Meilan vnd Arimino Synodi gehalten/ dem Conci= <096> lio Niceno entgegen/ 14 Aber diese Synodi zu Meilan vnd Arimino gehalten/ sind bald hernach widder verworffen. 15 Hieraus ist abzunemen/ wilch jemmerlich wesen dazumal jnn der Christenheit gewesen ist.

365

6,21,16 Julianus Apostata der .38. Keisar/ regirt .2. jar nach Constancio/ 17 Dieser ist Constancij vetter gewesen/ des Galli bruder/ wie ich droben angezeigt habe/18 Er ist so gelart gewesen/ das er jnn der jugent jnn der Kirchen zu Nicomedia ein lector gewesen ist/ 19 Darnach hat er zu Athen jn Philosophia studirt/ 20 Nach dem aber sein bruder Gallus erstochen ward/ sendet jhn Constancius jn Gallien vnd Deudsch land/ 21 Da hat Julianus bey Strasburg .30. tausent Alemanos/ das ist/ Hochdeudschen erschlagen/ 22 Vnd ist derhalben da zu Strasburg von seim kriegsuolck Keisar gewelet/ 23 Dieweil aber bey den Christen solche grosse zwitracht war/ dadurch die leut jnn zweiuel/ vnd entlich gantz vom glauben fielen/ ist Julianus auch widder ein Heide worden/ denn er war jung/ vnd hatt Rhetores vnd Philosophos vmb sich/ die der Christlichen lahr feind waren/ vnd von Gott disputirten/ nach vernunfft. 24 Aber Julianus hat die Christen dennoch nicht tödten lassen/ sondern wolt sie sonst mit listen dempffen/ 25 Verpot jhn die Schulen/ das sie nicht gelert worden/ 26 Bedacht/ so sie nicht gelarte leut haben würden/ würde jhre lahr nicht lang bestehen/ 27 Verpot auch/ das man sie nicht zu kriegern welet/ damit sie nicht zum regiment komen solten. 28 Er nam den Kirchen die güter/ spottet vnd sagt/ er wolt die Christen fordern zum himelreich/ denn das Euangelium sagt/ das Himelreich sey der armen/ 29 Er hat widder die Christen eben scharff geschrieben/ darauff hat Cyrillus vleissig geantwortet/ des Buch ist noch zu Pfortzen vnter Reuchlins büchern/ vnd were nützlich zu lesen/ 30 Nazanzenus hat Juliano auch geantwort/ 31 Aber Nazanzeni schrifft ist seer gering/ vnd handlet die stück schwechlich/ da Julianus das Euangelium anficht/ es verbiet rach/ damit hebe es straff vnd Oberkeit auff/ on welche doch das menschliche leben jnn keinen weg bestehen kan/ 32 Mit dieser calumnia hat Julianus viel zuthun/ 33 So doch ein jeder verstendiger Christ weis/ das das Euangelion nicht der Oberkeit rach vnd straff verbeut/ sondern verbeut allein die rach/ so ausser der Oberkeit vnd dem ampt furgenomen wird. 34 Diese listige vnd schmeliche verfolgung that den Christen seer wehe/ das sie allenthalben widder jhn betten/ 35 Da nu Julianus an die Persen zoch/ warde er jnn einer wüsten erstochen/ 36 Man schreibet/ da er also lag vnd blut/ hab er ein hand vol blut gegen Himel gesprützt/ vnd gesagt/ 37 Vicisti tandem Galilee/ 38 Du Galilee hast nu gewonnen/ 39 Denn er nennet Christum Galileum. 40 Also hat Julianus verdienet/ das das Reich vom Edlen geschlecht Constantini wegkomen solt.

367

6,21,41 Jouianus der .39. Keisar/ regirt .7. Monat. 42 Dieser war from vnd ein Christ/ vnd lies die fromen Bischoue so Constancius vnd Julianus veriaget hatten/ widder foddern/ 43 Gepot auch den kirchen jhre zins widder zu geben/ 44 Er starb am feber/ das jhn ankomen war/ von wegen seiner grossen mühe vnd arbeit.    <096, statt 097>

368

6,21,45 Valentinianus der 40 Keisar regirt 12 jar/ vnd machet seinen bruder Valens neben sich zu Keisar/ 46 Valens regirt jnn Orient/ 47 Valentinianus zoge jnn Occident/ 48 sind beide Christen gewesen/ 49 Valentinianus war ein Haubtman vnter Juliano gewesen/ vnd ist von jhm entsetzt worden/ derhalben das er nicht von Christo abfallen wolt/ 50 dazu hatt er ein Heidnischen pfaffen jnn das andlitz geschlagen/ der jhm das götzen wasser bracht/ gleich als solt er auch opfern/ da er da stund vnd auff Julianum wartet/ 51 Dagegen hat Gott Valentinianum widder erhöhet/ 52 Er hat grosse krieg jnn Teutsch land gefürt/ die Saxen vnd die Burgunder geschlagen/ 53 denn die Burgunder sind auch Saxen/ Vnd sind umb diese zeit an Rheinstrom gezogen/ 54 vnd wiewol sie auff dismal geschlagen sind/ haben sie sich doch hernach widder gesterckt/ vnd sind vber Rhein komen/ vnd haben die lender eingenomen so jtzund Burgund heisset/ wie ich hernach sagen wil.

55 Valens regirt nach seines bruders tod 3 jar/ vnd fiel auch auff die Ketzerey Arij/ 56 darumb strafft jhn Gott/ 57 die Gotthi schlugen jhn bey Constantinopoli/ 58 Vnd da Valens jnn der flucht/ jnn ein Dörfflin kam/ sich da zuverbergen/ habens die Gotthi anzündet/ vnd ist Valens darin verbrand/ 59 Darnach haben die Gotthi grossen schaden vor Constantinopoli gethan/ 60 Aber die Keisarin gab jhn gelt/ das sie dauon abzogen.

61 Nach Liberio/ warde der 40 Bapst Damasus/ 62 bey diesem ist S. Jeronymus jnn seiner iugent als ein Notarius gewesen.

63 Nach Damaso/ warde der 41 Bapst Syricius.

383

6,21,64 Gracianus der 41 Keisar/ regirt nach Valente 6 jar/ 65 Er ist aber Valentiniani elter son gewesen/ vnd vom vater etlich jar vor seinem tod zu Keisar gemacht/ 66 Nach des vaters tod/ hat er seinen jüngern bruder Valentinianum/ neben sich zu Keisar gemacht/ dieweil aber jm Reich an allen orten vnruge war/ vnd bedurfft eins weisen vnd glückseligen Fürsten/ macht Gracianus Theodosium auch neben sich zu Keisar/ vnd sendet jhn jnn Orient/ 67 da schlug Theodosius die Gotthen bey Constantinopoli/ vnd veriaget sie aus Thracia/ 68 Gracianus ward jn Gallien verreterlich umbbracht/ von seinem Haubtman Maximo/ der sich selber auff warff fur Keisar/ 69 Vnd ist Gracianus seer ein fromer gelarter/ wolgeschickter fürst gewesen/ vnd hat recht glaubt/ vnd seines glaubens bekantnus Ambrosio geschrieben/ 70 Valentinianus Graciani bruder/ ist auch verreterlich ermord/ jnn Gallia/ von seim Haubtman Arbogast/ 71 Diese beide/ Maximum vnd Arbogast/ hat hernach Theodosius geschlagen/ mit grosser macht/ 72 Maximus ist gefangen vnd getödt worden/ 73 Arbogast hat sich selb erstochen/ 74 Also ist nu das Reich auff Theodosium allein komen.

388

6,21,75 Theodosius der 42 Keisar/ regirt 11 jar nach dem tod Graciani/ 76 Dieser Theodosius war aus Hispania/ vnd hat das gantz Reich an allen orten zu friden bracht/ von Teutsch land an/ bis jn Aegypten/ 77 Er ist erstlich selb jn Teutsch land gelegen/ vnd hat jhn Gracianus daraus gefoddert jnn Thraciam/ 78 Darnach hat Theodosius den Stillico jnn Teutsch land gesand/ 79 der hat Francken vnd Saxen gezwungen/ friden zu halden.   <098>

80 Dazu hat Theodosius auch grossen friden jnn der Kirchen gemacht/ hat Concilia gehalden/ vnd Christlichen glauben jnn allen lendern gefoddert/ 81 Ambrosius klaget seinen tod seer/ vnd spricht vnter andern worten also/ 82 Dilexi virum/ qui cum corpore solueretur/ magis de statu Ecclesiarum/ quam de suis periculis angebatur. 83 Dis ist eine recht hohe fürstliche tugent/ solche sorg für die Christenheit tragen.

84 Nach Syricio warde der 42 Bapst Anastasius/ der erst dieses namens.

85 Nach Anastasio warde der 43 Bapst Jnnocencius/ der erst dieses namens/ 86 Zu dieses Bapstes zeiten/ ist gewesen Pelagius jnn Britannia/ der leret/ das der mensch für Gott gerecht vnd selig würde/ aus eigen natürlichen wercken/ vnd nicht durch glauben an Christum/ 87 Diesen jrthumb hat dazumal Augustinus angefochten/ 88 vnd ist Pelagius jn Concilien verworffen.

29 Er hat widder die Christen eben scharff geschrieben/ darauff hat Cyrillus vleissig geantwortet/ des Buch ist noch zu Pfortzen vnter Reuchlins büchern/ vnd were nützlich zu lesen/ 30 Nazanzenus hat Juliano auch geantwort/ 31 Aber Nazanzeni schrifft ist seer gering/ vnd handlet die stück schwechlich/ da Julianus das Euangelium anficht/ es verbiet rach/ damit hebe es straff vnd Oberkeit auff/ on welche doch das menschliche leben jnn keinen weg bestehen kan/ 32 Mit dieser calumnia hat Julianus viel zuthun/

81 Ambrosius klaget seinen tod seer/ vnd spricht vnter andern worten also/

6,22 Zerstörung der vierden
Monarchi.

398

6,22,1 Arcadius Theodosij son/ regirt 13 jar/ jnn Orient zu Constantinopel/ 2 Neben jhm regirt jnn Jtalia Honorius/ sein bruder 29 jar/ neben vnd nach seim bruder/ denn er hat nach Arcadio gelebet.

6,23 Von Gotthen.

6,23,1 Anno Christi 405
Anno Romae 1157
Anno mundi 4449

Sind die Gotthen erstlich jn Jtalien mit schrecklicher grosser macht gezogen. 2 Dieweil jhr aber viel gedacht wird/ wil ich jhr Historien jnn kurtz hie zusamen ziehen/ 3 Es ist nicht ein volck/ Gotthen/ Wenden/ Rugen/ Hunen/ sondern Gotthen sind Teutschen/ aus der Jnsel Gotland/ vnd haben sich gesatzt etwa jn Liuonia vnd Lita/ welche land an Gotland ligen/ 4 darumb Procopius recht schreibet/ das es Cimmerij vnd Gete sind/ 5 Dieses volck ist erfur gezogen an Thracia vnd Hungern zur Römer zeiten/ 6 vnd haben sich die Keisar vnterstanden/ sie zu rück zu treiben/ haben aber nichts ausgericht/ 7 Vnd ich habe den anfang jhrer Historien vnter Decio gesatzt/ 8 denn die schlacht Decij ist die erst grosse schlacht gewesen/ so die Römer mit jhn gethan haben/ darinne auch Decius erschlagen ward/ 9 Wiewol nu die Keisar hernach/ viel mit jhn zu thun gehabt/ sind doch die Gotthi an Thracia vnd Hungern blieben/ haben auch lender vmb Constantinopoli jnn Asia eingenomen/ 10 Man sagt/ das noch Gotthi jn Taurica Chersoneso wohnen/ vnd Teutsch reden/ vnd sich nennen Gotthos/ 11 Aber aus Hungern vnd Thracia sind die Gotthi also wegkomen/ das sie erstlich selb von dannen jnn Jtalien/ vnd hernach jn Hispanien zogen sind/ 12 Darnach sind Wenden vnd Hunen aus Scythia komen/ 13 die haben die vberigen Gotthos auffgefressen/ 14 Die Hunen haben sich jnn Hungarn gesetzt/ 15 die land hinter vnd neben Hungarn haben die Wenden eingenomen.

4 darumb Procopius recht schreibet/ das es Cimmerij vnd Gete sind/

6,23,16 Aber vnter Arcadio vnd Honorio/ hat sichs also zugetragen/ das die Gotthi jn Jtaliam zogen sind/ 17 Der from Keisar Theodosius/ hat seinen sönen zwen <099> Haubtleut verordnet/ Rufinum vnd Stillicon/ vnd jhnen die jungen Keisar befolen vnd vertrawet/ 18 Aber sie haben sich nit nicht trew erzeiget. 19 Rufinus war ein Gallus/ der erreget die Gotthen wider Arcadium/ vnd trachtet durch sie das Reich zu sich zu bringen/ 20 Aber der anschlag feylet Rufino/ denn Stillico schlug yhn/ 21 Nu war Stillico ein Wend/ 22 Vnd dieweil etlich Gotthi widder Arcadium gezogen waren/ schaffet Stillico das den Gotthen/ die Theodosius angenomen hatt/ vnd besoldet/ der sold abgeschrieben ward/ 23 Auch erreget Stillico die Wenden wider die Gotthen/ 24 Nach dem also die Gotthi erstlich erregt waren durch Rufinum/ vnd hernach verbittert durch Stillicon/ füret jhr konig Radgast/ zweimal hundert tausent Gotthi jn Jtaliam/ jm jar droben angezeigt/ 25 Vnd schreibt man sonderlich hie/ das zu Rom grosse klag gewesen sey/ vber Christum/ das solch vnfal des Reichs/ daher kome/ das sie die vorigen götter vnd gottsdienste nicht hielden/ 26 Aber Stillico schlug diesen Radgast vnd sein volck/ an engen orten von Florentz gegen Apenino. 27 Dis ist die erste Historia der Gotthen jnn Jtalia.

LG: der ein hat nicht

6,23,28 Nach Radtgast kam ein ander hauff Gotthen/ mit Alrich/ 29 mit diesem handelt Honorius/ das er aus Jtalia jnn Gallien zihen solt/ denn die Francken/ Burgunder/ vnd Wenden/ lagen jnn Gallien/ das Honorius Gallien nicht mehr hoffet zu erhalden/ vnd bedacht er wolde die barbaros da zusamen schicken/ sich vntereinander umb Gallia zu rauffen/ 30 Alrich wolt dahin zihen/ da vberfiel jhn Stillico am Ostertag vnversehens jm geleid/ 31 des andern tags rüstet sich Alrich/ vnd schlug den Stillicon widder/ vnd keret jm zorn widderümb/ vnd belegert Rom/ 32 Honorius lage zu Rauenna/ vnd lies Stillicon tödten/ als solt er vntrewlich gehandelt haben/ vnd sich vnterstanden das Reich von Honorio auff sich zu bringen/ 33 Also war kein tüchtiger haubtman Rom zu retten/ 34 darumb hat Alrich Rom erobert/ nach dem ers .2. jar belegert hat/ vnd hat Rom eingenomen jm/

15 jar Honorij.
412 jar/ nach der geburt Christi.
1164 jar/ nach anfang der Stadt Rom.

6,23,35 Das aber Varro gesagt hat/ die 12 geier so Romulus gesehen hat/ bedeuten das Rom solt stehen 1200 jar/ Wiewol nu diese zeit nicht ferrn dauon ist/ acht ich doch es sol auff Totilam gedeut werden/ der hernach vnter Justiniano die stat Rom verbrent vnd zerstöret hat 136 jar nach diesem Alrich/ 36 Denn Alrich hat die Stadt nicht verderbet/ sonder hat geboten/ das man der leute/ so inn der Christen Kirchen geflohen/ verschonen solt.

6,23,35 Das aber Varro gesagt hat/ die 12 geier so Romulus gesehen hat/ bedeuten das Rom solt stehen 1200 jar/ Wiewol nu diese zeit nicht ferrn dauon ist/ acht ich doch es sol auff Totilam gedeut werden/ der hernach vnter Justiniano die stat Rom verbrent vnd zerstöret hat 136 jar nach diesem Alrich/

6,23,37 Alrich ist von Rom widder weg gezogen vnd bald gestorben/ 38 Nach jhm warde der Gotthen könig Adolph/ der kam widder gen Rom/ vnd nam da Placidiam des Keisers Honorij schwester/ die bewegt den man/ das er Rom verschonet/ vnd zoge jnn Gallien/ vnd hernach jnn Hispanien/ 39 Also sind die Gotthen auff dismal widder aus Jtalia komen/ vnd haben sich jnn Hispania gewant/ 40 Denn Alrich hatte zuvor Hispanien angrieffen/ 41 Vnd sind hernach die Gotthen jnn Hispania blieben/ vnd haben da regirt/ 42 Hernach sind auch jnn Hispanien gezogen Wenden vnd <100> Suaben/ 43 Aber die Wenden sind jn Africa komen/ vnd sind die Gotthen blieben/ 44 Von diesen Gotthen sind die Christlichen König jnn Hispania komen/ von welchen herkompt der aller löblichst Keisar Carolus V. 45 Denn wiewol die Sarraceni hernach jnn Hispaniam gefallen sind/ vnd da seer mechtig worden/ haben sie doch die andern König nicht gantz vertilgen mögen.

46 Anno Christi 456
Anno Romae 1207   

Kam der Wend Genserich aus Africa gen Rom/ vnd verwüstet die Stadt seer/ 47 Aus was vrsachen aber Genserich gen Rom kam/ wil ich sagen/ wenn ich von Wenden rede.

44 Von diesen Gotthen sind die Christlichen König jnn Hispania komen/ von welchen herkompt der aller löblichst Keisar Carolus V. 

6,24 Dietrich von Bern.

6,24,1 Fürter sind Gotthi nicht jnn Jtalien komen/ bis zur zeit Zenonis des Keisars/ da Othaker zu Rom mechtig war/ 2 der war ein barbarus aus Rugen/ vnd war zu Rom jm sold gelegen/ bey Augustulo/ Vnd ist dadurch mechtig worden/ vnd treib grosse Tyranney/ das die Römer hülff widder jhn begerten/ 3 Da sendet Zeno den Dietrich/ genant von Bern/ jnn Jtalia/ 4 der hat den Othaker erschlagen/ 5 vnd regirt jnn Jtalia 32 jar/ vnd hat guten frieden gehalten/ vnd dem gantzen Jtalien viel guts gethan/ das man schreibet/ Jtalia habe kein gnedigern frembden herrn jhe gehabt/ 6 Er hat auch viel güter verordnet/ zu erhaltung der Kirchen diener/ vnd Christlicher lahr/ 7 Aber er war ein Arrianer/ wie die andern Gotthi/ 8 Denn da sie begerten vom Keisar Valens/ jhnen priester zu senden/ das sie Christlichen glauben lerneten/ sendet er jhn Arrianos/ 9 Vnd von wegen der hochberümpten tugenden/ Dietrichs/ sind die lieder von jhm gemacht/ die jderman noch singet vnd lieset/ darinne die Risen bedeuten die barbaros/ die er geschlagen hat/ 10 Er ist aber Dietrich von Bern genant worden/ darumb das er zu Verona/ hofe gehalden hat/ 11 Es hat ein Dietrich/ der auch ein Gotthus gewesen/ helffen den Attilam schlagen/ vnd ist jnn der schlacht umbkomen/ hat aber so viel bey dieser grossen sachen gethan/ das on jhn dem Attila niemand kein widderstand het thon können/ 12 Der selbig Dietrich/ ist nicht dieser Dietrich von Bern/ sondern ist sein vetter gewesen/ Vnd hat vor dem Berner gelebt/ bey 40 jaren.

6,24,13 Alrich

Westgotthen
könig jn Hispania

Hermenrich

Ostgotthen
könig jnn Hungarn.

Adolph

Ditmar

Wallia

Dietrich von Bern

Dietrich/ der den Attilam schlug.

 

9 Vnd von wegen der hochberümpten tugenden/ Dietrichs/ sind die lieder von jhm gemacht/ die jderman noch singet vnd lieset/ darinne die Risen bedeuten die barbaros/ die er geschlagen hat/ 

6,24,14 Himelsuith/ die tochter Dieterchs <sic!> von Bern/ hat ein son mit namen Adelrich/ 15 diese regirten 8 jar/ jnn Jtalia vnd zu Rom nach Dieterich von Bern/ 16 vnd die frawe hat löblich vnd wol regirt/ 17 Da aber jhr son starb/ bracht sie das regiment auff jhren vetter Theodatum/ 18 der bewise jhr nicht trew/ sondern lies sie mördrisch vmbringen/ zur zeit des Keisars Justiniani. 19 Diterich von Bern hat mehr töchter gehabt/ 20 Er hat auch seiner schwester tochter/ dem König jnn Turingen geben/ das ich den Herrn von Turingen zu lobe/ nicht habe wollen auslassen.   <101>

6,24,21 Theodatus/ regirt 2 jar/ vnd empfieng sein lohn/ 22 Denn dieweil die from Fürstin Himelsuith/ sich vnd jhren son/ dem Keisar Justiniano befohlen hat/ nam Justinianus dieses fur ein vrsach/ den mord zu straffen/ vnd sendet Bellisarium jnn Jtalia widder die Gotthen/ 23 Nu macht sich Theodatus verdechtig/ denn er weret sich nit/ als wolte er die Gotthen verratten/ 24 darumb machten die Gotthen ein andern König Wittich/ 25 der lies Theodatum tödten.

6,24,26 Wittich regirt 3 jar/ 27 Widder diesen furt Bellisarius des Justiniani haubtman den krieg/ mit grosser weisheit/ 28 Denn Wittich hatt ein gros gewaltig volck/ zweimal hundert tausent man/ 29 Bellisarius hielt sich jnn der Stadt Rom/ dauor lag Wittich fast ein gantz jar/ 30 vnd war grewlicher hunger jnn Rom/ vnd sonst jnn Jtalia/ 31 Da nu der hunger die Gotthen zu rück trieb/ vnd sie one sorg vnordenlich zogen/ eilet Bellisarius nach/ vnd schlug sie/ vnd fieng hernach den Wittich mit grossen listen/ 32 doch wurden die Gotthi nicht vertilget/ sondern Justinianus lies ein friden mit jhn machen/ das sie das land von Alpen bis an Padum jnne haben solten/ vnd nicht weiter greiffen/ vnd foddert Bellisarium abe/ 33 Denn er besorget sich/ Bellisarius würde sich jnn Jtalia zu Keisar machen/ wiewol Bellisarius sich gantz trewlich hielt/ 34 Darumb zog er auch also widder gen Constantinopoli/ vnd füret Wittich vnd den besten Adel der Gotthen gefangen mit sich/ mit grossem Triumph.

6,24,35 Totilas ward nach Bellisarij abzihen/ von Gotthen zu König gewelet/ vnd regirt 10 jar/ 36 Nu waren durch Bellisarium die Gotthi seer geschwecht worden/ darumb trieben die Keisarlichen haubtleut allen mutwillen jnn Jtalia/ widder Gotthen vnd Jtalianer/ 37 Darumb musten sich die Gotthen widder zur gegenwere schicken/ 38 vnd that Totilas ein löbliche schlacht mit den feinden bey Placencia/ wiewol er ein klein volck hatt/ nemlich 8000 man/ vnd die feind seer starck waren/ auff zwentzig tausent/ 39 Aber Totilas/ da er sahe/ das die feinde nicht zu rück wolten/ nimpt er ein kleinen hauffen guter reuter/ vnd setzt jns wasser/ vnd kompt hindurch/ vnd greifft die feinde zu rück an/ 40 Also sieget er/ 41 Vber das wird er noch höher gelobt/ das er nach dem sieg/ gantz gnediglich gegen feinden vnd freunden/ sich gehalten hat/ vnd kein tyranney geübt/ vnd gute/ strenge Justicia gehalten/ darumb sich widderumb viel Stedt gern an jhn ergeben haben/ 42 Wo er etliche Matronen vnd junge leut vom Adel jm krieg gefangen hatt/ die sendet er jhren freunden bewart mit grossem ernst/ 43 Da er Neapolin einname/ das grossen hunger hatte gelitten/ schaffet er jhnen zu gleich profand/ vnd lies des Keisars kriegsvolck vnbeschediget abzihen/ 44 Dazu verordnet er jhn gelt/ schiff vnd pferde.

6,24,45 Da nu Totilas solch glück vnd gonst hatt/ must Justinianus seinen fürnemisten haubtman/ Bellisarium/ des gleichen nach den alten rechten Römern/ one zweiuel/ keiner gewesen ist/ widder jnn Jtalien schicken/ 46 Dieser Totilas hat Rom/ nach langer belegerung widderumb gewonnen vnd geplundert/ vnd jm ersten einfallen viel leute erstochen/ 47 Aber bald aus fürbit des Bapstes Pelagij/ hat er gepoten/ niemand mehr zu tödten/ das man auch kein weib schendet/ 48 Jtem/ <102> das man der Kirchen verschonet/ 49 vnd sendet den Bapst zu Justiniano/ vnd begert friden mit jhm zu machen/ so wölt er die Stadt Rom stehen lassen/ wo nicht/ müste er sie verbrennen/ damit sich niemand da widder jhn lagert/ 50 Aber Justinianus verlies sich auff Bellisarium/ vnd wolt kein friden machen/ 51 da erzürnet Totilas/ vnd gebot den burgern mit allem volck/ aus der Stadt zu zihen/ vnd beuohl wo sie widder wonen solten/ vnd lies die maurn vnd thurn einreissen/ vnd hernach die Stadt Rom anzünden. 52 Nach dieser zerstörung/ kam Bellisarius jnn die offen Stadt/ nam sie ein/ vnd lies die maurn widder flicken/ vnd zurichten/ 53 Jnn kurtz hernach/ zoge Bellisarius widder jnn Grecia/ nach dem er/ als ein weiser kriegsman verzaget an Jtalia/ 54 da belegert vnd gewan Totilas Rom widder.

6,25 Die zerstörung der
Stadt Rom.

6,25,1 Also ist die Stadt Rom/ von Gotthen vnd Wenden/ viermal gewonnen/ jnn 139 jarn/ 2 erstlich von Alrichen/ vnter Honorio.
Anno Christi 412

3 Darnach vom Wenden Genserich/ zur zeit Martiani.
Anno Christi 456

4 Zum dritten/ vom Gotthen Totila/ 5 Vnd diese eroberung ist die furnemist/ denn dismal ist die Stadt verbrand vnd zerstöret.

Anno 21 Justiniani.
Anno 1300 Nach anfang der Stadt Rom.
Anno Christi 548

6 Zum vierden/ jm dritten jar/ nach dieser zerstörung.
Anno Christi 551

7 Nach dieser eroberung/ hat Totilas die Stadt Rom widderumb angefangen zu bawen/ vnd burger wider lassen einkomen/ 8 vnd wie gnediglich er sich gehalten habe/ zeigen diese wort an/ die jnn Historien stehen/ 9 er habe sich gegen vnterthanen/ vnd sonderlich zu Rom/ gehalden/ wie ein vater gegen seinen kindern/ dazu jhn S. Benedictus sol vermanet haben.

6,25,10 Darnach sendet Justinianus ein seer weisen Fürsten Narsen/ jnn Jtalien/ widder Totilam/ 11 Dieser Narses hat die Longobarden/ das waren Saxen/ vnd hatten sich erhaben/ vnd gegen Ostrich gewandt/ vmb hülffe angeruffen/ vnd sie jnn Jtalien gebracht/ 12 durch diese Longobarden/ hat er den Totilam vnd hernach Teiam/ welcher der letzte Gotthen König in Jtalia gewesen ist/ erschlagen. 13 Also endet sich der Gotthen Reich jnn Jtalia/ nach dem sie von anfang Dieterichs von Bern/ bis auff Teia regirt haben/ bey 60 jaren/ 14 vnd beweisen die grossen thaten/ das Dieterich/ Totila vnd Teia/ treffenliche feine weise Fürsten/ gewesen sind/ die man billich nicht sol barbaros schelden/ 15 Vnd sind nach den Gotthen die Longobarden jnn Jtalia gewaldig worden/ vnd haben ein Königreich darinne gehabt/ 16 Haben doch <103> nicht gantz Jtalien jngehabt/ sondern allein den teil der noch von jhnen den namen hat Longobardia/ 17 Vnd haben die Longobarden regirt/ bis zur zeit Caroli magni/ 18 Wiewol nu die Gotthen nicht mehr jn Jtalia regirt haben/ sind sie doch jnn Hispania gewaltig blieben/ vnd haben da regirt bis auff vnser zeit. 19 Vnd sind also erstlich vnter Honorio/ Hispania/ vnd ein teil Galliae vom Römischen reich komen/ 20 Aber Jtalia ist bey leben Honorij wider zu friden komen/ 21 Denn die Gotthi zogen aus Jtalia/ zum teil forn jnn Gallia/ zum teil jnn Hispania/ 22 Dazu waren nu die Francken seer mechtig jnn Gallia.

23 Nach Jnnocencio/ warde der 44 Bapst Sosimus.
24 Nach Sosimo/ warde der 45 Bapst Bonifacius/ der erst dieses namens.
25 Nach Bonfacio <sic!> dem ersten/ warde der 46 Bapst Celestinus/ der erst dieses namens.

6,26 Anno 427

6,26,1 Theodosius der jünger Arcadij son/ der 44 Keisar/ regirt zu Constantinopoli 27 jar/ nach Honorij tod/ 2 Vnd welet neben sich zu Keisar jnn Occident Valentinianum/ Constancij vnd Placidiae son/ welche war des Theodosij tochter.

6,27 Von Wenden.

6,27,1 Zu zeiten dieses Theodosij/ Anno Christi 433 sind die Wenden jn Aphricam komen/ also/ 2 Die zween Römische haubtleut waren einander entgegen/ theten auch etlich schlachten miteinander/ 3 Darumb practicirt der ein/ genant Bonifacius/ mit den Wenden/ welche jnn Hispania lagen/ das sie jnn Aphricam ziehen solten/ 4 das thaten sie gern/ 5 Denn die Gotthi waren mechtig jnn Hispania/ vnd wolten die Wenden nicht dulden/ 6 Denn/ wie ich droben angezeigt habe/ die Wenden waren erreget durch Stillico nach den Gotthen/ vnd widder die Gotthen/ vnd hatten die lender eingenomen an Hungarn/ als nemlich/ die Walachi vnd Jllyricum/ welche die Gotthi zuuor hatten jnne gehabt/ 7 Dazu waren sie jn Deudsch land/ vnd von dannen jnn Gallien komen/ vnd allenthalben grossen schaden gethan/ 8 Aber die Francken vnd Gotthen veriagten sie aus Gallia/ 9 Da begaben sie sich jnn Hispanien/ 10 da musten sie sich aber mit den Gotthen schlagen/ 11 Aber jnn Aphrica worden sie mechtig/ 12 vnd ist Sanct Augustinus eben zu dieser zeit gestorben/ da Genserich der Wenden könig vor Hippo lag/ jnn welcher Stad S. Augustinus Bischoff gewesen ist.

6,27,13 Nach dem tod Valentiniani/ warff sich auff zu Keisar einer zu Rom genand Maximus/ 14 Widder diesen sucht die Keisarin Eudoxia hülff bey Genserich/ denn sie hette das Reich gern bey den erben erhalten/ 15 Da kam Genserich vnd name die Stad Rom ein/ vnd plündert sie/ vnd beweiset der fromen Keisarin Wendische trew/ füret sie vnd zwo töchter mit sich gefangen jnn Aphricam. 16 Also gehet es/ wenn man frembde völcker zu gast ladet. 17 Hernach vnter Justiniano sind die Wenden jnn Aphrica/ wiewol nicht vertilget/ doch gedempfft worden/ 18 Denn Bellisarius <104> hat den Gilimer gefangen/ vnd Aphricam widder zu gehorsam bracht/ 19 Bald hernach sind die Sarraceni jnn Aphrica Herrn worden. 20 Das sey gnug von Wenden.

6,28 Von Behem.

6,28,1 HJe ist auch zu mercken/ das vmb diese zeit die Wenden jnn Deudsch land erstlich komen sind/ darinne sie noch ein grossen teil jnnehaben/ als nemlich Behem/ 2 Denn Behem ist etwa recht Deudsch gewesen/ 3 der name Behem/ ist auch Deudsch/ vnd zuuor gewesen/ ehe die Wenden jnn diese lender komen sind/ 4 Vnd kömpt das wort von Baiern/ die etwa das land gehabt haben/ vnd heist Boienheim. 5 Die Wenden jnn Behem nennen sich auch nicht Behem/ sondern Zeski/ von jhrem haubtman/ der sie erstlich jnn Behem gefüret hat/ 6 Es sind aber die alten Deudschen Behem jnn grossem ansehen bey den Römern/ vnd socij der Römer gewesen/ vnd werden seer gelobet von Cornelio Tacito. 7 Also ist Deudsch land auch von der Römischen Monarchi wegkomen/ 8 vnd sind jm Nidderland die Francken/ jnn Hochdeudsch land Alemani/ hierin aber die Wenden herrn worden/ 9 Wie es aber weiter mit Behem gangen sey/ wenn sie die Deudschen Keisar widder zu gehorsam bracht haben/ wil ich jnn der Keisar Historien hernach setzen/ 10 Da wil ich auch von andern verenderungen jnn Deudsch land etwas mehr sagen.

6 Es sind aber die alten Deudschen Behem jnn grossem ansehen bey den Römern/ vnd socij der Römer gewesen/ vnd werden seer gelobet von Cornelio Tacito. 

Anno Christi.
454

6,29,1 Nach dem tod Theodosij des jüngern/ regirt Valentinianus der .45. Keisar noch jnn Occident .5. jar/ vnd hat zuuor neben Theodosio .25. jar regirt/ 2 Aber jnn Orient regirt nach absterben dieses Theodosij/ Marcianus der .46. Keisar/ 3 Zu dieses zeiten ist der greuliche zug Attilae geschehen.

6,30 Von Attila.

6,30,1 ERstlich sind Gotthen/ darnach Wenden/ entlich Hunen jnn Hungarn gefallen/ 2 Diese letzten haben das land behalten/ 3 Daher auch der name Hungarn blieben ist 4 Dieses greulich volck hat den grösten schaden gethan schier jnn gantzem Europa. 5 Attila ist aus Hungarn mit dreimal hundert tausent man jnn Deudsch land gefallen vnd hat seer viel grosser Stedte zerrissen/ als nemlich Basel/ Augsburg/ Strassburg/ Worms/ Cöllen/ vnd viel andere/ 6 Vnd ist furt jnn Gallien gezogen/ 7 vnd hat der Burgunden König gefangen/ Orlientz belagert/ 8 vnd vnterstund sich herr jnn Europa zu werden.

6,30,9 Nu war ein Römischer haubtman mit namen Aecius/ forn jnn Gallia/ jm teil das die Keisar noch jnne hatten/ 10 Der handelt mit den Francken vnd Gotthen/ das sie samptlich dem grausamen tyrannen Attilae widderstand thun solten/ 11 Attila forcht sich vor den Gotthen/ vnd practicirt mit jhrem König Dietrich/ das er den Römern nicht solt hülff thun/ 12 Aber die Gotthen hielten sich als frome leut/ vnd wolten kein freuntschafft mit Attila dem tyrannen machen/ <105> 13 Da zogen gegenander bey Tolosa an Gallien auff der Römer seiten/ Aecius/ Gotthen vnd Francken/ Auff der andern seiten Attila/ 14 Vnd man schreibt/ das jnn Occident nie zween grösser vnd mechtiger hauffen gegenander gewesen sind/ als dazumal. 15 Vnd weret die schlacht von morgen bis jnn die nacht/ 16 Da gab sich Attila jnn die flucht/ vnd hat verloren hundert tausent vnd 80 tausent man/ 17 vnd war jnn solchen engsten/ das er sich selb erstechen wolt/ 18 Wiewol nu Aecius/ die Gotthen vnd Francken/ den sieg behalten hatten/ ist doch der Gotthen König Dietrich vmbkomen/ 19 Dieses tod wolt sein son rechen/ vnd dem Attilae nach eilen/ vnd den vberigen hauffen schlagen/ 20 Aber Aecius hats widderraten/ vnd hat vbel geraten/ denn da het man leichtlich den Attilam behalten vnd schlagen können/ 21 Darnach zog Attila widder jnn Hungarn/ rüst sich/ vnd zoge von dannen jnn Jtalien/ 22 da zerrisse er die Stedte forn jnn Jtalia/ bis an Apeninum/ 23 Da begegnet jhm Bapst Leo/ der bat jhn abzuziehen/ 24 Man sagt/ Attila habe gesagt/ er hab neben dem Bapst ein man sehen stehen/ der habe jhm mit blossem schwerd gedrawet/ darumb habe er zugesagt aus Jtalia zu ziehen/ 25 Da er widder jnn Hungarn ist komen/ hatt er hochzeit/ vnd ist jnn der ersten nacht/ da er bey gelegen ist/ als er wol gesoffen hatt/ blötzlich gestorben. 26 Dis ist des tyrannen ende gewesen/ der sich geschrieben hat jm titel/ Flagellum Dei.

6,31 Venecia.

6,31,1 Zu dieser zeit ist die Stad Venecia gebawet jm Meer/ dahin die besten leut aus Jtalia geflohen sind vor Attila.

6,31,2 Nach Celestino warde der 47 Bapst Xystus/ der dritte dieses namens.
3 Nach Xysto warde der 48 Bapst Leo/ der erst dieses namens.
4 Nach Leone warde der 49 Bapst Hilarius.

6,31,5 Der Keisar Valentinianus lies Aecium tödten/ das er jhn verdacht/ er trachte nach dem Reich. 6 Also lonet die welt. 7 Stillico/ Aecius/ vnd hernach Bellisarius/ sind die treffenlichsten Fürsten gewesen/ die das Reich gehabt hat/ nach den alten Römern/ 8 vnd ist jhn vbel gelonet worden/ 9 Valentinianus fraget ein Fürsten zu Rom/ ob er meinet/ das Aecio recht geschehen were/ 10 sagt er/ Er wists nicht/ 11 Aber das wist er wol/ das der Keisar habe jhm selb mit seiner lincken hand/ die rechte hand abgehawen.

6,31,12 Nach Valentiniano ist das Römisch Reich wüst zerrissen worden/ 13 haben sich viel Keisar genennet jnn Jtalia/ 14 Doch ist der Keisarliche name/ vnd dennoch ein grosse macht zu Constantinopoli blieben/ 15 vnd hat hernach Justinianus auch das Reich jnn Occident widder zum teil zusamen gebracht/ durch Bellisarium vnd Narsen. 16 Aber nach Valentiniano worffen sich viel auff fur Keisar jnn Jtalia/ 17 vnd hatt Jtalia neher den jnn 20 jarn 9 Regenten nacheinander/ 18 vnd warde fur vnd fur einer vom andern erstochen. 19 Der letzt nennet sich Augustulum/ welcher name ein zeichen gewesen ist/ das das Reich Augustorum jnn Jtalia fallen solt/ 20 Diesen Augustulum veriaget Othaker/ 21 Widder Othakern ward Dierich <sic!> von Bern jnn Jtalien gesand zur Zeit Zenonis/ 22 Also kam Jtalia auff die Gotthen/ 23 Hernach worden die Gotthen wid= <106> der gedempfft/ vnter Justiniano/ wie droben gesagt ist.

Anno Christi.
460

6,32,1 Ward Leo der erste dieses namens/ der 47 Keisar/ 2 regirt 10 jar/ 3 Dieser macht sein son Leonem zu Keisar/ welcher von wegen seiner jugent seim stiffuater Zenoni die kron selb auffsetzet.

476

6,32,4 Zeno der 48 Keisar/ regirt 17 jar/ 5 Dieser hat den Dietrich von Bern jnn Jtalia gesand/ vnd zu Consul gemacht/ 6 Durch den ist er mehr bekand/ denn durch seine eigne thatten.

493

6,32,7 Anastasius der 49 Keisar/ regirt 26 jar.

519

6,32,8 Justinus der 50 Keisar/ regirt 9 jar/ 9 ist etwa ein seuhirt gewesen/ vnd darnach ein krieger worden/ 10 Vnd nach dem tod Anastasij war ein reicher Eunuchus/ der gabe Justino gros gelt/ das er practicirn solt bey dem kriegsuolck/ das man den selbigen Eunuchum zu Keisar welen solt/ 11 Aber Justinus bedacht sich selb/ vnd practicirt/ das er selb gewelet ward.

528

6,32,12 Justinianus der 51 Keisar/ regirt 38 jar/ 13 Vnter diesem hat sich das reich wider etwas erholet/ 14 Er ist Justini schwester son gewesen/ 15 vnd hat jhm Got zween weiser vnd glückseliger mann gegeben/ Bellisarium vnd Narsen/ durch welche er viel grosser sachen ausgericht hat/ 16 Bellisarius schlug die Persen/ vnd rettet Syria/ schlug die Wenden jnn Aphrica/ vnd bracht Aphricam widder zu gehorsam/ Hatt auch grossen sieg jn Jtalia widder die Gotthen/ 17 Aber Narses hat entlich die Gotthen jnn Jtalia gantz gedemütiget/ 18 Justinianus hat auch frieden vnd freuntschafft gemacht mit den Francken jnn Gallia/ vnd gewilliget/ das sie ein teil Galliae haben solten/ wie Procopius schreibt.

18 Justinianus hat auch frieden vnd freuntschafft gemacht mit den Francken jnn Gallia/ vnd gewilliget/ das sie ein teil Galliae haben solten/ wie Procopius schreibt.

6,32,19 Nach dem Justinianus frieden allenthalben gemacht/ hat er auch die alten Römischen Recht zusamen jnn ein ordnung bracht/ 20 Die selbigen Bücher sind bald nach Justinano durch der Longobarden vnd Francken recht vnterdruckt worden/ vnd doch nach viel hundert jarn durch Keisar Lotharium/ den Saxen widder erfur bracht/ dauon ich jnn Lothario sagen wil. 21 Wie hoch aber diese vorsichtigkeit an eim Keisar zu loben ist/ das man ein solch ehrlich vnd vernünfftig recht habe/ wie denn alle verstendige wissen/ das jnn der welt kein ander recht jhe geschrieben ist/ das der erbarkeit naher ist denn das Römisch/ wird hie zu lang zu erzelen.

6,33 Von Bellisario.

6,33,1 DJs kan ich nicht auslassen/ 2 Bellisarius hat treulich gehandelt/ vnd friede jnn aller welt gemacht/ vnd das Römisch Reich/ das schier gantz zerfallen war/ widder auffgericht/ vnd jnn summa/ seim Herrn vnd der gantzen welt die höhisten wolthat gethan/ die auff erden gerhümet mögen werden/ 3 Ja es sind eitel hohe vnaussprechliche Gottes gaben gewesen. 4 Aber hie ist abermal zu bedencken/ wie die welt fur solche Gottes gaben danckbarkeit erzeigt/ 5 Justinianus lies diesem Helden Bellisario on alle vrsach/ sondern von wegen etlicher argwan/ die augen ausstechen/ vnd veriaget jhn/ das er betlen <107> must/ 6 vnd ist entlich als ein elender betler gestorben. 7 Also gehet der Teuffel mit den hohen leuten umb/ der alle Gottes werck vnd hohe tugent hasset.

4 Aber hie ist abermal zu bedencken/ wie die welt fur solche Gottes gaben danckbarkeit erzeigt/

7 Also gehet der Teuffel mit den hohen leuten umb/ der alle Gottes werck vnd hohe tugent hasset.

6,33,8 Narses kam auch jnn vngnaden/ 9 Aber er wolt nicht widder gen Constantinopoli/ sondern bliebe vmb mehrer sicherheit willen jnn Jtalia sein leben lang zu Neapoli.

6,33,10 Nach Hilario warde der 50 Bapst Simplicius.
11 Nach Simplicio warde der 51 Bapst Foelix/ der ander dieses namens.
12 Nach Foelice warde der 52 Bapst Gelasius.
13 Nach Gelasio warde der 53 Bapst Anastasius/ der ander dieses namens.

14 Nach Anastasio warde der 54 Bapst Symmachus/ 15 Zu dieses zeiten ist der erste lermen gewesen von wegen der wale eins Bapsts/ 16 Denn etliche weleten widder Symmachum ein andern/ mit namen Laurencium/ vnd worden derhalben viel leut zu Rom erstochen/ bis Dietrich von Bern die auffrhur stillet.

17 Nach Symmacho warde der 55 Bapst Ormisda.
18 Nach Ormisda warde der 56 Bapst Johannes primus.
19 Nach Johanne primo ward der 57 Bapst Foelix tercius.
20 Nach Foelice tertio/ warde der 58 Bapst Bonifacius Secundus.
21 Nach Bonifacio Secundo ward der 59 Bapst Johannes Secundus.
22 Nach Johanne Secundo/ ward der 60 Bapst Agapetus/ 23 Der erhielt bey Keisar Justiniano/ das er die Ketzer nicht duldet zu Constantinopoli.
24 Nach Agapeto ward der 61 Bapst Syluerius.
25 Nach Syluerio warde der 62 Bapst Vigilius/ 26 Diesen lies Justinianus fahen/ vnd hielt jhn vbel/ derhalben das er nicht willigen wolt/ das die veriagten Ketzer widder einkomen solten.
27 Nach Vigilio warde der 63 Bapst Pelagius primus/ zur zeit Totilae.
28 Nach Pelagio warde der 64 Bapst Johannes tertius.

5,33,29 Zu diesen zeiten hat man viel greulicher zeichen am himel jn Jtalia gesehen/ feurige schlachten/ Cometen/ 30 Auch hat die Tiber Rom schier erseufft/ 31 Diese zeichen haben den fall des Römischen Reichs vnd der Kirchen bedeut/ der geuolget ist/ 32 Denn es wird Mahomet bald nu komen.

5,33,29 Zu diesen zeiten hat man viel greulicher zeichen am himel jn Jtalia gesehen/ feurige schlachten/ Cometen/ 30 Auch hat die Tiber Rom schier erseufft/ 31 Diese zeichen haben den fall des Römischen Reichs vnd der Kirchen bedeut/ der geuolget ist/ 

366
<sic!>

6,34,1 Justinus der ander dieses namens/ der 52 Keisar/ regirt 10 jar/ war Justiniani tochter son/ 2 Zu dieses zeiten haben sich die Longobarden jnn Jtalia gesatzt.  Anno Christi.  572.

576

6,34,3 Tiberius der ander dieses namens/ der 53 Keisar/ regirt 7 jar/ war Justini haubtman/ vnd ist von jhm adoptirt worden/ 4 Er hat die Persen geschlagen/ Aber jnn Jtalia widder die Longobarden kein glück gehabt.

6,34,5 Nach Pelagio ward der 65 Bapst Benedictus.
6 Nach Benedicto warde der 66 Bapst Pelagius Secundus.
<108>
7 Nach Pelagio Secundo warde der 67 Bapst Gregorius Primus/ 8 Der hat viel Ceremonias geordenet/ 9 Denn durch kriege vnd Ketzereien/ war ein wüst wesen allenthalben worden/ 10 Darumb fieng er an die Kirchen mit Ceremonien widder zusamen zu bringen/ 11 Zu dieser zeit hat sich auch der zanck zugetragen/ De primatu/ 12 Vnd wolt der Keisar Mauricius/ das der Patriarch zu Constantinopoli solt Oecumenicus/ odder vniuersalis Episcopus/ das ist/ der öberst Bischoff jnn der Christenheit sein/ 13 Aber Gregorius wolt nicht darein willigen/ vnd hielt sich Christlich/ vnd schreibet/ 14 Es solt sich kein Bischoff jnn der Christenheit/ vniuersalem rhümen.

584

6,34,15 Mauricius der 54 Keisar/ regirt 20 jar/ 16 Er hat grossen sieg gehabt widder die Persen vnd Hungarn/ 17 Hernach ist er von seim haubtman Foca getödtet/ Von dem er ein schrecklichen traum gehabt hat/ 18 vnd da er nach jhm fraget/ sagt man jhm/ 19 Er bedürfft sich nicht vor jhm besorgen/ denn er were ein verzagt man/ 20 Antwort Mauricius/ 21 Si est timidus/ est homicida.

22 Nach Gregorio primo ward der 68 Bapst Sabinianus.

6,35 Anfang des zancks vom
primat des Bapsts.

6,35,1 Nach Sabiniano warde der 69 Bapst Bonifacius Tertius/ 2 Dieser hat vom Keisar Foca durch grossen zanck erhalten/ das der Bapst zu Rom solt Oecumenicus vnd der höhist Bischoff jnn der Christenheit sein/ 3 Also haben nu fürter die Bepst auch nach erhöhung jhrer macht vnd ehren getracht.

4 Nach Bonifacio Tertio/ warde der 70 Bapst Bonifacius Quartus.

604

6,36,1 Focas der 55 Keisar/ regirt 8 jar/ 2 Vnter diesem hat das Reich widder seer grossen schaden gelitten/ 3 Vnd sind nu Gallia/ Hispania/ Germania vnd Longobardi/ gantz weg vom Reich/ 4 Vnd nam der Persen König Cosroa viel land vnd Stedte jnn Orient den Römern/ 5 Name auch ein die Stad Jerusalem/ vnd füret das Creutz vnsers Heilands Jhesu Christi mit sich weg/ 6 Kurtz hernach warde Focas von Prisco seinem haubtman erstochen/ 7 Also bezalet er die vntrew/ die er zuuor an Mauricio geübet hat.

612

6,36,8 Heraclius der 56 Keisar/ regirt 29 jar/ 9 Dieser hat Jerusalem/ Syriam vnd Egyptum widder gewonnen/ vnd die Persen geschlagen/ vnd das Creutz widder eröbert/ vnd dasselbige gen Constantinopoli/ darnach widder gen Jerusalem gefüret/ 10 Vnd hat dieser krieg Heraclij mit den Persen geweret 6 jar/ 11 vnd warde Cosroa von seinem eigen son erstochen.

6,37 Von Mahomet vnd der
Sarracener Reich.

6,37,1 Anno Christi. 630
Anno Heraclij  18
Anno Mundi. 4674
Anno Romae. 1382

Mahomet hat sich jnn Arabia bey den Agarener vnd Sarracener auffgeworffen/ fur ein Propheten vnd König/ 2 vnd ist also zugangen. 3 Die Agareni forn jnn Arabia/ sind allezeit reubische leut vnd krieger gewesen/ 4 Nu waren sie durch die Persen krieg erreget/ <109> vnd hatten sold gehabt von Heraclio/ 5 Da jhn aber des Keisars haubtleut den sold nicht lenger geben wolten machet dieses kriegsuolck ein auffrhur widder die Römischen haubtleut/ 6 Durch diese auffrhur ist Mahomet gewaltig worden/ denn der pöfel must ein haubt haben/ 7 derhalben hengten sie sich an Mahomet/ denn er war reich/ vnd hatt ein gros ansehen von wegen seiner geschickligkeit/ 8 Damit aber das volck jnn ein eintrechtig Regiment gefasset würde/ bedacht Mahomet nicht allein ein weltlich recht zu stellen/ sondern auch ein newe Religion/ 9 Denn er sahe/ das viel auffrhuren noch jm land waren/ von wegen der Religion/ 10 Denn die Kirchen waren zerrissen durch viel Ketzereien/ vnd sonderlich durch die Ketzerey Arij. 11 Wo nu die gewissen jrre sind vnd jnn zweiuel stehen/ werden sie der lahr Christi feind/ vnd fallen leichtlich gantz dauon. 12 Also fand Mahomet die hertzen bereit zum abfal/ 13 darumb stellet er ein newen glauben/ 14 darinne hub er auff alle hohe Artikel von Christo/ das der glaube nicht viel Disputationes machen solt/ sondern were ein vernunfftige weltliche lahr von eusserlichen sitten/ 15 Das gefalt der vernunfft zum höhisten/ 16 da fielen zu Heiden/ Jüden/ Arianer/ böse Christen/ 17 Denn dieser glaub war allen eben/ das der hauffe gros vnd eintrechtig ward/ vnd den Römern gewaltigen widderstand thun mocht/ 18 Namen erstlich ein Arabien/ vnd ein teil Syrie/ 19 Denn zu Damasco ist Mahomets Regia gewesen/ 20 Hernach haben sie auch Egyptum eröbert. 21 Dis ist der anfang kurtz erzelet/ des schrecklichen Reichs Mahometi/ darinne erstlich die Araben vnd Egypcier regirt haben/ vnd sich genent Sultan/ das heist ein fürst/ 22 Hernach ist das reich auff die Türcken komen.

6,37,23 Vnd dieses Reich ist furnemlich der Antichrist/ 24 Vnd hat vns Gott durch die Propheten ernstlich dauor gewarnet/ 25 Daniel malets also. 26 Auff der Bestia die das Römisch Reich bedeut/ wachsse ein horn/ das stosse drey hörner weg/ das hat augen/ vnd redet grausam lesterung widder Gott/ 27 Dieses horn ist Mahomet/ die augen vnd grausame lesterung widder Gott/ ist der Alcoran vnd lahr Mahomets/ die viel weiter gelauffen ist denn das Reich/ 28 Denn schier gantz Orient hat diese Teufflische lahr angenomen. 29 Die drey hörner sind drey Königreich/ die Mahomet eingenomen hat/ Arabia/ Egyptus vnd Syria. 30 Solchs alles hat Gott vns zuuor angezeiget/ das wir vns hüten sollen vor diesem ergernis/ 31 Jtem/ das wir wissen/ das es das letzte Reich/ vnd der Jüngste tag denn nicht fern sein würde/ 32 Aber Mahomets nachkomen haben weiter gegriffen/ vnd sich lang mit den Keisarn von Constantinopoli vmb Asia geschlagen.

6,37,23 Vnd dieses Reich ist furnemlich der Antichrist/ 24 Vnd hat vns Gott durch die Propheten ernstlich dauor gewarnet/ 25 Daniel malets also.

30 Solchs alles hat Gott vns zuuor angezeiget/ das wir vns hüten sollen vor diesem ergernis/ 31 Jtem/ das wir wissen/ das es das letzte Reich/ vnd der Jüngste tag denn nicht fern sein würde/

6,37,33 Vnd ist erstlich das Reich genennet worden/ das Sarracener Reich/ 34 Denn wiewol Mahomet ein Agarener war/ hat er doch diesen namen aus der vrsach verwandelt/ 35 Die Göttliche verheissung gehöret den kindern Abrahe/ von der Sara geporn nicht von Agar/ 36 Nu waren die Agarener von Agar/ 37 Dieweil aber Mahomet furgabe/ sein volck solt Gottes volck sein/ vnd die verheissung haben/ das sie solten jnn aller welt herrn werden/ 38 Denn also deutet Mahomet die verheissung auffs weltlich Reich/ darumb nennet er sie Sarracener/ als kinder Sarae/ vnd nicht Agarener.

6,37,39 Vnd sind diese Sarracener mechtig worden jnn Asia vnd Africa/ Von dannen sie jnn Hispania <110> komen sind/ 40 vnd haben lang ein grossen teil jnnen gehabt/ 41 sind auch offt jnn Jtalien gefallen.

6,38 Von Türcken.

6,38,1 Hernach sind die Türcken aus der Tartarei jnn Asia komen/ aus dieser vrsach/ 2 Die Sarraceni krigten mit den Persen/ 3 Da suchten die Persen hülff bey den Türcken/ 4 das waren Tartarn am gebirg Caucaso/ 5 Dis geschahe kurtz vor Carolo Caluo/ vmb das jar Christi 870/ 6 Nach diesem auszug/ sind die Türcken fur vnd fur blieben jnn Asia/ wie es pflegt zu gehen/ wenn man ein frembde volck zu gast ladet/ 7 Vnd dieweil sie krieger waren/ ist das Reich entlich auff sie komen/ 8 Vnd ist sonderlich der Türck Othoman mechtig worden/ vmb die zeit des Keisars Alberti Austriaci des ersten/ der keisar Rudolphs son war/ das ist vmb das jar Christi 1300/ 9 Von diesem an/ wird nu Mahomets Reich/ das Türkisch Reich genennet/ 10 Vnd ist zu mercken/ das das jetzig Türkisch geschlecht hat angefangen zu regirn/ zur zeit des ersten Osterreichischen Keisars/ zu hoffen/ ein Osterreichischer Keisar werde sie widder demütigen/ 11 Vnd ist dieses Türkisch Reich auch schrecklich jnn der heiligen schrifft abgemalet/ das wir wissen sollen/ das es des Teuffels reich sey/ das wir vns nicht durch die grosse macht erschrecken lassen/ zu Mahomet von Christo zu fallen/ 12 Ezechiel vnd Johannes nennen die Türcken Gog vnd Magog.

10 Vnd ist zu mercken/ das das jetzig Türkisch geschlecht hat angefangen zu regirn/ zur zeit des ersten Osterreichischen Keisars/ zu hoffen/ ein Osterreichischer Keisar werde sie widder demütigen/ 

12 Ezechiel vnd Johannes nennen die Türcken Gog vnd Magog.

6,38,13 Gog heisset ein hütte/ 14 Magog heist das volck aus den hütten/ 15 Denn die Tartarn  wonen jnn hütten/ 16 Vnd sagt Ezechiel klar/ das Gott den Gog habe lassen mechtig werden/ vmb vnser sunde willen.

16 Vnd sagt Ezechiel klar/ das Gott den Gog habe lassen mechtig werden/ vmb vnser sunde willen.

6,38,17 Mahomet heisset grim.

6,38,18 Turck heisset ein krieger odder verderber/ 19 Methodius hat dis volck genennet rote Jüden/ darumb das sie etliche Ceremonien von Juden nemen würden/ 20 Es sind aber nicht rechte Jüden/ sondern rote Jüden/ darumb das es bluthund sind/ odder darumb/ das Mahomet von Edom aus Arabia komen ist/ 21 Denn Edom heisset Rod/ 22 Methodius spricht aber/ Gog vnd Magog sey hinter dem Caspien gebirg/ das ist Caucasus/ verschlossen gewesen/ vnd ein fuchs werde jhn ein loch machen/ 23 Dieser fuchs ist Mahomet/ 24 denn durch das gesetz Mahomets/ sind sie heraus gelocket/ vnd also mechtig worden.

19 Methodius hat dis volck genennet rote Jüden/ darumb das sie etliche Ceremonien von Juden nemen würden/

22 Methodius spricht aber/ Gog vnd Magog sey hinter dem Caspien gebirg/ das ist Caucasus/ verschlossen gewesen/ vnd ein fuchs werde jhn ein loch machen/

6,38,25 Droben habe ich gesagt/ wie jnn Occident die Römische Monarchi zerfallen ist/ 26 Nu haben die Mahometisten den Keisarn/ Egypten/ Syrien/ Asien vnd Aphricam genomen/ bis nu die Türcken Greciam vnd das vbrig gewonnen vnd verwüstet haben.

6,38,27 Nach Bonifacio Quarto/ warde der 71 Bapst Deus dedit/ zur zeit Heraclij.
28 Nach diesem warde der 72 Bapst Bonifacius Quintus/ 29 Zu diesen zeiten ist gewesen S. Gallus/ 30 der hat Christliche lahr jnn hoch Deudsch land geprediget.
31 Nach Bonifacio Quinto/ warde der 73 Bapst Honorius Primus/ 32 Zu dieses zeiten ist Mahomet gewesen.
33 Nach Bonifacio Quinto/ <sic! Richtig: Nach Honorio Primo>
warde der 74 Bapst Seuerinus.
34 Nach Seuerino warde der 75 Bapst Johannes Quartus.
<111>
35 Nach Johanne Quarto/ warde der 76 Bapst Theodorus Grecus.

641

6,39,1 Constantinus Heraclij son/ der 57 Keisar/ regirt 4 Monat/ 2 vnd ward getödtet von seiner stieffmutter/ das sie jhren son zu Keisar machet.

642

6,39,3 Heracleonas Heraclij son/ der 58 Keisar/ regirt 2 jar/ 4 Aber das volck zu Constantinopoli war seiner mutter/ die den Constantinum hat vmbbracht/ so feind/ das sie sich empöreten/ 5 vnd fiengen den Heracleonam/ vnd sein mutter/ schnitten der mutter die zungen ab/ dem son die nasen/ vnd veriagten sie mit dem Patriarchen/ der jhn geholffen hatt.

643

6,39,6 Constans Constantini son/ der 59 Keisar/ regirt 27 jar/ 7 ist jnn Orient von Sarracenen/ jnn Jtalia von Longobarden geschlagen.

6,39,8 Nach Theodoro warde der 77 Bapst Martinus primus/ zur zeit Constantis.
9 Nach Martino primo/ warde der 78 Bapst Eugenius primus.
10 Nach Eugenio ward der 79 Bapst Vitalianus.

670

6,39,11 Constantinus Constantis son/ der 60 Keisar/ regirt 17 jar/ 12 ward genant Pogonatus/ das ist/ barbatus/ 13 Er hat 7 jar krieget mit den Sarracenen/ vnd jnn einer schlacht 30 tausent erschlagen/ dadurch sie gezwungen worden/ frieden zu begeren/ 14 den macht der Keisar also mit jhn/ das sie jerlich dem Keisar tribut geben solten.

6,39,15 Nach Vitaliano warde der 80 Bapst Adeodatus/ zur zeit Constantini Pogonati.
16 Nach Adeodato/ warde der 81 Bapst Donus.
17 Nach Dono warde der 82 Bapst Agatho.
18 Nach Agathone warde der 83 Bapst Leo secundus.
19 Nach Leone secundo/ warde der 84 Bapst Benedictus secundus.
20 Nach Benedicto secundo/ warde der 85 Bapst Johannes quintus.
21 Nach Johanne quinto warde der 86 Bapst Conon.

687

6,39,22 Justinianus Constantini son/ der 61 Keisar/ regirt 16 jar/ aber nicht aneinander/ 23 sondern Leoncius veriaget Justinianum/ vnd regirt 3 jar/ nach dem als Justinianus 10 jar regirt hatt/ 24 Diesen Leoncium fieng Tiberius Apsimarus/ vnd regirt nach jhm 7 jar/ 25 Aber Justinianus kam widder ein/ vnd fieng diese zween Leoncium vnd Apsimarum/ vnd lies sie fur sich legen/ vnd trat sie mit füssen/ vnd lies ruffen/ 26 Super aspidem et Basiliscum ambulabis/ 27 vnd lies sie hernach köpffen.

6,39,28 Nach Conone warde der 88 Bapst Johannes sextus.
29 Nach Johanne sexto/ warde der 89 Bapst Johannes septimus.
30 Nach Johanne septimo/ warde der 90 Bapst Zosimus.
31 Nach Zosimo ward der 91 Bapst Constantinus.
<112>

713

6,39,32 Philippicus Bardesance der 64 Keisar/ regirt 1 jar 6 Monat/ 33 Er ward von seinem haubtman gefangen vnd entsetzet/ 34 vnd worden jhm die augen ausgestochen.

715

6,39,35 Anastasius der 65 Keisar/ regirt 1 jar 3 Monat/ 36 Er ward auch von Theodosio seinem haubtman gefangen vnd entsetzet/ vnd jn ein Closter gestossen.

717

6,39,37 Theodosius der 66 Keisar/ regirt 1 jar/ 38 Hat das reich verlassen/ da Leo gegen jhm zoge/ vnd er das Reich nicht getrawet zu erhalten/ vnd ist ein Mönch worden.

718

6,39,39 Leo tertius der 67 Keisar/ regirt 24 jar/ 40 Er wird genennet Jconomachus/ ein bilde stürmer/ darumb das er die bilder jnn den Kirchen abgethan hat/ 41 Vnter jhm ist Constantinopolis 3 jar von Sarracenen belagert/ welche doch grossen schaden dauor empfangen haben/ von hunger vnd Pestilentz/ 42 Sind auch von Bulgaris/ welche dem Keisar geholfen haben/ geschlagen worden/ 43 So hat man den Sarracenen die schiff mit eim fewer/ mit sonderlicher kunst gemacht/ vnter dem wasser abgebrant.

6,39,44 Nach Constantino warde der 92 Bapst Gregorius secundus/ zur zeit Leonis Jconomachi.
45 Nach Gregorio secundo/ warde der 93 Bapst Gregorius tertius.

742

6,39,46 Constantinus Leonis son/ der 68 Keisar/ regirt 34 jar/ 47 wird genennet Copronymus/ darumb das er jnn die Tauff gekacket hat/ 48 Jst auch ein bilde stürmer gewesen.

777

6,39,49 Leo quartus Copronymi son/ der 69 Keisar/ regirt 5 jar.

783

6,39,50 Constantinus Leonis quarti son/ der 70 Keisar/ regirt neben seiner mutter Jrene/ welche von Athen war/ 51 vnd regirt die Fürstin löblich vnd weislich 10 jar/ 52 Darnach veriagt sie der son/ vnd regirt 5 jar/ 53 Aber die zu Constantinopoli wolten jhn nicht leiden/ vnd reuocirten die Mutter/ welche hernach regirt 3 jar/ 54 Also haben Jrene vnd Constantinus regirt jn Summa 18 jar/ bis auff das jar Christi 801. 55 Wiewol nu zu Constantinopoli fur vnd fur Christliche Keisar blieben sind/ die sich auch genant haben Römische Keisar/ bis der Türck die stad erobert hat/ 56 Dieweil aber jhr Reich gering vnd schwach gewesen ist/ haben auch Rom vnd Jtalien nicht mehr gehabt odder schützen mügen/ sondern Rom hat schutz gesucht bey den Francken/ die dazumal mechtig waren/ ist also die Keisarliche hoheit auff Carolum komen/ 57 Dieweil nu vnsere Keisar Rom vnd Jtalien gewaltiglich geschutzt vnd jnnen gehabt haben/ wil ich die Grekischen Keisar furter nicht zelen/ 58 Es sind auch warlich vnartige leut gewesen/ 59 sondern wil vnsere löbliche Keisar nacheinander setzen/ welche billich hoch gepreiset werden.

57 Dieweil nu vnsere Keisar Rom vnd Jtalien gewaltiglich geschutzt vnd jnnen gehabt haben/ wil ich die Grekischen Keisar furter nicht zelen/ 58 Es sind auch warlich vnartige leut gewesen/ 59 sondern wil vnsere löbliche Keisar nacheinander setzen/ welche billich hoch gepreiset werden.

6,39,60 Nach Gregorio tertio/ warde der 94 Bapst Zacharias/ 61 der hat gewilliget das die Francken den alten König Hilderich absetzen/ vnd jnn ein kloster stossen/ vnd Pipinum zu König machen solten 62 denn die alten König waren gering vnd arm worden/ 63 vnd war alle macht auff die Fürsten komen/ 64 Zur zeit dieses Zachariae hat Sanct Bonifacius jnn Deudsch land geprediget.   <113>

65 Nach Zacharia warde der 95 Bapst Stephanus secundus/ 66 der foddert Pipinum jnn Jtalien widder die Longobarden/ 67 Deren König belagert Pipinum/ vnd zwang jhn frieden zu begeren vnd zu halten.

68 Nach Stephano secundo warde der 96 Bapst Paulus primus.

6,39,69 Nach Paulo primo warde der 97 Bapst Stephanus tertius/ 70 Zu dieser zeit sind aber grosse lermen vnd auffruren zu Rom gewesen/ von wegen der wale eins Bapsts/ 71 Einer genant Constantinus/ warde mit gewalt zu Bapst gemacht/ vnd widder abgesetzet/ vnd alle so er ordinirt hat/ worden auch abgesetzt.

6,39,72 Nach Stephano tertio/ warde der 98 Bapst Adrianus primus/ 73 der foddert Carolum magnum jnn Jtalien/ wider Desiderium der Longobarden König.

6,39,74 Nach Adriano ward der 99 Bapst Leo tertius/ 75 Widder diesen ward ein auffrur zu Rom/ das er flohe zu Carolo magno/ 76 der setzet jhn widder ein/ 77 vnd ward Carolus von diesem Leone Keisar genant vnd gekrönet.

7 Von Deudschen Keisarn.

7,1 Carolus Magnus.

7,1,1 Anno Christi. 801
Anno Mundi. 4843
Anno Romae. 1551

Jst Carolus Magnus zu Rom am Christag zu Keisar gekrönet worden vom Bapst Leone tertio/ 2 Vnd ist dieses der anfang des Keisarthumbs jnn Deudsch land/ 3 vnd hat Jtalia vnd Occident durch diese translatio widderumb ein gewaltig haubt/ vnd ein mechtigen schutz vberkomen/ 4 Denn wiewol die Deudschen Keisar nicht alle gleich mechtig gewesen sind/ wie jnn keinem Reich die Könige gleiche macht vnd glück gehabt haben/ so sind doch fur vnd fur etliche Keisar seer mechtig gewesen/ 5 vnd haben Jtalia geredtet/ vnd viel grosser löblicher thaten gethan/ vnd sachen gehandelt/ dadurch sie friede/ Regiment vnd Religion jnn Occident erhalten haben/ 6 Vnd so man vnser Deudschen Keisar hendel erweget/ findet man/ das warlich hohe weise Fürsten/ vnd nicht barbari gewesen sind/ vnd sind wol zu vergleichen den löblichsten Römern/ als Augusto/ Traiano/ Adriano/ Constantino. 7 Dazu spüret man/ ja mehr erbarkeit jnn den vnsern/ denn jn den selbigen/ 8 Auch findet man das die vnsern furnemisten Keisar/ nicht aus eigenem ehrgeitz odder eigenem nutz krieg angefangen haben/ sondern allein aus hoher not/ zu rettung der Religion/ landen vnd leuten.

7,1,9 Wiewol mir aber villeicht mag verarget werden/ das ich geringer vnd vnuerstendiger mich vnterstehe etliche furnemliche Keisar vber die andern zu rhümen/ so bitte ich doch/ man wolle mir solchs zu gut halten/ 10 Denn ein jeder Historicus sol sonderliche hohe tugent mercken/ anzeigen vnd preisen/ 11 das wolt ich gerne auch thun souiel ich kan/ 12 So ist auff erden kein lieblicher ding/ denn hohe tugent jnn hohen leuten sehen vnd mercken/ 13 Darumb wolte ich gern vnsern Deudschen jhre Keisar recht furbilden/ das sie jhre tugent erkennen vnd lieben solten/ welches jnn viel wege zu besserung dienet/ 14 vnd sind nach meiner <114> einfalt/ diese ongefarlich solche Fürsten gewesen/ das sie den alten Römern billich furgezogen werden/ an weisheit/ künheit vnd erbarkeit.

Carolus Magnus.
Ludouicus Pius Caroli son.
Darnach die sechs Saxen.
Henrich der erst.
Otho Magnus.
Otho secundus.
Otho tertius.
Henrich der ander/ der zu Bamberg ligt.
Lotharius Saxo.

Jtem / diese Francken.
Conradus.
Henricus Conradi son.
Darnach Rudolphus.
Sigismundus.
Maximilianus.

7,1,9 Wiewol mir aber villeicht mag verarget werden/ das ich geringer vnd vnuerstendiger mich vnterstehe etliche furnemliche Keisar vber die andern zu rhümen/ so bitte ich doch/ man wolle mir solchs zu gut halten/ 10 Denn ein jeder Historicus sol sonderliche hohe tugent mercken/ anzeigen vnd preisen/ 11 das wolt ich gerne auch thun souiel ich kan/ 12 So ist auff erden kein lieblicher ding/ denn hohe tugent jnn hohen leuten sehen vnd mercken/ 13 Darumb wolte ich gern vnsern Deudschen jhre Keisar recht furbilden/ das sie jhre tugent erkennen vnd lieben solten/ welches jnn viel wege zu besserung dienet/ 

7,2 Von Deudsch land vnd
anfange des Frencki=
schen Reichs.

7,2,1 Die Römer sind nicht herrn gewesen des gantzen Deudschen landes/ sondern haben allein jnngehabt was zwischem Rein vnd der Donaw ligt/ 2 Jtem/ was zwischen Rhein vnd dem Hartz ist/ 3 Vnd haben dennoch die Keisar viel zu thun gehabt mit den vnsern/ bis sie diese land gewonnen vnd behalten haben/ 4 Als nemlich/ haben jnn Deudsch land krieget/ Drusus vnd Germanicus/ zur zeit Augusti/ Darnach Caius/ Nach diesem Vitellius/ Domicianus/ 5 Traianus hat das Nidderland jnnen gehabt bis herauff an Mein/ 6 Maximinus ist bis an Hartz komen/ 7 Valerianus ist jn hoch Deudschland gelegen/ 8 Nach diesem/ vnter Gallieno sind die Francken erreget/ 9 Aber die volgenden Keisar haben sie etlich mal gestillet/ 10 Als/ Aurelianus schlug die Francken bey Meintz. 11 Probus hat grosse sieg jnn hoch vnd nidder Deudschland gehabt/ 12 Constancius hat Speier gebawet. 13 Julianus/ Valentinianus/ vnd Theodosius haben auch die Francken vnd Alemanos zurück getrieben/ vnd den Reinstrom vnd Schwaben erhalten/ 14 Aber hernach sind die Francken vnd Alemani mechtig worden/ vnd sind die Keisar nicht mehr jnn Deudschland komen.

7,2,15 Woher aber die francken erstlich komen/ dauon schreiben etliche seltzam Fabulas/ 16 Die Francken sind on zweiuel Hochdeudschen von der zeit Augusti an gewesen/ 17 Denn ferner zurück kan man nicht eigentlichs von Deudschland wissen/ 18 Das aber die Francken so alt jnn hoch Deudschland sind/ kan man klerlich beweisen aus Strabo/ der zur zeit Augusti geschrieben hat/ vnd mit den Römern den kriegen nachgezogen ist/ 19 Dieser Strabo setzet die Francken klar neben die Vindelicos/ das ist/ neben Baiern/ daran sie noch zum teil rüren.

7,2,15 Woher aber die francken erstlich komen/ dauon schreiben etliche seltzam Fabulas/

18 Das aber die Francken so alt jnn hoch Deudschland sind/ kan man klerlich beweisen aus Strabo/ der zur zeit Augusti geschrieben hat/ vnd mit den Römern den kriegen nachgezogen ist/ 19 Dieser Strabo setzet die Francken klar neben die Vindelicos/ das ist/ neben Baiern/ daran sie noch zum teil rüren.

7,2,20 Vnd diese Francken sind also erreget/ 21 Zur zeit des Keisars Gallieni/ war ein haubtman jnn Deudsch land Posthumus/ der regirt seer wol/ 22 derhalben macht jhn sein volck zu Keisar/ 23 Denn Gallienus lage zu Rom vnd bancketirt/ 24 Nach dem aber Gallienus höret/ das Posthumus zu Keisar gewelet war/ schicket er ein volck widder jhn/ 25 Da rüstet Posthumus vnter andern seinen leuten die Francken auch/ 26 Darnach/ <115> wiewol Posthumus durch verreterey heimlich erstochen warde/ sind doch die Francken jmer jnn rüstung blieben/ vnd haben sich herunter vom Mein gegem Reinstrom gewand/ 27 Vnd vber Rhein haben sie erstlich den Römern Trier genomen/ 28 Darnach sind sie jnn Gallien gefallen/ 29 Nach dem sie aber hetten helffen den Attilam schlagen/ hielten sie sich hernach so freuntlich mit den Keisarn/ das sich der Keisar Justinianus mit jhn vertrug/ vnd williget/ das sie jhren teil so noch Francia genennet wird/ jnn Gallia jnnehaben vnd behalten solten/ 30 Also hatten die Francken zu gleich den Reinstrom vnd Gallien/ 31 vnd sind beide land ein Königreich gewesen/ 32 Vnd sind die Francken hoch gelobet jnn Historien/ das sie weislich vnd wol regirt haben/ vnd Christlichen glauben bald jm anfang jhres Königreichs gepflantzet vnd gefurdert/ 33 Mitler zeit sind die Alemani auch von den keisarn abgefallen/ 34 Vnd sind Alemani die Hochdeudschen/ da jtzund sind Schwaben/ Schweiz vnd Baiern/ 35 Also war Deudschland erstlich nach der zerstörung der Römischen Monarchi jnn zwey teil geteilet/ jnn Alemanos vnd Francos/ 36 Aber die Francken sind zur zeit Pipini des vaters Caroli herrn worden vber die Alemanos/ 37 Darumb haben darnach die Francken jhr Reich also geteilet/ 38 Hochdeudsch land haben sie genennet Ostreich/ vnd das Nidderland vnd Gallien Westreich/ 39 Von dieser teilung sind die namen bis anher blieben/ an orten Deudsches landes.

7,2,40 Die Eltern Caroli magni sind gewesen Deudsche Fürsten vnd Hoffmeister/ vnd die höhisten Regenten am hofe bey den Königen jnn Francken/ vnd sind genant vom ampt Maiores Domus. 41 Man helt auch dafur/ das jhr erblich Fürstenthumb vnd herrschafft erstlich sey gewesen/ das jtzt die Pfaltz am Rein ist/ 42 Denn das ist war/ das das vorige Pfaltzisch geschlecht/ vom geschlecht Caroli herkömpt. 43 Da nu das Königlich geschlecht seer gering vnd schwach/ vnd diese fürsten mechtig worden sind/ hat der Babst gewilliget/ das das Reich auff diese Fürsten transferirt würde/ 44 Also warde Pipinus König jnn Francken/ vnd hatt jnnen zugleich Deudschland vnd Gallia.

7,2,45 Nach Pipino regirt sein son Carolus/ genant Magnus/ jm Königreich Francken/ 32 jar/ vor dem er Keisar ward/ 46 Vnd hernach ist er Keisar gewesen 14 jar/ 47 Also hat er vor dem Keisarthumb vnd hernach alle zeit zusamen zu summirn/ regirt 46 jar/ 48 Er ist geporn zu Jngelheim/ das jnn der Pfaltz ligt/ nicht fern von Meintz/ 49 Jm anfang seines regiments hat er krieg jnn Aquitania widder die Sarracenen gefüret/ 50 Darnach hat er bey 30 jaren mit den Saxen gekrieget/ bis er sie entlich zu gehorsam vnd zu Christlichem glauben bracht hat/ 51 Mitler zeit hat er aber sonst viel grosser krieg gefurt.

7,2,52 Desiderius der Longobarden König/ vnterstund sich herr jnn gantzem Jtalia zu werden/ vnd kam gen Rom/ vnd lies da etliche furnemliche bürger tödten/ 53 Da schicket der Bapst Adrianus zu Carolo/ das er Rom vnd Jtalien retten wölt/ 54 Denn sein vater Pipinus hat Rom zuuor auch geschützet widder die tyranney der Longobarden/ 55 Darumb zoge Carolus jnn Jtaliam/ vnd belagert den Desiderium zu Paui/ vnd zwang jhn das er sich ergeben must/ 56 Dieweil aber Carolus an der that befand/ das die Longobar= <116> den nicht rugen mochten/ denn man hats zuuor etlich mal mit jhn versucht/ vnd sie im Reich bleiben lassen/ 57 Damit aber bestendiger fride jnn Jtalia würde/ hat Carolus die gantze Longobardi eingenomen/ vnd bestellet als sein eigen Königreich/ 58 vnd hat Desiderium mit weib vnd kind gefenglich mit sich gefüret/ vnd zu Lutich bewaren lassen. 59 Also hat der Longobarden Reich jnn Jtalia ein ende/ das geweret hat 203 jar/ vom jar Christi 572 jar/ da Justinus Keisar war/ bis auff das jar Christi 775/ Das ist das 6 jar des Reichs Caroli/ vor dem Keisarthumb/ 60 Denn wiewol Carolus jnn diesem zug zu Rom gewesen ist/ vnd hat nicht allein jnn der Longobardi/ sondern auch jnn Jtalia hinter Rom frieden gemacht/ hat er doch nicht wollen Keisar sein/ vnd den Greken jhre ehr nemen/ 61 Hat auch die Keisarlichen Stedt jnn Jtalia frey gelassen/ 62 Aber die Longobardi hat er eingenomen/ als sein eigen Reich/ denn die Keisar hattens auch lang nicht gehabt.

7,2,63 Tassilo der Hertzog zu Bairn/ erreget ein krieg wider Carolum/ 64 Aber Carolus vberzoge jhn jm 20 jar seines Reichs/ nam jhm das Hertzogthumb/ vnd sties jhn vnd seinen son jnn ein Closter/ 65 Denn Tassilo hat sich zuuor auch empöret/ vnd Carolus hat jhm gnad erzeiget/ 66 Dieweil er nu nicht glauben hielt/ braucht Carolus diesen grossen ernst widder jhn/ wiewol er jhm gesipt war.

7,2,67 Anno 32 zoge Carolus gen Rom/ vnd setzet den Bapst Leo widder ein/ widder welchen die Römer ein gros auffrhur erreget hatten/ das der Bapst fliehen muste/ 68 Da nu Carolus befande/ das kein friede jnn Jtalia sein kont/ dieweil die Stedte frey waren/ vnd allen mutwillen trieben/ muste er sich des Regiments annemen/ 69 Also ward er herr vber gantz Jtalien/ 70 vnd gabe dem Bapst etlich land vnd stedte/ zu vnterhaltung des kirchen regiments/ 71 Vnd an der Christnacht ruffet der Bapst jn der kirchen/ 72 Carolus solte Römischer Keisar vnd Augustus sein/ 73 Hie schreibet man/ 74 Carolus habe gesagt/ er wolde nicht jnn die kirchen komen sein/ wo er sich dieses versehen hette/ 75 Auch wolt er sich nicht Keisar schreiben/ bis er sich mit den zu Constantinopoli vertrug/ 76 Da willigeten Jrene Constantini mutter/ vnd Nicephorus/ das Carolus solt Keisar jnn Occident genant werden/ 77 vnd solchs war jhnen leicht zu willigen/ denn die Keisar zu Constantinopoli hatten doch die land nicht mehr.

7,2,78 Nach dem als Carolus Keisar ist worden/ vnd Jtalien mit grosser mühe vnd erbeit zu frieden bracht hat/ hat er den krieg mit den Hungarn furgenomen/ 79 Dieser krieg hat 8 jar geweret/ darin die Hungarn schier gantz vertilget sind/ 80 vnd hat Carolus Deudschen jnn Hungarn gesatzt/ das land zu erhalten/ 81 daher noch Deudschen jnn Sieben Birgen sind/ 82 Vnd schreibet man/ das Carolus gros mechtig gut bei den Hungarn gefunden habe/ wie denn gleublich ist/ 83 Denn die hungarn hatten nu lenger denn 200 jar gekrieget vnd geraubet aus allen landen/ vnd ist jhn niemand jnn jhr land gezogen/ darumb one zweiuel gros gut da gefunden ist/ 84 Mitler zeit hat auch Caroli son mit namen Carolus/ Behem erobert/ vnd jhren herrn Lechon erschlagen/ 85 Also ist Carolus gewaltiger Monarcha jnn gantzem Jtalia/ Gallia/ Deudschland/ Behem vnd Hungarn/ 86 vnd hat jnn gantzem Occident frieden gemacht vnd erhalten/ 87 Vnd ist Carolus <117> der hohen Helden einer die Gott gibt/ Regiment/ recht/ zucht/ vnd frieden jnn der welt widder anzurichten/ 88 Wie gewesen sind Dauid/ Hercules/ Cyrus/ Alexander/ Julius/ Augustus/ Constantinus/ Theodosius. 89 Vnd ist hie zu mercken/ wie Carolus rumort vnter den grossen Königen vnd fürsten/ 90 denn dazu sendet Got diese Monarchen/ zu straffen andere grosse potentat/ wie zu vnser zeit Carolus quintus/ Franckreich/ Rom/ Venedig gedemütiget hat.

87 Vnd ist Carolus der hohen Helden einer die Gott gibt/ Regiment/ recht/ zucht/ vnd frieden jnn der welt widder anzurichten/ 88 Wie gewesen sind Dauid/ Hercules/ Cyrus/ Alexander/ Julius/ Augustus/ Constantinus/ Theodosius. 89 Vnd ist hie zu mercken/ wie Carolus rumort vnter den grossen Königen vnd fürsten/ 90 denn dazu sendet Got diese Monarchen/ zu straffen andere grosse potentat/ wie zu vnser zeit Carolus quintus/ Franckreich/ Rom/ Venedig gedemütiget hat.

7,2,91 Es gehöret aber grossen Helden/ das sie nicht allein kriegen/ sondern auch die Regiment fassen mit recht vnd Religion/ 92 Das hat Carolus auch gethan/ Concilia etlich mal gehalten zu Rom/ zu Franckfort/ vnd etliche jnn Gallia/ 93 Auch hat er drey Schulen fundirt/ Christliche lahr zu pflantzen vnd zu erhalten/ Nemlich/ die Schulen zu Bononia/ zu Paris vnd zu Paui/ 94 Jnn Deudschland hat er viel Clöster gestifft/ welche dazumal auch Schulen gewesen sind/ 95 Er hat auch das Frenckisch recht zusamen getragen/ vnd Recht bücher machen lassen/ 96 Denn das alte Römisch Recht war lang durch die Longobarden vnd Francken vnterdruckt.

7,2,97 Jtem/ der alten Deudschen Historias vnd lieder hat er zusamen bringen lassen/ welche er auch selber hat aussen gelernet.

7,2,98 Er ist Deudsch vnd Latin wol bered gewesen/ 99 vnd Grekisch hat er wol verstanden/ das er der Greken Legaten selb gehöret hat/ hat auch Grekisch mit jhn geredt/ 100 doch jnn langer rede hat er Latin gered/ 101 Man hat noch zimlich gute vers die er von seins vetters des Rolands tod gemacht hat/ 102 Jm alter hat er jnn Astronomia studirt/ vnd hat jhm daheim allezeit Augustinum zu tisch lesen lassen.

102 Jm alter hat er jnn Astronomia studirt/ vnd hat jhm daheim allezeit Augustinum zu tisch lesen lassen.

7,2,103 Jnn der kirchen hat er helffen horas singen/ vnd selb lectiones gesungen/ 104 vnd hat seine fürsten dazu gehalten/ das sie auch haben müssen lectiones singen/ 105 vnd hat jhn selb verordnet/ was jeder lesen solt/ das jhm selb zu besserung dienet/ 106 vnd hat Christliche lahr lieb gehabt/ vnd sich jnn allem leben erzeiget/ als ein fromer Gottfurchtiger fürst/ 107 Er hat auch den Christen jnn frembde Königreich viel gelt gesand/ vnd bey den Sarracenen Königen erworben/ das man die Christen gelinder gehalten hat.

7,2,108 Den winden vnd Monat hat er die namen gegeben/ so man noch braucht. 109 Aus diesem allem ist zu mercken/ wie Gott diesen Keisar mit allen hohen tügenden vnd mit grossem glück begabet vnd gezieret hat/ darumb er billich Magnus genant wird/ 110 Nach dem er nu frieden allenthalben hat gemacht/ vnd Recht vnd Religion reformirt/ hat er für seinem ende auch ein gewissen erben vnd herrn/ zuuerhüten viel arges/ dem Reich geordnet/ 111 darumb hat er bey leben sein son Ludouicum Pium zu Keisar gemacht/ 112 Darnach ist er gestorben zu Ach jm jar seines alters 72. 113 Vor seinem tod ist die brück zu Meintz vber Rhein verbronnen/ welche Carolus mit grossem kosten zehen jar gebawet hat/ 114 Dieses zeichen hat bedeut/ das sich nu bald Deudschland vnd Gallia voneinander trennen würden.

7,2,108 Den winden vnd Monat hat er die namen gegeben/ so man noch braucht.

113 Vor seinem tod ist die brück zu Meintz vber Rhein verbronnen/ welche Carolus mit grossem kosten zehen jar gebawet hat/ 114 Dieses zeichen hat bedeut/ das sich nu bald Deudschland vnd Gallia voneinander trennen würden.

7,3 Ludouicus Pius/ der an=
der Deudsche Keisar.

7,3,1 Anno Christi 815 hat angefangen zu regirn Ludouicus Pius Caroli son/ vnd hat regirt 26 jar/ 2 Es hat aber Carolus mehr söne gehabt/ welche fur <118> des vaters tod gestorben sind/ 3 Ludouicus hat jm anfang seines Regiments den frieden mit den Keisarn zu Constantinopoli vernewet vnd bestettiget/ 4 Darnach hat er sein son Lotharium neben sich zu keisar gemacht/ das er jnn Jtalia regirn solt/ 5 vnd hat jhn gen Rom gesand/ 6 da hat er vom Bapst Pascali die kron vnd den namen Augusti empfangen/ 7 Hernach hat Ludouicus ein Concilium gehalten zu Ach/ vnd die kirchen reformirt/ vnd vleissig verschaffet/ das die kirchen diener jhre vnterhaltung haben möchten/ 8 Hat auch ein vertrag auffgericht mit dem Bapst/ das man jnn künfftiger zeit wissen möcht/ welchs land dem Bapst gehöret/ vnd was zum Reich gehören solt.

7,3,9 Diesen fromen Keisar hat sein eigner son Lotharius durch hülff etlicher Bischouen vnd herrn fahen lassen/ darumb das er besorget/ der vater würde das Reich auff den jungen bruder wenden/ wie die stieffmutter practicirt/ 10 Doch ist Ludouicus ledig worden/ vnd widder zum Regiment komen/ 11 vnd hat sein son Lotharium mit gewalt jnn Jtaliam getrieben/ 12 doch hat er jhn entlich widder zu gnaden komen lassen.

7,3,13 Nach Leone warde der 100 Bapst Stephanus quartus/ 14 Dieser hat von Ludouico Pio die Confirmatio begert.
15 Nach Stephano warde der 101 Bapst Pascalis/ 16 Dieser schicket auch zu Ludouico vmb die Confirmatio.
17 Nach Pascali warde der 102 Bapst Eugenius secundus.
18 Nach Eugenio secundo/ warde der 103 Bapst Valentinus.
19 Nach Valentino warde der 104 Bapst Gregorius quartus/ 20 Hat das Bapstumb nicht wollen annemen/ bis jhn Ludouicus confirmirt hat.

7,4 Lotharius der erst dieses
namens/ der dritte
Deudsche Keisar.

7,4,1 Anno Christi 841/ 2 Nach dem tod Ludouici Pij/ regirt sein son Lotharius 15 jar/ 3 Nu ist das aureum seculum dieses geschlechts aus/ 4 denn Lotharius hatt mehr brüder/ nemlich/ Ludouicum Germanicum vnd Carolum Caluum/ 5 die waren der teilung nicht zu frieden/ 6 Daraus entstund ein grosser jemerlicher krieg/ 7 vnd thaten die brüder jnn Gallia ein solche grosse schlacht mit einander/ das man schreibet/ der Francken macht sey da also geschwecht worden/ das sie sich nachmals nicht mehr hab erholen mögen/ 8 vnd siegten die zween Ludouicus Germanicus/ vnd Carolus Caluus/ 9 Darnach namen die fürsten handlung fur/ da der schade geschehen war/ vnd vertrugen die brüder/ 10 Vnd warde Ludouico Deudsch land zu seinem teil/ Schwaben/ Baiern/ Behem/ Ostreich/ Ostfrancken/ Döringen/ Saxen/ bis an Reinstrom/ 11 Dieser Ludouicus ist genant König jn Deudschland/ vnd wird hoch gepreiset/ 12 Von jhm haben die Hertzogen jnn Francken/ so hernach gewesen sind/ jhr herkomen/ 13 Er hat auch die Behem zu Christlichem glauben bracht/ 14 Carolo Caluo ward der grösser teil Galliae/ 15 vnd komen von jhm die König jnn Gal= <119> lia/ 16 Lotharius behielt Jtalien/ vnd Narbonensem Galliam/ vnd den teil so noch von jhm den namen hat Lotharing/ vnd die Keisarliche hoheit/ 17 Da ist nu Gallia von Germania getrennet/ 18 Darnach hat Lotharius sein son Ludouicum secundum zu Keisar gemacht/ 19 vnd ist er jnn ein Closter gangen.

7,4,20 Viel Cometen sind diese jar vor der brüder vneinigkeit vnd krieg erschienen.

7,4,20 Viel Cometen sind diese jar vor der brüder vneinigkeit vnd krieg erschienen.

7,4,21 Nach Gregorio quarto warde der 105 Bapst Sergius secundus/ 22 Dieser ist der erst/ der sein namen verendert hat/ 23 denn man sagt/ er habe zuuor Os porci geheissen/ 24 Dieser hat Ludouicum secundum den son Lotharij gekrönet.

25 Nach Sergio secundo warde der 106 Bapst Leo quartus/ 26 Dieser hat die Engelburg zu Rom gebawet/ 27 vnd warde bey Lothario angeben/ das er widder jhn solt practicirt haben/ das Reich von den Francken widder auff die Greken zu transferirn/ 28 Darumb kam Lotharius gen Rom/ vnd must sich der Bapst purgirn.

29 Nach Leone quarto/ warde Johannes octauus Bapst/ 30 Von diesem sagt man/ er sey ein weib/ vnd von Meintz gewesen.

31 Nach Johanne octauo/ warde der 107 Bapst Benedictus tertius/ 32 Zu dieser zeit ist aber ein grosse auffrhur der wale halben gewesen/ welche Keisar Lotharius hat stillen müssen.

7,5 Ludouicus secundus/ der
vierde Deudsche
Keisar.

7,5,1 Anno Christi 856 hat angefangen zu regirn Ludouicus secundus Lotharij son/ vnd hat regirt 20 jar/ 2 Er hat die Sarracenen/ so jnn Jtalien mit grosser macht gefallen waren/ zurück geiagt vnd geschlagen/ vnd guten frieden widder jnn Jtalien gemacht/ vnd ist jnn Jtalia gestorben.

7,5,3 Nach Benedicto tertio/ warde der 108 Bapst Nicolaus primus.
4 Nach Nicolao primo warde der 109 Bapst Adrianus secundus/ von Priestern vnd vom volck gewelet.

5 Nach Adriano secundo/ warde der 110 Bapst Johannes nonus/ 6 der henget sich an die Gallos/ vnd wolt das Keisarthumb aus Deudschland auff die König jn Gallia bringen/ erstlich auff Carolum Caluum/ darnach auff Calui son Ludouicum Balbum/ 7 Aber die Deudschen/ erhielten das Kaisarthumb per fort/ wie ich sagen wil/ 8 vnd warde dieser Bapst darob gefangen/ vnd entkam/ vnd flohe jnn Gallien/ zu Ludouico Balbo.

7,6 Carolus Caluus Keisar
aus Gallia.

7,6,1 Anno Christi 876 kam Carolus Caluus gen Rom vnd practicirt mit Bapst Johanne nono/ das er jhn zu Keisar machet/ vnd regirt 2 jar/ 2 Nu war Caluus Lotharij bruder/ des Pij son/ vnd warde jhm jnn der teilung Gallia/ 3 Vnd hett der Bapst das Keisarthumb gern jnn Gallien von den Deudschen transferirt/ 4 Aber Ludouici Germanici söne woltens nicht leiden/ 5 Da drawet er jhn/ er wolte ein solch gros volck <120> widder sie vber Rhein bringen/ das die pferd den Rhein aussauffen/ vnd das volck drucken hindurch ziehen solt/ 6 Das hiessen Gallicae minae/ 7 Vnd zoge gegen jhn 50 tausent starck/ bis gen Cöllen/ 8 da ward er geschlagen bey Andernach von den zweien sönen Ludouici Germanici.

7,6,9 Jm andern jar zoge Caluus jnn Jtaliam/ 10 da zogen jhm nach die zween sön Ludouici Germanici/ 11 Da fiel Caluus aus forcht jn kranckheit vnd starb/ 12 Noch liesse Bapst Johannes nicht abe/ sondern wolte Calui son zu Keisar machen/ 13 Darumb warde er zu Rom von den Deudschen legaten vnd jhrem anhang gefangen/ 14 Aber er entranne widder/ vnd flohe jnn Gallien/ 15 Da krönet er Ludouicum Balbum Calui son zu Keisar/ 16 Dieser Balbus lebet nach seines vaters des Calui tod nicht lenger denn 2 jar. 17 Also hat das Keisarthumb jnn Gallia ein ende/ vnd feileten dem Bapst seine anschlege vnd practiken.

7,7 Carolus Crassus/ der fünfft
Deudsch Keisar.

7,7,1 Anno Christi 881 ist das Keisarthumb widder auff die Deudschen komen/ 2 Denn die Sarracenen waren widder jnn Jtalien gefallen/ vnd thaten grossen schaden/ 3 Da fodderten die Römer den Bapst aus Gallia/ 4 Nu bedurfft Jtalia hülff widder die Sarracenen/ 5 vnd der König jnn Gallia war tod/ 6 vnd war kein gewachsener erb/ 7 derhalben jnn Gallia vneinigkeit war/ wie das Reich mitler zeit solt regirt werden/ bis der Erbe erwüchse/ 8 Also must der Bapst die Deudschen anruffen/ das sie Jtalien redten wolten/ 9 Da kam Carolus Crassus Ludouici Germanici son/ jnn Jtalien/ vnd veriagt die Sarracenen/ 10 Darumb krönet jhn der Bapst jm 882 jar Christi/ 11 Vnd hat Carolus Crassus regirt nach diser krönung 9 jar/ 12 Die Nortman sind dazumal jnn Gallien allenthalben gezogen/ vnd so grossen schaden gethan/ das die Galli hülff bey dem Keisar sucheten/ vnd jhn zu König jnn Gallia macheten. 13 Also hat Carolus Crassus widderumb Deudschland vnd Gallien jnnengehabt/ 14 Aber bald hernach sind diese lender widder getrennet/ 15 Jm Mehrer krieg war Crassus vnuermöglich/ 16 darumb verlies er das regiment/ vnd machet seins bruders son Arnolff zu Keisar/ 17 Dieser Arnolff verordnet Crasso sein Fürstlich vnterhaltung jm Reich/ sein leben lang.

7,8 Arnolff der Sechst Deud=
sche Keisar.

7,8,1 Anno Christi 819 <sic!> ist Keisar worden Arnolff Carolomani son/ der Hertzog jnn Baiern/ Schwaben vnd Francken/ 2 Er hat regirt 12 jar/ vnd hat erstlich die Mehrer geschlagen/ darnach die Nortman/ die widder aus Gallia an Rhein gezogen waren/ vnd bis gen Worms komen/ da sie ein Bischoff von Mentz gemartert haben/ 3 vnd hat der Keisar die Nortman entlich zu Christlichem glauben bracht. 4 Darnach ist er jnn Jtalien gezogen/ denn der Hertzog von Spoleto/ genant Wido/ hat sich fur Keisar auffgeworffen/ darumb must Arnolff Rom mit gewalt einnemen/ 5 da hat er viel grosser herrn köpffen lassen/ 6 vnd ward von Bapst Formoso gekrönet/ 7 Also er= <121> öbert er Jtalien widderumb/ vnd veriaget den Wido/ 8 Er hat auch Burgundien widder zum Deudschen Reich bracht.

7,8,9 Nach Johanne nono warde der cxj Bapst Marinus.
10 Nach Marino warde der 112 Bapst Adrianus tertius.
11 Nach Adriano tertio/ warde der 113 Bapst Stephanus quintus.

12 Nach Stephano quinto warde der 114 Bapst Formosus/ 13 Dazumal ist aber ein grosse auffrhur zu Rom von wegen der wale gewesen/ denn Sergius warde zu gleich gewelet/ 14 Aber er warde von des Formosi anhang veriaget/ 15 vnd foddert Formosus den Keisar jnn Jtalien/ damit er bey dem Bapstum erhalten wurde/ 16 Denn Sergius flohe jnn Gallien/ vnd vnterstund sich durch der Frantzosen hülff Bapst zu werden/ 17 vnd ist nach etlichen jaren nach Formosi tod Bapst worden/ 18 vnd hat sich tyrannisch gnug gerechet/ 19 Er hat den Formosum lassen ausgraben/ vnd das Cadauer degradirn vnd köpffen/ vnd jnn die Tiber geworffen. 20 Man schreibet/ Sergius sey ein vngelarter man gewesen/ 21 das scheinet an der that.

22 Nach Formoso warde der 115 Bapst Bonifacius sextus.
23 Nach Bonifacio sexto/ warde der 116 Bapst Stephanus sextus/ 24 Dieser hat verworffen alle Ordinationes Formosi.
25 Nach Stephano sexto/ warde der 117 Bapst Romanus.
26 Nach Romano warde der 118 Bapst Theodorus secundus.
27 Nach Theodoro secundo warde der 119 Bapst Johannes decimus/ 28 der hat Formosi ordinationes widder approbirt.
29 Nach Johanne decimo warde der 120 Bapst Benedictus quartus.
30 Nach Benedicto quarto/ warde der 121 Bapst Leo quintus/ 31 der warde gefangen von Christophoro.
32 Nach Benedicto quarto/ <sic! Richtig: Nach Leone quinto> warde der 122 Bapst Christophorus/ 33 den hat Sergius tertius gefangen.

34 Nach Christophoro warde der 123 Bapst Sergius tertius/ 35 Der ists/ der den todten leib Formosi hat köpffen lassen/ 36 Es ist schrecklich zu lesen solche lermen vnd tyranney/ so die Bepst gegen einander geübet haben/ 37 Bey solchem Heidnischen wesen/ haben sie Christlicher lahr wenig achten können/ das nicht wunder ist/ ob etliche misbreuch eingerissen sind.

36 Es ist schrecklich zu lesen solche lermen vnd tyranney/ so die Bepst gegen einander geübet haben/ 37 Bey solchem Heidnischen wesen/ haben sie Christlicher lahr wenig achten können/ das nicht wunder ist/ ob etliche misbreuch eingerissen sind.

7,9 Ludwig der dritte dieses
namens/ der Siebend
Deudsche Keisar.

7,9,1 Anno Christi 903/ ist Ludouicus Arnolfi son Keisar worden/ vnd hat regirt 10 jar/ ist aber nicht zu Rom gekrönet worden/ 2 Denn nach Arnolfi tod sind die Hungarn mit grosser macht jnn Deudschland gefallen/ 3 Mit diesen hat der from Fürst Keisar Ludouicus zu thun gehabt/ vnd hat sie am Lech hart geschlagen/ 4 Jst aber hernach von jhn widderumb geschlagen worden/ 5 Da haben die Hungarn schrecklichen jamer jnn Schwaben/ Francken Baiern vnd <122> Ostreich getrieben/ die leut ermordet on alle barmhertzigkeit/ Kirchen/ Stedt vnd Dörffer verbrant.

7,9,6 Darnach sind sie jnn Jtalien gezogen/ vnd haben da auch grosse tyranney geübet/ 7 Nu war ein Fürst zu Foroiulio Berengarius/ der bracht ein volck zusamen wider die Hungarn/ 8 wiewol er aber wenig glücks hatt/ ist er doch durch diese rüstung jnn ein solch ansehen komen/ das er sich hernach Keisar geschrieben hat.

7,10 Cunradus der erst dieses na=
mens/ der Acht Deud
sche Keisar.

7,10,1 Anno Christi 913/ ist Cunradus Keisar worden/ vnd hat regirt 7 jar/ 2 ist aber nicht vom Bapst gekrönet/ 3 Er ist des nehisten Ludouici brudern son/ vnd ein Hertzog jnn Francken gewesen/ 4 vnd ist der letzt aus dem geschlecht Caroli magni/ wie hernach zu sehen ist jnn der Genealogi Caroli/ welche ich derhalben gesatzt habe/ das man mercken könne/ wie das Deudsch Reich hin vnd her gewandelt/ vnd anfechtung gehabt hat/ das ein billich wundern sol/ 5 Man sihet das die Reich auffs letzt jnn der welt schwach/ vnd seer vnruwig werden/ vnd das sie dennoch Gott erhelt. 6 Ludouicus tertius lies kein son/ 7 darumb wolten Francken vnd Saxen zu gleich/ Hertzog Otho den Saxen zu Keisar machen/ 8 Aber der from Fürst wolte dem edlen geschlecht Caroli die ehr nicht nemen/ sondern ried man solt diesen Cunradum den Hertzogen jnn Francken welen/ 9 Also warde Cunradus Keisar/ 10 aber Otho hatte das grössest ansehen/ vnd regirt mehr denn Cunradus/ dieweil er lebet/ vnd hielt doch treulich bey jhm.

7,10,11 Aber jnn Jtalia warff sich Berengarius der Fürst von Foroiulio auff fur Keisar/ vnd practicirt mit den Hungarn/ das sie widderumb jnn Deudsch land fielen/ 12 die schlug Cunradus durch hülff des gedachten Otho des Saxen.

7,10,13 Nach dieses Otho tod/ besorget sich villeicht der Keisar vor des Otho son Henrico Aucupe/ er würde zu mechtig/ vnd wolde jhm nicht geben alles das Otho jnnengehabt hatt/ 14 das wolt Henricus nicht leiden/ 15 darumb het jhn Cunradus der Keisar gern heimlich vmbracht/ 16 Dazu ward ein Bischoff von Mentz angericht/ das er jhn mit listen fahen solt/ 17 Aber die sach ward verkundschafft/ 18 derhalben erzürnet Henricus vnd zoge heim/ vnd nam ein alles so dem Bischoue jnn Döringen vnd Hessen gehört/ 19 Daraus entstunde ein grosser krieg zwischen Francken vnd Saxen.

7,10,20 Da nu Cunradus sterben solt/ foddert er sein bruder Hertzog Ebrart zu sich/ vnd befahl jhm/ die Keisarlich kron zu Hertzog Henrich dem Saxen zu bringen/ 21 denn diesen achtet er wirdig des Keisarthumbs/ 22 vnd vermanet gedachten Hertzog Ebrart hoch/ das er nicht lenger mit Hertzog Henrich kriegen solt/ damit die Francken nicht gantz vertilget würden/ 23 denn er sehe das Gott mit Henrico were/ 24 Hertzog Ebrart that wie jhm Keisar Cunrad befohlen hat/ vnd bracht die kron zu Henrico/ macht frieden mit ihm/ vnd hielt sich treulich vnd gehorsamlich gegen jhm/ 25 Also ist das Keisarthumb vom geschlecht Caroli auff die Saxen komen.  <123>

7,11 Genealogia Caroli.

7,11,1 Carolus Magnus Jmp.

2 Ludouicus Pius Jmp.

3 des Söne sind gewesen diese drey.

4 Ludouicus Germanicus hat Hochdeudschland/ vnd bezwang Behem/ 5 des söne waren/
Ludouicus/
Carolus crassus/ der dem Caluo das Keisarthumb widder nam/ Vnd
Carolomanus

6 Carolomani son war/
Arnolffus/
der nach Crasso regirt.

7 Lotharius Jmp.
hatt Lotharing vnd Jtalien.
8 Ludouicus ij Jmp.
hat die Sarracenen aus Jtalia veriagt/ 9 Nach jhm wolt der Bapst das Keisarthumb wenden jnn Gallien auff Caluum/ 10 Aber des Ludouici Germanici sön haben das Keisarthumb wider zu sich bracht jnn Deudschland.

11 Carolus Caluus König jnn Gallia/ sein son/
Ludouicus Balbus/ König jnn Gallia.

12 Arnolffi Söne.

13 Ludouicus
der drit Keisar.

14 Cunradus/
des sön waren/

15 Ebrart/
von diesem komen die fürsten jn Francken

16 Cunradus
der letzt Keisar aus diesem geschlecht.

7,11,17 Vnd bald hernach ist das königreich jnn Gallia auch vom geschlecht Caroli wegkomen/ 18 Also sihet man/ wie die hohen geschlecht steigen vnd fallen.

19 Nach Sergio warde der 124 Bapst Anastasius tertius.
20 Nach Anastasio tertio/ warde der 125 Bapst Dando.
21 Nach Dando warde der 126 Bapst Johannes xj.

7,12 Henricus primus genant
Auceps/ der Neunde
Deudsche Keisar.

7,12,1 Anno Christi 920. ist Keisar worden Henricus primus genant Auceps/ ein Hertzog jnn Saxen/ vnd hat regirt 17 jar/ 2 Er ist nicht vom Bapst gekrönet/ ist auch nicht jnn Jtalien gezogen/ wiewol sich zween darinne fur Keisar auffworffen/ vnd viel auffrhur anrichten/ vnd etlich mal einander schlugen/ 3 Denn Henricus hatt jnn Deudschland genug zu thun/ 4 das hat er als ein weiser fürst widerümb zu frieden bracht/ vnd hoch erhaben.

7,12,5 Dieses Deudsch Reich ist doch vol auffrhuren gewesen/ 6 Es ist schier kein Keisar worden/ es haben sich etliche Fürsten empöret vnd selb wollen Keisar werden/ 7 Noch hat Gott fast allemal ob dem Keisar vnd ördenlicher öberkeit gehalten/ das sie blieben ist/ vnd auffrhur gestrafft/ 8 Der Hertzog von Baiern Arnold/ satzt sich widder Henricum/ 9 darumb zoge Henricus erstlich widder Baiern/ vnd greiff doch <124> nicht an/ sondern foddert den Hertzog Arnold vnd redet ernstlich mit jhm/ 10 das Reich were Gottes gabe/ 11 So jhn die andern Fürsten zu Keisar haben wolten/ wolte er gern weichen/ vnd der erst sein der jhm huldet/ 12 Diese rede zeiget Arnold sein freunden an/ 13 die sagten alle/ 14 Man sehe das Salomon recht gesagt hett/ von der weisheit. 15 Durch mich herschen die König. 16 Dieweil solche weisheit vnd gütigkeit bey Henrico sey/ solte er sich nicht lenger widder jhn setzen/ denn man mercket das Gott mit jhm hielt/ 17 Also ergabe sich der Hertzog von Baiern/ vnd warde gehorsam one blut vergiessen/ 18 Das ist ja nicht barbaries/ sondern rechte Fürstliche weisheit vnd gütigkeit. 19 Man schreibet S. Vlrich habe ein visio vom Hertzogen von Baiern gehabt/ vnd jhn verwarnet/ denn Gott het jhn jhm gezeiget mit eim schwerd on ein hefft/ 20 dadurch war bedeut/ das er das schwerd nicht füren/ das ist/ das Keisarthumb nicht behalten würde.

7,12,21 Darnach hat er Brandenburg gewonnen/ vnd die Wenden bis an das Meer gantz bezwungen/ vnd zu Christlichem glauben bracht.

7,12,22 Er hat auch Prag belegert vnd die Behem zu gehorsam bracht.

7,12,23