PAGINA CARIONIS

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CHRONICA CARIONIS 1532

Textgrundlage: Exemplar des Stadtarchivs Bietigheim-Bissingen ("BB")
(mit Angabe der Varianten des Exemplars der "Stiftung Luthergedenkstätten" ("LG"))

Inhaltsverzeichnis  
(im Original nur innerhalb des Textes vorhanden, Überschriften dienen hier als Sprungmarken)

1,1 Titel
1,2 Widmung an Joachim II. von Brandenburg
1,3 Widmungstext

1,4 Zweck dieser Geschichtsschreibung
1,5 Grundsatz der Geschichtsschreibung

1,6 Spruch des Hauses Elia

2,1 Anfang des ersten Buchs der Chronica Carionis
2,2
Kain und Abel
2,3 Seth
2,4 Sintflut
2.5 Nach der Sintflut
2,6 Turm zu Babylon
2,7 Allgemeines zur ersten Monarchie

3,1 Zweites Buch der vier Monarchien

3,2 Erste Monarchie der Assyrer
Ninus
3,3 Semiramis
3,4 Sardanapal

3,5 Ägypten

3,6 Abraham
3,7 Sodoms Bestrafung
3,8 Isaak
3,9 Joseph
3,10 Moses
3,11 Zehn Gebote

3,12 Königreich Israel
3,13 Könige von Israel

3,14 Könige von Juda, Stamm Salomon
Roboam - Abia - Asa - Josaphat - Joram - Ochosias - Athalia

3,15 Könige von Juda, Stamm Nathan
Joas - Amasia - Ozias - Jotham - Achas - Ezechias - Manasse - Amon - Josias - Joachas - Joakim - Joachin/Jeconias - Sedechias

Euilmerodach
Baltasar

3,16 Griechen
3,17 Trojanischer Krieg
3,18 Krieg um Theben
3,19 Herakles
3,20 Sibylle
3,21 Homer und Hesiod

3,22 Römische Königszeit

4,1 Zweite Monarchie
4,2
Anfang der persischen Monarchie
4,3 Persische Königsliste nach den Griechen
4,4 Kyros

4,5 Anfänge der griechischen Philosophie

4,6 Kambyses
4,7 Bestrafung des korrupten Richters Sisamnes durch Kambyses
4,8 Dareios
4,9 Krieg des Dareios in Griechenland
4,10 Xerxes
4,11 Artaxerxes Longimanus
4,12 Zorobabel

4,13 Die 70 Wochen Daniels

4,14 Darius Nothus
4,15 Artaxerxes Mnemon
4,16 Ochus (Artaxerxes III.)
4,17 Arsames
4,18 Darius III.

4,19 Peloponnesischer Krieg
4,20 Athen nach dem Peloponnesischen Krieg

4,21 Philosophie in Griechenland

4,22 Rom

5,1 Die dritte Monarchie
5,2
Behandlung der Juden durch Alexander
5,3 Reichsteilung nach Alexander
5,4 Die Könige von Syrien
5,5 Die Könige von Ägypten nach Alexander

5,6 Die Juden
5,7 Das Geschlecht der Makkabäer
5,8 Könige aus dem Geschlecht der Makkabäer
5,9 Entstehung der Pharisäer und anderer Sekten
5,10 Dynastie des Herodes

5,11 Rom
5,12 Punische Kriege
5,13 Hannibal
5,14 Krieg der Römer in Makedonien
5,15 Zerstörung Karthagos
5,16 Die Kimbern in Italien
5,17 Sulla und Marius
5,18 Pompeius und Caesar

6,1 Anfang der vierten und letzten Monarchie, der des Römischen Reichs
6,2
Julius Caesar
6,3 Augustus 

6,4 Drittes Buch: Zeit seit Christi Geburt 
6,5
Tiberius, der dritte Kaiser
6,6
Caligula, der vierte Kaiser
6,7 Claudius, der fünfte Kaiser
6,8 Nero, der sechste Kaiser
6,9
Galba, Otho und Vitellius
6,10 Vespasian, der siebte Kaiser

6,11 Jerusalems letzte Zerstörung 

6,12 Titus, der achte Kaiser
6,13 Domitian, der neunte Kaiser
6,14 Nerva, der zehnte Kaise
6,15 Trajan, der elfte Kaiser
6,16 Hadrian, der zwölfte Kaiser

6,17 CHRONIK der Kaiser ab Antoninus Pius, also ab dem Jahr 140 bis 274

6,18 Die Manichäer

6,19 CHRONIK 280 bis 312

6,20 Arius

6,21 CHRONIK 342 bis 398
6,22
Zerstörung der vierten Monarchie

6,23 Die Goten
6,24 Dietrich von Bern
6,25 Zerstörung der Stadt Rom

6,26 CHRONIK 427

6,27 Die Vandalen
6,28 Böhmen

6,29 CHRONIK 454

6,30 Attila
6,31 Venedig

6,32 CHRONIK 460 bis 528

6,33 Belisar

6,34 CHRONIK 566 bis 584

6,35 Beginn des Streits um den päpstlichen Primat

6,36 CHRONIK 604 bis 612

6,37 Mohammed und das Reich der Sarazenen
6,38 Die Türken

6,39 CHRONIK 641 bis 783

7 Deutsche Kaiser
7,1 Karl der Große
7,2 Anfang des fränkischen Reichs
7,3 Ludwig der Fromme
7,4 Lothar I., der dritte deutsche Kaiser
7,5 Ludwig II., der vierte deutsche Kaiser

7,6 Karl der Kahle, "Kaiser aus Gallien"

7,7 Karl der Dicke, der fünfte deutsche Kaiser
7,8 Arnulf, der sechste deutsche Kaiser
7,9 Ludwig III., der siebte deutsche Kaiser
7,10 Konrad I., der achte deutsche Kaiser

7,11 Genealogie Karls des Großen

7,12 Heinrich I., der neunte deutsche Kaiser
7,13 Otto I., der zehnte deutsche Kaiser
7,14 Otto II., der elfte deutsche Kaiser
7,15 Otto III., der zwölfte deutsche Kaiser 

7,16 Einsetzung der Kurfürsten 

7,17 Heinrich II., der 13. deutsche Kaiser
7,18 Konrad II., der 14. deutsche Kaiser
7,19 Heinrich III., der 15. deutsche Kaiser
7,20 Heinrich IV., der 16. deutsche Kaiser

7,21 Eroberung von Jerusalem

7,22 Veränderungen in den deutschen Fürstentümern

7,23 Heinrich V., der 17. deutsche Kaiser
7,24 Lothar III., der 18. deutsche Kaiser

7,25 Wiederaufleben des römischen Rechts

7,26 Konrad III., der 19. deutsche Kaiser
7,27 Friedrich I. Barbarossa, der 20. deutsche Kaiser
7,28 Heinrich VI., der 21. deutsche Kaiser
7,29 Philipp, der 22. deutsche Kaiser 

7,30 Die Bettelorden

7,31 Otto IV., der 23. deutsche Kaiser
7,32 Friedrich II., der 24. deutsche Kaiser
7,33 Konrad IV., der 25. deutsche Kaiser
7,34 Wilhelm, der 26. deutsche Kaiser

7,35 Interregnum

7,36 Rudolf, der 27. deutsche Kaiser
7,37 Adolf, der 28. deutsche Kaiser
7,38 Albrecht I., der 29. deutsche Kaiser
7,39 Heinrich VII., der 30. deutsche Kaiser
7,40 Ludwig IV., der 31. deutsche Kaiser 

7,41 Nikolaus Augustus in Rom  

7,42 Wahl des Grafen Gunther von Schwarzburg zum Kaiser 

7,43 Karl IV., der 32. deutsche Kaiser 

7,44 Schweiz

7,45 Schisma

7,46 Wenzel, der 33. deutsche Kaiser
7,47 Ruprecht I., der 34. deutsche Kaiser

7,48 Tamerlan

7,49 Sigismund, der 35. deutsche Kaiser 

7,50 Konzil zu Konstanz

7,51 Die Markgrafen von Brandenburg

7,52 Albrecht II., der 36. deutsche Kaiser
7,53 Friedrich III., der 37. deutsche Kaiser

7,54 Eroberung Konstantinopels durch die Türken

7,55 Maximilian, der 38. deutsche Kaiser
7,56 Karl V., der 39. deutsche Kaiser
7,57 Ferdinand, der 40. deutsche Kaiser

7,58 Ende der Chronica

7,59 Tafel der Weltjahre

Unterschiede zwischen BB und LG

Papstlisten

Zahlen in <> = Seitenangaben in den Drucken von 1532, zum Teil erschlossen;
Fettdruck von mir.

Auffälliges, auch: Datierungsprobleme
Quellen und Selbstdarstellung
Kritik an den Quellen
Beziehungen zwischen Geschichte und Gegenwart

Auch hier: Fettdruck von mir.

<Titelseite>
1,1 Chronica
durch Magistrum
Johan Carion/ vleis-
sig zusamen gezo-
gen/ meniglich
nützlich zu
lesen. 
<001: unbezeichnet> 

 

1,2 Dem durchleuchtigen
hochgebornen Fürsten vnd herrn/
herrn Joachim/ Marggrauen zu Branden=
burg/ zu Stettin/ Pomern/ der Cassuben vnd 
Wenden Hertzogen/ Burggrauen zu Nö=
ri berg/ vnd Fürsten zu Rugen/ mei-
nem gnedigen herrn

LG: Hochgebornen - Noriberg - Rügen; anderer Zeilenspiegel!

 

1,3,1  Durchleuchtiger hoch
geborner Fürst/ 2 E. F. G. sein mein vnterthenige dienst allzeit zuuoran bereit etc. 3 Gnediger herr/ 4 nach dem mich zum offtermal etliche/ besonder gute freunde gebeten/ ein kurtz Chronica zu stellen/ Daraus ein iglicher die furnemisten Historien/ ordenlich fassen vnd lernen kont/ welche zum teil nicht allein nützlich/ sondern auch not ist zuwissen. Habe ich solche Chronica zu machen furgenomen/ vnd nach meinem vermögen auff das aller ordenlichst die Monarchien/ darein Got die welt fur vnd fur wünderlich gefast hat/ vnd die grösten hendel vnd verenderung/ so darin furgefallen/ kürtzlich zusamen gezogen vnd erzelet/ 5 Diese meine geringe schrifft/ hab ich bedacht unter E. F. G. schutz vnd namen auszugehen lassen/ zuerzeigung meiner vnterthenigen dienst/ gegen E. F. G. vnd bit vntertheniglich/ E. F. G. wöllen dieses büchlin gnediglich annemen/ wie ich nicht zweiuel/ 6 Denn wiewol die hendel nit nach notturfft ausgestrichen sind/ wie jnn solcher kürtz zuthun nicht müglich ist/ vnd ich/ als ein vngeübter nicht kan/ so weis ich doch/ das E. F. G. aus hohem Fürstlichem
<002: unbezeichnet>  verstand zu künsten vnd Historien sonderliche lust tragen/ vnd wissen das darin aller Fürstlichen tuogenden vnd hendel/ exempel furgetragen werden/ deren ich viel hierin kürtzlich angezeigt/ allein zu verinnerung/ 7 Denn E. F. G. werden die selbigen/ als ein hochuerstendiger Fürst/ selbst weiter zu bedencken wissen/ vnd sie aus angeborner geschicklicheit/ besser schmücken/ denn ich vermag/ 8 nach dem E. F. G. von Gott mit dieser schönen vnd Fürstlichen gnad zureden/ hochbegabet sind/ 9 wie denn von solcher gabe das löbliche vnd Chuorfurstliche haus zu Brandenburg sonderlich gepreiset wird/ 10 Denn E. F. G. voreltern/ als nemlich/ Marggraue Albert der Churfurst/ den die Historien den Deudschen Achillem nennen/ wird nicht weniger dauon/ das er fur andern bered gewesen/ denn von seinen kriegen/ die er vons Reichs wegen löblich vnd glücklich gefüret hat/ gerhümet/ 11 vnd solche gabe ist auff E. F. G. anherrn/ Marggraue Johansen/ darnach auff E. F. G. herrn vnd vater Marggraue Joachim Churfursten/ auch auff E. F. G. vettern/ Marggraue Albert/ Churfursten zu Mentz etc. aus sonderlicher Gottes gnaden reichlich geerbet/ erzeiget sich auch jnn E. F. G. neben vielen andern Fürstlichen tügenden/ 12 Derhalben hoff ich E. F. G. werden dieses mein buch gnediglich lesen/ vnd die Historien besser wissen zu gebrauchen vnd anzuziehen/ denn ich sie erzelet habe/ 13 vnd beuiel mich jnn aller vnterthenigkeit E. F. G. wilche Gott der allmechtig allezeit gnediglich bewar/ 14 Datum zu Berlin/ Anno domini xxxj.

15 E.  F.  G.
Untertheniger diener.
Johan. Cario.

LG: Hochgeborner - meine - etc - Nachdem - kurtze - daraus - furnemsten - ordenlichest - Gott - gefasset - nicht - Fürstlichen - Exempel - hoch verstendiger - Furst - gnade - Chuorfürstliche - Churfürst - ehr - andere - krigen - ehr - von - Churfürsten - Churfürsten - Meintz - ynn - tugenden - anzuzihen - allzeit - Johann

 

1,4,1  Wo zu Historien zulesen/ 
nützlich ist.

1,4,2 WJewol die Historien
meniglich nützlich sind/ vmb vieler vrsachen willen/ die ich nachmals erzelen wil/ So sind es doch jnn sonderheit Könige vnd Fürsten bücher/ auffs höhest nützlich/ vnd not allen regenten/ 3 Denn nicht allein die Heidnischen/ sondern auch der heiligen schrifft Historien/ haben furnemlich zuthun mit den regimenten. 4 Die schrifft leret vns von Gottes willen vnd wort/ vnd von dem ewigen Reich Christi/ doch leret sie daneben auch vom weltlichen Reich vnd stellet vns fur viel schöner Exempel/ jm regiment nützlich vnd dienstlich/ die Fürsten zu leren vnd zu vermanen zu rechten fürstlichen tügenden/ 5 Aber die Heidnischen Historien sagen von ankunfft aller hohen Königreichen/ vnd aus welchen vrsachen verenderung darin furgefallen/ vnd von aller geschickligkeit/ vnd tügenden/ die dazu gehören land vnd leut zu regirn/ 6 Darumb sollen die Historien billich Fürsten bücher sein/ vnd genennet werden.

LG: reich - darneben - reich - Fürstlichen - tugenden - fürgefallen - geschicklicheit - tugenden - gehört - regiren - Darüm

 4 Die schrifft leret vns von Gottes willen vnd wort/ vnd von dem ewigen Reich Christi/ doch leret sie daneben auch vom weltlichen Reich vnd stellet vns fur viel schöner Exempel/ jm regiment nützlich vnd dienstlich/ die Fürsten zu leren vnd zu vermanen zu rechten fürstlichen tügenden/

1,4,7 Nach dem nu zweierley tugent eim jden not sind/ nemlich/ eusserliche/ weltliche tugent/ darüber auch Gottes forcht vnd glauben/ tragen vns die historien beiderley exempel fur/ 8 Vnd erstlich zu reden von weltlichen tügenden/ sollen hierin furnemlich die Fürsten die exempel vnd hendel mercken/ dadurch sie erinnert mögen werden/ wie sie sich jm regiment halten sollen/ 9 nemlich/ wie sich löbliche könig vnd Fürsten gehalten haben/ so ge= <003: unbezeichnet>  meinen nutz gefoddert/ recht erhalten/ vnrecht ernstlich gestrafft/ nicht vnnöttige krieg angefangen/ sondern offt durch gedult frieden erhalten/ 10 Aber jnn der gegenwer sich getrost vnd ernstlich erzeiget haben/ den fromen vnd fridsamen gnedig vnd freuntlich gewesen/ die lender an macht/ vnd an Religion vnd guten sitten gebessert/ 11 Dagegen sollen sie sehen/ wie sich die Tyrannen gehalten/ wie es jhnen ergangen/ aus wilchen vrsachen grosse vnd schedliche verenderung der regiment gefolget sind/ 12 Als nemlich aus Tyranney/ wie Pharao vmbkommen ist/ vnd zu Rom die König veriaget sind/ 13 Jtem/ aus stoltz/ neid/ vnd hass der Fürsten vnter sich/ wie Pompeius allein aus neid gedacht C. Cesarem vnterzu drücken/ 14 Jtem/ aus leichtfertiger newigkeit/ wie zu Rom leges Grachorum vrsach zu einem greulichen krieg gaben/ vnd das Mahometisch Reich aus ketzereien entstanden ist. 15 Jtem/ aus farlichen Bündnissen/ wie Athen land vnd leut verloren hat/ vber solchen bündnissen. 16 Dis vnd dergleichen stück ist seer nützlich den regenten zu mercken damit sie sich lernen hüten/ vnd fursichtiger handeln/ 17 Denn es fellet teglich der gleichen fur. 18 Welt bleibt welt/ darumb bleiben auch gleiche hendel jnn der welt/ ob schon die personen absterben/ 19 Derhalben sagt Thucidides/ der ein erfarner kriegsman gewesen ist/ vnd ein grossen langen krieg vnd seltzam hendel/ die sich vnter Greken zugetragen/ beschrieben hat/ das Historia ein schatz sein sol/ den man bey der hand haben sol/ damit man sich jn gleiche felle schicken könne/ Dieweil jmer gleiche sachen wider furfallen/ 20 vnd ist warlich historia ein rechter fürstlicher schatz/ dadurch sich ein regent mancherley erinnern kan.

LG: jeden - Historien - Exempel - tugenden - Exempel - errinnert - König - friden - freundlich - religion - ihnen - welchen - fahrlichen - sehr - denn - darümb - in - krigsman - Grecken - beschriben - ynn - jmmer - widder - Historia - Fürstlicher 

 1,4,7 Nach dem nu zweierley tugent eim jden not sind/ nemlich/ eusserliche/ weltliche tugent/ darüber auch Gottes forcht vnd glauben/ tragen vns die historien beiderley exempel fur/ 8 Vnd erstlich zu reden von weltlichen tügenden/ sollen hierin furnemlich die Fürsten die exempel vnd hendel mercken/ dadurch sie erinnert mögen werden/ wie sie sich jm regiment halten sollen/

16 Dis vnd dergleichen stück ist seer nützlich den regenten zu mercken damit sie sich lernen hüten/ vnd fursichtiger handeln/

19 Derhalben sagt Thucidides/ der ein erfarner kriegsman gewesen ist/ vnd ein grossen langen krieg vnd seltzam hendel/ die sich vnter Greken zugetragen/ beschrieben hat/ das Historia ein schatz sein sol/ den man bey der hand haben sol/ damit man sich jn gleiche felle schicken könne/ Dieweil jmer gleiche sachen wider furfallen/ 20 vnd ist warlich historia ein rechter fürstlicher schatz/ dadurch sich ein regent mancherley erinnern kan.

1,4,21 Vber das aber sind auch Exempel jnn Historien/ die einem jglichen dienen/ 22 als von gehorsam gegen der öberkeit/ vnd straff der vngehorsamen/ als wie Absalon/ Catilina/ Brutus/ Cassius vnd der gleichen/ gestrafft wurden/ 23 Von trew jnn freuntschafft/ als wie Jonathas dem Dauid sein leben errrettet/ 24 von straff des Ehebruchs/ vnd dergleichen laster/ wie Dauid gestrafft ward. 25 Jnn summa/ Wie man jnn allen künsten exempel zu der regel fustellet/ also werden vns jnn Historien exempel furgemahlet aller lahr von tügenden. 26 Nu sihet man am exempel vnd an der that/ wie schön tugent/ wie schedlich vnd schendlich vntugent ist/ viel klerer/ denn jnn der regel/ 27 Derhalben solche furgestellete bilder seer deutlich leren/ ja leren nicht allein/ sondern vermanen/ bewegen/ vnd entzünden wolgezogene leute/ das sie lust vnd lieb zu tugent vnd zu ehren gewinnen/ 28 Ja ich halt es sey kein mensch so wild/ wenn er ein treffliche/ löbliche that oder ein schreckliche straff lieset/ das solche jhm nicht zu hertzen gehe.

LG: ynn - der: fehlt - freundschafft - errettet - Exempel - furstellet- Exempel - tugenden - Exempel - furgestellet - sehr - ia -  beweren - ehr - leset - gehet

 1,4,21 Vber das aber sind auch Exempel jnn Historien/ die einem jglichen dienen/ 22 als von gehorsam gegen der öberkeit/ vnd straff der vngehorsamen/ 
25 Jnn summa/ Wie man jnn allen künsten exempel zu der regel fustellet/ also werden vns jnn Historien exempel furgemahlet aller lahr von tügenden. 26 Nu sihet man am exempel vnd an der that/ wie schön tugent/ wie schedlich vnd schendlich vntugent ist/ viel klerer/ denn jnn der regel/

1,4,29 Ich habe jnn kürtz angezeigt/ das man jnn Historien/ exempel von weltlichen tügenden vnd sachen mercken sol/ 30 nu sol ein Christ Gottes nicht vergessen/ sondern auch lernen/ das historien nützlich sind zu Gottes forcht/ vnd zum glauben/ 31 denn diese zwo sind die furnemisten Christlichen tugent/ welche mit Gott handeln/ 32 Wie wol nu die Heidnischen historien nicht melden/ das Gott etwas mit den leuten thue/ so sol doch ein Christ wissen/ das Gott alle regiment jnn der welt erhelt/ 33 Darumb wirckt er auch dabej/ strafft vnrecht vnd gewalt/ gibt auch bey der weile grosse tugenden vnter den heiden/ 34 Denn die regiment können nicht erhalten werden wider den Teufel/ on sonderliche Gottes gaben/ vnd solche hohe tügenden/ 35 Also sol ein Christ gedencken/ vnd wissen das solche löbliche thaten vnd straffen/ Gottes werck sind/ vnd daran lernen Got fürchten/ 36 als nemlich/ das <004: unbezeichnet> die tyrannen schrecklich gestrafft sind/ laut des spruchs/ Wer das schwerd nimpt/ das ist/ wer es selbst nimpt on beuehl/ der sol mit dem schwerd vmbkomen/ 37 Dagegen sihet man/ das Gott frome fürsten vnd regenten/ so gewaltiglich schützet/ das auch die Heiden es dafur angesehen/ das die fürsten jnn Gottes schutz seien/ 38 denn Homerus spricht/ Gott werffe seinen eigen schild fur/ sie zu schützen jm streit/ tichtet wie jeder fürst sein helffer hab/ als Achilles Palladem etc.

LG: angezeiget - Exempel - tugenden - Historien - Christenlichen - Historien - Darümb - ehr - dabey - Heiden - widder - Teuffel - one - tugenden - Gott - Tyrannen - one - befehl - Fürsten - gewaldiglich - ynn - schutzen - ym - furst 

 1,4,29 Ich habe jnn kürtz angezeigt/ das man jnn Historien/ exempel von weltlichen tügenden vnd sachen mercken sol/ 

38 denn Homerus spricht/

1,4,39 Vnd sonderlich wird solchs klar ausgedrückt/ jnn Historien der heiligen schrifft/ als von Abraham/ Dauid/ Ezechia etc/ vnd anderen/ das sie Gott behütet habe/ 40 vnd sind allen Fürsten furgemahlet/ das sie wissen sollen/ das Gott der gleichen sich gegen allen fromen erzeigen wölle/ 41 Denn dis ist die vnterscheid zwischen Heidnischen/ vnd der heiligen schrifft Historien/ das die heilige schrifft zeugnis gibt/ wilche Gottes werck sind/ 42 Darüber auch nicht allein weltliche sachen erzelet/ sondern furnemlich Gottes Reich beschreibet/ wie Gott sein wort gebe/ wie er gnad erzeige vnd selig mache/ dauon die Heidnischen Historien nicht wissen.

LG: ynn - behüttet - fürsten - wille - Den - vnterschid - reich - ehr

 

1,4,43 Vnd sollen derhalben furnemlich alle Christen der heiligen schrifft Historien zu vnterricht vnd sterckung des glaubens lernen/ 44 Erstlich wie Got alle ding erschaffen hat/ woher die sund entsprungen sey/ wie Gott dagegen sein reich eingesetzt hat/ sein wort geben/ vnd Christum verheissen vnd gesand hat/ die sund zu vergeben vnd selig zu machen/ 45 Jtem/ wie Gott/ als ehr sein wort gegeben fur vnd fur/ das reich Christi erhalten hat/ 46 Jtem/ wie das reich Christi/ das ist/ die heiligen von anfang gelitten haben/ der Teuffel mit der grösten macht der welt/ wider Gottes wort gefochten hat/ 47 Jtem wie Gott fur vnd fur seine verheissungen wunderbarlich vber aller menschen weisheit vnd gedancken geleistet hat/ 48 Jtem/ wie Gott vns furhelt/ beide schreckliche straff vnd gnad Exempel/ Als wie dem Dauid vnd andern/ jhre sund vergeben warde/ das wir dadurch auch trost empfahen/ vnd lernen glauben/ Gott wölle gnedig sein/ 49 Jtem/ wie Gott vns zu stercken/ allerley Propheceien/ auch von weltlichen Reichen/ gegeben/ dadurch wir zeugnis hetten/ so solche eusserliche weissagung erfüllet würden/ das gewislich dieses wort das wir haben/ von Gott komen/ vnd kein ander glaub/ denn der vnser recht sey.

LG: Gott - widder - fürhelt - jhr - wolle - Prophetien - reichen - wurden

 1,4,43 Vnd sollen derhalben furnemlich alle Christen der heiligen schrifft Historien zu vnterricht vnd sterckung des glaubens lernen/

48 Jtem/ wie Gott vns furhelt/ beide schreckliche straff vnd gnad Exempel/

1,4,50 Jtem/ das wir erinnert würden/ wenn Christus hat komen sollen/ vnd wenn sich das ende der welt nahen wird/ 51 Jtem/ so wir befünden das alles geschehen/ wie es propheceiet ist/ das wir vns gewislich versehen/ was die schrifft meldet/ das noch künfftig sein sol/ das werde auch geschehen. 52 Vnd zu richtigem verstand der Propheceien/ mus man ordnung der Reich/ zal der jar/ vnd allerley wissen/ so man jnn Heidnischen Historien findet/ 53 Darumb die Christen auch solche Heidnische Historien/ zu besserem vnterricht jnn den Propheceien wissen/ vnd gebrauchen müssen.

LG: wurden - befunden - Prophezeiet - Prophezeien - Darümb - Prophezeien

 

1,4,54 Aus diesem allen mag ein jeder mercken/ wie nützlich es sey Historien zu lesen/ vnd sol aus betrachtung solchs grossen nutzes/ billich dazu angereitzet vnd getrieben werden.

LG: jder - getriben 

 

1,5,1 Anleitung/ wie Historien 
ordenlich zu fassen vnd 
zu lesen sind.

<005: unbezeichnet> 1,5,2 WER Historien nützlich 
lesen wil/ sol alle zeit vom anfang der welt/ jnn ein richtige ordnung fassen/ 3 darumb haben etliche die welt geteilet/ jnn sieben Etates/ vnd rechen die selbigen mancherley/ machen damit mehr ein vnordnung denn ein ordnung/ 4 Ich wil fur mich nemen/ den köstlichen spruch des trefflichen Propheten Elia/ 5 der hat die welt fein geteilet jnn drey alter/ vnd damit angezeigt die höchsten verendrung jnn der welt/ auch wenn Christus hat komen sollen/ wie lang auch diese welt weren sol/ vnd lautet also.

LG: von - darümb - etlich - angezeiget - verenderung 

 4 Ich wil fur mich nemen/ den köstlichen spruch des trefflichen Propheten Elia/ 5 der hat die welt fein geteilet jnn drey alter/ vnd damit angezeigt die höchsten verendrung jnn der welt/ auch wenn Christus hat komen sollen/ wie lang auch diese welt weren sol/ vnd lautet also.

1,6,1  Der spruch des hau=
ses 
Elia
.

1,6,2 Sechs tausent jar ist die welt/ vnd darnach wird sie zubrechen.
3 Zwey tausent oed.
4 Zwey tausent das gesetz.
5 Zwey tausent/ die zeit Christi.
6 Vnd so die zeit nicht gantz erfüllet wird/ wird es feilen vmb vnser sunde willen/ wilche gros sind.

LG: zerbrechen

 

1,6,7 Das ist/ zwey tausent jar sol die welt stehen oed/ das ist/ on ein gefasset Regiment durch Gottes wort/ 8 Darnach sol die beschneidung vnd das gesetz komen/ vnd ein Regiment vnd Gottes dienst/ durch Gottes wort von new geordnet werden/ 9 das sol auch zwey tausent jar weren/ 10 Darnach sol Christus komen/ vnd die zeit des Euangelij sol auch bey zwey tausent jaren haben/ 11 doch werden etliche jar daran abgehen/ 12 Denn Gott wird eilen zum ende/ wie Christus spricht/ Mat. xxiiij. 13 Wo diese zeit nicht verkürtzet würde/ würde niemands selig.

LG: one - regiment - Matthei

 

1,6,14 Diese ordnung wollen wir halten/ vnd dieses buch jnn drey stück teilen/ 15 Das erst weret von Adam auff Abraham/ 16 denn diese sind die ersten zwey tausent jar/ dauon wenig/ aber grosse sachen beschrieben/ 17 vnd man findet von dieser zeit nichts gründlichs/ denn allein jnn der Bibel.

LG: jn 

 17 vnd man findet von dieser zeit nichts gründlichs/ denn allein jnn der Bibel.

1,6,18 Die andern zwey tausent jar/ sollen gerechnet werden/ von Abraham bis auff die gepurt vnsers Herrn Jhesu Christi/ wie wol es nicht gantz zwey tausent jar machet/ denn (wie gesagt) Gott eilet zum ende/ 19 Vnd diese zeit ist der welt rechtes vermöglichs alter/ darinnen die grossen Reich vnd Monarchien nach einander komen/ vnd die welt all ihr macht erzeiget hat/ 20 Drümb müssen wir diese zeit teilen jnn die vier Monarchien/ 21 denn Gott hat die welt jnn ein Regiment fassen wöllen/ zucht zu erhalten/ vnd den bösen zu weren.

LG: geburt - HERRN - end - vermögliches - grosser reich - Hell (BB: welt!) - Darümb - inn - regiment - wollen

 

1,6,22 Darumb hat er Monarchien angericht/ das ist/ solche Reich/ da ein potestat den grösten vnd besten teil jnnen gehabt/ fride vnd recht zu erhalten/ der solchs vermögens gewesen/ das dennoch andere König/ ob sie schon nicht vnterthan gewesen/ sich wider solchen potestat nicht haben setzen können/ 23 vnd sind nach einander vier Monarchien gewesen. 24 Erstlich haben regirt die Assyrier/ darnach die Persen/ darnach die Greken/ darnach die Römer/ 25 Vnd hat Got die Deudschen fur andere Nation/ zu dieser ehre vnd hoheit der welt auffs letzt gezogen/ 26 Denn wie wol sie nicht das gantz Römisch Reich jnhaben/ Denn Gott hat verkündiget/ er wolle die monarchien zu letzt geringer machen/ so bleibt doch die hoheit bey dem Römischen Reich/ vnd müssen alle <006: unbezeichnet> König ein auffsehen/ auff dieses Reich haben/ 27 Derhalben ob schon vnsere Keisar nicht allezeit gleich mechtig sind/ so gibt doch Gott ymmer zu zeiten ein mechtigen Keisar/ das die hoheit erhalten werde/ zu gut der Religion/ vnd einigkeit aller lender/ 28 Vnd solten die Deudschen Fürsten/ vnd sonderlich die Chürfursten/ solche jhr ehre billich hoch vnd tewer achten/ das jhnen Gott die hoheit jnn der welt beuohlen/ Religion/ recht vnd friede zu erhalten/ 29 Denn es ist warlich viel an dieser Monarchi/ wiewol sie gering scheinet/ gelegen/ 30 vnd sollen billich die Fürsten vneinigkeit vnd zwitracht/ zwischen jhnen selbst verhüten/ Damit sie nicht vrsach geben/ das dieses Reich zerrissen/ vnd das rechte heubt der gantzen weltordnung zerstöret werde/ dadurch hernach vnordnung folgen müste jnn gantzer Christenheit/ als ich leider besorge/ das geschehen werde/ 31 Gott gebe nur gnad/ das als denn der Jüngste tag bald kome/ dem vnrat zu steuren/ 32 Denn die heilige schrifft tröstet/ vnd leret vns klerlich/ das der Jüngste tag bald komen sol/ nach zurstörung dieses Deudschen Reichs.

LG: Darümb - reich - widder - Gott - ynhaben - wol - Monarchien - bleibe - Keiser - zeitten - Keiser - religion - Churfürsten - yhnen - fride - reich - müsse - Jungste - tage - stewren - heilig - Jungste

 25 Vnd hat Got die Deudschen fur andere Nation/ zu dieser ehre vnd hoheit der welt auffs letzt gezogen/ 26 Denn wie wol sie nicht das gantz Römisch Reich jnhaben/ Denn Gott hat verkündiget/ er wolle die monarchien zu letzt geringer machen/ so bleibt doch die hoheit bey dem Römischen Reich/ vnd müssen alle König ein auffsehen/ auff dieses Reich haben/ 27 Derhalben ob schon vnsere Keisar nicht allezeit gleich mechtig sind/ so gibt doch Gott ymmer zu zeiten ein mechtigen Keisar/ das die hoheit erhalten werde/ zu gut der Religion/ vnd einigkeit aller lender/ 28 Vnd solten die Deudschen Fürsten/ vnd sonderlich die Chürfursten/ solche jhr ehre billich hoch vnd tewer achten/ das jhnen Gott die hoheit jnn der welt beuohlen/ Religion/ recht vnd friede zu erhalten/ 29 Denn es ist warlich viel an dieser Monarchi/ wiewol sie gering scheinet/ gelegen/ 30 vnd sollen billich die Fürsten vneinigkeit vnd zwitracht/ zwischen jhnen selbst verhüten/ Damit sie nicht vrsach geben/ das dieses Reich zerrissen/ vnd das rechte heubt der gantzen weltordnung zerstöret werde/ dadurch hernach vnordnung folgen müste jnn gantzer Christenheit/ als ich leider besorge/ das geschehen werde/

1,6,33 Das sey auff dis mal gnug von Monarchien geredt/ das ein jglicher wisse der welt hendel vnd Historien jnn die vier Monarchien zu ziehen/ 34 Diese ordenung hilfft dem gedechtnis/ vnd ist sonst nützlich zu sehen/ wie vnd aus was vrsachen/ die Reich sich verendert haben/ daraus zu lernen/ wie man verhüten sol/ alles das verenderung der Reich bringen mag.

LG: iglicher - ynn - ordnung - verenderet - mage

 

1,6,35 Die letzte zeit/ sind zwey tausent jar von Christus geburt an zu ende der welt/ wiewol dabey angezeiget/ das nicht gantz zwey tausent jar sein sollen/ 36 Vnd warlich dieser spruch begreifft viel nützlicher lere/ 37 vnd ist sonderlich wol zu mercken/ das er von der zeit Christi/ auch wenn der welt ende komen sol/ weissaget/ 38 Derhalben/ ich jhn gern hie forn angezogen habe/ damit er meniglich bekant werde/ 39 Wie aber die Römisch Monarchi nach Christus gepurt sich verendert/ vnd auf die Deudschen komen/ wie auch das Mahometisch reich entstanden/ vnd wie das Bapstumb jnn weltlichem gewalt gestigen/ wil ich jnn diesem dritten teil anzeigen.

LG: iar - lehre - yhn - geburt - ynn 

 

1,6,40 Vber das sol man vleissig jnn Historien acht haben/ das Gott zweierley Reich/ das weltlich vnd die Kirch odder Reich Christi angerichtet hat/ 41 Vnd ist not zu mercken/ wie die kirch bald jm anfang der welt angefangen/ vnd wie sie fur vnd fur erhalten ist/ 42 Darumb wil ich zu sterkung des glaubens zu jeder zeit anzeigen/ neben den weltlichen Reichen/ wo das Reich Christi gewesen/ vnd wie es darin gestanden ist/ 43 Daraus ein Christ viel hoher/ nützlicher stück lernen vnd mercken mage.

LG: fleissig - reich - kirch - reich - ym - Darümb - ieder - reichen

 

2,1 Anfang der Chronica/ das Erst
buch/ darin das erst alter/ das
ist zwey tausent jar/ von A=
dam bis auff Abra=
ham/ gefasset sind.

2,1,1 DJe heilig schrifft leret
vns/ das Got der almechtig/ himel vnd erden geschaffen hat/ Darnach auch die menschen Adam vnd Eua/ vnd die selbige jnn das Paradis gesatzt/ das ist/ Das sie auff erden one sund/ vnd one tod seliglich leben solten/
<007: unbezeichnet> 2 Vnd wie Gott ein gepot geben/ welchs sie gebrochen/ jnn die sund vnd tod gefallen sind/ 3 Dieweil dieses alles klar jn der Bibel beschrieben/ darin solchs ein jglicher lesen mag/ ist nicht not hie lang dauon zu reden/ 4 sondern ist gnug/ das der leser vermanet wird/ das die welt also angefangen/ vnd Gott Adam vnd Eua geschaffen hat/ welche sind der erste stamme des gantzen menschlichen geschlechtes.

LG: erst - Gott - Allmechtig - ynn - gebot - yn - ynn - beschriben

 3 Dieweil dieses alles klar jn der Bibel beschrieben/ darin solchs ein jglicher lesen mag/ ist nicht not hie lang dauon zu reden/

2,1,5 Vnd hat Gott das weltlich Reich als bald jnn der schöpffung eingesetzt/ da er den Adam zum herrn gesetzt hat/ vber alles auff erden vnd jm wasser/ das er damit solt schaffen/ vnd gute ordnung von solchen eusserlichen dingen machen/ 6 Krafft dieses befehls sind nachmals alle gesetz vnd Regiment jnn der welt gemacht/ welche von wegen dieses Göttlichen beuehls / fur Gott recht vnd gut sind.

LG: ynn - ym - beuehls - regiment - ynn

 

2,1,7 Die Kirch ist auch angefangen mit dem Gottes wort/ als das gepot geben/ darinn Adam vnd Eua solten jhren gehorsam gegen Gott vben/ 8 Aber nach dem sie gesundiget haben/ hat Gott des Teuffels gewalt geoffenbart/ vnd dagegen das heilig Euangelium von Christo verheissen/ das Christus komen solt/ des Teuffels reich zu stören/ vnd vns widder von sund vnd tod los zu machen/ 9 Vnd ist dis die erste prediget des heiligen Euangelij gewesen/ damit die Kirch vnd das Reich Christi angefangen hat/ 10 Denn jnn der Kirchen vnd dem Reich Christi/ müssen nicht allein die gepot guter werck geprediget werden/ sondern auch vergebung der sund durch Christum/ 11 Denn also werden wir mit Gott versünet/ vnd getrost jm tod vnd aller angst/ so wir solche vergebung mit dem glauben entpfahen. 12 Also haben sich mit dieser zusag von Christo/ Adam vnd Eua getröst/ vnd ist die Kirch mit diesen zweien personen angefangen/ 13 Daneben haben sie dennoch zeitliche straff tragen müssen/ 14 sie sind aus dem Paradis gestossen/ das ist/ sie sind dem tod vnd allerley plagen vnterworffen/ haben also jnn arbeit vnd elend gewonet/ jnn dem land/ da nach mals die Jüden gewonet haben/ 15 denn man schreibet das sie bey Damasco geschaffen sind.

LG: kirch - gebot - yhren - teuffels - predige - kirch - reich - ynn - kirchen - reich - gebot - versönet - ym - kirch - ynn - schreibt

 

2,2 Von Cain vnd Abel.

2,2,1 DJe schrift meldet wei
ter
/ das Adam vnd Eua kinder gezeuget haben/ auch das Cain seinen bruder Abel ermort hat/ 2 da fehet an die verfolgung der heiligen/ von den gottlosen/ 3 vnd ist dis ein seer schrecklich Exempel/ 4 Denn dieser streit erhebt sich ob dem Gottes dienst/ 5 da kan der Teuffel rechten Gottes dienst nicht leiden/ 6 Darumb treibet er den Cain seinen bruder zu ermorden/ das Gottes wort vnd lahr solt vertilget werden/ 7 Vnd zeiget diese Histori des Teuffels grossen zorn vnd grim/ vnd dagegen der menschen schwacheit vnd blindheit/ 8 Es stehen aber bey dieser Historien/ jnn dieser schrifft hohe treffliche prediget/ vom künfftigen gericht Gottes/ von schrecklicher straff des blutuergiessens/ welche hie zu lang wird zu handeln.

LG: weitter - gezeugt - Gottlosen - dieses - Darümb - teuffels - ynn - blut vergiessens

2,2,9 Darnach als Cain von seinem vater geflohen/ hat er angefangen ein Stat zu bawen/ mit namen Enoch/ 10 vnd haben seine kinder/ allerley handwerg vnd künsten erfunden/ 11 vnd ist zu letzt der mort/ den er gethan hat/ gerochen worden/ denn er ist auch erschlagen worden. <008: unbezeichnet>

 

2,3 Von Seth

2,3,1 ADam hat widerumb
ein son gezeuget mit namen Seth/ 2 der ist from vnd heilig gewesen/ 3 vnd hat Gott nach Abels tod/ dennoch widderumb sein Reich gemehret/ 4 Von diesem Seth komen nach mals die heiligen Veter/ 5 vnd dieses geschlecht ist blieben/ 6 Aber Cains geschlecht ist gantz vntergangen jnn der sindflut/ 7 Josephus schreibet auch/ das Adam vnd Seth haben zwo Tafeln/ ein jrden vnd ein steinern gemacht/ vnd darin geschrieben Gottes wort/ vnd prophecien/ damit Gottes wort erhalten würde/ 8 Schreibt auch/ das sie erstlich das jar jnn .xij. Monat geordenet/ vnd der sternen lauff gemercket vnd geleret haben/ 9 Denn warlich wo Gott nicht sonderlich offenbarung dazu geben het/ were nicht müglich gewesen/ allein aus menschlichem vleis/ solche wunderbarliche ding zu mercken/ 10 Also haben wir Gottes wort/ buchstaben vnd die höchsten künst von Adam vnd Seth/ 11 vnd man findet viel anzeigung auch bey den Greken/ das schrifft vnd alle künsten/ von der Jüden Veter herkomen/ 12 Denn Herodotus sagt jm fünfften buch/ das die Greken haben kunst vnd schrifft/ von den Phenicern.

LG: widderümb - widderümb - reich - Tafel - prohetien <sic!> - wird - Schreibet - geordnet - kunst - funfften - Grecken 

 7 Josephus schreibet auch/ das Adam vnd Seth haben zwo Tafeln/ ein jrden vnd ein steinern gemacht/ vnd darin geschrieben Gottes wort/ vnd prophecien/ damit Gottes wort erhalten würde/ 8 Schreibt auch/ das sie erstlich das jar jnn .xij. Monat geordenet/ vnd der sternen lauff gemercket vnd geleret haben/ 9 Denn warlich wo Gott nicht sonderlich offenbarung dazu geben het/ were nicht müglich gewesen/ allein aus menschlichem vleis/ solche wunderbarliche ding zu mercken/

12 Denn Herodotus sagt jm fünfften buch/ das die Greken haben kunst vnd schrifft/ von den Phenicern.

2,3,13 Adam hat gelebt 930 jar/ vnd hat erreicht des Noe vater/ 14 Aber Adam ist gestorben ehe Noe geborn ward .126 jar/ 15 Vnd ist nichts namhafftiges beschrieben/ bis auff Noe/ denn allein das geschlecht/ derhalben wir eigentlich wissen/ woher Christus komen sey/ 16 doch ist da zwischen gemeldet/ das Enoch nicht gestorben ist/ sondern zu Gott weggenomen/ 17 Darin Got abermals der welt ein werck furgestellet hat/ dadurch zu erkennen/ vnd zu gleuben/ das ein leben nach diesem leben sey/ das Gott richten würde/ die Gottfürchtigen selig zu machen/ vnd die Gottlosen zu straffen.

LG: .126. - Gott - Gottförchtigen

 

2,4 Von der Sindflut

2,4,1 DJe heilige schrifft zei=
get an/ wie Gott die welt gestrafft habe/ vnd meldet vrsach/ Darumb das die welt seer arg worden war/ 2 vnd nemlich werden diese sunden gedacht/ verachtung Gottes/ vnd Tyranney/ darinn aller mutwil geübet wird/ 3 Denn der Text spricht/ der heiligen geschlecht seien Tyrannen worden/ 4 Damit wird angezeigt/ das sie ein wüst leben gefurt haben/ Gottes wort vnd dienst nicht mehr geachtet/ haben die geringen vnd armen vntergedrückt vnd vmbbracht wie sie wolten/ vnd allerley mutwillen geübet/ 5 Derhalben hat Gott gedrawet/ die welt mit der sindflut zuuertilgen/ vnd hat den Noe hundert jar zuuor/ solchs predigen lassen/ das sich etliche besserten vnd selig würden.

LG: Darümb - sehr - wär - darin - gefuret - vnter getrückt

 

2,4,6 Vnd da Noe .600. jar alt war/ ist die sindflut komen/ 7 vnd Noe ist mit seinem weib vnd seinen dreien sönen/ Sem/ Cham/ vnd Japhet/ vnd jhren weibern jnn die Arca gestigen/ wie jhm Got befohlen hatte/ vnd ist darinn erhalten worden/ 8 Sonst hat die sindflut alle menschen vnd thier/ erseufft vnd verderbet/ 9 vnd sind von anfang der welt bis auff die sindflut .1656 jar.  <009: unbezeichnet>

LG: jn - Gott - darin - .1656.

 

2,5 Die zeit nach der 
Sindflut.

2,5,1 ALS Noe mehr denn
ein halb jar jnn der Arca gewesen/ vnd nu das wasser fiel/ ist die Arca stehen blieben auff dem hohen gebirg jnn Armenia/ 2 vnd hernach nach ausgang des jars/ als die erde begint zu trocken/ hat Gott Noe widder aus der Arca heissen ziehen/ das also Noe ein gantz jar jnn der Arca gewesen. 3 Da hat Gott nu widderumb ein newe welt angericht/ 4 Erstlich sein wort geben vnd zugesagt/ er wölle die welt nicht mehr erseuffen/ vnd zu eim zeichen den Regenbogen gemacht/ vns dieser zusag zuuermanen/ 5 vnd hat damit ein zeichen der gnade vnd barmhertzigkeet zu vbung des glaubens furgestellet/ 6 Hat auch als denn erlaubet fleisch zu essen/ 7 denn die heiligen veter vor der sindflut haben noch nicht fleisch gessen.

LG: zihen - widderümb - welle - barmhertzigkeit - Veter

 

2,5,8 Darüber hat auch Gott ein new gepot gegeben vom weltlich Reich/ vnd mit klaren worten gepoten/ das die todschleger/ durch die jhenige/ so dazu verordenet würden/ das ist/ durch die Oberkeit/ widderümb solten getödtet werden/ 9 Also ist die welt widderümb von new angericht vnd geordenet.

LG: newe gebot - geben - weltlichen - geboten - verordnet - getödet - geordnet

 

2,5,10 Dis alles habe ich jnn der kürtz gemeldet/ Erstlich zu bedencken/ den grossen zorn Gottes vber die sunde/ 11 Denn Gott hat mit diesem Exempel die gantze welt hernach gewarnet/ wie er richten vnd straffen wolle/ 12 vnd ist angezeiget/ das Gott ein mal die gantze welt richten werde/ dieweil Gott die sunde nicht wil vngestrafft lassen/ 13 Es schreiben auch etliche/ das/ dieweil die erste verderbung der erden mit wasser geschehen/ so volge aus natürlichen anzeigungen/ das die ander verderbung durch fewer geschehen sol/ 14 Weitter ist auch zubedencken/ wie Gott sein heufflin dennoch erhelt/ 15 Jtem/ hie ist wol zu mercken/ wie die weltlich gewalt vnd straff des todschlags/ eingesetzt ist/ 16 Denn dis ist das heubtstück des gantzen weltlichen Regiments/ 17 denn darnach mus man alle andere vell vnd mishandlung richten.

LG: sund - eingesetzet - heubstück - regiments

 2,5,10 Dis alles habe ich jnn der kürtz gemeldet/ Erstlich zu bedencken/ den grossen zorn Gottes vber die sunde/ 11 Denn Gott hat mit diesem Exempel die gantze welt hernach gewarnet/ wie er richten vnd straffen wolle/

2,6 Vom Thurn zu Babilon.

2,6,1 NAch der sindflut/ als
sich die leut gemehret hatten/ haben sie den Thurn zu Babilon/ vnd die Stadt Babilon jm land Chaldea angefangen zu bawen/ da zu herschen/ vnd ander leute vnter sich zu bringen/ 2 da hat sie Gott jnn der arbeit verstöret/ 3 denn zuuor hatten sie eine sprach geredt/ 4 aber Got macht/ das hernach nicht mehr einerley/ sondern mancherley sprachen waren/ das sie einander nicht vernemen mochten/ 5 Da haben sich die sprachen geteilet/ 6 vnd ist das werck nicht volbracht/ das sie angefangen hatten/ 7 Also sind des Noe nachkomen jnn die welt hin vnd her geteilet/ wie jnn folgender figur zu sehen.
<010: unbezeichnet>

LG: Stat - jn

 

 

 

2,6,8 Sem der elter son Noe/ von wilchem Christus herkömpt/ hat mit seinen sönen besetzt/ den strich an/ von Siria gegen Orient/ 9 Denn von seinem son Aram komen die Sirer/ von Assur die Assyrer/ Von Arphaxat die Chaldeer/ von Elam die Persen.

LG: Assyrier

 

2,6,10 Cham der ander son Noe/ hat eingenomen das land gegen mittag/ 11 denn von Canaan komen die Cananei/ von Mizraim die Egypter/ von Chus die Moren/ von Saba die Araben.

LG: Cananej - Cus 

 

2,6,12 Japhet der jüngst son/ ist gegen Occident vnd Septentrio gezogen/ 13 vnd dieser ist vnser vater/ 14  Darumb findet man sein namen bey den Poeten/ die jhn nennen Japetum/ 15 von seinem son Jauan odder Jaon komen die Greken/ welche Jones heissen/ denn diese sind die eltisten Greken/ 16 vnd das wort Jauan odder Jaon/ ist der name Janus/ welchen die Latini darumb haben mit zweien angesicht gemalet/ das er ein vater beider völcker/ der Greken vnd der Latinen gewesen ist/ 17 haben jhn auch geehret besonders/ so man etwas angefangen hat/ damit anzuzeigen/ das Jaon jhr vater gewesen sey/ 18 Jaons son hat geheissen Cethim/ 19 daher komen Macedoner/ wilchs beweiset wird durch das erste buch Machabeorum/ 20 vnd das wort Macethim/ heisset auff Ebreisch von Cethim/ daraus ist das wort Macedon worden.

LG: jungst - Vater - Darümb - seinen - nam - darümb 

 2,6,12 Japhet der jüngst son/ ist gegen Occident vnd Septentrio gezogen/ 13 vnd dieser ist vnser vater/ 14  Darumb findet man sein namen bey den Poeten/ die jhn nennen Japetum/ 

19 daher komen Macedoner/ wilchs beweiset wird durch das erste buch Machabeorum/

2,6,21 Jaon hat mehr sön gehabt/ nemlich/ Elisa vnd Dodanim/ 22 daher Eoles odder Hellas/ vnd Dodonei komen/ welches alles die eltisten Greken sind/ 23 Jtem/ von Tarsis Jaons son/ kömet Tarsus jnn Cilicia.   <011: unbezeichnet>

LG: Dodonej - Eltiste - komet 

 

2,6,24 Japhet hat auch andere söne gehabt/ den Gomer/ Magog/ Tyras vnd Mesech/ 25 Von Gomer kommen Cimmerij odder Cimbri/ wie Eusebius anzeiget/ 26 Vnd von Ascanes dem son Gomer/ komen Tuiscones/ das ist/ die Deudschen/ 27 Von Magog komen Scithe/ daher die Türcken jhren vrsprung haben/ Von Tyras Thraces. 28 Das sey hie gnug zu einer kurtzen anleitung/ wilchen teil der welt jeder son Noe besetzt habe/ welchs dienet/ viel Historien klarer zu vernemen.

LG: jder 

 25 Von Gomer kommen Cimmerij odder Cimbri/ wie Eusebius anzeiget/

2,7 Von der Ersten 
Mo
narchi.

2,7,1 ICH hab jnn der vor
rede gemeldet/ das Gott die welt jnn vier Monarchien gefast hab/ ordnung/ recht/ vnd straff jnn der welt zu erhalten/ welche ich der halben angezeigt habe/ das man lerne Gottes werck/ jnn der Oberkeit erkennen vnd ehren/ 2 Darumb auch die heilige schrifft vns viel von diesen Monarchien geprediget/ 3 Gott hat sie dem heiligen Daniel furgemalet auff zweierley weise/ 4 Erstlich mit einem grossen man/ des heubt gülden war/ die brust silbern/ der bauch ehrne/ die schenckel eissern/ die füs zu niderst/ zum teil jrdin/ zum teil eissern/ 5 vnd damit wir wissen/ das die welt also ein ende haben solt/ ist da bey angezeigt/ wie der fels Christus/ die füs zustösset/ das also der man vmbfellet/ vnd die welt auffhöret.

LG: Got - angezeiget - lern - Darümb - heilig - prediget - gulden - eyssern - jrden

 3 Gott hat sie dem heiligen Daniel furgemalet auff zweierley weise/

2,7,6 Daniel hat auch diese figur ausgelegt/ das das gülden heubt bedeut das erste Reich/ das ist der Assyrier Monarchi/ 7 Die silbern brust/ bedeut der Persen Reich/ 8 Der ehrne bauch/ bedeut der Greken Reich/ 9 Die eissern schenckel/ bedeuten das Römisch Reich/ 10 Die jrdin vnd eissern füss/ bedeuten das jtzige Römisch Reich/ das nu nicht mehr gantz beieinander ist/ wie etwa.

LG: reich - jrden - reich

 2,7,6 Daniel hat auch diese figur ausgelegt/ das das gülden heubt bedeut das erste Reich/ das ist der Assyrier Monarchi/

2,7,11 Diese vier Monarchie sind auch durch vier thier dem Daniel furgebildet worden/ 12 Ein Lawin bedeut die Assyrier/ ein Beer bedeut die Persen/ ein Pard bedeut den Alexander/ das vierde thier bedeut die Römer/ 13 Vnd dabey ist angezeigt/ wie nach dem Römischen Reich/ sol ein greulich Reich auffkomen/ das ein new gesetz widder Gottes wort machen wird/ 14 dis ist das Mahometisch vnd Türkisch Reich/ 15 Also hat vns Gott treulich vnterwiesen/ zu sterkung des glaubens/ das wir wissen sollen der gantzen welt Historien/ vnd mercken wenn das ende nahet.

LG: reich

 2,7,11 Diese vier Monarchie sind auch durch vier thier dem Daniel furgebildet worden/

2,7,16 Die Bibel zeiget an/ das das erst Reich angefangen ist/ durch den Nemroth zu Babilon/ vnd nennet jhn ein starcken jager fur Gott/ 17 das ist/ ein gewaltigen regenten/ der die leut mit gewalt vnter sich/ vnd zu gehorsam gebracht hat/ 18 vnd nennet jhn ein jager fur Gott/ das ist souiel/ als Gottes Jager/ anzuzeigen/ das Oberkeit/ ein rach sey von Gott geordnet/ vnd Gottes dienerin.

LG: reich - Jager - so viel

 

2,7,19 Also hebt die erste Monarchi an / bey den Chaldeern/ wie auch Xenophon schreibet/ 20 vnd haben erstlich geherschet die nachkomen Cham/ 21 denn Nemroth hat sein vrsprung von Cham/ so doch Cham verflucht war/ von seinem vater Noe/ 22 Aber Gott handelt <012: unbezeichnet> wünderbarlich/ vnd verzeucht straffe vnd verheissungen.

LG: was - wunderbarlich

 2,7,19 Also hebt die erste Monarchi an / bey den Chaldeern/ wie auch Xenophon schreibet/ 

2,7,23 Doch haben Nemroths nachkomen/ das reich nicht behalten/ 24 Denn jnn Assyria ist ein reich auff gangen durch den Assur/ 25 der hat die stadt Niniue gebawet/ 26 Vnd von Niniue sind die Assyrier furt gezogen/ vnd haben Babilon eröbert/ wie Diodorus Siculus schreibet. 27 Also ist die erste Monarchia von den Chaldeern auff die Assyrier komen.

LG: stat - vnd - erobert

 26 Vnd von Niniue sind die Assyrier furt gezogen/ vnd haben Babilon eröbert/ wie Diodorus Siculus schreibet.

2,7,28 Es gedencken auch der stadt Niniue/ Strabo vnd andere/ das sie jnn Assyria gelegen sey/ 29 daraus gnugsam erwisen wird/ das Niniue vnd Babilon nicht ein stadt gewesen sind/ sondern zwo.

LG: stat

 2,7,28 Es gedencken auch der stadt Niniue/ Strabo vnd andere/ das sie jnn Assyria gelegen sey/ 

2,7,30 Vnd jnn dieser Monarchi zelet man viel König/ 31 dieweil man aber nicht findet/ was sie erstlich gehandelt haben/ ist nicht not die blossen namen hie zu erzelen/ 32 sondern das müssen wir den leser erinnern/ das diese Monarchi schier anfehet/ am ende der ersten zwey tausent jar der welt/ welche sich enden jnn Abraham/ als er 50 jar alt gewesen ist.

LG: jn - hie erzelen - .50.

 

2,7,33 Das sey gnug vom ersten alter der welt/ darinn zu sehen/ wie Gott die welt geschaffen/ vnd Kirch vnd weltlich regiment angefangen/ vnd viel grosser wunderwerck erzeiget hat/ 34 vnd ist die Kirch von Noe/ der gelebt hat/ bis Abraham 58 jar alt worden ist/ auff Abraham komen/ 35  Mitler zeit/ als die Monarchi angefangen ist/ ist zu Babilon vnd sonst/ Abgötterey eingerissen/ vnd der glaub an Gott/ vnd Gottes wort verloschen.

LG: darin - kirch - .58. - mitler 

 

Ende des Ersten Buchs.
vnd der Ersten zwey
tausent jar.

 

3,1 Das ander buch/ von den
vier monarchien/ darein
auch zwey tausent iar
gefasset sind.

3,1,1 NAch dem jnn Histo=
rien seer not vnd nützlich ist/ die zeit vnd ordnung der hendel zu mercken/ habe ich diese Chronica jnn etliche/ grosse zal geteilet/ die leicht zu fassen vnd zu gedencken sind/ vnd doch die aller grösten verenderung der welt anzeigen/ 2 Vnd aber droben die ersten zwey tausent iar ausgericht sind/ fahe ich jtzund an/ die andern zwey tausent iar/ darinne sich der welt höhiste macht erzeiget hat/ vnd die grossen monarchien nacheinander daher gangen sind.

 3,1,1 NAch dem jnn Historien seer not vnd nützlich ist/ die zeit vnd ordnung der hendel zu mercken/ habe ich diese Chronica jnn etliche/ grosse zal geteilet/ die leicht zu fassen vnd zu gedencken sind/ vnd doch die aller grösten verenderung der welt anzeigen/ 2 Vnd aber droben die ersten zwey tausent iar ausgericht sind/ fahe ich jtzund an/ die andern zwey tausent iar/ darinne sich der welt höhiste macht erzeiget hat/ vnd die grossen monarchien nacheinander daher gangen sind.

3,2 Von der ersten Monarchi
der Assyrier.

Ninus der Assyrier König.

3,2,1 ICh habe droben ge=
sagt/ das erstlich zu Babylon die Chaldeer regirt haben/ 2 sie haben aber jhr reich nicht lang behalten/ sonder die Assyrier die an Chaldea rüren/ haben das reich erobert/ 3 vnd heben die Historien an am König Nino/ der jnn Ori=
<013: unbezeichnet> ent seer mechtig worden ist/ vnd zu letzt mit Zoroastre der Bactrianer König gekrieget/ 4 Dieser Zoroastres sol erstlich Magiam gefunden haben/ vnd sonst vleissig des himels vnd der sternen lauff gelernet haben/ 5 Nach diesem krieg mit Zoroastre/ ist Ninus gestorben/ vnd hat ein iungen son gelassen.

 4 Dieser Zoroastres sol erstlich Magiam gefunden haben/ vnd sonst vleissig des himels vnd der sternen lauff gelernet haben/ 

3,3 Von der königin
Semiramis.

3,3,1 DEs kindes mutter ist
gewesen Semiramis/ 2 die hat nach dem todt selbs regirt/ 3 denn sie besorget dieweil das reich new war/ vnd die lender noch nicht zum gehorsam gewehnet/ wo sie hören würden/ das jhr König ein kind were/ würden sie abfallen/ 4 Vnd damit auch sie nicht veracht würde/ als ein weib/ hat sie manlich kleider anzogen/ vnd sich fur des Königs son vnd erben ausgeben/ vnd halten lassen/ 5 vnd hat viel grosser fürstlicher thaten gethan/ das reich an land vnd macht gemehret/ vnd wol vnd löblich regirt xlij. jar/ 6 Vnd hat die Stadt Babylon mit grossen gebewen/ graben vnd mawern befestiget.

 

3,3,7 Nach dieser Königin hat jhr son Ninias friedlich regirt/ 8 vnd haben also die Assyrier die hoheit der welt vnd Monarchi ein lange zeit jngehabt/ 9 Dieweil aber nicht viel von der folgenden König thaten vnd Historien geschrieben ist/ wil ich die blossen namen auch nicht erzelen/ denn der deudsch leser kan sie schwerlich gedencken/ vnd wer sie haben wil/ findet sie bey vielen Scribenten.

 9 Dieweil aber nicht viel von der folgenden König thaten vnd Historien geschrieben ist/ wil ich die blossen namen auch nicht erzelen/ denn der deudsch leser kan sie schwerlich gedencken/ vnd wer sie haben wil/ findet sie bey vielen Scribenten.

3,3,10 Nu ist nicht zweiuel/ es sind auch grosse verenderung jnn dieser Monarchi furgefallen/ wie man abnemen mag aus der Bibel/ 11 darin man findet/ das die Assyrier auch lang vor Cyro Babylon nicht jngehabt haben/ sondern sind zwey reich gewesen/ das reich zu Niniue/ vnd das reich zu Babylon/ 12 Wie aber vnd wenn die verenderung furgefallen ist/ weis ich nicht eigentlich/ 13 Bey Herodoto find ich/ das die Assyrier funff hundert jar die Monarchia jngehabt haben/ darnach sey lange zeit kein gefaste Monarchia gewesen/ sondern die Meden haben ein eigen reich gehabt/ die Chaldeer ein besonders zu Babylon/ die Assyrier auch ein besonders zu Niniue/ 14 vnd bey weilen ist dieser/ denn ein ander gewaltiger gewesen/ bis zu letzt die Meden gantz gewaltig worden sind/ vnd  die Monarchi widderümb zusamen bracht/ vnd Babylon auch erobert haben/ 15 Dis ist der warheit am ehnlichsten/ 16 so stimpt auch dazu/ das von Sardanapalo geschriben haben/ nicht allein Metasthenes/ sondern auch Bion den Agathias anzeucht.

 3,3,10 Nu ist nicht zweiuel/ es sind auch grosse verenderung jnn dieser Monarchi furgefallen/ wie man abnemen mag aus der Bibel/ 11 darin man findet/ das die Assyrier auch lang vor Cyro Babylon nicht jngehabt haben/ sondern sind zwey reich gewesen/ das reich zu Niniue/ vnd das reich zu Babylon/ 12 Wie aber vnd wenn die verenderung furgefallen ist/ weis ich nicht eigentlich/ 13 Bey Herodoto find ich/ das die Assyrier funff hundert jar die Monarchia jngehabt haben/ 

15 Dis ist der warheit am ehnlichsten/ 16 so stimpt auch dazu/ das von Sardanapalo geschriben haben/ nicht allein Metasthenes/ sondern auch Bion den Agathias anzeucht.

3,4 Von Sardanapalo.

3,4,1 DArümb wollen wir
ein wenig von Sardanapalo sagen/ wie er die Monarchia verloren hat/ vnd wie sich die reich nach jhm geteilet haben. 2 Wenn Gott die lender straffen wil/ so gibt er vntüchtige herrn/ 3 Man schreibt von diesem Sardanapalo/ das er sich des regiments gantz nicht angenomen habe/ sondern allein wollust gesucht/ also das er sich wie
<014: unbezeichnet> ein weib geschminckt hat/ vnd sich weibisch geschmückt/ vnd ist vnter vnzüchtigen weibern gesessen/ hat mit jhn alle vnzucht getrieben/ 4 Ein solch regiment hat müssen ein böses ende haben. 5 Dann die Meden vnd Babylonier von jhm abgefallen sind/ vnd er ein schlacht verloren hatt/ das er sich der feinde nicht lenger auffhalten mocht/ 6 da hat er das schlos zu Babylon angezunt/ vnd sich darin verbrent/ 7 Doch hatte er zuuor/ wie Duris schreibet/ seine drey sone gen Niniue gesant. 8 Also haben sich die reich nach dem Sardanapalo geteilet/ 9 Zu Babylon hat regirt Belochus/ der mit dem Arbace vom Sardanapalo abgefallen was/ 10 Bey den Meden hat Arbaces regirt/ 11 Zu Niniue ist der Assyrier stam ein zeitlang blieben/ 12 Diese drey Königreich haben sich lange zeit mit einander vmb die Monarchi gearbeit.

 7 Doch hatte er zuuor/ wie Duris schreibet/ seine drey sone gen Niniue gesant.

3,5 Von Egypto.

3,5,1 Das sey gnug von dieser ersten Monarchi/ 2 wie viel jar aber sind bis auff die ander Monarchi/ wil ich drunden anzeigen/ 3 Nu wil ich auch von andern Königreichen ein wenig anzeigen/ die neben dieser Monarchi auffgangen sind/ 4 denn neben dieser Monarchi/ ist das Königreich Egypten/ da die nachkomen Cham regirt haben/ ein gewaltig Königreich gewesen/ doch nicht so mechtig als die Monarchi/ wie Franckreich jtzund ein mechtig Königreich ist neben dem Keiserthumb.

 4 denn neben dieser Monarchi/ ist das Königreich Egypten/ da die nachkomen Cham regirt haben/ ein gewaltig Königreich gewesen/ doch nicht so mechtig als die Monarchi/ wie Franckreich jtzund ein mechtig Königreich ist neben dem Keiserthumb.

3,6 Von Abraham vnd
dem Geistlichen
reich.

3,6,1 AUch müssen wir wis=
sen/ wo Gottes wort/ vnd die kirch zu allerzeit gewesen sey/ 2 darümb wil ich nu vom geistlichen reich auch sagen/ 3 Zu Ninus zeiten ist Abraham gewesen/ denn die ersten zwey tausent jar der welt haben sich geendet jnn Abraham/ da er vmb die funfftzig jar gewesen ist/ 4 vnd der Assyrier reich hatte zuuor angefangen/ 5 nach dem nu rechter Gottes dienst vnd Gottes wort jm Königreich Babylon gefallen was/ ist Thare aus Chaldea jnn Mesopotamia zogen mit seinen sonen Abram vnd Loth/ damit sie nicht auff das Gottlos wesen/ vnd Abgötterey zu Babylon gerieten/ welche Abgötterey/ die Bibel nennet/ das fewer zu Chaldea/ Vr Chaldeorum/ 6 Denn sie haben ein fewer gebrant/ derhalben das bey den heiligen/ fewer vom himel gefallen war/ vnd das opffer angezunt hat/ 7 Darümb ertichten jhn die Gottlosen ein eigen Gottes dienst/ brenneten ein fewer/ mit dem selbigen werck Gott zu dienen/ on Gottes wort/ vnd one erkantnus der verheissung von Christo/ 8 Dieses fewer heisst man auch hernach jnn den Historien/ Ori masda/ das ist/ das heilig fewer/ vnd habens jhnen die König auff eim pferd vor lassen füren/ 9 Mit diesem fewer ist Abgötterey jnn der welt angefangen lang zuuor/ ehe man bilder gemacht hat.

 

3,6,10 Damit aber Gottes wort nicht gantz vnter gieng/ hat Gott sein verheissung von Christo widder vernewet/ vnd dabey ein newe Ceremonien eingesetzt/ zu eim gedenck zeichen des worts/ 11 denn man verleurt die lar bald/ wenn man sie nicht auch dem volck <015: unbezeichnet> mit zeichen vnd Ceremonien furbildet/ 12 dazu hat Gott Abram gewelet/ vnd jhn aus Mesopotamia jnn Canaan heissen zihen/ 13 da er .75. jar alt war/ da hat er jhm ein newe verheissung geben/ das Abrahams nachkomen/ solten das land Canaan haben/ vnd da herschen/ vnd das da solt ein sam Abraham komen/ das ist Christus/ durch welchen samen Gott wolte alle volker segnen/ 14 das ist/ das Gott durch den selbigen solt versünet werden/ sund vnd tod wegnemen vnd ewiges leben geben/ 15 Vnd an diese verheissung hat Gott hernach die beschneidung gehengkt/ des samens bey solchem zeichen zu gedencken/ vnd zu glauben/ 16 Also ist nu furter die kirch/ Gottes wort vnd geistlich regiment/ auff ein gewis volck gestalt/ nemlich/ auff die nachkomen Abrahe/ 17 jnn diesen vnd vnter diesen haben allezeit etlich recht gleubige vnd frome sein müssen/ 18 Die gantz Histori aber von Abraham/ findet man jnn der Bibel reichlich beschriben/ 19 Hie ist gnug das ich anzeige/ zu welcher zeit Abraham gewesen/ vnd grosse verenderung jnn der Religion vnd sonst geschehen sind/ 20 vnd ist die verheissung etlich mal erholet dem Abraham/ aber die beschneidung ist jhm geben/ da er alt gewesen ist .99. jar/ jm jar nach der welt anfang .2047. 21 etliche rechens bis auff ein jubileum. 2050.

 18 Die gantz Histori aber von Abraham/ findet man jnn der Bibel reichlich beschriben/ 19 Hie ist gnug das ich anzeige/ zu welcher zeit Abraham gewesen/ vnd grosse verenderung jnn der Religion vnd sonst geschehen sind/ 20 vnd ist die verheissung etlich mal erholet dem Abraham/ aber die beschneidung ist jhm geben/ da er alt gewesen ist .99. jar/ jm jar nach der welt anfang .2047. 21 etliche rechens bis auff ein jubileum. 2050.

3,6,22 Abraham hat ein sone gehabt/ von der magt Agar/ der hies Jsmael/ 23 dieser ist mechtig worden jnn Arabia/ 24 vnd haben Agareni jnn Arabia den namen von dieser Agar/ von welchen ich hernach sagen wil.

3,7 Von der straff vber
Sodoma.

3,7,1 IM XCIX jar Abra=
he/ hat Gott Funff stedt/ Sodoma/ Gomorra/ vnd andere dabey gelegen/ mit fewer vom himel gefallen verbrennet/ vnd versincken lassen/ von wegen der aller schantlichsten vnnatürlichen vnzucht/ 2 Vnd ist an dem ort/ da die stet versuncken sind/ ein grosser sumpff worden/ etlich meil wegs lang vnd breit/ der noch diese zeit vol bechs ist/ vnd stettigs raucht/ zu einem ewigen zeichen Gotlichs zorns vber solche sund/ 3 Vnd ist dieses geschehen nach der sindflut jm .391. jar/ nach dem tod Noe .41. jar/ 4 Also hat Got jmer bald auffeinander der welt zeichen geben/ daran zu lernen/ das er richten/ vnd die sunder straffen wolle.

 3 Vnd ist dieses geschehen nach der sindflut jm .391. jar/ nach dem tod Noe .41. jar/

 

3,8 Von Jsaac.

3,8,1 DArnach hat Abra=
ham von Sara seiner hausfraw/ gezeuget ein son Jsaac/ von welchem Christus herkomet/ 2 Dieser Jsaac hat müssen ein furbild Christi sein/ da jhn Gott hies opffern/ anzuzeigen/ das durch des künfftigen Christi opffer Gott die sund vnd ewigen tod wegnemen wolt/ 3 Vnd ist abermal ein bild furgestelt/ darin zu sehen/ das Gott wolt die sund vergeben/ vnd die todten widerauffwecken/ vnd den heiligen ewiges leben geben. 
<016>

 

3,8,4 Jsaac hatte zwen Sön/ Jacob vnd Esau/ 5 von Esau komen die Edom jnn Arabia/ 6 Denn Esau ward Edom genent/ das ist der Rott/ Darümb das er seine gerechtigkeit der ersten geburt/ dabey Gott grossen segen zu sagt/ seinem bruder vmb ein rotten brey verkaufft/ vnd also Gottes segen vnd gaben verachtet/ 7 Aber Jacob ward genent Jsrael/ das ist ein fürst Gottes/ 8 von diesem kömpt das volck Jsrael/ 9 Von diesen allen lese man weitter jnn der Bibel.

 9 Von diesen allen lese man weitter jnn der Bibel.

3,9 Von Joseph Jacobs
Sone.

3,9,1 DJeweil Joseph der
hohen weisen regenten einer gewesen ist/ habe ich jhn nicht wollen auslassen/ 2 Denn er hat das Königreich Egipten gefasst mit religio/ vnd weltlichen ordnung/ 3 Vnd ist sonderlich zu mercken/ das er/ ein solcher heiliger man/ der vol heiliges geistes gewesen ist/ ein sehr hart vnd strenge regiment geordnet hat/ vnd das gros land Egipten gantz zu leibeigen gemacht/ 4 Dabey wir lernen sollen/ das strenge vnd ernste regiment/ da dem pöfel der zam nicht gelassen wird/ gut sein/ das auch Got daran gefallen hat. 5 Wie aber Joseph jn Egipten komen/ da jhn seine brüder vmbbringen wolten/ vnd darnach verkaufften/ wie es jhm auch jnn Egipten gangen/ findet man jnn der Bibel/ 6 Denn Gott hatt jhn jnn das land also verordnet/ das jn diesem Königreich rechter Gotts dienst geprediget/ vnd von dem künfftigen Christo gelert würde/ 7 Denn Gott hat fur vnd fur jnn die grossen Königreich sein heiliges wort predigen lassen/ 8 dazu hat Gott dem fromen Jacob vnd seinem geschlecht durch Joseph/ jnn der tewren zeit narung wollen schaffen.

 4 Dabey wir lernen sollen/ das strenge vnd ernste regiment/ da dem pöfel der zam nicht gelassen wird/ gut sein/ das auch Got daran gefallen hat. 

5 Wie aber Joseph jn Egipten komen/ da jhn seine brüder vmbbringen wolten/ vnd darnach verkaufften/ wie es jhm auch jnn Egipten gangen/ findet man jnn der Bibel/

3,10 Von Moise/ vnd der straff
des Tyrannen
Pharao.

3,10,1 NAch dem aber Gott
Abrahams nachkomen zugesagt hatte/ das land Canaan zu geben/ hat er solchs dennoch lang verzogen/ damit jhr glaub geübet würde/ ja hat sie zuuor jnn Egypto hart plagen lassen/ 2 Denn Jacob ist mit seinen sonen jnn Egypten jnn der tewren zeit gezogen/ wie die Bibel beschreibet/ vnd sind jnn Egypto lange zeit gewesen/ wie ich bald hernach anzeigen wil/ 3 Da aber der König Pharao jn Egypto/ das volck so hart plaget/ das er auch gebot/ so ein mutter ein knaben gebar/ das man erwürgen solt/ Da hat Gott Moisen gesand/ das volck Jsrael aus Egypto zu füren/ welcher nach vielen zeichen/ das volck an das Rott Meer bracht/ 4 Da eilet Pharao nach mit grosser macht/ vnd hoffet die armen leut zu schlagen/ denn sie mochten da nicht entrinnen/ 5 sie lagen zwischen wasser vnd gebirg/ vnd vnd <sic!> Pharao zog hinter jhn daher/ 6 Da erzeiget Gott/ das er die seinen jnn der not erhöret/ vnd liesse das
<017> wasser weichen/ vnd Jsrael dadurch ziehen/ etlich meil wegs lang/ 7 Also ward Jsrael erretet/ aber der Tyrann folget jns Meer/ da schlug das wasser zusamen/ vnd erseufft den König mit dem besten volck aus gantzem Egypten. 8 Also hat Gott aber ein Exempel der welt furgestellet/ wie er die Tyrannen vnd alle/ so Gott verachten/ straffen wolle.

  8 Also hat Gott aber ein Exempel der welt furgestellet/ wie er die Tyrannen vnd alle/ so Gott verachten/ straffen wolle.

3,11 Wenn die Zehen gepot
geben sind.

3,11,1 NAch dem als Jsrael
durchs Rott Meer aus Egypto gefurt ist/ sind sie jnn der wüsten am gebirg Sinai herauff gezogen/ 2 Da hatt Gott am funffzigsten tag/ nach jhrem auszihen/ die Zehen gebot mit grosser herrligkeit vnd Maiestet dem volck geben/ durch ein schreckliche/ himelische stim/ 3 Vnd dieweil dieses werck der höhisten sachen eine ist/ so Gott auff erden erzeigt hat/ vnd diese lar der Zehen gepot/ Gottes weisheit ist/ vnd ein schone Summa/ darin alle gesetz vnd regiment gefasset sind/ ist billich/ das wir die zeit mercken/ wenn solche hohe lar geben ist/ nemlich jm jar.
2454. nach der welt anfang.
798. nach der Sindflut.

 3 Vnd dieweil dieses werck der höhisten sachen eine ist/ so Gott auff erden erzeigt hat/ vnd diese lar der Zehen gepot/ Gottes weisheit ist/ vnd ein schone Summa/ darin alle gesetz vnd regiment gefasset sind/ ist billich/ das wir die zeit mercken/ wenn solche hohe lar geben ist/ nemlich jm jar.
2454. nach der welt anfang.
798. nach der Sindflut.

3,11,4 Vnd Paulus spricht/ Das gesetz sey nach der verheissung geben .430. jar. 5 Denn so viel jar sind von der zeit an/ da Abraham erstlich die verheissung empfangen hat/ da er alt war .75. jar bis auff das jar/ da Moises Jsrael aus Egypto gefurt hatt/ 6 Vnd das geschrieben stehet Exodi .12. Jsrael habe .430. jar jnn Egypto gewonet/ sol nicht gerechnet werden/ von der zeit an/ da Jacob jnn Egyptum gezogen ist/ da Joseph gewaltig war/ 7 Denn das nicht so viel jar nach Jacob sind/ ist leicht zu beweisen/ 8 denn Caath ist mit Jacob hinab gezogen/ der hat Amram geborn/ Amram hat Moises geborn/ 9 Nu können nicht vierhundert jar sein von Caath auff Moises/ sondern gedachte 430. jar/ sollen gerechnet werden von der zeit an/ da Abraham erstlich aus Mesopotamia jnn Canaan gezogen ist/ vnd hatt hernach selbst jnn Egypten gewandelt/ 10 Vnd Paulum richtiger zuuerstehen/ wil ich die rechnung anzeigen.

 3,11,4 Vnd Paulus spricht/ Das gesetz sey nach der verheissung geben .430. jar.

6 Vnd das geschrieben stehet Exodi .12. Jsrael habe .430. jar jnn Egypto gewonet/ sol nicht gerechnet werden/ von der zeit an/ da Jacob jnn Egyptum gezogen ist/ da Joseph gewaltig war/ 7 Denn das nicht so viel jar nach Jacob sind/ ist leicht zu beweisen/ 8 denn Caath ist mit Jacob hinab gezogen/ der hat Amram geborn/ Amram hat Moises geborn/ 9 Nu können nicht vierhundert jar sein von Caath auff Moises/ sondern gedachte 430. jar/ sollen gerechnet werden von der zeit an/ da Abraham erstlich aus Mesopotamia jnn Canaan gezogen ist/

3,11,11 25. jar sind auff die geburt Jsaac/ von der zeit an/ da Abraham erstlich jnn Canaan komen ist/ vnd alt war .75. jar.
12 60. hat Jsaac Jacob geborn.
13 90. hat Jacob Joseph geborn.
14 110. hat Joseph gelebt.
15 65. nach Joseph sind so viel jar auff die geburt Moisi/ wie Philo anzeigt.
16 80. jar/ ist Moises alt gewesen/ da er das volck aus Egypto gefurt hat/ 17 Diese jar zusamen summirt/ machen .430 jar/ 18 So lang ist/ von der verheissung Abrahe erstlich gegeben/ bis auff die zeit/ da Jsrael aus Egypto gezogen ist/ vnd ist darnach das gesetz gegeben.
<018>

3,11,11 25. jar sind auff die geburt Jsaac/ von der zeit an/ da Abraham erstlich jnn Canaan komen ist/ vnd alt war .75. jar.
12 60. hat Jsaac Jacob geborn.
13 90. hat Jacob Joseph geborn.
14 110. hat Joseph gelebt.
15 65. nach Joseph sind so viel jar auff die geburt Moisi/ wie Philo anzeigt.
16 80. jar/ ist Moises alt gewesen/ da er das volck aus Egypto gefurt hat/ 17 Diese jar zusamen summirt/ machen .430 jar/
 

3,11,19 Vnd hat nu Gott diesem volck Jsrael/ ein eigen regiment gestellet/ vnd ein eigen reich angericht/ mit Gottes dienst/ pristerthumb vnd weltlichen regenten/ damit ein gewis volck were/ darin Gottes wort zu finden/ vnd Christus solt geborn werden/ 20 Vnd ist die kirch vnd Gottes reich vnd Gottes wort/ bey diesem volck fur hin blieben/ bis nach dem leiden Christi/ 21 Dieses ist zu mercken/ damit ein jglicher sehe/ wie Gott allezeit ein kirch gehabt/ vnd sein wort von anfang gegeben/ vnd fur vnd fur erhalten hat.

 21 Dieses ist zu mercken/ damit ein jglicher sehe/ wie Gott allezeit ein kirch gehabt/ vnd sein wort von anfang gegeben/ vnd fur vnd fur erhalten hat.

3,12 Vom Königreich
Jsrael.

3,12,1 WJe aber erstlich Js=
rael regirt ist worden/ nicht durch König/ sondern Fürsten/ die sie richter heissen/ die Gott jhe zur zeit erweckt hat/ vnd grosse wunder durch sie gewirckt/ wie zu sehen an Gedeon vnd Samsons schlachten/ findet man jn der Bibel/ 2 Hernach hat das volck ein gewissen herrn vnd König haben wollen/ 3 da hat Gott ein new Königreich angericht/ 4 Vnd sind von dem auszug aus Egypto/ bis auff den ersten König Saul .396 jar.

 3,12,1 WJe aber erstlich Jsrael regirt ist worden/ nicht durch König/ sondern Fürsten/ die sie richter heissen/ die Gott jhe zur zeit erweckt hat/ vnd grosse wunder durch sie gewirckt/ wie zu sehen an Gedeon vnd Samsons schlachten/ findet man jn der Bibel/

4 Vnd sind von dem auszug aus Egypto/ bis auff den ersten König Saul .396 jar.

3,12,5 Gott hat aber gezürnet/ vnd das volck gestrafft/ derhalben das sie ein König begeret haben/ darümb das Gott diesem volck ein regiment gegeben vnd geordnet hatte. 6 Nu kan Gott nicht leiden/ das man newrung jnn regimenten von jhm geordnet furnemen odder machen wil/ 7 Vnd leret dieses Exempel/ das man sich fur solchen newrungen fürchten vnd hüten soll/ 8 Es sind auch viel mehr hoher vnd treffenlicher lar jnn dieser Historien zu mercken/ die ich nicht alle erzelen kan/ 9 Allein dieses stück mus ich anzeigen/ das man hie findet jnn der Bibel/ das Gott abermal weltlich herrschafft/ furstlichen vnd Königlichen gewalt bestettiget/ da er spricht/ was des Königes recht sey/ 10 Es sollen auch die grossen herrn mercken/ wie Gott der regenten sund gestrafft hat/ vnd die regiment vmb jhr sunden willen zerrissen vnd geendert.

 6 Nu kan Gott nicht leiden/ das man newrung jnn regimenten von jhm geordnet furnemen odder machen wil/ 7 Vnd leret dieses Exempel/ das man sich fur solchen newrungen fürchten vnd hüten soll/

10 Es sollen auch die grossen herrn mercken/ wie Gott der regenten sund gestrafft hat/ vnd die regiment vmb jhr sunden willen zerrissen vnd geendert.

3,13 Die König Jsrael.

3,13,1 SAul hat regirt .40
jar/ vnd ist vmb seiner sunden willen vmbkomen/ vnd sein geschlecht vertilget.

 

3,13,2 Dauid hat regirt .40. jar/ 3 vnd hat jhn Gott vmb des ehebruchs willen gestrafft/ vnd von seinem son Absalon/ durch ein auffrur veriagen lassen/ 4 Doch hat jhn Gott widder eingesetzet/ vnd die auffrur auch gestrafft/ vnd Absalon lassen vmbkomen.

 

3,13,5 Salomon hat regirt .40 jar/ 6 Nach diesem ist das Königreich zerrissen worden/ von wegen des Ehebruchs Dauid.

 

3,14 Die König Juda/ der
stam Salomonis.

<019> 3,14,1 ROboam hat regirt
17. jar/ vnd gabe vrsach zur verenderung des reichs/ mit seiner hartigkeit/ da er des lands beschwerungen nicht etwas lindern wolt/ wie jhm doch die alten geraten haben/ 2 Aber er folget Jungen gesellen/ vnd wolt nicht nachlassen/ 3 Da fiel der grösser teil des landes von jhm/ vnd machet ein eigen Königreich zu Samaria/ 4 daraus grosse krieg zwischen diesen verwanten/ folgeten/ 5 Aber der stam Dauid blieb vnd regirt jm geschlecht Juda/ vnd hielt sich das geschlecht Ben Jamin zum König Juda.

 

3,14,6 Abia regirt .3. jar/ 7 Dieser schluge den König vber die zehen geschlecht.

 

3,14,8 Asa regirt .41. jar/ vnd wird sehr gelobet/ das er die vnrechten Gottes dienst/ so widder Gottes wort angericht waren/ abgethan hat/ also das er auch seiner mutter nicht schonet/ die auch ein eigen Gottes dienst angericht hat/ den er abthat/ 9 Darümb hat jhm Gott glück geben/ das er die Araben geschlagen hat/ 10 allein auffs letzt/ wird er von wegen einer Büntnus gestrafft/ das er nicht auff Gott vertrawet hatte.

 

3,14,11 Vnter diesem König Asa jnn seinem xj. jar/ sind vollendet von anfang der welt drey tausent jar/ das ist die helfft der welt/ laut des spruchs Elie/ welchen ich jm anfang gesatzt hab/ 12 Nu wird man fürter sehen/ wilche grosse vnd schnelle verenderung/ jnn allen reichen geschehen werden/ wilche kriegen vnd morden jnn der welt hernach ist/ dieweil sie nu zum end nahen wird. 13 Man sol auch mercken/ das der Greken vnd Römer sachen/ nicht so alt sind/ als der Jüden hendel/ 14 Daran abzunemen/ das alle volcker von der Jüden Veter herkomen/ das auch die Eltiste lar vnd Gottes wort/ bey der Jüden Veter gewesen ist.

 3,14,11 Vnter diesem König Asa jnn seinem xj. jar/ sind vollendet von anfang der welt drey tausent jar/ das ist die helfft der welt/ laut des spruchs Elie/ welchen ich jm anfang gesatzt hab/

3,14,15 Josaphat regirt .25. jar/ vnd wird sehr gelobet/ hatt fest ob Gottes wort gehalten/ die ampt wol bestellet/ 16 Darümb jhm Gott grosse sieg geben hat. 17 Zu dieses zeiten/ ist gewesen Elias/ der auch nicht gestorben ist/ sondern lebendig gen himel gefaren/ 18 Damit Gott nu der welt/ jnn der mit/ aber ein hohen Propheten/ ler vnd mirakel geben hat/ Gottes wort vnd die verheissung von Christo zu ernewen/ 19 vnd sind fast mit diesem Elia/ die vberigen drey tausent jar angefangen/ 20 Nach Elia ist Eliseus komen/ 21 Von diesen Propheten sagt die Bibel weitter/ wie sie vnrechte Gottes dienst gestrafft/ vnd viel hoher/ grosser sachen gehandelt haben.

 18 Damit Gott nu der welt/ jnn der mit/ aber ein hohen Propheten/ ler vnd mirakel geben hat/ Gottes wort vnd die verheissung von Christo zu ernewen/ 19 vnd sind fast mit diesem Elia/ die vberigen drey tausent jar angefangen/

3,14,22 Joram regirt .8. jar/ 23 name vnd liese seine brüder vnd Vetter vmbbringen/ vnd richtet newe falsche Gottes dienst an/ 24 Derhalben er von Gott hart gestrafft ward/ 25 vnd schlugen jhn die Philister/ vnd fureten weg seine weiber vnd kinder/ 26 doch bliebe der Jüngst/ genant Ochosias.

 

3,14,27 Ochosias regirt .1. jar/ vnd lies auch vnrechte Gottes dienst anrichten/ 28 darümb ward er erschlagen/ 29 vnd dieses mutter Athalia/ da sie sahe/ das sie jhren son verloren hatte/ damit das reich nicht aus jhr hand komen solt/ lies sie erwürgen alle so sie fand/ aus dem Königlichen stam/ 30 Also ist das reich von Salomons nachkomen weggenomen/ darin zu sehen/ wie schrecklich Gott straffet/ 31 Vnd sonderlich sollen die Fürsten <020> diese Exempel ansehen/ wie Gott der grossen herrn geschlecht von wegen der sunden ausrottet.

 30 Also ist das reich von Salomons nachkomen weggenomen/ darin zu sehen/ wie schrecklich Gott straffet/ 31 Vnd sonderlich sollen die Fürsten diese Exempel ansehen/ wie Gott der grossen herrn geschlecht von wegen der sunden ausrottet.

3,14,32 Athalia die mutter Ochosia/ hat das reich mit gewalt jnngehabt vnd grosse Tyranney geübet .7. jar/ 33 hat darümb jhren lohn empfangen/ denn der hohe priester lies sie erwürgen.

3,15 Der stam Nathan.

3,15,1 DEr Euangelist Lucas
setzet den Salomon nicht jnn die zal der Veter/ von welchen Christus komen ist/ 2 Denn Salomons geschlecht ist ausgerottet/ 3 vnd ist doch das Königreich auff Dauids nachkomen blieben/ wie jhm Gott verheissen hat/ 4 Nu hat Dauid noch ein son gehabt Nathan/ welchen Lucas nennet/ 5 Von diesem sind die folgenden König jnn Juda komen. Nemlich.

 3,15,1 DEr Euangelist Lucas setzet den Salomon nicht jnn die zal der Veter/ von welchen Christus komen ist/ 2 Denn Salomons geschlecht ist ausgerottet/ 3 vnd ist doch das Königreich auff Dauids nachkomen blieben/ wie jhm Gott verheissen hat/ 4 Nu hat Dauid noch ein son gehabt Nathan/ welchen Lucas nennet/ 

3,15,6 Joas regirt 40 jar/ 7 ist erstlich from gewesen/ dieweil Joiada der hohe priester lebet/ dem er folget/ 8 Hernach aber hatt er auch vnrechte Gottes dienst anrichten/ vnd den Propheten Zacharia/ den son Joiade/ fur dem Tempel vmbbringen lassen/ 9 dauon Christus sagt/ Matthei .23. 10 Darümb hat jhn Gott gestrafft durch die Syrer/ vnd zu letzt von seinen eigen dienern erschlagen lassen.

 9 dauon Christus sagt/ Matthei .23. 

3,15,11 Amasia regirt 29 jar/ 12 was auch erstlich from vnd folget den Propheten/ 13 derhalben hatte er glück vnd schlug die Jdumeer/ 14 Darnach ward er stoltz/ fieng ein krieg an aus vbermut/ one not/ darin er gefangen warde/ vnd zu letzt vmbbracht.

  

3,15,15 Ozias regirt .52. jar/ 16 dieser wird auch Azarias genennet/ vnd ist erstlich from gewesen/ vnd hat die Philister geschlagen/ 17 Darnach wolt er selbst opffern jm Tempel/ widder Gottes ordnung/ da ward er aussetzig/ 18 Zu dieser zeit haben gelebt/ die Propheten Jonas/ Oseas vnd Amos/ vnd widder beide Könige jnn Samaria vnd Juda geprediget/ 19 Jonas ist auch zu dieser zeit gewesen/ der gesand warde dem König zu Assyria zu predigen.

 

3,15,20 Jotham regirt .16. jar/ vnd war from/ vnd hatt glück widder Ammon.

 

3,15,21 Achas regirt .16. jar/ vnd richtet vnrechte Gottes dienst an/ bawet Capellen/ vnd altar an allen orten jm land/ fur grosser heiligkeit vnd misglauben/ 22 Darümb Gott jhn vnd das gantz Königreich/ hat vberzihen vnd hart plagen lassen.

3,15,23 Ezechias regirt .29. jar/ ist from gewesen/ vnd hat die vnrechten Gottes dienst abgethan/ rechte angericht/ den Priestern jhr vnterhaltung verschafft/ 24 Das sind rechte Fürstliche gute werck/ 25 darümb jhm Gott ein herrliche victorien verlihen hat/ 26 Denn da der König von Assyria Jerusalem starck belegert hat/ rufft er Gott an vmb hülff/ 27 da lies Gott die Assyrier durch die Engel schlagen/ vnd Jerusalem retten/ 28 Bey diesem König ist Esaias gewaldig gewesen/ der hat jhn zu Gottes forcht vnterwiesen.  <021>

 

3,15,29 Jm .6. jar Ezechie/ hat der König zu Assyrien die Stad Samaria erobert/ vnd die zehen geschlecht Jsrael weggefüret/ 30 Das ist der grösser teil gewesen von Gottes volck/ die sich von Juda getrennet vnd ein eigen Königreich gemacht haben/ 31 Vnd nach dem die König besorgten/ wo das volck gen Jerusalem gehen solt/ da zu opffern vnd Gottes wort zu hören/ wie Gott geordnet hatt/ es möcht von jhn abfallen/ vnd sich widder zu den rechten Königen Juda thuen/ die Gott eingesatzt hett/ richten sie ein eigen Gottes dienst an/ machten eigene lar vnd opffer/ wider Gottes gepot/ vnd misbrauchten also Göttlichs namens zu erhaltung jhres Reichs/ 32 Widder diesen Gottes dienst/ hat Gott viel hoher Propheten gesant/ zu errettung vieler seelen/ 33 Aber die grossen herrn behielten jhren Gottes dienst/ 34 Darümb Gott diese König sehr geplaget hat/ mit krieg vnd auffrur/ 35 vnd hat kein geschlecht lang regirt/ bis zu letzt Gott König vnd volck als mit ein/ hat lassen wegfüren. 36 Vor diesem Exempel sollen wir billich erschrecken/ denn so Gott seines eigenen volcks/ vnd des stammes Abrahe/ der doch so herrliche verheissung gehabt hat/ nicht verschonet hat/ sondern hat jhr Königreich so bald zerstöret/ vnd sie verstossen/ ist wol zu besorgen/ er werde vnser auch nicht verschonen. 37 Vnd mich bedünckt sehr/ das teil zu Samaria sey ein figur/ der kirchen jnn Orient vnd Greckenland/ 38 denn wie Jsrael zu Samaria durch die Assyrier weggefurt/ vnd nicht widder komen ist/ Also ist die kirch jnn Orient/ durch die Sarracen vnd Türcken gar entlich zerstöret/ 39 vnd wie es mit Juda hernach gangen/ acht ich/ werde es mit diesem teil jn Occident auch gehen/ 40 vnd zu besorgen/ das Gott grewlicher mit vns handeln werde/ Denn vnsere sunden sind allzuhoch/ 41 vnd hat Gott dem samen Abrahe dennoch ehr thuen wollen/ fur allen volckern/ 42 Darümb wolle ein jder leser diese Exempel bedencken/ vnd Gott anruffen/ das er gnediglich straffen/ vnd vns nicht gantz verwerffen wolle.

 36 Vor diesem Exempel sollen wir billich erschrecken/ denn so Gott seines eigenen volcks/ vnd des stammes Abrahe/ der doch so herrliche verheissung gehabt hat/ nicht verschonet hat/ sondern hat jhr Königreich so bald zerstöret/ vnd sie verstossen/ ist wol zu besorgen/ er werde vnser auch nicht verschonen.

37 Vnd mich bedünckt sehr/ das teil zu Samaria sey ein figur/ der kirchen jnn Orient vnd Greckenland/ 38 denn wie Jsrael zu Samaria durch die Assyrier weggefurt/ vnd nicht widder komen ist/ Also ist die kirch jnn Orient/ durch die Sarracen vnd Türcken gar entlich zerstöret/ 39 vnd wie es mit Juda hernach gangen/ acht ich/ werde es mit diesem teil jn Occident auch gehen/ 40 vnd zu besorgen/ das Gott grewlicher mit vns handeln werde/ Denn vnsere sunden sind allzuhoch/

42 Darümb wolle ein jder leser diese Exempel bedencken/ vnd Gott anruffen/ das er gnediglich straffen/ vnd vns nicht gantz verwerffen wolle.

3,15,43 Vnd ist dieses reich gestanden .244. jar/ 44 dis heist warlich eine kurtze zeit/ sonderlich dieweil dieses volck so herrliche verheissung/ auch von weltlichen gütern gehabt hat/ 45 vnd ist dazu mitler zeit vol kriegs vnd auffruren gewesen/ 46 Also hat Gott die vnrecht Gottes dienst gestrafft/ 47 Vnd ist die zerstörung dieses reichs zu Samaria geschehen jm jar nach der welt anfang 3240.

 

3,15,48 Manasse Ezechias sone/ hat jnn Judea nach seinem vater regirt .55. jar/ 49 vnd hat vnrechte Gottes dienst widder angericht/ vnd vor grosser falscher andacht seine eigne kinder Gott zum opffer verbrant/ 50 vnd hat die Propheten verfolget/ den heiligen Esaiam mit einer segen zerschneiden vnd tödten lassen/ 51 Darümb er gefangen weg gefurt ist/ 52 Doch hat jhm Gott gnediglich widder geholffen/ da er sich bessert/ vnd jhn ernstlich anruffet/ 53 vnd hat jhn gemacht zu einem Exempel der sunder/ so sich bekeren/ das jhn Gott gnedig sein wolle/ vnd den zorn vnd straff nach lassen.

 

3,15,54 Amon regirt .2. jar/ ist nicht from gewesen/ 55 Darümb ist er von seinen eignen dienern erwürget worden.

 

3,15,56 Josias regirt .31. jar/ 57 vnd hat die vnrechten Gottes dienst widderümb abgethan/ Capellen vnd ab= <022> Gott vmbgerissen/ der falschen Propheten gebein verbrennen lassen/ 58 Zu seiner zeit hat man die bücher Moisi (der man lange zeit vermisset hat) widder gefunden/ 59 Das ist warlich auch ein Exempel wol zu mercken/ das menschen lar also vberhand genomen hat/ das man die heilig schrifft so gar nicht geacht/ das man auch die bücher verloren hat/ 60 Aber Gott hat sie dennoch zu letzt widder erfur bracht/ 61 Diese Historia ist one zweiuel auch ein furbild der letzten zeit jnn der kirchen/ das fur dem end/ die heilig schrifft widder besser bekant werden sol.

 58 Zu seiner zeit hat man die bücher Moisi (der man lange zeit vermisset hat) widder gefunden/ 59 Das ist warlich auch ein Exempel wol zu mercken/ das menschen lar also vberhand genomen hat/ das man die heilig schrifft so gar nicht geacht/ das man auch die bücher verloren hat/ 60 Aber Gott hat sie dennoch zu letzt widder erfur bracht/ 61 Diese Historia ist one zweiuel auch ein furbild der letzten zeit jnn der kirchen/ das fur dem end/ die heilig schrifft widder besser bekant werden sol.

3,15,62 Wiewol aber Josia ein heiliger König gewesen/ hat er doch zu letzt auch gestrauchet/ 63 denn da er nu lange zeit friden gehabt hatte/ vnd viel guts gethan/ warde er kün/ vnd meinet es solte eim solchen fromen König kein sach misradten/ vnd zoge wider den König von Egypten/ durch dieses menschlich vertrawen/ wiewol der König von Egypten friden mit Josia zu haben begeret/ 64 Darümb warde Josias jnn der schlacht wund/ vnd starb hernach.

 

3,15,65 Joachas regirt .3. monat/ vnd ist jnn Egypten weg gefurt.

 

3,15,66 Joakim regirt .11. jar/ vnd ward vberzogen vom König Nabugdonosor von Babilon/ 67 der zwang jhn tribut zu geben/ vnd füret viel leute weg/ 68 vnter welchen auch Daniel noch ein Jüngling weggefurt ist/ 69 Darnach hielt Joakim nicht glauben/ 70 da kam der König von Babilon widderümb/ vnd fieng Joakim zu Jerusalem/ vnd lies jhn tödten/ vnd vnter andere todten cörper fur der stat werffen/ wie jhm zuuor Jeremias weissaget hatte/ das er solt begraben werden/ wie ein Esel.

 

3,15,71 Joachin oder Jeconias regirt .3. monat/ 72 da kam Nabugdonosor widerümb die Stad zu belegern/ 73 dem ergab sich Jeconias aus radt des Propheten Jeremie/ dem Gott geoffenbart hatte/ das Jerusalem musst zerstöret werden/ vnd das volck weg gefurt/ 74 vnd solt doch nicht gantz vntergehen/ sondern widder komen/ vnd Jerusalem widder bawen/ 75 Dieser Prophecey war Jeconias gehorsam/ 76 derhalben Gott jhn jnn Babilon gnediglich erhielt/ wie ich hernach anzeigen wil/ 77 vnd sind mit Jeconia weg gefurt gen Babilon die besten leute vnd alle kleinet des Tempels zu Jerusalem.

 

3,15,78 Sedechias regirt .11. jar/ vnd fiel ab vom König von Babilon/ 79 wolt nicht tribut geben/ 80 da kam Nabugdonosor vnd belegert die stadt/ 81 Wie wol aber Jeremias geratten/ das er sich ergeben solt/ denn Gott wolt Juda straffen vnd wegfüren lassen/ wolt er dennoch nicht/ vnd tröstet sich/ das Gott zugesaget/ dieses volck solt nicht vntergehen/ 82 Darauff pochet er vnd die hohen priester deutten Gottes zusag nicht recht/ 83 denn Gott kündt sein volck wol erhalten/ ob er schon ein zeitlang weg füret vnd straffet/ 84 Also verachten sie Jeremias Prophecey/ sonderlich dieweil sie sich so lang verzogen hatt/ vnd der König von Babilon nu drey mal jnn Juda gezogen/ vnd hatte dennoch Jerusalem nicht zerstöret/ vnd waren nu wol .11. jar verloffen/ das viel leute weg gezogen waren/ vnd blieb Jerusalem dennoch/ 85 also hofften sie aus menschlicher verstockung/ es würde nicht so arg/ wie Jeremias gesagt hat/ 86 Auch war Jerusalem fest/ das mans <023> nicht wol möchte gewinnen/ 87 Aber Nabugdonosor hungert es aus/ denn er lag anderhalb jar dafur/ 88 vnd war solcher hunger jnn der stadt/ das viel jhre kinder gessen haben. 89 Also verstockt ist menschliche natur/ das sie auch jnn solcher hoher not/ Gottes trost vnd hülff nicht annemen wil/ 90 denn so sie sich ergeben hetten/ ob schon das elend jhnen etwas beschwerlich gewesen were/ hetten sie dennoch ruge gehabt jnn andern lendern. 91 Zu letzt ist Sedechias jnn der flucht gefangen worden/ 92 vnd hernach sind seine kinder vor sein augen getödtet/ vnd sind jhm die augen ausgestochen/ vnd ist Jerusalem zerstöret/ der Tempel/ den Gott selbst hat bawen heissen verbrant/ das beste volck weggefüret/ 93 Dabey ist zu bedencken/ so doch Gott dieses König reichs nicht verschonet hat/ das er selbst angericht hat er werde ander land vnd herrschafften auch nicht schonen/ sondern die sund allenthalben hart vnd schrecklich straffen/ 94 Denn Gott spricht/ er hab diese grewliche plag vber Juda komen lassen/ vmb jhr sunden willen/ 95 vnd werden angezogen jnn sonderheit/ verachtung Göttlichs worts/ falsche Gottes dienst/ Tyranney geübet widder die fromen prediger vnd Propheten/ 96 Vnd ist diese zerstörung geschehen/ jm jar.
3373. nach anfang der welt.
516. von Dauid an/ bis auff diese zerstörung Jerusalem.

93 Dabey ist zu bedencken/ so doch Gott dieses König reichs nicht verschonet hat/ das er selbst angericht hat er werde ander land vnd herrschafften auch nicht schonen/ sondern die sund allenthalben hart vnd schrecklich straffen/

96 Vnd ist diese zerstörung geschehen/ jm jar.
3373. nach anfang der welt.
516. von Dauid an/ bis auff diese zerstörung Jerusalem.

3,15,97 Also lang ist der Königlich nam bey den nach komen Dauid blieben/ 98 vnd sind vnter diesen viel treffenlicher/ löblicher Könige gewesen/ als sonst jnn keinem Königreich auff erden/ 99 denn Gott hat es selbst angericht vnd darob gehalten/ 100 Aber es ist vnter jhn auch vnkraut gewesen/ 101 darümb hat Gott gestrafft/ vnd das Königreich verendert/ 102 denn Juda ist nu .70. jar jnn Babilon gefenglich gehalten/ 103 vnd hat sich doch Gott mitler zeit erzeiget/ das er sein volck vnd kirch nicht verlassen wolt/ hat hohe Propheten geben/ als den Daniel zu Babilon/ der auch den König Nabugdonosor bekeret hat/ 104 denn Gott straffet Nabugdonosor auch/ vnd lies jhn töricht werden/ wie ein bestia/ 105 da bettet Daniel fur jhn/ das jhm Gott widder halff/ 106 Darümb bessert sich Nabugdonosor vnd thet Abgötterey ab/ vnd lernet rechten Gottes dienst von Daniel.

 

3,15,107 Hernach/ da Euilmerodach der son zu Babilon regirt/ lies er den Jeconias der sich aus radt Jeremie ergeben hatt/ vnd war williglich jn das elend gezogen/ widderümb ehrlich vnd Fürstlich halten/ 108 Vnd ist diesem Jeconias/ der dem Propheten gehorsam gewesen ist/ widderümb wol gangen/ ob er schon ein zeit lang not geliden hat/ 109 Also ist das geschlecht Dauid nicht vntergangen/ sondern durch Gott wunderlich erhalten worden/ wie hernach weiter zu sehen.

  

3,15,110 Nach Euilmerodach/ hat zu Babilon regirt Baltasar/ 111 der verachtet Gottes wort/ vnd richtet die alten Abgötterey der Caldeer widderümb an/ 112 lies die becher so aus dem Tempel von Jerusalem gebracht waren/ jnn sein bancket bringen/ vnd spottet der Jüden Gott/ 113 lies singen dazu/ der Caldeer Gott wer rechter Gott/ der Jüden Gott müste weichen/ 114 Diese lesterung macht ein end mit dem gantzen König reich/ 115 denn Gott lies ein hand sichtiglich an die wand schreiben/ das Baltasar vmbkomen/ vnd das König= <024> reich verlieren solt/ 116 Dieses ist die selbige nacht geschehen/ 117 Denn die Meden vnd Persen vberfielen Babilon/ vnd eroberten das reich/ vnd erstochen den König Baltasar/ 118 Dieses Exempel vermanet aber das Gottes lesterung nicht vngestrafft bleibet.

 118 Dieses Exempel vermanet aber das Gottes lesterung nicht vngestrafft bleibet.

3,15,119 Also ist vollendet die zeit der ersten Monarchi/ bis auff die Persen/ vnd den König Cyrum/ vnd sind
1495. jar/ von Abrahams geburt/ bis auff Cyrum/ darinnen erstlich die Caldeer/ darnach die Assyrier/ die Monarchi gehabt/ 120 darnach ist sie geteilet worden/ vnd denn die Assyrier/ denn die Babilonier mechtiger gewesen/ bis die Meden vnd Persen gewachssen/ vnd zu letzt Cyrus Babilon erobert/ vnd die Monarchi widderümb zusamen gebracht hat.

 3,15,119 Also ist vollendet die zeit der ersten Monarchi/ bis auff die Persen/ vnd den König Cyrum/ vnd sind
1495. jar/ von Abrahams geburt/ bis auff Cyrum/ darinnen erstlich die Caldeer/ darnach die Assyrier/ die Monarchi gehabt/

3,15,121 Vnd sollen die leser mercken/ das der Jüden gantz Königreich jnn der zeit dieser ersten Monarchi gefasset ist/ 122 darin zu sehen/ das die Jüden das eltest volck sind/ vnd allein ein gewisse Historien von den ersten Königreichen haben.

3,16 Von den Greken.

3,16,1 NU wollen wir jnn
kurtz anzeigen/ wie es bey den Grecken/ zur zeit dieser ersten Monarchi gestanden ist/ 2 daraus abermals wird abzunemen sein/ das die Grecken keine so alten Historien haben/ als die Jüden/ denn alle jhr Historien sind nach der ersten Monarchi geschrieben. 3 Auch komen die Greken nicht gewis vnd an einander zu rück weiter rechen/ denn jhre Olympiades gehen/ 4 Nu haben jhre Olympiades angefangen jm .44. jar Osiae/ Das ist erst bey zweihundert jaren/ vor der Persen Monarchi/ so mans auffs vleissigest rechnet/ 5 Aber ich wil die Olympiades vmb des Deudschen lesers willen fallen lassen/ vnd ein wenig anzeigen/ was bey den Greken geschehen ist zur zeit der Ersten Monarchi.

   2 daraus abermals wird abzunemen sein/ das die Grecken keine so alten Historien haben/ als die Jüden/ denn alle jhr Historien sind nach der ersten Monarchi geschrieben. 3 Auch komen die Greken nicht gewis vnd an einander zu rück weiter rechen/ denn jhre Olympiades gehen/ 4 Nu haben jhre Olympiades angefangen jm .44. jar Osiae/ Das ist erst bey zweihundert jaren/ vor der Persen Monarchi/ so mans auffs vleissigest rechnet/

3,16,6 Greken Land hat kein einigen König gehabt/ wie andere lender/ sondern hat viel Fürsten gehabt/ 7 Zum teil sind auch die Stedt gewaltig gewesen/ 8 vnd sind grosse verenderung furgefallen mit den Fürsten/ 9 Denn die Stedt sind mechtig worden/ vnd haben die Fürsten vbel dulden können/ wie solchs bey vnsern zeiten jnn Jtalia zu sehen/ 9 vnd ich hernach etlich Exempel anzeigen wil/ die nützlich sind zu wissen/ vnd gewisse Historien haben/ 10 Denn vor dem Troianer krieg/ haben die Greken wenig Historien.

 9 Denn die Stedt sind mechtig worden/ vnd haben die Fürsten vbel dulden können/ wie solchs bey vnsern zeiten jnn Jtalia zu sehen/ 9 vnd ich hernach etlich Exempel anzeigen wil/ die nützlich sind zu wissen/ vnd gewisse Historien haben/ 10 Denn vor dem Troianer krieg/ haben die Greken wenig Historien.

3,17 Vom Troianer Krieg.

3,17,1 VNd ist der Troianer
krieg gewesen zu Dauids zeiten/ wie aus Virgilio zu beweisen ist/ 2 der spricht das das Reich zu Alba 300. jar gestanden sey/ 3 Hic iam ter centum totos regnabitur annos/ 4 Zu end dieses Reichs/ ist Roma gebawt/ wie ich hernach sagen wil/ vnd so man zu rück rechnet von der zeit/ so Rom gebawet ist/ bis auff den anfang der herschung
<025> Salomonis findet man .309. jar/ 5 Vnd kurtz zuuor ist der krieg vor Troia gewesen/ das ist ja gewis. 6 Hie ist zu sehen/ das etlich Croniken diesen krieg elter machen denn er ist/ 7 ich hab auch viel mehr anzeigung/ das dieser krieg nicht so alt ist/ als jhn etliche setzen/ die ich vmb kurtz willen auss las/ 8 Dis ist aber zu mercken/ das dieser krieg entstanden ist/ von wegen eins Ehebruchs/ das Paris/ des Königs son von Troia/ eim Grekischen Fürsten sein weib Helenam weggefurt hat/ 9 der halben sich alle Fürsten vnd Stedt jnn Grecia zusamen verbunden/ vnd zogen jnn der Troianer land/ kriegten mit jhn zehen jar/ vnd zuletzt eroberten sie die Stad Jlium/ vnd erschlugen den König Priamum/ 10 Also nam das Königreich Troia ein ende. 11 Aber von Troia schiffet Aeneas jn Jtaliam/ vnd erobert den teil so Latium genennet wird/ vnd fieng ein new Königreich an/ 12 vnd bawet sein son Ascanius/ der auch Julus heisset/ die stadt Alba/ da hernach die nachkomen Aenee regirt haben/ solang bis Roma gebawet ist/ 13 Vnd sind jm Troianer krieg/ viel berümpter Fürsten gewesen/ die ich nicht alle erzelen wil/ 14 Aus Tessalia ist gewesen der held Achilles/ der den Hector vmbracht hat/ welcher der furnemist Fürst jnn Troia gewesen ist/ 15 vnd ist Achilles hernach durch verreterey vmbkomen/ 16 Denn die Troianer sagten jhm zu/ ein tochter Priami zu geben/ vnd da er fur dem Altar kniet jnn der kirchen/ hat jhn Paris verreterlich erschossen.

3,17,1 VNd ist der Troianer krieg gewesen zu Dauids zeiten/ wie aus Virgilio zu beweisen ist/ 2 der spricht das das Reich zu Alba 300. jar gestanden sey/ 3 Hic iam ter centum totos regnabitur annos/ 4 Zu end dieses Reichs/ ist Roma gebawt/ wie ich hernach sagen wil/ vnd so man zu rück rechnet von der zeit/ so Rom gebawet ist/ bis auff den anfang der herschung Salomonis findet man .309. jar/ 5 Vnd kurtz zuuor ist der krieg vor Troia gewesen/ das ist ja gewis. 6 Hie ist zu sehen/ das etlich Croniken diesen krieg elter machen denn er ist/ 7 ich hab auch viel mehr anzeigung/ das dieser krieg nicht so alt ist/ als jhn etliche setzen/ die ich vmb kurtz willen auss las/

3,18 Vom Krieg vor
Thebe.

3,18,1 KVrtz vor dem Troia=
ner krieg ist viel ein jemmerlicher krieg gewesen vor Thebe/ 2 Denn das Fürstenthumb Thebe/ war auff zwen brüder geerbet/ Eteocles vnd Polynices/ 3 die vereinigten sich also/ das jeder ein jar vmb das ander regiren solt/ 4 Da aber Eteocles zum regiment kame/ wolt er allein herr bleiben/ vnd hielt den vortrag nicht/ 5 da flohe sein bruder zu Adrasto gen Argis/ 6 der gabe jhm ein tochter vnd wolt jhn mit gewalt einsetzen/ zoge also vor Thebe/ 7 da ward Adrastus mit andern Fürsten geschlagen/ 8 vnd die zwen brüder Eteocles vnd Polynices traffen mit einander/ vnd blieben beide tod/ 9 Solcher grosser jammer ist gefolget aus vneinigkeit der brüder/ 10 Vnd hat damit dennoch dieser krieg kein ende gehabt/ sondern die andern Fürsten haben sich hernach gesterckt/ vnd Thebe widder belagert/ erobert/ vnd zerstöret.

3,19 Von Hercule.

3,19,1 VNd kurtz vor dieser
zeit/ das ist/ eine kleine zeit zuuor ehe Saul in Jsrael König ist worden/ hat gelebt Hercules jnn Grecia/ der fur andere helden vnd Fürsten hoch gepreiset wird/ von allen Fürstlichen tügenden/ 2 Seine eltern Amphitryo vnd Alcmena/ sind von Tirynthe gewesen/ welche stad gelegen ist bey Argis/ 3 Amphitryo ist aber gen Thebe
<026> geflohen/ darümb das er mit seinem bruder vneinig worden/ vnd jhn vmbbracht hat. 4 Also ist Hercules zu Thebe geporn/ vnd hat erstlich seine tugent da erzeigt/ 5 Denn als die Minye/ so dazumal mechtig waren/ vnd zu Orchomeno regirten/ Thebe vberzogen/ hat Hercules die Stad geschützet/ die feinde geschlagen/ vnd die stadt Orchomenon gewonnen/ 6 vnd hat also dieses Fürstenthumb zu Orchomeno ein ende genomen/ da doch solch gros reichthumb gewesen/ das Homerus diese Stadt sonderlich rhümet von reichthumb/ 7 Dieser sieg hat erstlich dem Herculi ein grossen namen gemacht/ das sich darnach andere Fürsten jnn Grecia zu jhm gethan/ 8 darümb hat er friden allenthalben gemacht/ den Fürsten vnd stedten geholffen/ vnrechten gewalt gestrafft vnd geweret/ vnd denen so er geholffen hat/ keine vntregliche last auffgelegt/ 9 Darümb hat er solches ewiges lobe erlanget/ das kein Fürst so hoch gerhümet wird. 10 Darnach ist er jnn Asia geschifft/ 11 da hat er den König zu Troia Laomedon erschlagen/ vnd doch jnn dieser Victoria rechte Fürstliche mas gehalten/ hat das Königreich nicht wollen zerstören/ sondern dem Priamo/ als dem Erben/ das Königreich zugestalt/ 12 Daraus leichtlich abzunemen/ wenn Hercules gewesen sey/ dieweil er den Priamum zum König zu Troia gemacht hat/ 13 Auch hat Hercules frieden auff dem Meer gemacht/ 14 darümb hat er an Jtalia vnd Hispania geschiffet/ vnd auff dem eussersten vfer Hispanie/ zwen berg setzen lassen/ zu ewigem gedechtnus/ 15 die man nennet Columnas Herculis/ 16 Welche der löblichst Keiser Carolus der funfft/ jtzund zu einem sonderlichen zeichen füret/ als der so von Gotte gegeben/ das er zu diesen zeitten Hercules jnn gantzem Europa sein sol/ frieden vnd recht durch sein sieghaffte hand/ widderümb auffzurichten.

3,19,1 VNd kurtz vor dieser zeit/ das ist/ eine kleine zeit zuuor ehe Saul in Jsrael König ist worden/ hat gelebt Hercules jnn Grecia/ der fur andere helden vnd Fürsten hoch gepreiset wird/ von allen Fürstlichen tügenden/

6 vnd hat also dieses Fürstenthumb zu Orchomeno ein ende genomen/ da doch solch gros reichthumb gewesen/ das Homerus diese Stadt sonderlich rhümet von reichthumb/ 

13 Auch hat Hercules frieden auff dem Meer gemacht/ 14 darümb hat er an Jtalia vnd Hispania geschiffet/ vnd auff dem eussersten vfer Hispanie/ zwen berg setzen lassen/ zu ewigem gedechtnus/ 15 die man nennet Columnas Herculis/ 16 Welche der löblichst Keiser Carolus der funfft/ jtzund zu einem sonderlichen zeichen füret/ als der so von Gotte gegeben/ das er zu diesen zeitten Hercules jnn gantzem Europa sein sol/ frieden vnd recht durch sein sieghaffte hand/ widderümb auffzurichten.

3,19,17 Vnd dis sey gnug von den treffenlichen sachen/ so jnn Grecia sich begeben haben/ zur zeit der ersten Monarchi/ 18 Vnd nach dem man jnn Historien furnemlich sehen sol/ wie die reich gestanden sind/ wilche recht/ religion/ vnd künsten sie gehabt haben/ wil ich noch ein wenig dazu setzen/ 19 Nach den sönen Noe/ ist rechter verstand von Gotte jnn Grecia auch vntergangen/ wiewol viel Ceremonien vnd sprüch der Vetter blieben sind/ doch hat vnglauben seer vberhand genomen/ vnd ist fur vnd fur/ ein Abgott vber den andern auffgericht/ 20 wie ein jden sein not vnd angst getrieben hat/ darauff hat er jhm ein Gottesdienst gemacht/ 21 Denn wie der Poet spricht/ 22 Primus in orbe Deos fecit timor/ 23 Dieses ist eigentlich war/ von Abgötterey/ 24 Es ist kein mensch so wild/ er suchet Gott jnn der not/ vnd so er nicht weis/ wie er jhn suchen sol/ durch Christum vnd mit glauben/ so nimpt er ein werck fur/ richt ein Gottes dienst an/ 25 daher sind alle falsche Gottes dienst jnn der welt komen/ 26 Denn dis ist nicht der leute meinung gewesen/ das die bilder solten Gott sein/ sondern sie habens auch fur stein vnd holtz gehalten/ haben aber mit solchem werck Gott vnd heiligen/ ehren vnd versünen wollen/ 27 Nu wil Gott nicht ausser Christo/ vnd mit vnglauben geehret sein/ 28 Vnd ist sonderlich dieses volck jnn Grecia/ ein furwitz volck gewesen/ 29 darümb hat es viel wünderlicher Abgötterey angericht/ fur vnfal jnn krieg/ jnn hantirung/ jnn ehelichem wesen/ fur kranckheit/ fur vngewitter/ 30 Vnd hatt dieser jdes ein eigen bild vnd eigne Ceremo= <027> nias gehabt/ 31 Das bild Jovis ist aufgestelt wider vngewitter/ 32 Das bild Martis von wegen kriegs nöten/ 33 das bild Junonis/ reichthumb zu erwerben/ 34 Das bild Veneris/ widder vnfruchtbarkeit/ 35 Vnd dieses dings ist kein mas vnd ende gewesen bey den Greken/ 36 Also gehet es/ so man Gottes wort verleuret/ vnd felt man von einer blindheit jnn die andern/ 37 Denn zuletzt ist es dahin geraten/ das man etliche schendliche Fest angericht hat/ darin fur ein heilig werck gehalten ist/ weiber vnd Jungfrawen schenden/ 38 Man lieset viel schrecklichs dings von dem vnzuchtigen wesen/ das bey den Heiden jnn jhren Gottes diensten eingerissen ist/ das ich es nicht erzelen mage/ 39 Vnser Herr Christus wolle dem Teuffel nicht zulassen/ das durch vertilgung des Göttlichen worts/ solch wesen widder jn der welt vberhand neme.

21 Denn wie der Poet spricht/ 22 Primus in orbe Deos fecit timor/

3,20 Von Sibylla.

3,20,1 DJeweil aber alle Cro=
niken hie der Sibyllen gedencken/ hab ichs auch nicht wollen aussen lassen/ 2 Vnd ist zu wissen/ das das wort Sibylla/ nicht eins einigen weibes name ist/ sondern ist ein gemeiner name/ vnd heisst jnn gemein ein Prophetin odder weissagerin/ 3 Nu sind viel solcher weiber gewesen/ 4 etliche acht ich noch zur heiligen Vetter zeiten/ 5 die haben der heiligen Vetter lar gefasst/ vnd rechten glauben geleret/ 6 derhalben hat man noch köstliche sprüch/ die sie sollen gemacht haben von Christo/ vnd der welt ende/ von Gottes gericht/ vnd dem ewigen leben/ welcher Lactancius viel anzeucht/ 7 Nu ist Lactancius dennoch alt/ das ich dafur halt/ die selbige sprüch sein nicht von Christen erticht/ sondern er habe sie bey den Heiden gefunden/ 8 Hernach aber sind auch Abgöttische weiber gewesen/ die dennoch weltlich ding von Königreichen vnd der gleichen geweissaget haben/ 9 vnd diese mögen doch der heiligen Vetter sprüch/ vnter jhre weissagung gemengt haben. 10 Auch hat der Teuffel antwort geben/ als zu Delphi/ 11 da ist ein tieff loch gewesen/ vnd wenn man gefragt hat/ ist ein weib auff einen stuel gestanden vber dem loch/ da ist ein grosser tampff vnd wind aus der tieffe komen/ vnd hat das weib angefangen zu weissagen/ 12 Also sagt man/ sey es etwa zu Delphi zugangen/ 13 Hernach haben die Pfaffen Antwort geschrieben/ vnd haben diese ertichte weissagung also gelaut/ das mans hat mögen deuten/ wie man gewolt hat/ haben damit die leute also genarret vnd betrogen.

3,20,1 DJeweil aber alle Cro niken hie der Sibyllen gedencken/ hab ichs auch nicht wollen aussen lassen/ 

6 derhalben hat man noch köstliche sprüch/ die sie sollen gemacht haben von Christo/ vnd der welt ende/ von Gottes gericht/ vnd dem ewigen leben/ welcher Lactancius viel anzeucht/ 7 Nu ist Lactancius dennoch alt/ das ich dafur halt/ die selbige sprüch sein nicht von Christen erticht/ sondern er habe sie bey den Heiden gefunden/

3,21 Von Homero vnd
Hesiodo.

3,21,1 ERSTlich sind allein
Poeten/ die gelerten jnn Grecia gewesen/ 2 das sind Musici gewesen vnd zum teil Pfaffen/ 3 zum teil sind sie mit artzney vnd Astronomi vmbgangen/ vnd haben jhre weisheit vnd lar/ jnn lieder vnd sprüch gefasst/ 4 vnd sind die berümptisten/ deren schrifft man noch hat/ Homerus
<028> vnd Hesiodus/ 5 Es schreibet Cassius/ das Homerus nach dem Troianer krieg gewesen sey .160. jar/ vnd ehe Rhom gebaut ist ongeferlich auch .160. jar/ 6 Daraus folget/ das Homerus gelebt hat/ nach Josaphat dem König Juda/ 7 Er hat sich zu Smyrna gehalten/ das vorn jnn Asia ligt/ da die eltisten Greken Jones vnd Aeoles gesessen sind/ 8 Vnd wiewol er kein regent gewesen/ sihet man doch wol/ das er mit den treffenlichsten leuten jnn gantzem Grecia bekant gewesen ist/ 9 Denn er hat aller Fürsten geschlecht vnd herkomen wol beschrieben/ 10 so ist sein schrifft ein rechter spigel aller Fürstlichen hendel vnd tugent/ alles das jnn Regimenten furfallen mag/ wie sich Fürsten vnd hohe leute gegenander halten/ jnn rädten/ vnd allerley sachen/ 11 das hat er also abgemalet/ als were er auff allen Reichstagen/ jnn den hohisten vnd wichtigsten reichs rädten gebraucht worden/ 12 das nicht möglich ist eim vnerfarnen/ 13 Darümb wird kein Poema höher gelobet/ denn dieses Poeten schrifft/ 14 vnd hat es Alexander Magnus allezeit bey sich gefüret/ daraus sich zu erinnern/ wie sich ein grosmechtiger König halten sol.

3,21,1 ERSTlich sind allein Poeten/ die gelerten jnn Grecia gewesen/ 2 das sind Musici gewesen vnd zum teil Pfaffen/ 3 zum teil sind sie mit artzney vnd Astronomi vmbgangen/ vnd haben jhre weisheit vnd lar/ jnn lieder vnd sprüch gefasst/ 4 vnd sind die berümptisten/ deren schrifft man noch hat/ Homerus <028> vnd Hesiodus/ 5 Es schreibet Cassius/ das Homerus nach dem Troianer krieg gewesen sey .160. jar/ vnd ehe Rhom gebaut ist ongeferlich auch .160. jar/ 6 Daraus folget/ das Homerus gelebt hat/ nach Josaphat dem König Juda/ 

9 Denn er hat aller Fürsten geschlecht vnd herkomen wol beschrieben/ 10 so ist sein schrifft ein rechter spigel aller Fürstlichen hendel vnd tugent/ alles das jnn Regimenten furfallen mag/ wie sich Fürsten vnd hohe leute gegenander halten/ jnn rädten/ vnd allerley sachen/ 11 das hat er also abgemalet/ als were er auff allen Reichstagen/ jnn den hohisten vnd wichtigsten reichs rädten gebraucht worden/ 12 das nicht möglich ist eim vnerfarnen/ 13 Darümb wird kein Poema höher gelobet/ denn dieses Poeten schrifft/ 

3,21,15 Hesiodus ist hundert jar nach Homerus gewesen/ wie Porphyrius schreibet/ vnd ist ein Pfarrher gewesen am berg Helicon/ da ein grosser berümpter Tempel gewesen ist/ 16 vnd sein schrifft laut zum teil wie ein predig buch/ von guten sitten/ 17 denn es sind rechte schone sprüch/ von allerley tügenden/ doch ist nichts da/ von Christo vnd glauben/ 18 Denn diese hohe lar/ ist bey den Heiden verloschen gewesen/ 19 Zum teil ist Hesiodi schrifft ein rechter wolgestelter/ ewiger Calender/ gericht auff der Sonnen lauff/ vnd erscheinung etlicher sternen/ die vnterschid der teil jm jar anzeigen/ 20 vnd ist warlich ein fein lieblich kinderbuch/ darin zu sehen/ das die weisen leut jnn Grecia/ jhre kinder zu diesen schonen künsten gezogen haben/ 21 vnd ist der gut frome man jemmerlich vmbracht/ durch etliche seine freund/ die jhm vndanckbar gewesen sind.

3,21,15 Hesiodus ist hundert jar nach Homerus gewesen/ wie Porphyrius schreibet/ vnd ist ein Pfarrher gewesen am berg Helicon/ da ein grosser berümpter Tempel gewesen ist/ 

19 Zum teil ist Hesiodi schrifft ein rechter wolgestelter/ ewiger Calender/ gericht auff der Sonnen lauff/ vnd erscheinung etlicher sternen/ die vnterschid der teil jm jar anzeigen/

3,22 Wenn die Stad Rom
gebawet ist.

3,22,1 DER König zu Alba
genant Procas lies zween sön/ 2 der elter hies Numitor/ der junger Amulius/ 3 Nu hatte der vater verschafft/ das der elter son das reich vnd Regiment haben solt/ 4 Aber der junger bruder Amulius veriaget den eltern/ vnd nam das reich ein mit gewalt/ lies des bruders jungen son erwürgen/ vnd ein tochter Rhea Syluia jnn ein kloster stossen/ damit er sich nicht zu besorgen hette vor seines bruders Numitor Erben/ 5 Aber gedachte Rhea Syluia Numitors tochter ist schwanger worden/ vnd hat zween knaben geborn/ die nachmals genennet sind/ Romulus vnd Remus/ 6 da solchs Amulius erfarn hat/ hat er die mutter jnn ein kercker lassen werffen/ vnd die kinder an die Tiber lassen tragen/ die selbigen da zu erseuffen/ 7 Als sie aber an das vfer gelegt sind/ ist eine Wölffin komen/ 8 die hat sie geneeret/ bis so lang/ der hirten einer dazu komen/ vnd sie also gefunden an der Wölffin/ 9 dieser hirt hat die knaben genomen/ vnd
<029> heim bracht seinem weib/ vnd sie erzogen/ 10 da sie nu erwachsen sind vnd gehört haben/ das sie Amulius habe wollen vmbbringen/ auch das er jhrem altuater das reich mit gewalt genomen hat/ haben sie sich vnterstanden diese tyrannei zu rechen/ haben den Amulium erstochen/ vnd jhrem altuater dem Numitor das reich widder zugestalt/ 11 Also lest Gott vnrecht nicht vngestrafft/ 12 Darnach hat Romulus mit seinem bruder an dem ort/ da sie gefunden sind/ angehaben/ ein stad zu bawen/ 13 Nu zancketen sich die brüder/ die weil sie gleich alt waren/ welcher herr sein solt/ vnd verglichen sich doch also/ man solt Gott lassen richter sein/ 14 welcher ein herrlicher zeichen von vogeln haben würde/ der solt herr sein/ 15 Also flogen erstlich zu Remo .6. Geir/ hernach zu Romulo .12. Geir/ 16 Die weil aber Remus das erst zeichen gehabt/ wolte er herr sein/ vnd warden die brüder widderümb vneins/ 17 denn hoffart vnd begirde zu herschen/ ist ein hefftige seuch/ vnd lesset nicht leichtlich nach/ 18 Dazu hette jder seinen anhang/ 19 Also ward ein lerm/ vnd ward Remus erschlagen/ vnd blieb Romulus allein herr/ 20 Dieser hat die stad nach seinem namen genennet Roma/ 21 Also ist Rom durch Eneae nachkomen gebawet/ 22 denn Syluia die mutter Romuli ist von Enea herkomen/ 23 vnd dieweil der vater Romuli nicht bekant ist/ hat man fabulirt Mars sey sein vater gewesen/ 24 Wie aber Romulus das regiment gefasst hat/ vnd wilche krieg gefuret/ findet man jnn Liuio/ 25 Denn ich wil allein kurtz die zeit anzeigen/ vnd die wunderbarlichsten verenderung der reichen/ dadurch sich ein jder besser jnn alle Historien schicken könne/ vnd dennoch die sonderlichen Gottes werck merck/ darin zu sehen/ wie Gott vnrecht strafft/ vnd warümb die reich verendert werden.

24 Wie aber Romulus das regiment gefasst hat/ vnd wilche krieg gefuret/ findet man jnn Liuio

3,22,26 Die so die zeit am vleissigsten gerechnet haben/ als Pomponius Atticus vnd etliche andere/ setzen den anfang der stad Rom/ jn den anfang des dritten jars/ Olympiadis Sextae/ das ist jm .15. jar Joathan des Königs Juda/ jm jar nach der welt anfang .3206.

3,22,26 Die so die zeit am vleissigsten gerechnet haben/ als Pomponius Atticus vnd etliche andere/ setzen den anfang der stad Rom/ jn den anfang des dritten jars/ Olympiadis Sextae/ das ist jm .15. jar Joathan des Königs Juda/ jm jar nach der welt anfang .3206.

3,22,27 Vnd ist Rom gestanden vor vnsers Herrn Christi geburt .758. jar.

3,22,27 Vnd ist Rom gestanden vor vnsers Herrn Christi geburt .758. jar.

3,22,28 Dis mus ich aber anzeigen/ 29 Varro hat geschrieben/ das die .12. Geir bedeuten die zeit wie lang Rom stehen solt/ nemlich .1200. jar/ 30 Denn ein jder Geir bedeut ein seculum/ das ist .100. jar/ 31 vnd dieses trifft recht zu/ 32 denn es sind bey .1200. jar/ von anfang der Stad Rom/ bis auff die zeit Honorij vnd Arcadij/ da die Gotthi Rom zerstöret haben.

3,22,28 Dis mus ich aber anzeigen/ 29 Varro hat geschrieben/ das die .12. Geir bedeuten die zeit wie lang Rom stehen solt/ nemlich .1200. jar/ 30 Denn ein jder Geir bedeut ein seculum/ das ist .100. jar/ 31 vnd dieses trifft recht zu/ 32 denn es sind bey .1200. jar/ von anfang der Stad Rom/ bis auff die zeit Honorij vnd Arcadij/ da die Gotthi Rom zerstöret haben.

3,22,33 Vnd haben die König zu Rom regirt .244. jar/ wie Liuius schreibet/ 34 Eusebius setzet noch .2. jar dazu.
Romulus.           38.
Numa.               43.
Tullus Hostilius.  32. 35 dieser hat Alba zerstöret/ vnd den verreter jhren haubtman Metium Suffecium gestrafft/ vnd ein sonderlich Exempel der welt geben/ wie man die verretter belohnen sol/ denn er hat jhn zwischen zween wagen binden/ die von einander lauffen/ vnd jhn zerreissen lassen/ 36 Dis ist das end gewesen des Königreichs zu Alba/ 37 vnd ist dieses geschehen/ da jnn Juda der König Manasse regirt hat/ 38 vnd sind nach zerstörung Alba/ die alten Troianer geschlecht/ vnd nemlich Julij/ das geschlecht Aeneae/ von seinem son Julo/ also genant/ aus Alba gen Rom gezogen/ 39 Also sind die nachkomen Aenee dennoch blieben/ vnd sind
<030: unbezeichnet> zu Rom gewaltig worden/ 40 vnd ist zu letzt die Monarchi auff sie allein komen/ da Julius Keisar worden ist/ 41 Darümb hat Homerus recht geweissaget/ von Aenea/ das sein nach komen ewig regirn solten/ welcher spruch one zweiuel vom Römischen reich zu uerstehen ist/ das es solte die letzt Monarchi jnn der welt sein/ 42 doch dauon wil ich hernach sagen/ 43 Nach Tullo Hostilio hat regirt/
Ancus Murtius.         24.
Tarquinius priscus.   37.
Sextius Tullius.        44. 44 Zu dieses zeitten hat angefangen der Persen Monarchi/ 45 Aber ich hab vmb kurtz willen die Römischen König hie zusamen wollen setzen/ dieweil sie des mehrerteil regirt haben vor der Persen Monarchi/ vnd wir hernach vnter der Persen Monarchi wenig von Rom sagen werden/ 46 denn Rom ist dazu mal noch geringer macht gewesen.

3,22,33 Vnd haben die König zu Rom regirt .244. jar/ wie Liuius schreibet/ 34 Eusebius setzet noch .2. jar dazu.

35 dieser hat Alba zerstöret/ vnd den verreter jhren haubtman Metium Suffecium gestrafft/ vnd ein sonderlich Exempel der welt geben/ wie man die verretter belohnen sol/ denn er hat jhn zwischen zween wagen binden/ die von einander lauffen/ vnd jhn zerreissen lassen/

37 vnd ist dieses geschehen/ da jnn Juda der König Manasse regirt hat/

41 Darümb hat Homerus recht geweissaget/ von Aenea/ das sein nach komen ewig regirn solten/ welcher spruch one zweiuel vom Römischen reich zu uerstehen ist/ das es solte die letzt Monarchi jnn der welt sein/

44 Zu dieses zeitten hat angefangen der Persen Monarchi/ 45 Aber ich hab vmb kurtz willen die Römischen König hie zusamen wollen setzen/ dieweil sie des mehrerteil regirt haben vor der Persen Monarchi/ vnd wir hernach vnter der Persen Monarchi wenig von Rom sagen werden/ 

3,22,47 Tarquinius Superbus.  25. 48 dieser ist veriagt worden/ Darümb das sein son Sextus Tarquinius die Lucretia mit gewalt zu schanden gemacht/ derhalben sie sich selbst erstach/ vnd damit jhre freund beweget/ die König zu veriagen/ 49 Das ist abermals ein Exempel darin zu sehen/ aus wilchen vrsachen/ Gott die Reich verendert/ vnd wie er die Tyrannen strafft/ 50 Dis sey gnug von anfang der Stad Rom/ vnd wie die erst verenderung des Regiments darin furgefallen ist.

49 Das ist abermals ein Exempel darin zu sehen/ aus wilchen vrsachen/ Gott die Reich verendert/ vnd wie er die Tyrannen strafft/

4,1 Von der Andern
Monarchi.

4,1,1 NAch dem die Jüden
70. jar jm elend jm Königreich Babilon gewesen sind/ wie droben gesagt ist/ strafft Gott den König Baltasar zu Babilon/ darümb das er Gott lestert/ vnd die geweichten gefess vnehren liesse/ 2 Denn die Meden vnd Persen vberfielen Babilon/ eroberten die Stat/ vnd die Reich Chaldea vnd Assyria/ 3 Die weil nu die mechtisten Königreich widder zusamen gebracht sind/ vnd die Persen nachmals schier das gantz Asia eingenomen haben/ wird dieses billich die Ander Monarchi genennet 4 Vnd sol man hie dis gnedige werck Gottes bedencken/ der zu erhaltung rechtes vnd zucht/ aber mal die welt jnn ein corpus vnd regiment fasset/ 5 denn dazu hat Gott die hohen gewaltigen Monarchien jnn der welt haben wollen/ rechte regiment vnd gesetz durch die gantze welt fur vnd fur auff zu richten/ vnd wo sie zerrut/ widderümb anzurichten/ 6 dazu gehörn grosse gewaltige König vnd Potentaten.

5 denn dazu hat Gott die hohen gewaltigen Monarchien jnn der welt haben wollen/ rechte regiment vnd gesetz durch die gantze welt fur vnd fur auff zu richten/ vnd wo sie zerrut/ widderümb anzurichten/ 6 dazu gehörn grosse gewaltige König vnd Potentaten.

4,1,7 Vnd diese Monarchi der Persen/ ist den Greken bekant gewesen/ 8 denn die grössisten sachen/ so sich jnn Grecia begeben haben/ sind zu zeit dieser Monarchi geschehen/ 9 Darümb fahen die Greken jhr Historien erst an von den Persen/ wissen wenig was zuuor jnn der welt geschehen ist. <031>

9 Darümb fahen die Greken jhr Historien erst an von den Persen/ wissen wenig was zuuor jnn der welt geschehen ist.

4,1,10 Vnd damit man ordnung der zeit mercken kan/ mus ich den leser hie verinnern/ das ich bis anher die jar aus der heiligen schrifft genomen hab/ wie sie ordentlich verzeichnet sind von anfang der welt/ von der sindflut/ von Abraham vnd fur vnd fur eines jden Königs zeit/ bis auff diese .70. jar/ da die Jüden jnn Babilon jm gefengknus gewesen sind/ 11 Also ist die Bibel ein rechte gewisse ordenliche Chronica bis auff der Persen zeit/ 12 Darnach hat man die jar furter nicht ordenlich jnn der Bibel/ on so viel Daniel anzeiget das auff Christum nach der zeit so erleubt wird Jerusalem widder zu bawen .490. jar sein sollen/ 13 Dauon streiten etlich/ wie die jar zu zelen sind/ so man doch solchs leichtlich finden kan/ wie ich hernach anzeigen wil/ 14 Denn Daniel hat vns gar eben auff die zukunfft Christi gewisen.

4,1,10 Vnd damit man ordnung der zeit mercken kan/ mus ich den leser hie verinnern/ das ich bis anher die jar aus der heiligen schrifft genomen hab/ wie sie ordentlich verzeichnet sind von anfang der welt/ von der sindflut/ von Abraham vnd fur vnd fur eines jden Königs zeit/ bis auff diese .70. jar/ da die Jüden jnn Babilon jm gefengknus gewesen sind/ 11 Also ist die Bibel ein rechte gewisse ordenliche Chronica bis auff der Persen zeit/ 12 Darnach hat man die jar furter nicht ordenlich jnn der Bibel/ on so viel Daniel anzeiget das auff Christum nach der zeit so erleubt wird Jerusalem widder zu bawen .490. jar sein sollen/ 13 Dauon streiten etlich/ wie die jar zu zelen sind/ so man doch solchs leichtlich finden kan/ wie ich hernach anzeigen wil/ 14 Denn Daniel hat vns gar eben auff die zukunfft Christi gewisen.

4,2 Anfang der Persen
Monarchi.

4,2,1 ICh wil .191. jar se=
tzen jnn der Persen Monarchi/ damit sich diese zal furter reyhme auff die gedachten .70. jar/ 2 Denn ob schon die Greken mehr jar setzen jnn der Persen Monarchi/ geschicht der halben/ das sie nicht erst nach ausgang dieser .70. jar anheben/ sondern bey .20. jarn zuuor/ 3 Also kan man Philonis vnd der Greken rechnung concordirn/ denn die Jüden heben an des Cyri jar nach dem als er Babylon gewonnen hatt/ 4 Nu hatt Cyrus zuuor lang regirt/ 5 Die selbige jar ehe Babylon gewonnen/ zelen die Greken auch/ die gehorn nicht jnn die folgende zeit. 6 Darümb wil ich erstlich die hohen priester setzen/ wie Philo gezelet hat/ daraus gedachte zal zu beweisen/ 7 Darnach wil ich der Persen König setzen/ wie sie die Greken zelen vnd ordnen/ 8 vnd wer dieses merckt/ das man des Cyri Reich erst sol anfagen <sic!>/ nach dem er Babylon gewonnen hat/ der wird der Greken zal/ leichtlich concordirn/ mit diesen .191. jarn.

9 Jesus Sacerdos.               36.
Joakin filius absente patre.   8.
Jesus reuersus.                 20.
Joakin jterum.                  48.
Eliasib.                             21.
Joiada.                             24.
Joathan.                           24.
Jaddus.                            10.
Summa .191. jar/ 10 so zeuget Josephus/ das Jaddus gelebet hat/ da Alexander jnn Asiam gezogen ist.

4,2,1 ICh wil .191. jar se tzen jnn der Persen Monarchi/ damit sich diese zal furter reyhme auff die gedachten .70. jar/ 2 Denn ob schon die Greken mehr jar setzen jnn der Persen Monarchi/ geschicht der halben/ das sie nicht erst nach ausgang dieser .70. jar anheben/ sondern bey .20. jarn zuuor/ 3 Also kan man Philonis vnd der Greken rechnung concordirn/ denn die Jüden heben an des Cyri jar nach dem als er Babylon gewonnen hatt/ 4 Nu hatt Cyrus zuuor lang regirt/ 5 Die selbige jar ehe Babylon gewonnen/ zelen die Greken auch/ die gehorn nicht jnn die folgende zeit. 6 Darümb wil ich erstlich die hohen priester setzen/ wie Philo gezelet hat/ daraus gedachte zal zu beweisen/ 7 Darnach wil ich der Persen König setzen/ wie sie die Greken zelen vnd ordnen/ 8 vnd wer dieses merckt/ das man des Cyri Reich erst sol anfagen <sic!>/ nach dem er Babylon gewonnen hat/ der wird der Greken zal/ leichtlich concordirn/ mit diesen .191. jarn.

10 so zeuget Josephus/ das Jaddus gelebet hat/ da Alexander jnn Asiam gezogen ist.

4,3 Der Persen König wie
sie die Greken
zelen.

4,3,1 Cyrus.                     29.
Cambyses.                        7. Mens. 5.
Darius filius Hystaspis.      36.
Xerxes.                           20.             
<031 zweimal!>
Artaxerxes longimanus.    40.
Darius nothus.                 19
Artaxerxes Mnemon.        40.
Ochus.                           26.
Arsames.                        31.
Darius.                            6.

2 Diese zal kan man des mehrerteil beweisen/ durch die zeit/ 3 denn die Historici/ so nacheinander zu jdes zeit gewesen sind/ gedencken deren König so zu jhren zeiten gelebet haben/ 4 als Herodotus gedenckt des Xerxis/ 5 Thucydides gedenckt des Artaxerxis longimani/ 6 Hernach Xenophon schreibet von Dario notho/ vnd seinen sonen Cyro dem Jungern vnd Artaxerxe Mnemone/ vnd ist Xenophon jnn kriegen zu dieser zeit gewesen/ 7 Darümb irren die newen scribenten bey den Jüden seer/ die groben Esel/ die nicht mehr denn .4. Persen König setzen/ vnd verlieren jnn dieser rechten gewissen zal der welt/ mehr denn hundert jar/ 8 daraus folgen ander mehr jrthumb.

2 Diese zal kan man des mehrerteil beweisen/ durch die zeit/ 3 denn die Historici/ so nacheinander zu jdes zeit gewesen sind/ gedencken deren König so zu jhren zeiten gelebet haben/ 4 als Herodotus gedenckt des Xerxis/ 5 Thucydides gedenckt des Artaxerxis longimani/ 6 Hernach Xenophon schreibet von Dario notho/ vnd seinen sonen Cyro dem Jungern vnd Artaxerxe Mnemone/ vnd ist Xenophon jnn kriegen zu dieser zeit gewesen/ 7 Darümb irren die newen scribenten bey den Jüden seer/ die groben Esel/ die nicht mehr denn .4. Persen König setzen/ vnd verlieren jnn dieser rechten gewissen zal der welt/ mehr denn hundert jar/ 8 daraus folgen ander mehr jrthumb.

4,3,9 Jnn Daniele vnd Esdra/ wird der Persen König gedacht/ vnd werden etliche anders genent denn bey den Greken/ 10 Darümb wil ich zu vnterricht mein meinung dauon kürtzlich anzeigen/ 11 Etliche verwerffen Metasthenem/ der etliche Persen König anders nennet/ denn die Greken/ 12 Dieweil aber Esdra vnd Philo so gantz zusamen stimmen/ wil ich sie nicht verwerffen/ 13 denn der Persen wesen vnd Königreich ist ja dem Esdra eigentlich vnd wol bekant gewesen/ 14 denn er ist der grossen herrn vnd Rädt einer zu hoffe gewesen/ 15 Nu ordnet Metasthenes die Persen König also vnd sind die ersten/ darinn die vngleicheit furfalt/ auch bey Esdra vnd Philone also ordinirt.

16 Darius vnd Cyrus samptlich      2. 
vnd hernach allein Cyrus.            22.
Artaxerxes Assuerus.                  20.
Darius Artaxerxes Longemanus.   37.
Darius Nothus.                           19.
Artaxerxes Mnemon.                   55.
Ochus.                                      26.
Arsames.                                    4.
Darius.                                       6.

17 Diese vngleicheit jnn den ersten bedünckt mich/ kön man leichtlich Concordirn/ 18 Die Grecken wissen nicht vom ersten Dario/ der neben Cyro regirt hat/ wie Daniel zeuget/ denn er hat nicht lang regirt/ 19 darümb ist sein nam jnn frembden lendern nicht bekant worden/ 20 Auch machet Daniel selbst ein vnterschid zwischen diesem Dario vnd Cyro/ nennet diesen Darium ein Meden/ vnd Cyrum ein Persen/ 21 Nu rechen die Greken der Persen König/ vnd zelen die Meden nicht darunter/ 22 Denn der Meden Königreich ist auff die Persen gefallen/ 23 Darümb sind der Greken Historien/ der Bibel nicht zu widder/ ob schon die Greken diesen Darium auslassen/ 24 Denn sie zelen allein der Persen König/ 25 Josephus schreibet/ dieser Darius sey gewesen Astyagis son Cyaxares/ von welchem Xenophon schreibet/ 26 das mag wol sein.

4,3,9 Jnn Daniele vnd Esdra/ wird der Persen König gedacht/ vnd werden etliche anders genent denn bey den Greken/ 10 Darümb wil ich zu vnterricht mein meinung dauon kürtzlich anzeigen/ 11 Etliche verwerffen Metasthenem/ der etliche Persen König anders nennet/ denn die Greken/ 12 Dieweil aber Esdra vnd Philo so gantz zusamen stimmen/ wil ich sie nicht verwerffen/ 13 denn der Persen wesen vnd Königreich ist ja dem Esdra eigentlich vnd wol bekant gewesen/ 14 denn er ist der grossen herrn vnd Rädt einer zu hoffe gewesen/ 15 Nu ordnet Metasthenes die Persen König also vnd sind die ersten/ darinn die vngleicheit furfalt/ auch bey Esdra vnd Philone also ordinirt.

17 Diese vngleicheit jnn den ersten bedünckt mich/ kön man leichtlich Concordirn/ 18 Die Grecken wissen nicht vom ersten Dario/ der neben Cyro regirt hat/ wie Daniel zeuget/ denn er hat nicht lang regirt/ 19 darümb ist sein nam jnn frembden lendern nicht bekant worden/ 20 Auch machet Daniel selbst ein vnterschid zwischen diesem Dario vnd Cyro/ nennet diesen Darium ein Meden/ vnd Cyrum ein Persen/ 21 Nu rechen die Greken der Persen König/ vnd zelen die Meden nicht darunter/ 22 Denn der Meden Königreich ist auff die Persen gefallen/ 23 Darümb sind der Greken Historien/ der Bibel nicht zu widder/ ob schon die Greken diesen Darium auslassen/ 24 Denn sie zelen allein der Persen König/ 25 Josephus schreibet/ dieser Darius sey gewesen Astyagis son Cyaxares/ von welchem Xenophon schreibet/ 26 das mag wol sein.

4,3,27 Der ander Artaxerxes Assuerus ist Darius Hystaspis son/ 28 vnd wird Cambyses ausgelassen/ darümb das er bey leben seines vaters Cyri regirt hat odder ja <032>  nicht lang nach Cyri tod/ 29 Denn die Persen haben diese ordnung gehabt/ das so der König aus dem König reich hat zihen wollen/ hat er zuuor ein König an seine stadt wehlen müssen/ 30 Darümb da Cyrus widder die Scythen zihen wolt/ hat er zuuor Cambysen zu König gemacht/ vnd ist hernach weg gezogen/ hat 6. jar mit den Scythen gekriget/ 31 Mitler zeit hat regirt Cambises/ dem die Greken .7. jar geben/ 32 die sol man bey leben des vaters anfahen/ 33 Auch zeigen des Assueri Historien an/ das er Darius sey/ 34 denn Philo schreibet/ er hab die lender widderümb erobert die abgefallen waren/ nach dem als Cyrus die schlacht an den Scythen verloren hatt.

34 denn Philo schreibet/ er hab die lender widderümb erobert die abgefallen waren/ nach dem als Cyrus die schlacht an den Scythen verloren hatt.

4,3,35 Der drit heisset Darius Artaxerxes Longimanus/ 36 diesen nennen die Grecken Artaxerxen Longimanum/ 37 Metasthenes nennet jhn Darium/ Esdras/ Darium vnd Artaxerxem/ 38 denn diese namen haben sie gebraucht wie die Keisar/ diese namen Cesar/ Augustus. 39 Das aber Artaxerxes bald nach Dario gesetzt wird/ geschicht also/ 40 dieweil Xerxes jm anfang seines reichs weg zogen ist jnn Greciam/ hat Artaxerxes regirt jnn Orient/ 41 Darümb gedencken die Jüden des Xerxes nicht/ der nicht jnn Orient blieben ist/ sondern des Artaxerxes/ welchen sie erkant haben/ als den regirenden König/ 42 Darnach ist kein vngleicheit/ 43 Also bedünckt mich/ möge man auffs richtigst/ die Bibel vnd der Greken Historias Concordirn/ 44 Vnd die vngleicheit der jar/ komet daher/ das etlich bey leben der andern regirt haben/ 45 darnach ist jhr zeit von etlichen so/ von andern anders gerechnet worden.

4,3,35 Der drit heisset Darius Artaxerxes Longimanus/ 36 diesen nennen die Grecken Artaxerxen Longimanum/ 37 Metasthenes nennet jhn Darium/ Esdras/ Darium vnd Artaxerxem/

42 Darnach ist kein vngleicheit/ 43 Also bedünckt mich/ möge man auffs richtigst/ die Bibel vnd der Greken Historias Concordirn/ 44 Vnd die vngleicheit der jar/ komet daher/ das etlich bey leben der andern regirt haben/ 45 darnach ist jhr zeit von etlichen so/ von andern anders gerechnet worden.

4,4 Von Cyro.

4,4,1 CYrus der erst Mo=
narcha aus Persia/ ist der aller berümbtisten helten vnd König einer auff erden gewesen/ 2 Denn Gott hat jhm allerley hohe vnd Fürstliche tugent/ vnd sonderlich glück vnd wolfart jm regiment/ vnd viel herrlicher sieg geben/ ja hat jhn auch zu rechtem Gottes dienst gebracht durch den hohen Propheten Daniel/ wie die heilig schrifft bezeuget/ 3 Solche Fürsten/ die Gott also hoch begabet hat/ sol man ansehen nicht wie sie etliche vnuerstendige halten/ sondern fur hohe Gottes gaben/ dadurch Gott der welt hat helffen wollen/ zucht/ friden vnd recht auff erden angericht/ 4 vnter diese Gottes diener vnd Heroes sol man den Cyrum auch zelen.

2 Denn Gott hat jhm allerley hohe vnd Fürstliche tugent/ vnd sonderlich glück vnd wolfart jm regiment/ vnd viel herrlicher sieg geben/ ja hat jhn auch zu rechtem Gottes dienst gebracht durch den hohen Propheten Daniel/ wie die heilig schrifft bezeuget/ 

3 Solche Fürsten/ die Gott also hoch begabet hat/ sol man ansehen nicht wie sie etliche vnuerstendige halten/ sondern fur hohe Gottes gaben/ dadurch Gott der welt hat helffen wollen/ zucht/ friden vnd recht auff erden angericht/

4,4,5 So ist er auch von hohen leuten geborn/ 6 denn Gott lesset solche hohe ehr jnn der welt bey sonderlichen hohen geschlechten bleiben/ 7 Vnd dieweil sie Gott geadelt vnd geehrt hat/ sollen wir die hohen leut auch als ein sonderlich Gottes werck ehren/ 8 Der vater Cyri ist ein Fürst jn Persia gewesen/ vom geschlecht Sem/ 9 sein mutter ist des Königs tochter gewesen von Media/ 10 vnd schreibet Herodotus der König von Media Astyages hab ein traum gehabt von seiner tochter/ das jhr ein reb aus dem leib gewachsen/ die das gantz Asia bedeckt hat/ 11 Daraus hat man geweissaget/ das sie ein grossen mechtigen König geberen würde/ 12 Als nu Cyrus geborn ist/ hat Astyages besorget/ das Königreich kome von <033> den Meden auff die Persen/ 13 Derhalben hat er seinem hoffmeister Harpago befolhen/ dieses kind weg zu tragen/ vnd zu tödten/ 14 Aber Gottes radt vnd wil mag nicht verhindert werden/ 15 denn wiewol Harpagus das kind name/ vnd bestellet es zu tödten/ erhielt es doch Gott wunderbarlich/ also/ 16 Eim hirten warde befolhen das kind auff ein berg zu tragen/ vnd dabey zu bleiben bis es stürbe/ vnd so es tod were/ solch dem Harpago anzuzeigen der wolt es lassen besehen/ Damit er seinen König die wahrheit berichten kond/ vnd das kind ehrlich begraben/ 17 Als aber der hirt das kind heim bringt/ hat sichs begeben/ das sein weib desselbigen tags ein tod kind geborn hatt/ 18 Da sie nu höret vom man/ das jhm befolhen sey/ das frembde kind zu tödten/ vnd sihet das es ein sehr schon vnd adelich kind ist/ höret auch das es vom Königlichen stam geborn sey/ gibt sie jhrem man diesen radt/ er sol jhr tod kind weg tragen/ fur dieses/ so wolle sie dagegen dieses kind als das jhr auffzihen/ Vnd vermanet jhn/ er wölle kein mort an des Königs blut begehen/ so doch dem König nu mehr von diesem kind kein fahr entstehen mocht/ dieweil es fur ein hirten solt erzogen vnd gehalten werden/ 19 Auch würde der König zu friden sein/ so er eigentlich bericht würde/ man hette das kind begraben/ 20 Der hirt folget seiner hausfrawen/ vnd tregt sein eigen tod kind auff ein berg/ vnd lesst Harpago anzeigen/ das kind sey tod/ 21 Harpagus verschafft das man das kind besihet vnd begrebet/ vnd bericht den König er hab die sach ausgericht/ das kind Cyrus sey begraben/ 22 Also ist aber Cyrus bey dem hirten blieben vnd erzogen/ 23 da nu das kind gewachssen/ hat sich bald seine adeliche art vnd geschicklicheit erzeiget/ das jhn die andern knaben/ seine gesellen/ alle liebten vnd ehreten/ 24 Da hat er ein regiment vnter den knaben gemacht/ vnd wo sich einer nicht recht gehalten/ hat er jhn ernstlich gestrafft/ 25 Hiemit hat sich begeben/ das er ein edelen knaben hart geschlagen hat/ der hat jhn bey seinen eltern verklaget/ dis hat an den König gelanget/ 26 Da aber der König die jungen fur foddert/ vnd den knaben Cyrum verhört/ verwundert er sich seiner geschicklicheit/ vnd vernünfftigen reden/ vnd gedacht an die zeit/ da seine tochter geborn hatt/ 27 fraget so fern/ das er befande/ das dieses der knabe war/ den er hatt befolhen zu töden/ 28 Da behielt er den knaben Cyrum ein zeitlang bey sich/ 29 der hielt sich also wol/ das nu Astyages sich nicht mehr vor jhm besorget/ sondern lies jhn zu seinem vater jnn Persia zihen.

7 Vnd dieweil sie Gott geadelt vnd geehrt hat/ sollen wir die hohen leut auch als ein sonderlich Gottes werck ehren/ 

10 vnd schreibet Herodotus der König von Media Astyages hab ein traum gehabt von seiner tochter/ das jhr ein reb aus dem leib gewachsen/ die das gantz Asia bedeckt hat/ 

4,4,30 Aber Harpago/ das er den knaben nicht hat vmbbracht/ warde der König Astyages sehr vngnedig vnd foddert jhn/ vnd befahl jhm seinen jungen son gen hoffe zu senden/ 31 dieses thet Harpagus/ 32 Da lies Astyages/ den son Harpagi töden vnd kochen/ vnd beruffet den vater Harpagum zu tisch/ seinen eigen son zu essen/ 33 Da aber das mal aus war/ lies Astyages dem Harpago/ das heubt/ hende vnd füsse bringen/ vnd sagen/ dieses kindes fleisch habe er gessen/ 34 Harpagus kennet das heubt/ vnd mercket was sein herr gethan hette/ vnd warümb solchs geschehen war/ vnd schweige stil/ vnd erzeiget alle demut vnd forcht gegen dem König/ 35 lesst sich nicht mercken/ das er die grewliche Tyranney rechen wölle.

4,4,36 Hernach practicirt er mit den grossen herrn jnn <034> Meden/ das sie von Astyage abfallen/ vnd Cyrum zum König machen solten/ 37 Solchs gibt er Cyro zuuerstehen/ vnd vermanet jhn das reich einzunemen/ Vnd die Tyranney/ an jhn beiden gevbet zu rechen/ 38 vnd damit die sach heimlich bliebe/ thet er jhm also/ 39 Er schicket Cyro ein hasen/ darein vernehet er die brieff vnd befahl dem botten nicht anders/ denn das Cyrus den hasen selbst streiffen solt.

4,4,40 Als nu Cyrus den brieff fande/ vnd den anschlage vermerckt/ rüstet er sich/ vnd zoch jnn Meden/ 41 Nu ward Harpagus heubtman widder Cyrum gewelet/ 42 darümb ergab er sich vnd den gantzen zeug als bald Cyro/ 43 Also verlore Astyages das Königreich Meden/ vnd warde gefangen/ 44 Cyrus hielt jhn aber Fürstlich vnd tödet jhn nicht. 45 Also ist der Meden königreich auch von wegen der Tyranney verendert worden/ vnd auff die Persen komen/ 46 Darnach ist der reich König forn jn Asia Croesus widder den Cyrum gezogen/ 47 aber Cyrus ist jhm begegnet/ vnd hat jhn geschlagen/ vnd das gantz Königreich eingenomen/ vnd die feste stadt Sardis gestürmet/ vnd Croesum da gefangen/ 48 Als aber Cyrus den Croesum hat verbrennen wöllen/ schrey Croesus auff dem holtzhauffen/ 49 O Solon Solon/ 50 des verwundert sich Cyrus/ vnd lies bald fragen/ was dieses schreien bedeut/ 51 da erseufftzet Croesus vnd sagt/ 52 Es were vor zeiten ein weiser man von Athen/ genant Solon/ bey jhm gewesen/ 53 dem het er grosse ehr gethan/ vnd jhn sein macht vnd herrlickeit sehen lassen/ vnd gefraget/ was er dauon hielte/  ob er nicht meinet das er so mechtig were/ das jhm niemand schaden mocht/ vnd das er sich keines grossen vnfals zu besorgen hette/ 54 darauff hette jhn Solon gestrafft vnd gesagt/ Das kein mensch so vermessen sein solt/ sich bey leben fur selig zu halten/ vnd so gewaltig das jhn vnglück nicht stürtzen möcht/ 55 Aber er hette dazumal diese rede nicht gros geacht/ vnd were sicher gewesen/ vnd solchen hohen fahl nicht besorget/ 56 jtzund aber were jhm diese rede zu hertzen gangen/ 57 darümb hette er den Solon genennet/ vnd wolte das alle menschen jnn wolfart bedechten/ das sie widder fallen möchten/ damit sie nicht stoltz vnd vermessen würden/ vnd nicht aus solcher vermessenheit sachen furnemen/ die zu letzt jhnen zu beschwerung gereichen.

4,4,58 Da Cyrus diese rede gehört hat/ hat er sich des Croesi erbarmet vnd gesprochen/ 59 Er wolle nicht weiter hartigkeit vben widder diesen/ der zuuor auch ein grosmechtiger König gewesen sey/ vnd bedencke das er auch ein mensch sey/ es mocht dazu komen/ das er auch frembder gnaden vnd barmhertzigkeit bedürffte/ 60 Vnd hat hernach Croesum zu sich gezogen/ vnd als ein grossen Fürsten gehalten vnd seines radts gepfleget/ hat jhn auch gefraget/ was jhn beweget habe diesen krieg anzufahen/ so er doch zuuor Apollinem gefraget hett/ ob jhm solchs Apollo geradten habe/ 61 Antwort Croesus/ Apollo habe jhm wol geraden mit diesen worten. 62 ERKENNE DICH SELBST SO VVIRD ES DIR VVOL GEHEN. 63 Diese warnung hett er nicht veracht/ sondern nach dem er erstlich/ da er den Assyrier geholffen/ sein volck verloren hett/ hett er bedacht furter zu friden zu sein/ dieweil er gesehen/ das Cyrus solch glück vnd macht hatt/ 64 Aber die hoffart <035> hette jhn widder betrogen/ als die vmbligenden stedt vnd Fürsten sein macht/ vnd geschicklicheit gerhümet/ vnd darümb jhn zum haubtman widder Cyrum gewelet hetten/ 65 Dieses rhümen vnd wol trösten hette gemacht/ das er des Apollinis warnung anders gedeutet/ vnd gemeinet hett/ er erkennet sich/ er wer mechtig vnd nicht geringer denn Cyrus/ 66 Also hette er sich zu diesem krieg bewegen lassen. 67 Vnd dis sey gnug von Croeso/ darin viel schoner Exempel zu sehen/ wie Fürsten zu vnnötigen kriegen bewegt werden/ durch die gesellen/ so wol trösten vnd jhr macht hoch rhümen/ auch wie sich Cyrus jnn solchem grossen glück gehalten hat/ das er nicht stoltz vnd Tyrannisch worden ist.

4,4,68 Also hat Cyrus alle lender jngehabt von Persia an bis forn an Jonia/ 69 Hernach ist er widder zu ruck gezogen/ vnd hat Babilon belagert/ die man dafur hielt/ das nicht möglich were/ das man sie mit gewalt erobern mocht/ 70 Aber Cyrus gewan sie also/ 71 Das wasser Euphrates fleusset durch Babilon etlich mal/ 72 Nu hat Cyrus das wasser abstechen lassen/ das es so klein geworden/ das man zu fus dadurch gehen mocht/ 73 dazu hat er seine kuntschafft gehabt/ wenn die Babilonier am sichersten vnd vngerüst gewesen/ 74 da hat er zu nacht sein zeug durchs wasser jnn die stadt bracht/ vnd also die stadt erobert.

4,4,75 Vnd ist hie zu sehen/ dieweil keine macht dem Cyro widderstand thun mage/ sondern so viel gewaltiger stedt vnd Königreich müssen sich vor jhm demütigen/ das es eitel Gottes werck sind/ der die hohen Monarchen einsetzet vnd schützet/ vnd das die regiment durch Göttliche hilff vnd macht/ widder den Teuffel jnn der welt angericht werden.

4,4,75 Vnd ist hie zu sehen/ dieweil keine macht dem Cyro widderstand thun mage/ sondern so viel gewaltiger stedt vnd Königreich müssen sich vor jhm demütigen/ das es eitel Gottes werck sind/ der die hohen Monarchen einsetzet vnd schützet/ vnd das die regiment durch Göttliche hilff vnd macht/ widder den Teuffel jnn der welt angericht werden.

4,4,76 Vnd wird diese Monarchi gerechnet nach eroberung Babylon/ welche die haubtstat der monarchi gewesen ist/ 77 vnd sind nu widder zu samen bracht der Chaldeer/ Assyrier/ Meden vnd Persen Königreich/ dazu das forder Asia/ vnd viel andere grosse lender so mit diesen grentzen/ welche Cyrus also wol vnd löblich regirt hat/ das kein regent jnn allen historien höher gepreiset ist denn dieser Cyrus. 78 Vnd den anfang dieser Monarchi nach eroberung der stat Babylon/ setze ich jnn das 70. jar nach dem als die Jüden gen Babylon gefuret sind/ vnd ist dieses das iar nach anfang der welt.
3443.
Vnd vor der geburt Christi.
511 iar 79 daran ist abzunemen/ das der Grecken historien/ so erst am Cyro anfahen nicht seer alt sind.

78 Vnd den anfang dieser Monarchi nach eroberung der stat Babylon/ setze ich jnn das 70. jar nach dem als die Jüden gen Babylon gefuret sind/ vnd ist dieses das iar nach anfang der welt.
3443.
Vnd vor der geburt Christi.
511 iar 79
daran ist abzunemen/ das der Grecken historien/ so erst am Cyro anfahen nicht seer alt sind.

4,4,80 Das sey gnug vom weltlichen regiment dieser zeit. 81 Nu vom geistlichen regiment/ ist zu wissen/ das nach dem Cyrus Babylon gewonnen/ hat er die Jüden ledig gelassen/ vnd sie widderümb jn jhr land eingesetzet/ vnd dahin ziehen lassen aus allen seinen Königreichen/ 82 Darin wir sehen/ das Gott seiner kirchen nicht wil vergessen/ vnd wie hart er sich der selben annimmet/ 83 Babylon hat müssen zu poden gehen/ damit die kirch ledig würde/ Dieweil jhn die Babylonier nicht gnade erzeigen wolten/ 84 Vnd sind die Obersten der Jüden so widderümb gen Jerusalem zogen sind/ gewesen Zorobabel des Königs Jeconie enkel/ vnd der Priester Jesus/ 85 vnd ist also der stam Dauid jm re= <039, richtig: 036> giment blieben/ vnd das Priesterthumb auch widderumb angericht/ 86 Wie es aber weiter gangen ist/ wil ich hernach sagen.

82 Darin wir sehen/ das Gott seiner kirchen nicht wil vergessen/ vnd wie hart er sich der selben annimmet/ 

4,4,86 Vnd hat Gott diesem Cyro solche hohe gnade erzeiget/ das er jhn durch Daniel auch hat zu rechtem glauben vnd Gottes dienst komen lassen/ laut seiner confession/ darin also stehet/ das jhm Gott hab alle Reich auff erden geben/ der auch beuolhen habe/ das er jhm den tempel zu Jerusalem widder pawen sol/ 87 Also ist rechter glaube dazumal nicht allein bey den Jüden/ sondern auch bey den Heiden jm königreich Cyri bekant gewesen. 88 Die Heiden loben auch Cyrum/ das er Gottförchtig gewesen sey/ vnd seine leut zu Gottes forcht gehalten/ 89 vnd spricht Xenophon/ er hab gesagt/ 90 Wie besser sey schiffen mit fromen leuten/ also sey glückseliger mit fromen leuten regiren vnd zu feld ziehen.

89 vnd spricht Xenophon/ er hab gesagt/

4,4,91 Ich solt hie sagen von Daniel/ der dazumal der höhist Prophet jnn der kirchen gewesen ist/ 92 aber ich kan sein lob nicht mit wenig worten ausrichten/ 93 denn er ist nicht allein jm geistlichen regiment die höhist person gewesen/ dauon er solche hohe prophecias gehabt hat/ das er die zeit der zukunfft Christi bestimmet hat/ sondern ist auch jm weltlichen regiment der furnemist Radt bey Cyro gewesen/ 94 vnd hat dauon treffenliche hohe prophetias gehabt/ von ordnung der künfftigen grossen königreich/ 95 welche alles findet man jnn seiner schrifft/ 96 darümb wil ichs hie fallen lassen.

95 welche alles findet man jnn seiner schrifft/ 96 darümb wil ichs hie fallen lassen.

4,4,97 Nach dem als Cyrus Babylon gewonnen hat/ sind jhm die grewlichen leut/ die Scythen jnn seine lender gefallen/ 98 da hat Cyrus seinem son Cambysi das königreich beuolhen/ vnd ist er an die Scythen gezogen/ hat erstlich die Scythen geschlagen/ vnd den iungen König der Scythen gefangen. 99 Hernach sagt Herodotus/ sey Cyrus von den selbigen wüsten leuten widderümb geschlagen worden/ vnd sey jnn dieser schlacht vmbkomen/ 100 vnd hab die Königin des Cyri haubt genomen/ hab es jnn blut gestossen/ vnd gesaget/ er habe wöllen blut sauffen/ da sol er gnug sauffen. 101 Diese that/ so es war ist/ ist mehr ein anzeigung der vnmenschlichen grausamkeit der Scythen/ denn das es Cyro vnehrlich sey/ der als ein heiliger vnd löblicher könig/ ehrliche vnd rechte krieg gefurt hat/ seine lender zu beschützen/ 102 denn ein König mus ein krieger sein/ 103 Doch sagt Herodotus da bey/ das andere anders vom tod Cyri reden. 104 Vnd Xenophon schreibet/ wie er auff dem bett gestorben sey/ vnd die son zuuor vermanet zu Gottes forcht/ vnd lieb vnd einigkeit vnter sich zu halten/ vnd mit vielen worten geredt/ das sie nicht wöllen gedencken/ das die seelen mit dem leib sterbe/ vnd vergehe/ sondern sollen wissen/ das die seel vnsterblich sey/ vnd die fromen nach diesem leben ruge haben bey Gott/ die bösen aber werden straff leiden/ 105 Vnd setzet dazu ein fein anzeigung aus der vernunfft/ das man sehe/ wie die vbeltheter grewlich schrecken des gewissens bey leben haben. 106 Daraus sey abzunemen/ das die seel ein sonderlich wesen habe/ 107 vnd dieweil solche schrecken von Gott komen/ zeigen sie an/ das Gott vnrecht straffen werde. 108 Das sey gnug von diesem heiligen könige Cyro.  <073, richtig: 037>

99 Hernach sagt Herodotus/ sey Cyrus von den selbigen wüsten leuten widderümb geschlagen worden/ vnd sey jnn dieser schlacht vmbkomen/

103 Doch sagt Herodotus da bey/ das andere anders vom tod Cyri reden. 104 Vnd Xenophon schreibet/ wie er auff dem bett gestorben sey/

105 Vnd setzet dazu ein fein anzeigung aus der vernunfft/ das man sehe/ wie die vbeltheter grewlich schrecken des gewissens bey leben haben.

 4,5 Wenn erstlich die philosophi
jnn Grecia gewesen sind.

4,5,1 DRoben hab ich gesagt
Poeten seyen erstlich die gelarten jnn Grecia gewesen/ 2 Hernach vmb Cyrus zeit sind andere gelarte gewesen/ die man hat Philosophos genennet/ 3 vnd sind zweierley zu einer zeit auffkomen/ Philosophi Jonici/ vnd Philosophi Jtalici/ 4 Jonici sind jnn Jonia gewesen/ 5 diese haben vleissig von der Physica vnd Astronomia disputirt/ 6 vnd ist der anfenger Thales/ welcher erstlich den Greken das jar jnn 365. tag geordnet hat/ 7 denn wiewol sie zuuor auch zwelff Monat gehabt/ haben sie doch der sonnen lauff/ allein nach des Mons lauff rechnen müssen/ 8 Auch hat Thales die erst Eclipsin jnn Grecia geweisaget/ vnd hat puncta equinoctiorum gesetzt/ welches ein recht kunst stück ist/ 9 Vnd dieses hat er von den Egyptijs gelernet/ bey welchen Gott diese kunst zuuor erhalten hat. 10 Dieser Thales hat auch gelart das des menschen seel vnsterblich sey/ 11 vnd ist dieser der recht anfenger der philosophi jnn Grecia.

4 Jonici sind jnn Jonia gewesen/ 5 diese haben vleissig von der Physica vnd Astronomia disputirt/ 6 vnd ist der anfenger Thales/ welcher erstlich den Greken das jar jnn 365. tag geordnet hat/ 7 denn wiewol sie zuuor auch zwelff Monat gehabt/ haben sie doch der sonnen lauff/ allein nach des Mons lauff rechnen müssen/ 8 Auch hat Thales die erst Eclipsin jnn Grecia geweisaget/ vnd hat puncta equinoctiorum gesetzt/ welches ein recht kunst stück ist/ 9 Vnd dieses hat er von den Egyptijs gelernet/ bey welchen Gott diese kunst zuuor erhalten hat. 

4,5,12 Die andern so Jtalici geheissen haben/ komen von Pythagora. 13 Denn Pythagoras hat auch vmb die zeit Cyri gelebet jnn Jtalia am eussersten ort/ das an Sicilia stösset/ vnd etwa Grekisch gewesen ist/ 14 vnd hat zu zeiten Pythagore zu Rom Seruius Tullius regirt. 15 Diese schul ist mit der Arithmetica/ Geometria/ vnd Musica vmbgangen/ nicht mit der Physica vnd Astronomia/ wie die andern/ 16 vnd hat Pythagoras ein Münch leben gefurt mit seinen schulern/ 17 vnd hat viel wunderlicher Ceremonias gemacht/ vnd seltzam ding von der seel gelart/ wie des menschen seel wandel aus bösen menschen jnn bestien/ zur straff/ 18 vnd haben jhr lahr heimlich vnter sich geübet/ also das verboten ist gewesen/ etwas dauon bei dem pöfel zu reden/ damit sie den pöfel mit jhr sonderlichen weis vnd lahr nicht zu vngehorsam/ odder zu verachtung gemeiner weis bewegten/ 19 doch ist diese sect nicht lang blieben. 20 Vnd dies sey gnug vom anfang der Philosophi/ damit man sehe wenn die kunst auffkomen vnd gestigen sind. 21 Hernach wil ich etlicher gedencken zu jhrer zeit/ die die Philosophi gebessert haben/ deren doch wenig sind/ 22 denn es sind seer wenig Philosophi gewesen/ die dieses ehrlichen namens wirdig sind/ 23 darümb ich jhr auch nicht viel nennen wil.

15 Diese schul ist mit der Arithmetica/ Geometria/ vnd Musica vmbgangen/ nicht mit der Physica vnd Astronomia/ wie die andern/

22 denn es sind seer wenig Philosophi gewesen/ die dieses ehrlichen namens wirdig sind/ 23 darümb ich jhr auch nicht viel nennen wil.

4,5,24 Vnd wie wol ich vmb kurtz willen/ hie viel auslas/ mus ich dennoch des Solon hie gedencken/ allein derhalben/ das von diesem man das Römisch recht/ so wir zum teil noch heut gebrauchen/ herkomet/ 25 denn Solon hat vmb diese zeit gelebet/ vnd ist mit Thales wol bekant gewesen. 26 Als aber zu Athen gros vneinigkeit daraus erstanden war/ das etlich jhre schuldner selb angrieffen vnd leibeigen machten/ hat die gantz Stat jnn den Solon gewilligt/ das er die selbig vnd ander vnordnung der Stat endern vnd bessern wolt/ welches Solon furgenomen/ vnd viel guter ordnung vnd gesetz gemacht/ die man noch hat/ 27 Vnd ist dis hie jnn sonderheit zu mercken/ das vor Solon auch gesetz <038> zu Athen geschrieben gewesen sind/ durch einen genant Draco/ welche allzu hart gewesen sind/ 28 denn diser Draco hat gesetzt alle mishandlung klein vnd gros mit dem schwert zu straffen/ 29 Darümb ein weiser man gesagt hat/ Draco habe seine gesetz mit blut geschrieben/ nicht mit dinten. 30 Solche harte vnd ernstliche regiment/ sind erstlich jnn der welt gewesen/ 31 Aber zu hart wert nicht/ 32 Derhalben hat Solon vnterschied vnd gradus gemacht/ etlich sachen mit dem schwert/ etlich anders zu straffen/ hat auch den Schos/ gewicht/ vnd die zeit des Jars geordnet/ 33 vnd wirt dieses gesetz jnn sonderheit gerhümet/ das ein jeder burger hat müssen alle Jar anzeigen der Oberkeit sein vermögen/ vnd handel/ wo von er sich enthalde/ 34 vnd wo ein müssiger befunden/ ist er veriagt worden.

4,5,24 Vnd wie wol ich vmb kurtz willen/ hie viel auslas/ mus ich dennoch des Solon hie gedencken/ allein derhalben/ das von diesem man das Römisch recht/ so wir zum teil noch heut gebrauchen/ herkomet/

4,6 Von Cambyse.

4,6,1 DJeser hat angefan=
gen zu regiren/ da sein Vater Cyrus widder die Scythen zoge/ hat das königreich Egyptum eingenomen. 2 Er ist aber seinem vater seer vngleich gewesen. 3 Da jhn ein Radt genant Prexaspes straffet/ vnd sagt jhm/ die Persen lobten jhn seer/ allein dieses misfiel jhn/ das er sich zum sauffen gewehnet. 4 Da fodert Cambyses seine Fürsten zusamen vnd fraget/ ob sie jhn zu taddeln wüsten/ 5 diese antworten alle jnn gemein/ das sie jhn nicht zu taddeln wüsten/ sondern hielten jhn höher/ denn Cyrum/ denn er hette zu dem Königreich Cyri Egyptum gewonnen. 6 Da gegen sprach Croesus/ dem Cyrus jnn sonderheit beuolhen hett/ acht zu haben auff Cambysen/ jhn zu warnen vnd zu vermanen zum besten/ 7 dieser redet also/ das Cambyses seinem vater Cyro noch nicht zu uergleichen were/ aus dieser vrsach/ denn er habe noch kein solchen son/ wie Cyrus Cambysen gelassen hette/ 8 Diese höfliche rede gefiel Cambysi.

4,6,9 Da er also radt gehalten/ dieweil jhn die Fürsten nicht gestrafft hatten/ foddert er Prexaspen vnd sagt/ damit er sehe das er bey sich selb sey/ wenn er schon gesoffen habe/ so sol jhm Prexaspes seinen iungen son stellen/ nach dem woll er zielen vnd schiessen/ wenn er wol truncken habe/ 10 treff er das hertz nicht/ so sol man billich fur ein seuffer halten/ 11 treff er jhm aber das hertz/ so möge man dabey abnemen das er bey vernunfft sey. 12 Dieses ist also geschehen/ 13 Cambyses da er wol gesoffen hat/ lies er den knaben stellen/ schos nach jhm/ vnd lies jhn darnach auffhawen zu besichtigen/ ob das hertz getroffen were/ 14 da mans also befand/ zeigt ers dem vater Prexaspi/ vnd sprach/ 15 Daraus möcht er abnemen/ das er nicht ein seuffer were. 16 Solche leut macht das sauffen/ wilde/ vihisch/ vnd tyrannisch/ wenn sie schon sonst wol geschickt sind/ als one zweiffel Cambyses zu aller geschicklicheit gezogen ist/ 17 Die wil er hie beweisen/ 18 vnd ist doch durch das sauffen also verderbet/ das/ ob er schon diese geschicklicheit behalten/ hat er doch andere viel höher tugent verloren/ vnd ist die vernunfft zerrüt nach dem bessern teil/ vnd sind die tugent weg die ein menschen zu zucht/ vnd ehren ziehen. 19 Solche exempel solt man den iungen gesellen/ so sich jnn das sauffen be= <039> geben/ furhalten/ 20 Denn wie dieses wesen ein end gehabt hat/ wirt bald volgen.

19 Solche exempel solt man den iungen gesellen/ so sich jnn das sauffen begeben/ furhalten/

4,6,21 Hernach lies er seinen bruder heimlich vmbbringen. 22 Auch hat er seine eigne Schwester zur Ehe genomen/ so doch die natur vor solcher Ehe ein schew hat. 23 Als aber sie beide einist zu tisch gesessen/ vnd Cambyses zu eim lust/ ein iungen lawen vnd ein freidigen iungen hund aneinander hetzet/ vnd da der law dem hund zu starck war/ risse sich noch ein iunger hund/ des andern bruder von seinen banden/ vnd loff zu/ diesem zu helffen/ vnd rissen also beide den lawen darnider/ da ward Cambyses seer frölich ob diesem spiel/ das die hund einander solch trew erzeigten/ 24 Aber die Königin fieng an bitterlich zu weinen/ 25 das verdrosse Cambysen/ vnd fraget warümb sie weinet/ 26 Antwort sie/ das sie die trew dieser hund erinnert het/ das jhrem getödten bruder solche trew vom andern bruder nicht widderfaren were/ 27 da erzürnet Cambyses seer vnd lies sie als bald weg reissen vnd vmbbringen.

4,6,28 Dieses wesen hat nicht lang bestehen mögen/ 29 denn Gott spricht/ 30 Die bluthund müssen nicht lang leben/ 31 darümb hat jhn Gott bald gestrafft/ 32 da er aus Egypto heim zihen wolt/ als er auff sitzet auff das pferd/ schos jhm sein eigen schwerd aus der scheiden/ vnd verwundet jhm sein seitten/ 33 dauon starb er. 34 Hie sihet man das Gott die Tyrannen nicht lang dulden wil/ 35 denn Cambyses hat nicht viel vber ein iar nach Cyri tod gelebet/ hat auch kein erben gelassen/ vnd ist also gantz verlosschen auff ein mal/ 36 vnd ist warlich zu iamern/ das das Reich so bald vom stam Cyri weg genomen ist/ 37 doch ist es dennoch jm geschlecht Cyri blieben/ 38 denn Darius nam die tochter Cyri/ 39 auch ist sonst Darius Cyro verwant gewesen.

4,7 Von straff eins vnrech=
ten Richters

4,7,1 ES ist aber kein Fürst
so vntüchtig/ er mus dennoch etlich gute werck thun/ 2 denn Gott ehret das ampt/ vnd schaffet das zu erhaltung des regiments etlich gute werck geschehen müssen. 3 Cambyses hat ein löblich tadt gethan/ dauon er gepreiset wirt jnn allen historien/ 4 Er hat ein haubtman forn jnn Asia genant Sisamnes/ 5 von dem hat er erfaren das er vnrecht gericht hatt vmb gelts willen/ 6 darümb lies Cambyses diesen vnrechten Richter tödten/ vnd jhm die haut abziehen/ vnd die selbige jnn den Richtstuel daselbest spannen/ wie sonst ein leder/ 7 vnd macht des entleibten son Otanen zum haubtman/ vnd setzet jhn auff den stuel mit diesem befelch/ das er bey dieser haut seines vaters straff gedencken/ vnd sich vor gleicher straff hüten solt. 8 Dis exempel hat Gott der Oberkeit furgestellet/ dabey zu bedencken/ das Gott jhr vnrecht auch straffen werde.
<040>

2 denn Gott ehret das ampt/ vnd schaffet das zu erhaltung des regiments etlich gute werck geschehen müssen. 

8 Dis exempel hat Gott der Oberkeit furgestellet/ dabey zu bedencken/ das Gott jhr vnrecht auch straffen werde.

4,8 Von Dario

4,8,1 DA Cambyses jnn
Egypto war/ vielen die Magi zu Susa von jhm ab/ vnd macht sich ein Magus durch list zu König/ 2 Es sind aber Magi genant worden/ der selbigen lender Priester vnd gelerten. 3 Nu eilet Cambyses heim die auffrürigen Magos zu straffen/ 4 Aber er blieb auff dem weg/ wie gesagt ist/ 5 Da aber Cambyses tod war/ namen sich der Persen Fürsten des Reichs an/ vnd erstachen die Magos. 6 Darnach kamen sie zusamen vnd hielten radt/ wie das Reich widderümb zu ordnen sein solt/ 7 vnd war dieser höhisten Fürsten sieben/ wie jm Deutschen Reich sieben Cürfursten/ on zweifel aus hohem bedencken geordnet sind/ als der höhist Radt dieses Reichs. 8 Da nu gedachte sieben Fürsten zusamen kamen/ zu radtschlagen/ was zu thun were/ sind dreyerley meinung jm radt disputirt worden.

2 Es sind aber Magi genant worden/ der selbigen lender Priester vnd gelerten. 

7 vnd war dieser höhisten Fürsten sieben/ wie jm Deutschen Reich sieben Cürfursten/ on zweifel aus hohem bedencken geordnet sind/ als der höhist Radt dieses Reichs.

4,8,9 Einer genant Otanes hat geradten/ man sol keinen König machen/ sondern die Fürsten vnd Stedt sollen ein bund miteinander machen/ das doch iglicher frey bleib/ 10 denn man hette befunden/ wenn ein einig man allein solch grosse macht hat/ das er leichtlich stoltz vnd tyrannisch würd/ vnd allen mutwillen furneme/ wie Cambyses gethan het.

4,8,11 Der ander Megabysus verwarff diese meinung/ vnd zeigt an das solche freyheit noch schedlicher were/ denn ein Tyrann/ 12 Denn Fürsten vnd Stedt/ so sie kein herrn haben würden/ würden sie auch viel böser sachen furnemen durch solche freyheit. 13 Dieses zu verhüten solte man nicht ein König machen/ sondern etlich Fürsten ordnen/ bey welchen stets die hoheit/ als Königlicher gewalt sein solt.

4,8,14 Der drit/ genant Darius facht beide meinung an/ vnd riedt/ man solt ein König welen/ 15 denn wiewol nicht on sey/ das dieses/ wie andere ding jnn der welt auch bey weil vbel geradten/ so were doch kein bestendiger vnd besser regiment/ denn ein Monarchi/ das ist/ so ein einig man der Oberst ist/ vnd das gantz regiment jnn seiner hand allein hat/ 16 Denn dieses sey offentlich wenn man diese dreierley/ wie sie erzelt gegenander halt/ vnd sie alle drey recht vnd woll geradten/ so sey doch Monarchia das schönest vnd best regiment/ denn sie ist Gottes regiment am ehnlichsten. 17 Auch so sey nicht wol zu hoffen das freye Fürsten/ odder so etlich Fürsten gewelet würden an Königs stat zu regiren/ lang eintrechtig sein würden jnn solchem grossen schweren regiment/ da so mancherley sachen furfallen/ deren sie sich nicht allezeit würden vergleichen können/ 18 Auch würde es nicht feylen/ es würde etwa einer odder mehr darnach trachten/ allein herr zu werden/ vnd die andern vnter sich zu bringen. 19 Diese vnd ander mehr vrsach erzelet Darius/ derhalben jhm die vberigen vier zufielen/ vnd beschlossen/ man solt ein König welen.

4,8,20 Vnd zwietracht jm Reich zuuerhüten/ haben sich diese Fürsten vereinigt/ Gott die wahl zubeuehlen/ also/ das sie/ die Fürsten morgens frw mit ein auff <041> ein platz reiten solten/ vnd welches pferd erstlich schreyen würde/ der solt König sein. 21 Da nu Darius heim kame/ sagt er dieses seinem höffmeister/ 22 der sagt dazu wisse er guten radt/ füret den abent des Darij hengst vnd ein merrhe auff den platz/ vnd füret sie lang da vmb/ vnd lies sie zusamen/ das/ so man morgen auff den platz komen würde/ der hengst da nach der merrhen schreyen solt. 23 Als nu morgens die Fürsten dahin zogen/ schrey Darius pferd erstlich/ 24 vnd damit man mercken möcht/ das Gottes will were/ das Darius König werden solt/ ist als bald ein blitz vnd donder/ one ein wetter am hellen himel mit des pferds schreyen komen/ 25 Da sind die andern Fürsten von pferden gefallen/ vnd haben Dario als eim König ehr erzeiget/ 26 Also ist Darius König jnn Persia nach Cyro vnd Cambyse worden/ vnd hat löblich regirt/ vnd die lender so abgefallen waren/ da Cyrus jnn Scythia vmbkam/ widder erobert. 27 Babylon war auch abgefallen/ 28 die hat er auch widder nach langer belegerung/ entlich also gewonnen. 29 Er hett ein Fürsten mit namen Zopyrus/ des Megabysi son/ der der sieben Fürsten einer gewesen ist/ 30 Dieser Zopyrus schneid jhm selbs oren vnd nasen abe/ vnd zeiget seinem König Dario an/ was er fur het/ 31 Macht sich gen Babylon vnd gabe fur der König hett jhn also schentlich zugericht/ derhalben das er geratten het/ man solt abziehen/ vnd stellet sich als were er des Königs feind worden/ vnd sucht schutz zu Babylon/ 32 Da namen jhn die zu Babylon gern an/ 33 Auch schlug er etlich hauffen des Darij/ 34 denn also het er die sach mit Dario angelegt/ das jhm die Babylonier besser vertrawen solten/ 35 vnd geschahe also/ denn die Babylonier vertraweten jhm/ machten zum haubtman/ 36 da lies er Darium ein/ 37 Also gewan Darius die stat Babylon/ nach dem er sie ein gantz iar vnd sechs Monat belegert hatt/ vnd hat diesem Zopyro sein trew ehrlich vergolten/ hat jhn allen Fürsten furgezogen/ 38 vnd hat auff ein zeit da man jhm ein granat apfel geben hat/ den apfel angesehen vnd gesagt/ Er wüste nicht bessers auff erden zu wünsschen/ denn so viel Zopyros/ als dieser apfel körner habe/ denn ein König habe kein höhern schatz/ denn trewe rädt.

4,9 Der krieg Darij jnn Grecia.

4,9,1 DJeweil der Persen
Reich mit den Macedonen vnd Grecken grentzet/ haben sie sich vmb diese lender auch angenomen/ 2 Aber Gott hat eim jeden Reich sein ziel gesatzt/ darüber es nicht komen kan/ 3 Also sind die Persen nie gewaltig jnn Macedonia odder Grecia worden. 4 Nu haben sich viel grosser hendel bey den Grecken dazumal begeben/ die ich nicht alle erzelen kan/ 5 ich wil etlich kürtzlich melden.

4,9,6 Die Persen sandten ein botschafft zu Amynta/ dem König jnn Macedonia/ er solt sich jhnen vnterthan machen/ 7 Der König Amyntas forcht sich vor der grossen macht der Persen/ vnd erzeigt sich demütiglich/ sagt zu sich vnter die Persen zu geben/ vnd hielt die legaten wol. 8 Nu begerten die legaten jnn eim banket/ man solt die edlen weiber auch zu jhn komen las= <042> sen/ 9 Amyntas durfft solchs nicht abschlagen/ lies die frawen foddern/ 10 Als aber die Persen nu bey truncken waren/ hielten sie sich vnzüchtig gegen den Edlen frawen/ 11 das verdros Amyntam vnd den iungen könig Alexandrum seer vbel/ 12 Darümb sagt Alexander zu seinem herrn vater/ er solt nu schlaffen gehn/ er wolte bey den gesten bleiben/ 13 Da aber Amyntas weg kame/ stellet sich Alexander frölich/ vnd lies sie mit den frawen schertzen. 14 Zu letzt bat er man solt einest auffstehen/ vnd die frawen ein wenig entweichen lassen/ sie solten bald widder komen/ 15 das liessen die Persen geschehen/ 16 Da bestellet Alexander bald/ das so viel iunger schöner gesellen sich jnn der frawen kleider verkleiden solten/ vnd messer zu sich nemen/ vnd wenn die Persen mit jhn schertzen würden/ solten sie die selbigen erstechen/ 17 Das geschach also/ vnd warden die Persen alle von diesen knaben erstochen/ vnd ward jhr vnzucht gestrafft/ 18 vnd ist dieser Alexander ein vorfarn des grossen Alexandri.

4,9,19 Hernach sind auch die Grecken forn jnn Asia die vnter Dario waren/ abgefallen/ vnd haben Sardis vberzogen/ vnd verbrent/ 20 da zu haben die von Athen geholffen/ 21 Denn ein treffenlicher Fürst genant Histieus schicket ein diener zu eim haubtman/ 22 vnd damit die sach heimlich were/ vnd nicht verradten würde/ schrieb er nicht brieff/ sondern lies einem knecht das har weg schneiden/ vnd truckt jhm auff das heubt diese meinung/ 23 Er solt vom König abfallen/ 24 vnd lies das har wider wachsen/ 25 Darnach sandt er den knecht zum selbigen heubtman mit diesem befehl/ 26 Er solt jhm das har abnemen/ vnd das heubt besehen/ 27 dis geschach also/ 28 derhalben fiel der Heubtman ab von Dario/ 29 Aber dieser anfenger der auffrhur ward erstochen vnd Histieus ward gehenckt/ 30 also name diese auffrur ein end.

4,9,30 Aus dieser vnd andern vrsachen schicket Darius ein grossen mechtigen zeug/ hundert tausent zu fues/ vnd zehen tausent pferd jn Greciam Athen zu vberziehen vnd zu straffen/ 31 diese lagerten sich auff zwo meil von Athen. 32 Wiewol nu etlich riedten/ man solt den feinden nicht entgegen ziehen/ sondern so sie die Stadt belegerten/ solt man die Stadt schützen/ 33 Aber Miltiades zeiget an/ das der pöfel kein belegerung leiden künt/ vnd so man eilend an die feinde zöge/ möcht man sie schlagen. 34 Diesem Miltiadi volget man/ 35 der ward heubtman/ 36 vnd zogen die von Athen zehen tausent starck an die feind/ 37 vnd hatten kein hilff von andern Stedten jnn dieser eil/ on von einer einigen Stadt/ Platea/ tausent man/ 38 Also schluge Miltiades mit wenig volcks/ die grosse/ mechtige/ vnd wolgerüste menig der Persen/ 39 vnd ist diese schlacht seer berhümet/ 40 denn das gantz Grecia war jnn grossem schrecken/ wie bey vns geschehen möcht/ so der Türck einfiel/ vnd ist jnn grosser eyl/ durch ein klein volck erret worden. 41 Hie ist aber zu mercken von diesem Miltiade/ wie der pöfel grossen leuten lohnet/ 42 Er hat hernach viel mehr guter thaten gethan/ vnd etlich Stedt vnd Jnsulen gewonnen/ vnd die macht der von Athen gemehret/ 43 Nu findet sich alle zeit neid wider grosse tugent vnd ehr/ 44 darümb practicierten etlich zu Athen widder Miltiaden/ bey dem pöfel/ das Miltiades jnn kercker gelegt ward/ so lang er der Stadt bezalet/ so viel als 30000. kronen/ 45 Nu vermocht er so viel nicht/ 46 Da er nu jm kercker kranck ward/ lies sich sein sone <043> Cymon einsetzen fur den vater/ 47 vnd da der vater starbe/ vnd der son noch jm kercker lag/ nam ein reicher burger die tochter Miltiadis/ 48 der bezalet das gelt vnd macht den Cymon ledig.

4,10 Von Xerxe.

4,10,1 DArius der König hat
zween sön gehabt/ den eltern geborn/ ehe er König worden ist/ Den andern genant Xerxes/ geboren nach dem er König geworden/ des mutter ist gewesen Atossa die tochter Cyri. 2 Dieweil nu Xerxes von der tochter Cyri geborn war/ ist er König geworden/ damit das Reich bey den nachkomen Cyri bliebe/ 3 Solchs hat der elter bruder aus sonderlicher tugent gewilligt/ vnd sich nicht mit gewalt dagegen setzen wöllen.

4,10,4 Nach dem aber die Persen jnn Grecia geschlagen waren/ hatt Darius fur widerümb ein gewaltigen zug jnn Greciam zu thun/ 5 Aber dieweil er sich rüstet/ starb er/ 6 Darümb nam Xerxes bald jm anfang seines regiments diese sache fur vnd zog mit grosser macht jnn Greciam/ 7 Denn man schreibet von keinem grössern zeug der je zusamen komen sey/ denn dieser zeug Xerxis/ 8 Justinus sagt es seyen aus den Königreichen Xerxis siebenmal hundert tausent gewesen/ vnd frembde bundgenossen drey mal hundert tausent. 9 Wiewol aber solche zal nicht glewblich scheinet/ so zeigen doch die historien an/ vnd so viel schlachten die bald nach einander geschehen sind/ das Xerxes seer ein gros volck mus gefüret haben/ 10 Auch sihet man zu vnsern zeiten an des Türcken rüstung/ wie die selbigen Orientischen völcker mit grossen hauffen/ vnd leichter rüstung ziehen. 11 So meldet auch Daniel/ das ein König aus Persia widder Greciam ein seer grosse macht füren werde. 12 Da Xerxes solchen zeug zusamen gebracht/ vnd beysamen gesehen/ schreibt man/ da sind jhm die augen vber gangen/ vnd sol kleglich angefangen haben zu sagen/ 13 Ach wie ein iamerlich ding ist des menschen leben/ 14 Hie stehen so viel hundert tausent man/ deren vber hundert iar keiner mehr leben wird.

8 Justinus sagt es seyen aus den Königreichen Xerxis siebenmal hundert tausent gewesen/ vnd frembde bundgenossen drey mal hundert tausent.

10 Auch sihet man zu vnsern zeiten an des Türcken rüstung/ wie die selbigen Orientischen völcker mit grossen hauffen/ vnd leichter rüstung ziehen. 11 So meldet auch Daniel/ das ein König aus Persia widder Greciam ein seer grosse macht füren werde. 

4,10,15 Man schreibt auch hiebey/ wie Xerxes da er ein bruck vber das enge Meer hatt machen wöllen/ vnd das Meer vngestüm worden/ hab ers steupen lassen. 16 Jtem/ das er jm anzug etlich fliessende wasser jm trencken/ austrocknet habe.

4,10,17 Auch sind zeichen geschehen den Xerxen zu vermanen seines vnglücks/ auff das er von seinem furnemen abstehen solt/ 18 denn ein pferd jm zeug hat ein hasen geporn/ 19 dadurch angezeigt ward/ das jhre pferd fliehen würden. 20 Jtem/ Es ist ein Comet erschienen den man nennet Ceratias/ darümb das er sich krümmet wie ein horn. 21 Es war auch ein Eclipsis der Sonnen. 22 Solche zeichen gehen one schaden nicht ab/ wie alle historien bezeugen/ denn es volget allezeit vnglück/ 23 Darümb sind dises zeichen/ dadurch Gott seinen zorn drawet/ 24 vnd sollen nicht veracht werden/ sonder vns zu Gotts forcht reitzen/ 25 denn hie wird man sehen/ welche verenderung aller stende vnd regiment nach diesen zeichen geuolget sind.  <044>

4,10,17 Auch sind zeichen geschehen den Xerxen zu vermanen seines vnglücks/ auff das er von seinem furnemen abstehen solt/ 18 denn ein pferd jm zeug hat ein hasen geporn/ 19 dadurch angezeigt ward/ das jhre pferd fliehen würden. 20 Jtem/ Es ist ein Comet erschienen den man nennet Ceratias/ darümb das er sich krümmet wie ein horn. 21 Es war auch ein Eclipsis der Sonnen. 22 Solche zeichen gehen one schaden nicht ab/ wie alle historien bezeugen/ denn es volget allezeit vnglück/ 23 Darümb sind dises zeichen/ dadurch Gott seinen zorn drawet/ 24 vnd sollen nicht veracht werden/ sonder vns zu Gotts forcht reitzen/

4,10,26 Nu wolt erstlich Xerxes die Grecken zu land angreiffen/ 27 Es ist aber Grecia ein beschlossen land/ das man nicht darein komen kan/ denn zu wasser/ odder durch ein eng gebirg/ 28 derhalben etlich tausent verordnet sind an das gebirg die Clausen zu bewaren/ 29 Da die Persen durch wolten/ flohe der grösser teil Grecken/ dahin verordnet/ 30 Allein 400. Lacedemonij blieben/ vnd hielten sich als frome redliche leut/ 31 Vnd wiewol sie viel zu schwach waren solche grosse menig auffzuhalten/ haben sie sich dennoch geweret/ vnd bey 20. tausent Persen erschlagen/ 32 Denn sie hetten ein vorteil jnn dem engen weg/ das kein grosser zeug darein komen/ vnd sie vmbgeben mocht/ 33 vnd sind da zween brüder Xerxis vmbkomen/ 34 Aber die 400. Lacedemonier sind auch tod blieben mit jhrem könig Leonida/ 35 vnd wird diese ritterliche tadt seer gelobet/ das ein solcher kleiner hauff sich hat weren dürffen widder so große macht/ 36 Vnd wiewol sie nicht gesiget haben/ haben sie doch den feinden ein grossen schaden gethan/ vnd sie auch feyger gemacht.

4,10,37 Da nu dieser passz <sic!> jnn Greciam verlorn war/ ist gantz Grecia seer erschrocken/ vnd haben sich etlich Stedt an Xerxen ergeben am ort des landes. 38 Es war auch ein man zu Athen mit namen Cyrsilus/ oder wie jhn Herodotus nennet Lycidas/ der riedt/ Athen solt sich auch an Xerxen ergeben/ denn sie möchten sich doch widder solchen gewalt nicht auffhalten/ 39 Aber Themistocles riedt dagegen/ man solt sich weren/ vnd zeigt vrsach an/ das alle zucht/ recht vnd erbarkeit vntergehen würde/ so die Persen herrn würden jnn Grecia/ 39 sie würden allen jhren mutwillen an jhren weib vnd kindern vben/ wie sie denn bey etlichen so sich an die Persen ergeben hatten/ bereit gethan hatten/ vnd vnseglich schand getrieben/ 40 Derhalben viel besser were/ sterben denn solche herrn williglich annemen.

38 Es war auch ein man zu Athen mit namen Cyrsilus/ oder wie jhn Herodotus nennet Lycidas/ der riedt/ Athen solt sich auch an Xerxen ergeben/ denn sie möchten sich doch widder solchen gewalt nicht auffhalten/

4,10,41 Darauff warde beschlossen/ das man sich getrost weren solt/ 42 vnd warden die von Athen also vber Cyrsilum erzürnet/ das sie jhn von wegen seines vnehrlichen radts steinigten/ 43 Dazu steinigten die weiber des Cyrsili weib/ das er ein solchen radt geben hett/ der jhnen vnd jhren kindern so man volget zu schanden gereicht hett/ 44 Vnd ist diese grosse tugent hoch zu loben/ vnd das exempel zu mercken/ das sie alle lieber haben wöllen sterben/ denn sich an ein frembde natio ergeben/ zu zerrüttung jhres regiments/ vnd aller policey vnd erbarkeit.

44 Vnd ist diese grosse tugent hoch zu loben/ vnd das exempel zu mercken/ das sie alle lieber haben wöllen sterben/ denn sich an ein frembde natio ergeben/ zu zerrüttung jhres regiments/ vnd aller policey vnd erbarkeit.

4,10,45 Es hatt aber Apollo geweissaget/ die von Athen solten siege haben jnn hültzern mauren/ 46 Dieses legt Themistocles also aus/ das man sich zu schiff rüsten solt/ dazu weib vnd kind jnn schiff schicken vnd die stadt oed stehen lassen/ 47 denn widder solchen gewalt möcht man die Stadt nicht lang auffhalten/ 48 so weren die Persen nicht wol geschickt zu wasser. 49 Diesem anschlag haben geuolget Athen/ Sparta/ vnd Corinthus/ vnd jhr macht zu schiff zu samen gebracht an ein eng ort bey der Jnsel Salamin/ 50 da haben sie sich gehalten/ vnd der Persen gewart/ 51 denn Xerxes hatt viel schiff/ 52 darümb hielten sich die Grecken an engen orten/ da man sie nicht mit viel schiffen vmbgeben kont.

4,10,53 Da Xerxes hört das man sich zu schiff widder jhn gerüst hatt/ vnd merckt das er jnn grosser fahr ste= <045> hen würde/ solten die Grecken frey auff dem Meer sein/ vnd jns land fallen/ nach jhr gelegenheit/ ward jhm geradten/ er solt die Grecken auch auff dem wasser angreiffen/ 54 Das geschach/ 55 da sigten die Grecken/ vnd schlugen dem Xerxi ein gros volck abe/ vnd verseufften jhm seer viel schiff/ 56 Durch diesen sieg ward Grecia widderümb getröst/ vnd verzaget Xerxes/ 57 Er was auch nicht jnn der schlacht gewesen/ sondern hatt da bey gehalten am vfer vnd zugesehen/ 58 vnd haben alle Grecken den preis dem Themistocli geben/ das er durch sein anschlege diesen sieg erhalten/ vnd gantz Grecia erret habe.

4,10,59 Dieser Themistocles hat viel wunderlicher practiken diesen gantzen krieg gemacht/ vnd nach dieser schlacht/ 60 da er mercket das Xerxes erschrocken war/ vnd bedacht/ man möcht jhn leichtlich bewegen jn diesem ersten schrecken/ aus Grecia weg zu fliehen/ lies er jhm anzeigen als meinet er jhn trewlich/ vnd wolt gnad bey jhm verdienen/ Die Grecken hetten fur/ die bruck so er vber Meer gemacht hat/ abzuwerffen/ damit er nicht entrinnen möcht/ 61 Darümb solt er eilent sich dauon machen/ ehe er jnn grösser fahr kem/ 62 Da Xerxes das hört/ wolt er lenger nicht harren/ 63 vnd da er an die bruck kam/ war die bruck vom wetter zerrissen/ 64 da eylet er vnd fuhr vber jnn einem kleinen schiff/ dazu jnn vngewitter/ das er schier ersoffen war. 65 Also keret Gott das spiel vmb/ vnd strafft hoffart vnd leret die grossen herrn/ nicht auff eigene macht zuuertrawen/ sondern jnn Gotts forcht vnd vertrawen zu Gott/ jhre sach furzunemen. 66 Dieses spötlich end hat der schrecklich zug gehabt/ nach dem als Xerxes mit solcher grosser macht jnn Greciam gezogen war/ wie zu diesen zeiten der Türck von Wien mit spot abziehen vnd widder zu rück fliehen must/ der doch jnn die zwey mal hundert tausent man jnn Deudschland gefurt hatt.

65 Also keret Gott das spiel vmb/ vnd strafft hoffart vnd leret die grossen herrn/ nicht auff eigene macht zuuertrawen/ sondern jnn Gotts forcht vnd vertrawen zu Gott/ jhre sach furzunemen. 

66 Dieses spötlich end hat der schrecklich zug gehabt/ nach dem als Xerxes mit solcher grosser macht jnn Greciam gezogen war/ wie zu diesen zeiten der Türck von Wien mit spot abziehen vnd widder zu rück fliehen must/ der doch jnn die zwey mal hundert tausent man jnn Deudschland gefurt hatt.

4,10,67 Doch hat Xerxes sein haubtman Mardonium mit dreymal hundert tausent man jnn Grecia gelassen/ 68 vnd das ist aus dieser vrsach geschehen/ 69 Mardonius hatt sonderlich den König getrieben jnn Greciam zu ziehen/ widder der andern Rädt meinung/ vnd hett den König hoch vertröst/ 70 Derhalben forcht er sich/ so er heim zöge/ der König würde jhn straffen vnd tödten lassen/ dieweil die sach nicht geratten ware/ 71 Darümb begert er/ der König solt jhn mit diesem zeug da lassen/ er hoffet noch die Grecken müde zu machen/ 72 Also lies jhn Xerxes sein glück versuchen.

4,10,73 Vnd erstlich sucht Mardonius freuntlich durch hendler/ die Grecken solten sich ergeben/ so wolt er ein leidlichen frieden mit jhn auffrichten/ 74 Aber die Grecken waren nu mütiger worden/ wolten die Persen gantz nicht zu herrn haben/ vnd zeigten jhm an/ er müsst sich jhr erweren.

4,10,75 Da plündert Mardonius Athen vnd verbrant es/ vnd zoge fort gegen Thebe/ denn Thebani waren zu den Persen gefallen/ 76 Da rüsten sich die Lacedemonier vnd die von Athen widderümb starck zu land/ vnd brachten bey hundert tausent man zusamen/ vnd thetten etlich kleine schlachten/ bis zu letzt Mardonio an profand feylet/ das er must ein end machen. 77 Es war aber bey den Persen der König aus Macedonia. Alexander/ von welchem ich droben gesagt habe/ der <046> verwarnet den abent die Grecken/ das sie sich rüsten morgen zum angriff/ denn Mardonius hett beschlossen/ mit aller macht zu schlagen. 78 Dieses geschach also vnd warden die Persen geschlagen/ 79 Auch blieb Mardonius tod/ wie jhm denn die andern Rädt Xerxis da man erstlich den krieg beratschlaget/ geweissaget hatten/ das jhm also gehen würde. 80 Dis ist das ende/ dieses grossen kriegs/ 81 vnd sind nach diesem krieg/ die Stedt jnn Grecia mechtig worden an land vnd leuten/ haben viel Jnseln den Persen genomen/ 82 Vnd die weil die Grecken nu mechtig worden/ sind sie auch stoltz vnd vnruwig worden/ haben treffelich grosse krieg vnter sich selb gehabt/ vnd sich selb iamerlich also verderbet/ das sie sich hernach an frembde herschafft haben ergeben müssen/ vnd haben alle jhre löbliche regiment vnd zucht verloren/ 83 dauon wil ich ein wenig hernach sagen.

4,10,84 Hie ist auch nützlich zu mercken von Themistocle/ 85 diesen einigen man hat man dafur gehalten/ das durch sein weisheit vnd künheit das gantz Grecia erhalten sey/ 86 darumb wird er hoch gepreiset vber alle Fürsten vnd treffenliche menner/ so Grecia je gehabt hat/ 87 Aber seine eigen burger haben jhm zu letzt vbel gedanckt/ haben jhn veriaget. 88 Dabey sollen wir lernen/ nicht allein das der pöfel hohe tugent neidet/ sondern das es des teuffels spiel ist/ der solche Gottes gaben hasset/ 89 vnd sollen sich hohe leut nür zu gedult schicken/ denn sie müssen jnn dieser welt geplaget werden/ vnd allen vndanck erfaren. 90 Dieser Themistocles ist hernach zu Artaxerxe geflohen/ 91 der hat jhn wert gehalden/ als seiner höhisten Fürsten vnd Rädt einen/ vnd gesagt/ 92 Er wisse seinen feinden nicht ergers zu wünschen/ denn das sie so töricht werden/ das sie solche weise leut von sich iagen.

88 Dabey sollen wir lernen/ nicht allein das der pöfel hohe tugent neidet/ sondern das es des teuffels spiel ist/ der solche Gottes gaben hasset/ 89 vnd sollen sich hohe leut nür zu gedult schicken/ denn sie müssen jnn dieser welt geplaget werden/ vnd allen vndanck erfaren. 

4,11 Von Artaxerxe longimano.

4,11,1 NAch Xerxe hat regirt
sein son Artaxerxes/ des rechte hand ist lenger gewesen den die linck/ daher heisset er Longimanus. 2 Dieser König wird seer gelobet/ das er ein weiser/ gütiger herr gewesen sey/ vnd hat frieden gehalten/ 3 darumb lasse ich hie seine historien fallen/ vnd kom auff der Jüden hendel/ das wir nu widderumb sehen/ wie es jm geistlichen regiment gestanden sey.

4,12 Von Zorobabel dem Für=
sten Juda.

4,12,1 ICh habe droben an=
zeiget/ das die Bibel nennet ein Persen könig Assuerum/ 2 dieser ist gewesen Darius Hystaspis/ 3 vnd ich halt das dieser Darius sey Assuerus der die Hester gehabt hat. 4 Es nennet auch Herodotus eine Artistona/ die Darius gehabt hat zu der königin Atossa/ vnd spricht/ Darius habe die selbige Artistona seer lieb gehabt/ 5 Diese Artistona scheinet als sey es Hester.
<047>

4 Es nennet auch Herodotus eine Artistona/ die Darius gehabt hat zu der königin Atossa/ vnd spricht/ Darius habe die selbige Artistona seer lieb gehabt/

4,12,6 Philo schreibet auch/ das sich die historia Judith/ zu zeiten dieses Darij begeben hab/ vnd das der Arpaxat/ dauon jnn Judith stehet/ der Assyrier haubt man gewesen sey/ da sie abgefallen sind von Cyro/ nach dem vnfal der Cyro jnn Scythia widerfaren ist. 7 Diese meinung Philonis straff ich nicht/ 8 Aber mich bedünckt die historia Judith sey geschehen zuuor ehe Juda jnn Babylon gefurt ist/ vnd vor der Persen Monarchi. 9 Denn Arbaces der Meden könig ist vor der Persen Monarchi gewesen. 10 So ist auch Niniue zerstöret gewesen zur zeit der Persen Monarchi/ vnd haben beide/ die Meden vnd Niniue nicht eigne König gehabt/ da die Persen die Monarchi erobert haben/ 11 doch las ich eim ieden hie seine meinung gefallen.

4,12,6 Philo schreibet auch/ das sich die historia Judith/ zu zeiten dieses Darij begeben hab/ vnd das der Arpaxat/ dauon jnn Judith stehet/ der Assyrier haubt man gewesen sey/ da sie abgefallen sind von Cyro/ nach dem vnfal der Cyro jnn Scythia widerfaren ist. 7 Diese meinung Philonis straff ich nicht/ 8 Aber mich bedünckt die historia Judith sey geschehen zuuor ehe Juda jnn Babylon gefurt ist/ vnd vor der Persen Monarchi. 9 Denn Arbaces der Meden könig ist vor der Persen Monarchi gewesen. 10 So ist auch Niniue zerstöret gewesen zur zeit der Persen Monarchi/ vnd haben beide/ die Meden vnd Niniue nicht eigne König gehabt/ da die Persen die Monarchi erobert haben/ 11 doch las ich eim ieden hie seine meinung gefallen.

4,12,12 Nach Dario Hystaspis setzt Philo Longimanum/ vnd wird Xerxes ausgelassen/ on zweifel aus dieser vrsach/ wie droben gesagt/ das Xerxes weggezogen ist jnn Greciam/ dieweil hat jnn Orient dieser Longimanus regirt/ 13 Vnd dieser Longimanus ist der Darius/ der den Jüden widderümb erlaubet hat den tempel zu bawen.

4,12,12 Nach Dario Hystaspis setzt Philo Longimanum/ vnd wird Xerxes ausgelassen/ on zweifel aus dieser vrsach/ wie droben gesagt/ das Xerxes weggezogen ist jnn Greciam/ dieweil hat jnn Orient dieser Longimanus regirt/

4,12,14 Denn nach dem als Cyrus den Jüden erlaubet hatt widderümb gen Jerusalem zu ziehen/ das sie jhr land einnemen/ vnd darum jhr regiment vnd Gottes dienst anrichten solten/ setzten sich die nachbawren dagegen/ vnd practicirten nach absterben Cyri/ das der baw lange zeit verhindert ward/ bis auff das ander jar dieses Artaxerxis Longimani/ welchen Philo nennet Darium Longimanum/ 15 Dieser lies jm andern jar seiner herschung ein Edict ausgehen/ das man solt Jerusalem vnd den tempel bawen. 16 Also ist Juda widerümb geschützet worden/ vnd hat sein regiment vnd Gotts dienst widderümb angericht/ den Tempel vnd die Stedt gebawet/ 17 Vnd wiewol Juda furhin nicht König gehabt hat/ so hat es doch Fürsten aus dem stam Dauid gehabt/ so lang bis die Machabei/ zum regiment komen sind/ 18 vnd hat erstlich regirt Zorobabel/ von welches nachkomen wil ich hernach sagen/ wie es jhnen gangen/ vnd wie zu letzt der Stam Dauid vom regiment gestossen ist/ wie denn die Propheceien geweissaget haben/ das Christus muste von Dauids Stam geporn werden/ 19 Aber der Stam Dauid würde zuuor vom Reich gestossen sein.

4,12,14 Denn nach dem als Cyrus den Jüden erlaubet hatt widderümb gen Jerusalem zu ziehen/ das sie jhr land einnemen/ vnd darum jhr regiment vnd Gottes dienst anrichten solten/ setzten sich die nachbawren dagegen/ vnd practicirten nach absterben Cyri/ das der baw lange zeit verhindert ward/ bis auff das ander jar dieses Artaxerxis Longimani/ welchen Philo nennet Darium Longimanum/

4,13 Rechnung der LXX. woch=
en Danielis.

4,13,1 VNd von dieses Lon=
gimani andern iar sol verstanden werden der prophet Daniel/ da jhm der Engel die zeit der zukunfft Christi bestimmet/ nemlich/ das nach ausgang der rede/ darin beuolhen wird/ das Jerusalem widder gebawet werde/ sollen noch 69. wochen sein auff die zeit der herschung Christi. 2 Dis ist das ander iar Longimani/ 3 denn da hat Gott seine Propheten Zachariam vnd Aggeum gesand/ das sie das volck gewis trösten solten/ das nu furthin Jerusalem solt gebawet werden on verhinderung. 4 Von dieser rede/ das ist/ von Gottes offenba=
<048> rung/ sol man die wort des Engels verstehen/ 5 Denn dazumal ist dem volck gewis zugesagt/ das nu der baw solt fort gehen.

4,13,1 VNd von dieses Lon gimani andern iar sol verstanden werden der prophet Daniel/ da jhm der Engel die zeit der zukunfft Christi bestimmet/ nemlich/ das nach ausgang der rede/ darin beuolhen wird/ das Jerusalem widder gebawet werde/ sollen noch 69. wochen sein auff die zeit der herschung Christi.

4,13,6 Dazu hat Longimanus jm selbigen iar ein Edict ausgehen lassen/ das die Jüden nicht solten verhindert werden an jhrem baw.

4,13,7 Vnd von wegen dieser verhinderung stehet Johannis 2. das man habe 46. iar am tempel gebawet/ 8 Denn so viel iar sind von dem andern iar Cyri bis auff das 6. iar Longimani/ darinn der tempel volendet warde.

4,13,7 Vnd von wegen dieser verhinderung stehet Johannis 2. das man habe 46. iar am tempel gebawet/ 

4,13,9 Nu sol man iar wochen rechen/ das ein jede woche 7. iar habe/ 10 das ist leicht zu beweisen/ 11 Darümb machen diese 70. iar wochen 490. iar. 12 Es spricht aber Daniel/ Christus werde nach 69. wochen getödtet werden/ das ist/ ehe die letzt woche aus ist/ werde Christus ein halbe woch predigen/ vnd denn getödtet werden/ 13 das ist ia eigentlich die zeit bestimmet.

4,13,9 Nu sol man iar wochen rechen/ das ein jede woche 7. iar habe/ 10 das ist leicht zu beweisen/ 11 Darümb machen diese 70. iar wochen 490. iar. 12 Es spricht aber Daniel/ Christus werde nach 69. wochen getödtet werden/ das ist/ ehe die letzt woche aus ist/ werde Christus ein halbe woch predigen/ vnd denn getödtet werden/ 13 das ist ia eigentlich die zeit bestimmet.

4,13,14 Nu sind von anfang Alexandri bis auff die gepurt Christi 320. iar. 15 Also hab ichs jnn diesem buch allenthalb gerechnet/ vnd volge hierin Philoni. 
16 Von der geburt Christi bis auff seine Tauff sind 30. iar. 17 Macht zusamen vom anfang Alexandri auff die tauff Christi 350. iar.

4,13,14 Nu sind von anfang Alexandri bis auff die gepurt Christi 320. iar. 15 Also hab ichs jnn diesem buch allenthalb gerechnet/ vnd volge hierin Philoni
16 Von der geburt Christi bis auff seine Tauff sind 30. iar. 17 Macht zusamen vom anfang Alexandri auff die tauff Christi 350. iar.

4,13,18 Dazu thue die zeit vom letzten Dario an bis auff das ander iar Longimani/ 19 das sind nach der Grecken rechnung 132. iar. 20 Vnd mit dieser rechnung trifft Metasthenes auch zu/ so mans recht ansihet/ denn das buch ist corrumpirt/ 21 Vnd die iar so Artaxerxes Mnemon hat jn Metasthene/ gehoren dem Longimano. 22 Auch hat er Xerxen vnd Longimanum zusamen gefasset/ wie ich droben gesagt habe. 23 Vnd dieweil die Grecken Xerxen vnd Longimanum vnterscheiden/ ist recht/ das man hie der Grecken rechnung volget.

4,13,18 Dazu thue die zeit vom letzten Dario an bis auff das ander iar Longimani/ 19 das sind nach der Grecken rechnung 132. iar. 20 Vnd mit dieser rechnung trifft Metasthenes auch zu/ so mans recht ansihet/ denn das buch ist corrumpirt/ 21 Vnd die iar so Artaxerxes Mnemon hat jn Metasthene/ gehoren dem Longimano. 

4,13,24 Summir dieses zusamen/ so macht es alles vom andern iar Longimani bis auff die tauff Christi 482. iar. 25 Dis sind eben 69. iarwochen/ 26 vnd jnn der volgenden halben wochen predigt Christus/ vnd wird getödtet/ 27 Denn Christus ist jm vierden iar nach seiner Tauff getödtet worden. 28 So man nu diese volgende woch zu den 69. wochen thut/ macht alles 70. wochen.

4,13,24 Summir dieses zusamen/ so macht es alles vom andern iar Longimani bis auff die tauff Christi 482. iar. 25 Dis sind eben 69. iarwochen/ 26 vnd jnn der volgenden halben wochen predigt Christus/ vnd wird getödtet/ 27 Denn Christus ist jm vierden iar nach seiner Tauff getödtet worden. 28 So man nu diese volgende woch zu den 69. wochen thut/ macht alles 70. wochen.

4,13,29 Diese rechnung ist am richtigisten. 30 Jch hab auch wol ander rechnung/ 31 Aber man rechne diese zeit/ wie man wöll/ 32 wenn man bey den historien bleibet/ so findet man nicht grosse vngleicheit/ 33 vnd ist hie zu sehen/ wie nützlich vnd not den Christen ist/ historien zu wissen/ die Propheten zuuerstehen/ vnd zu sterckung jhres glaubens. 34 Wer aber die zeit gantz gewis rechnen wolt/ der müste zu rück suchen die Eclipses jnn Ptolemeo/ vnd daraus alle iar nach einander eigentlich rechnen/ 35 Dieses ist aber nicht eines einigen mans arbeit. 36 Vnd solten die Bischoue auff solche sachen etwas wenden/ das man diese schöne Prophecey gantz klar jnn der Christenheit hette/ 37 Doch ist dieses eim ieden Christen ein seer grosse confirmatio/ das man findet/ das gewislich die zeit lang fur vber ist/ darinn Christus hat sollen predigen vnd leiden/ vnd das klar ist/ das die Jüden irren/ die da streitten/ Christus sey noch nicht geporn odder erschienen. 38 Auch sihet man klar/ das Christus fast vmb die zeit erschienen ist/ die <049> Daniel bestimmet hatt/ ob man gleich die rechnung nicht so eigentlich finden möcht/ das alle minuten zu treffen/ 39 vnd dieses ist eim verstendigen Christen genug/ 40 Doch halt ich/ diese rechnung itzund gesetzt/ sey nicht fern aus dem weg.

4,13,29 Diese rechnung ist am richtigisten. 30 Jch hab auch wol ander rechnung/ 31 Aber man rechne diese zeit/ wie man wöll/ 32 wenn man bey den historien bleibet/ so findet man nicht grosse vngleicheit/ 33 vnd ist hie zu sehen/ wie nützlich vnd not den Christen ist/ historien zu wissen/ die Propheten zuuerstehen/ vnd zu sterckung jhres glaubens. 34 Wer aber die zeit gantz gewis rechnen wolt/ der müste zu rück suchen die Eclipses jnn Ptolemeo/ vnd daraus alle iar nach einander eigentlich rechnen/ 35 Dieses ist aber nicht eines einigen mans arbeit. 

38 Auch sihet man klar/ das Christus fast vmb die zeit erschienen ist/ die Daniel bestimmet hatt/ ob man gleich die rechnung nicht so eigentlich finden möcht/ das alle minuten zu treffen/ 39 vnd dieses ist eim verstendigen Christen genug/ 40 Doch halt ich/ diese rechnung itzund gesetzt/ sey nicht fern aus dem weg.

4,13,40 Vom andern iar Longimani auff den anfang Alexandri 132.

Vom anfang Alexandri auff die Tauff Christi.  350.

Summa 482. iar.

41 Adde 8. iar/ macht 490. iar. 42 Dis sind 70. iar wochen.

4,13,40 Vom andern iar Longimani auff den anfang Alexandri 132.

Vom anfang Alexandri auff die Tauff Christi.  350.

Summa 482. iar.

41 Adde 8. iar/ macht 490. iar. 42 Dis sind 70. iar wochen.

4,13,43 Ein zeitlang nach gedachtem Edict hat Artaxerxes dem Priester Esdre auch erlaubet von Hofe gen Jerusalem zu ziehen/ 44 des gedenckt man billich jnn Historien/ 45 derhalben das er die bücher der heiligen schrifft/ so zerstrawet waren/ widerümb zusamen gebracht/ vnd ordinirt hatt/ welchs ein recht löblich vnd Bischoflich werck ist/ 46 denn on die heilig schrifft kan man warhafftige Religion vnd Gottes dienst nicht erhalten.

4,13,47 Zu zeiten dieses Artaxerxis Longimani hat der gros krieg der Grecken vnter sich/ den man heist/ Bellum Peloponnesiacum/ darinn entlich Athen zerstöret ward/ angefangen/ 48 Dieweil aber der selbig krieg nu furter schier bis zu end der Persen Monarchi geweret hat/ wil ich vor kürtzlich die vberigen Persen König nacheinander setzen.

4,14 Von Dario Notho.

4,14,1 DArius Nothus hat
regirt nach Longimano/ vnd ist nit Longimani son gewesen/ sondern hat desselbigen Schwester gehabt. 2 Dieser hat zween söne gelassen/ Artaxerxem/ den man nennet Mnemon vnd Cyrum den iüngern/ 3 Artaxerxes ward nach dem vater König/ vnd Cyrus solt ein mechtiger Fürst bleiben jnn Jonia.

4,15 Von Artaxerxe Mnemone.

4,15,1 NAch Darij tod/ vn=
terstund sich Cyrus könig zu werden/ denn jhm war ein gros mechtig Fürstenthumb eingethan/ 2 Dazu war er geschickt/ vnd hette lust zu krieg/ 3 darümb rüstet er sich gewaltiglich/ vnd zog wider seinen bruder mit grosser macht/ 4 Auch war sein mutter jhm mehr geneigt/ denn Artaxerxi/ der still vnd gütig war/ 5 Aber Gott lies dem Cyro dises vnrecht furnemen nicht gelingen/ 6 denn Cyrus ist vmbkomen jnn einer grossen schlacht/ die beide König miteinander gethan haben/ 7 vnd hat sich Artaxerxes jnn dieser schlacht wol gehalten/ ist auch verwund worden von Cyro/ vnd auff das ander pferd komen/ das er hat erkennen sollen/ das allein Gott jhm hernach den sieg geben habe.
<050>

4,16 Von Ocho.

4,16,1 OChus ist dieses Ar=
taxerxis son gewesen/ vnd ist ein bluthund gewesen/ hat seine brüder vmbbracht/ vnd viel tyranney geübet. 2 Dieser hat die stadt Sidon gewonnen/ vnd Egyptum widderümb zur Persen Monarchi gebracht/ das doch als bald widderümb abgefallen ist. 3 Entlich hat jhn seiner haubtleut einer vmbbracht.

4,17 Von Arsame.

4,17,1 ARsames ist Ochi son
gewesen/ 2 den macht der haubtman zu König jnn der kindheit/ der den vater getödtet hatt/ 3 darnach da der iung König zu seinen iaren kame/ besorget sich der haubtman/ vnd bracht diesen Arsamen auch vmb/ vnd henget sich an ein Fürsten jn Armenia/ den er nachmals zu König macht/ vnd Darium nennet. 4 Mit diesem Arsame hat ein end das geschlecht des aller löblichsten Helden vnd königs Cyri/ vnd ist der Persen Reich gantz aus dem geschlecht Cyri wegkomen/ 5 Vnd ist nicht allein das jamerlich hie zu sehen/ das so grosse macht vnd ehre vnd so hohe Gottes gaben/ so bald verleschen/ sondern viel mehr dieses/ das die nachkomen so vbel geratten/ vnd so gantz aus der art schlagen/ wie hie zu sehen an Ocho/ welches tyranney vrsach geben hat/ zu vntergang des geschlechts Cyri.

4,18 Vom letzten Dario.

4,18,1 DJeser ist nicht aus
dem geschlecht Cyri gewesen/ sondern ist von Ocho zu eim Fürsten jnn Armenia gemacht worden/ der halben das er ein berümpter freidiger krieger war/ 2 Darümb jhn auch die jhenigen so Arsamen getödt hatten/ zu sich zogen/ vnd vertrösten König zu machen/ das er den Ochum nicht rechen solt/ der jhm gutes gethan hatt. 3 Durch solche hoffnung das Königreich zuerlangen/ warde er verblendet/ vnd vergasse aller gnaden so jhm von Ocho widderfaren war/ 4 vnd nam das Königreich an/ vnd nennet sich Darium/ damit er deste edler gehalten würde. 5 Aber diese vntrew hat er bezalet/ 6 Denn jnn diesem endet sich der Persen Monarchi/ nach dem er von Alexandro vberwunden ward/ vnd alle seine Lender vnd Königreich verlore/ wie ich hernach weitter sagen wil/ wenn ich auff den Alexandrum kome/ vnd die drit Monarchi anfahe.

4,19 Von der Grecken Stedt
krieg.

4,19,1 JCh habe droben gesagt/
das die Grecken nach dem siege/ den jhn
<051> Gott widder die Persen geben hat/ mechtiger vnd stoltzer worden sind/ wie nach grossem glück hoffart vnd trotz zu volgen pfleget/ 2 Darümb haben sie vnter sich zur zeit dieser Monarchi grosse langwirige krieg erreget/ 3 dadurch zu letzt gantz Grecia jnn grund verderbet ist/ also das hernach Grecia iederman offen gewesen ist/ wer darein gefallen ist. 4 Auch sind jhre löbliche regiment vnd sitten gantz zerrütt/ vnd ist ein seer vnehrlich vnd vnzüchtig wesen bey jhn worden.

4,19,5 Vnd dis ist viel iamerlicher zu lesen/ das solche gros vnuerwindlich vbel/ vnd so lange grewliche krieg/ aus so geringen vrsachen erstanden sind/ das man sich billich darob verwundern mag/ 6 Vnd ist dieses exempel wol zu behertzigen/ Dieweil hie aus so geringen sachen/ ein solcher krieg geuolget ist/ der kein ende gehabt hat/ bis frembde nation jnn Greciam gefallen sind/ vnd beide part niddergetrückt haben/ das man sich billich fur vnnötigem kriegen hüte.

4,19,5 Vnd dis ist viel iamerlicher zu lesen/ das solche gros vnuerwindlich vbel/ vnd so lange grewliche krieg/ aus so geringen vrsachen erstanden sind/ das man sich billich darob verwundern mag/ 6 Vnd ist dieses exempel wol zu behertzigen/ Dieweil hie aus so geringen sachen/ ein solcher krieg geuolget ist/ der kein ende gehabt hat/ bis frembde nation jnn Greciam gefallen sind/ vnd beide part niddergetrückt haben/ das man sich billich fur vnnötigem kriegen hüte.

4,19,7 Es ist aber hie nicht möglich den gantzen krieg zubeschreiben/ 8 Dauon Thucydides vnd Xenophon vnd hernach andere grosse bücher gemacht haben. 9 Jch wil ein stück erzelen/ das sonderlich nützlich ist zu wissen/ wie Athen jnn diesem krieg jnn der feind hende komen ist/ vnd wilch iamerlich wesen da worden ist. 10 Auch wie es dennoch durch etlicher frommer redlicher leut tugent vnd gedult/ widderümb sich etwas erholet hat/ 11 Künheit vnd trotz hats verderbet/ 12 Gedult vnd gelindigkeit hat jhm widder auff geholffen.

8 Dauon Thucydides vnd Xenophon vnd hernach andere grosse bücher gemacht haben.

4,19,13 Der erst anfang dieses kriegs ist gantz ein frembde sach gewesen/ die die von Athen wol hetten meiden können/ 14 Die von Corintho warden der von Corcyra feind/ da suchet Corcyra hülff bey Athen/ 15 Nu war Athen mechtig worden auff dem Meer/ vnd hoffeten durch hilff der von Corcyra/ die auch seer mechtig waren auff dem Meer/ herrn jnn gantz Grecia zu werden/ 16 darümb machten sie ein bund mit jhn/ 17 Dagegen sucht Corinthus hilff bey den Lacedemoniern/ 18 Also ward Grecia zertrennet/ 19 vnd hengten sich die Lacedemonij an die Persen/ 20 die thaten jhn hülff mit gelt vnd ander notturfft/ hielten jhn doch nicht glauben/ damit nicht die Lacedemonier zu mechtig wurden/ 21 Vnd weret dieser krieg von der zeit Longimani/ bis auf den Artaxerxem Mnemon/ 28. iar/ wie Xenophon klar sagt/ 22 vnd sind viel Stedt iamerlich verderbet worden/ 23 vnd ist wunderbarlich hie zu sehen/ wie sich das glück wendet. 24 Da Alcibiades der von Athen haubtman die Lacedemonier so hart geschlagen hat jm 24. iar vnd widderümb jm 25. das nicht zu hoffen das sie sich widder erholen möchten/ Wendet sich das spiel bald vmb jm nehisten iar/ da Alcibiades aus neid entsetzet war/ 25 vnd schlug Lysander die von Athen bey der Stadt Egos Potami/ da zu anfang dieses kriegs ein wunderbarlich zeichen geschehen war/ 26 Man hatt jm lufft ein seer gros fewr gesehen 75. tag. 27 Darnach ist ein grosser mechtiger stein herunter vom himel jnn die Stadt gefallen. 28 Nach dieser schlacht ist Athen hart belegert worden/ also das viel volcks durch hunger verdorben ist/ 29 noch waren sie so halstarrig/ 30 da man sie vertröst/ wenn sie sich ergeben/ vnd maurn vnd turn nidderwurffen/ solten sie frie= <052> den haben/ da wolten sie nicht/ vnd machten ein statut/ 31 Welcher dieses anzunemen radten würde/ den solt man tödten/ wie zu vnser zeit vor zwey jaren zu florentz geschehen ist. 32 Nach funff Monat aber/ da der hunger so seer vber hand nam/ schickten die von Athen botschafft zun feinden/ vnd liessen auff diese weg mit jhnen handlen/ 33 da aber die sach bey den buntgenossen beradschlagt ward/ stritten Corinth vnd Thebe hefftig/ man solt Athen gantz vertilgen/ vnd ein trifft aus alle jhrer landtschafft machen/ 34 das wolten die Lacedemonier nicht thun/ vnd sagten/ 35 Man solt bedencken die wolthaten die diese Stadt gantzem Grecia gethan hette wider die Meden vnd Persen/ vnd ander viel löblicher thaten/ 36 Zu dem das es gantzem Grecia ein schade sein würde/ so man diesen schönen potentat vertilgen würde/ vnd sagten/ 37 Grecia habe zwey augen/ Sparta/ vnd Athen/ man solt Greciam nicht einäugig machen.

21 Vnd weret dieser krieg von der zeit Longimani/ bis auf den Artaxerxem Mnemon/ 28. iar/ wie Xenophon klar sagt/

4,19,38 Darauff ward beschlossen/ das man Athen nicht vertilgen solt/ sondern man solt maurn vnd turn nidder werffen/ vnd solt jhn ein regiment ordnen/ vnd frieden mit jhn halten. 39 Also ergabe sich Athen/ 40 vnd warden maurn vnd turn niddergeworffen mit grossem triumph/ 41 denn man pfiff vnd dantzet dazu/ 42 vnd warden jhn jhre schiff zum teil verbrennet/ zum teil weg gefuret/ 43 Vnd dis ist geschehen zu ende des 27. iare dieses iamerlichen kriegs. 44 Doch besorgten sich die Lacedemonier noch vor dem einigen man Alcibiade/ der zu den Persen geflohen war/ nach dem er entsetzt ward/ 45 darümb schrieben die Lacedemonier den Persen/ das man Alcibiaden tödten solt. 46 Das theten die Persen/ vnd brachten Alcibiaden verrhetterlich vmb/ wiewol sie jhn als ein gast angenomen hatten/ der sich trew zu jhn versehen solt/ 47 Aber es gehet also jnn der welt zu/ 48 Wenns vbel gehet/ vnd des man nicht bedarff/ odder des man müd ist worden/ der sehe sich fur/ er findet wenig trew. 49 Dieser Alcibiades ist ein geschickter freidiger krieger gewesen/ Aber ein vnrüwig man/ vnd der vor etlichen jaren den frieden zwischen Athen vnd Lacedemonien auffgericht/ zerrütt hatt/ vnd so viel wünderlichen practiken jnn Grecia angericht/ das man gesagt hat/ 50 Wo jnn Grecia zwen Alcibiade geporn weren/ wer es gantz zu poden gangen. 51 Solch spiel hat selten gut end/ darümb ist er auch entlich also umbkomen.

47 Aber es gehet also jnn der welt zu/ 48 Wenns vbel gehet/ vnd des man nicht bedarff/ odder des man müd ist worden/ der sehe sich fur/ er findet wenig trew. 

4,19,52 Wiewol nu der Stedtkrieg damit ein end gehabt hat/ ist doch zu Athen erst das würgen angangen/ 53 Denn diweil viel vnrüwiger leut da waren/ setzten die Lacedemonier 30. man/ die man nennet xxx. Tyrannos/ vnd gaben jhn macht on vrteil vnd recht die vnrüwigen buben auffzurhaumen/ 54 Dazu liessen sie jm Schlos ein hauffen knecht/ zu schutz dieser Oberkeit/ von jhn geordnet.

4,20 Wie Athen nach der zerstö=
rung widerümb auff ko=
men ist.

4,20,1 DJesen ernst hat man ge=
übet auffrhur zu weren/ wie bey weilen
<053> die not fodert das recht zu scherffen/ 2 Vnd haben erstlich die xxx. man sich recht gehalten/ vnd niemand getödtet/ denn allein auffrürige schreyer. 3 Hernach haben etlich vnter den xxx. die geweltigsten/ viel vnschuldiger fromer redlicher leut erstechen lassen/ wo einer ein alten hass zu eim hat/ wie ich zu vnsern zeiten schier jn gleichen fellen gesehen habe. 4 Dazu haben sie ein treffenlichen ehrlichen man/ einen aus der zal der xxx. genant Theramenes getödtet/ der sich vnterstund der andern tyranney zu weren. 5 Jtem der getödten güter teyleten sie vnter jhre gesellen.

3 Hernach haben etlich vnter den xxx. die geweltigsten/ viel vnschuldiger fromer redlicher leut erstechen lassen/ wo einer ein alten hass zu eim hat/ wie ich zu vnsern zeiten schier jn gleichen fellen gesehen habe

4,20,6 Da flohen die redliche burger weg gen Thebe vnd Argos/ 7 da warden sie auffenthalten aus erbarmung vber solch offentlich tyranney/ vnangesehen das die Lacedemonier allen Stedten verboten heten/ die flüchtige von Athen zu herbergen. 8 Es war aber einer vnter diesen flüchtigen Thrasybulus/ der etwa mechtig zu Athen gewesen war/ 9 der zog die andern flüchtigen zu sich/ vnd durch heimliche hilff der von Theben/ erobert er ein flecken bey Athen/ vnd zoge darnach an Athen/ vnd schlug die xxx. tyrannen mit jhrem hauffen/ vnd gewahn Athen widderümb. 10 Dieser Thrasybulus setzet die flüchtigen burger ein/ vnd richtet widderümb das regiment/ recht vnd gericht an zu Athen/ 11 Vnd wird jnn sonderheit diese seine that gelobet/ das/ da er nach dem sieg/ die vberigen feind straffen vnd vmbbringen vermocht/ hatte er viel lieber zu frieden vnd einigkeit geratten. 12 Vnd dieweil etlichen burgern jhre güter genomen waren/ vnd die selbige nu mehr jnn die drit hand odder weiter komen waren/ so man alle güter het wider zum rechten herrn bringen sollen/ vnd alles vnrecht rechen/ were des kriegens vnd würgens kein end gewesen/ 13 Derhalben macht er diesen bund/ Das alle Rach solt auffgehaben vnd vergessen sein/ 14 Wer hett/ der hett/ 15 Wer leg/ der leg/ 16 vnd solt furthin ein fried vnd recht gehalten werden. 17 Durch diese freuntlicheit ist frieden worden/ 18 Vnd ist warlich das ein löblich exempel/ wie durch gnad vnd verzeihen/ bestendiger fried jnn solchen burger lermen anzurichten.

4,20,19 Hernach sind die Lacedemonier auch stoltz worden/ vnd haben die Persen die jhnen zuuor geholffen hatten/ aus Asia veriagen wollen. 20 Da machten die Persen ein haubtman von Athen/ der dazumal von Athen flüchtig war/ mit namen Conon/ der schlug die Lacedemonier hart/ 21 Dazu murreten die Lacedemonier/ das Thebe die flüchtigen von Athen auffenthalten hat/ vnd zogen darümb den von Thebe jns land/ 22 vnd ward daraus ein newer grosser krieg/ darinn die Lacedemonier geschlagen wurden/ vnd gantz verderbet/ 23 vnd dagegen ward Thebe mechtig.

4,20,24 Darnach richtet Thebe ein grossen krieg an darinn Phocenses gantz vertilget/ vnd was vbrig war/ veriaget ward. 25 Doch ward Thebe zu letzt von Philippo dem König Macedonie auch geschlagen vnd gedemütiget. 26 Also ist erstlich Athen/ darnach Sparta/ darnach Thebe verderbet/ vnd der Grecken macht geschwecht worden/ 27 Vnd haben diese Stedt Athen vnd Thebe/ damit das sie etlich mal frieden mit Philippo dem König jnn Macedonien gemacht/ vnd doch nicht gehalten haben/ den König Philippum <054> verursacht/ das er hat müssen sich vmb gantz Grecia annemen/ dasselbige vnter sich zu bringen. 28 Das sey gnug jnn kurtz von den grossen iamerlichen kriegen so Grecia nach Xerxe neher denn 130. iar. gehabt hat/ 29 vnd ist wenig friede dazwischen gewesen/ 30 Vnd sind diese hendel nach der leng beschrieben von Thucidyde/ Xenophonte/ vnd etlichen mehr/ darümb hab ichs nicht lang machen wöllen/ sondern das furnemlich exempel von Athen/ dem Deudschen leser erzelen wöllen.

30 Vnd sind diese hendel nach der leng beschrieben von Thucidyde/ Xenophonte/ vnd etlichen mehr/ darümb hab ichs nicht lang machen wöllen/ sondern das furnemlich exempel von Athen/ dem Deudschen leser erzelen wöllen.

4,21 Von Philosophis.

4,21,1 MJtler zeit haben auch
die künsten seer zugenomen/ 2 Hippocrates der artzt hat gelebt von Longimano bis auff den Ochum 104. iar. 3 Vnd wiewol er hoch jnn gantzem Grecia geachtet war/ haben jhn doch jnn sonderheit die König jnn Macedonia ehrlich gehalten/ bey denen er auch das grösser teil seins lebens zubracht hat. 4 Soranus schreibet Hippocrates sey zum Konig Perdica gefoddert/ derhalben das man den König fur Phthisicum gehalten hat/ 5 Vnd andere Artzt hatten jhm gar nicht helffen können. 6 Da aber Hippocrates kam/ mercket er/ das Perdica nicht von des leibs schwacheit/ sondern von lieb/ vnd wemut/ also weg dorret/ 7 Denn Perdicas hatt seines vaters dirnen lieb/ vnd wenn er die sahe/ so endert sich alle gestalt vnd wesen des Königes/ 8 Also merckt Hippocrates vrsach der kranckheit/ vnd ried wie jhm zu helffen were. 9 Er lies auch zur zeit der Pestilentz ein wald abbrennen gegen dem lufft da die Pestilentz her kam/ vnd erhielt damit das land Thessalia/ das Pestilentz nicht drein kam/ 10 Dergleichen hat er viel natürliche wunderwerck gethan/ 11 Auff seinem grab sind lang zeit binen gewesen/ 12 vnd wenn man die krancken mit dem selbigen honig bestrichen hat/ sind sie gesund worden.

4 Soranus schreibet Hippocrates sey zum Konig Perdica gefoddert/ derhalben das man den König fur Phthisicum gehalten hat/

4,21,13 Zu zeiten Artaxerxis der Mnemon heisset/ sind auch gewesen Socrates/ der aus neid getödtet ist/ vnd ist jhm schuld geben/ er brecht newe lahr auff jnn der Stadt/ 14 Aber Gott hat seine feinde bald hernach gestrafft/ das sie auch getödtet wurden.

4,21,15 Hernach sind auch gewesen Plato/ Eudoxus der löblich Astrologus/ der auch diese kunst aus Egypto jnn Greciam gebracht hat/ 16 Nach dem ist gewesen Aristoteles/ 17 diese setze ich als die furnemesten vnter den Philosophen/ vnd jnn sonderheit Eudoxum vnd Aristotelem/ welche nicht mit vnnützem geschwetz/ sondern mit rechter gegrünter lahr vmbgangen sind/ die nützlich ist zum teil zu erkennen der natur krefft vnd wirckung/ Zum teil auch daraus zu lernen/ wie man recht leben sol/ 18 vnd ist warlich ein schön lieblich ding zu sehen/ wie vns Gott jnn vnser eigen natur alle tugent gebildet hat. 19 Es ist aber Aristoteles nicht von geringen leuten geporn/ denn sein vater Nicomachus ist bey Amynta dem König jnn Macedonien seer gewaltig vnd sein Artzt gewesen/ vnd hat sein herkomen aus Hippocratis geschlecht/ 20 Derhalben auch hernach Aristoteles bey dem könig Philippo dem son <055> Amynte jnn solchen gnaden gewesen ist/ das er jhm sein einigen son Alexandrum vertrawet hat. 21 Diesen hat Aristoteles zur Philosophei gezogen/ dadurch er des geschickter worden zu reden vnd zu radten. 22 Das sey gnug von den Grecken so viel jnn dieser andern Monarchi zu mercken ist.

4,21,15 Hernach sind auch gewesen Plato/ Eudoxus der löblich Astrologus/ der auch diese kunst aus Egypto jnn Greciam gebracht hat/ 16 Nach dem ist gewesen Aristoteles/ 17 diese setze ich als die furnemesten vnter den Philosophen/ vnd jnn sonderheit Eudoxum vnd Aristotelem/ welche nicht mit vnnützem geschwetz/ sondern mit rechter gegrünter lahr vmbgangen sind/ die nützlich ist zum teil zu erkennen der natur krefft vnd wirckung/ Zum teil auch daraus zu lernen/ wie man recht leben sol/ 18 vnd ist warlich ein schön lieblich ding zu sehen/ wie vns Gott jnn vnser eigen natur alle tugent gebildet hat. 

4,22 Von Rom.

4,22,1 ALs die König veria=
get sind zu Rom/ hat man das regiment anders geordnet/ das die hoheit bey dem Radt belieben/ 2 vnd sind doch ierlich zween zu gleich gewelet/ wie Burgermeister/ 3 die nennet man Consules/ vnd sind nicht vber das iar jm ampt gewesen.

4,22,4 Vnd ist diese verendrung geschehen zu der zeit Cyri/ des ersten Monarchen jnn Persia jm 3450. iar nach der welt anfang/ jm 7. iar nach dem Cyrus Babylon erobert hat.

4,22,4 Vnd ist diese verendrung geschehen zu der zeit Cyri/ des ersten Monarchen jnn Persia jm 3450. iar nach der welt anfang/ jm 7. iar nach dem Cyrus Babylon erobert hat.

4,22,5 Vnd sind viel grosser hendel zu Rom furgefallen/ Auch schreckliche auffruren vnd verenderung des regiments/ 6 Darin zu sehen/ wie sich grosse regiment erregen/ vnd welche rhumor darinn entstehen/ 7 Doch ist diese form/ das zween Consules die höhisten Magistrat gewesen sind/ alle zeit widder angericht worden/ vnd fur vnd fur blieben/ bis auff den Julium/ der zu Rom ein ander regiment angefangen hat/ das man nennet Monarchiam/ 8 vnd sind vom anfang des Consulatus auff die Monarchi Julij 464. iar.

8 vnd sind vom anfang des Consulatus auff die Monarchi Julij 464. iar.

4,22,9 Der Römer historien ist viel zu lang hie zu recitirn/ 10 Jch wil allein die zeit hie anzeigen zweier grossen sachen/ die sich jnn Rom/ zu zeit dieser Monarchi begeben haben.

4,22,9 Der Römer historien ist viel zu lang hie zu recitirn/

4,22,11 Jm 302. iar nach anfang der Stadt Rom/ das ist bald nach dem krieg Xerxis/ jm anfang der herschung Longimani/ sind auffrhur zu Rom worden/ 12 Denn dieweil man noch kein gewis beschrieben Recht hatt/ worden offt die leut ausserhalb des gerichts/ vnd jnn gericht beschweret/ 13 denn man wust nicht eigentlich/ was recht sein solt. 14 Aus dieser vrsach empöret sich der pöfel/ vnd ward die sach dahin gehandelt/ das man ein gewis Recht fassen vnd beschreiben solt. 15 Dabey ist zu mercken/ wie geschriebene Recht/ zu fried vnd einigkeit hoch von nöten sind. 16 Es worden aber dazu zehen man gewelet/ die zogen jnn Grecien/ vnd erlerneten sich da aller sitten vnd Rechtens/ jn den haubt Stedten/ namen auch Philosophos zu sich/ nemlich Hermodorum von Epheso. 17 Also machten sie zwelff Tabeln/ die henget man fur das Radthaus. 18 Dis ist der erst anfang des Römischen geschriebnen Rechtens. 19 Also komet das Römisch Recht aus Grecia.

15 Dabey ist zu mercken/ wie geschriebene Recht/ zu fried vnd einigkeit hoch von nöten sind. 

4,22,20 Vnd diese zehen man regirten jnn das drit iar zu Rom/ 21 denn das Recht bedurfft teglich das mans ausleget vnd verkleret. 22 Einer aber vnter jhnen Appius/ misbraucht sich seiner gewalt/ lies eim burger ein tochter ansprechen/ als solt sie eins andern leibeigen sein/ das er sie mit schein des Rechten zu sich brecht vnd schendet. 23 Da nu jhr vater das spiel merckt/ vnd sein tochter nicht retten kundt/ erstach er sie vor gericht/ 24 darnach eilet er zum kriegs volck vnd sucht <056> schutz widder den tyrannen Appium. 25 Da machte das kriegsvolck newe magistrat/ vnd setzet die zehen abe/ vnd lies den Appium fahen/ 26 der erstach sich selb jm kercker. 27 Dis ist aber ein exempel/ darinn zu sehen/ das vnrecht gestrafft wird.

4,22,28 Jm 360. nach anfang der stad Rom/ sind jnn Jtalien gefallen ein gesamleter hauff/ Galli vnd Deudschen/ vnd haben die stadt Rom verbrennet/ 29 Aber Camillus ein Römer/ den zuuor sie selb der pöfel zu Rom veriaget hat/ thet als ein redlich man/ vnd lies die Stadt nicht entgelten/ das jhm vnrecht da geschehen war/ bracht ein volck bey den nachbarn zusamen/ vnd vberfiel die Gallos vnd Deudschen zu Rom/ vnd rett das Schlos/ vnd die burger so noch da vberig waren. 30 Dieser vnfal ist Rom begegnet zu zeiten Artaxerxis der da heisset Mnemon/ fast umb die zeit da auch die Lacedemonier die Stadt Athen gewonnen vnd zerstöret haben.

4,22,31 Vnd jnn dieser Historien wird erstlich der Deudschen gedacht/ das ist nicht ganz 400. iar vor Christus gepurt. 32 Vnd hat dieser hauff Deudschen vmb die zeit Meilan vnd etlich mehr Stedt dabey gebawet.

5,1 Die Drit Monarchi.

5,1,1 IM 3634 iar nach
anfang der welt/ als der Persen Reich geweret hatt 191. iar/ das ist vor Christus gepurt 320. iar. fahet an die Drit Monarchi/ die man nennet der Grecken Monarchi. 2 Vnd ist nu die hoheit der welt von Orient/ jnn Occident/ vnd aus Asia jnn Europa gewandelt/ 3 vnd hat Asia hernach fur vnd fur abgenomen/ nicht allein an macht/ sondern auch an zucht/ tugent/ regimenten/ vnd allerley gütern/ bis zur Römer zeit/ da die Barbari darein gefallen/ vnd habens gantz verwüstet/ das der schönest teil auff erden/ da die höhist weisheit/ heiligkeit/ vnd macht gewesen ist/ itzund schier gantz ein morder gruben ist. 4 Also sind nu die hohen Gottes gaben jnn Occident nach dem die welt zum ende nahet.

5,1,1 IM 3634 iar nach anfang der welt/ als der Persen Reich geweret hatt 191. iar/ das ist vor Christus gepurt 320. iar. fahet an die Drit Monarchi/ die man nennet der Grecken Monarchi. 

5,1,5 Vnd hat diese Monarchi angefangen Alexander der König jnn Macedonia/ den man billich nennet/ den grossen. 6 Denn er ist nicht allein an macht/ sondern auch an allen königlichen tugenden/ ein solcher löblicher Fürst gewesen/ das sein gleichen seer wenig auff erden gewesen sind. 7 Es rhümen jhn die Propheten/ Jeremias vnd Daniel jnn sonderheit als ein freidigen vnd glückseligen Fürsten. 8 Daniel malet ein Bock der stösset ein Wider zu poden/ vnd spricht klar/ der Bock sey der Grecken König/ der Wider der Persen König.

7 Es rhümen jhn die Propheten/ Jeremias vnd Daniel jnn sonderheit als ein freidigen vnd glückseligen Fürsten. 8 Daniel malet ein Bock der stösset ein Wider zu poden/ vnd spricht klar/ der Bock sey der Grecken König/ der Wider der Persen König.

5,1,9 Dieweil nu Alexander als ein Heros/ mit allen hohen tugenden begabt ist gewesen/ vnd grosse wun= <057> derbarliche siege von Gott gehabt hat/ haben etlich viel törichter fabulas von seiner gepurt ertichtet/ die ich nicht erzelen wil. 10 Das ist war/ hohe vnd glückselige Fürsten sind eigentlich jnn Gottes schutz/ 11 vnd allein Gott gibt solche hohe tugent vnd gaben. 12 Aber Gott lesset dennoch diese ehre bey den hohen geschlechten bleiben. 13 Also ist Alexander geporn/ ein König zu Macedonia/ vnd ist sein vater gewesen der König Philippus/ vnd die mutter Olympias. 14 Vnd da Alexander empfangen ist/ hat die nacht Philippo getrewmet/ er hab seiner Königin Olympiadi ein sigil auff jhren leib getrückt/ darinn ein Law gegraben war. 15 Dieses zeichen hat man also gedeut/ das Olympias von Philippo schwanger sey/ vnd werde ein grosmechtigen Fürsten geperen/ 16 Vnd sind beyde des vaters vnd der mutter stam/ die zwey höhisten geschlecht/ die jnn gantzem Grecia gewesen sind/ 17 Denn Philippus kommet her von Hercule/ wie das klar durch gewisse Historien mag angezeigt werden. 18 Olympias aber kommet her von Achille. 19 Von diesen edlen stammen Herculis vnd Achillis/ komet her der edleste held Alexander.

20 Der veterlich stam Alexandri.

Hercules.
Hyllus.
Cleodaeus
Aristomachus
Temenus

5,1,21 Vnd ist Alexander Magnus bey 800. jarn nach dem Troianer Krieg geporn.

Perdicas/ 

5,1,22 Dieser ist erstlich König jnn Macedonia worden/ vnd beschreibet Herodotus sein herkomen.

Argaeus.
Philippus.
Acropus.
Alcetas.
Amyntas.
Alexander.
Amyntas.
Philippus.
Alexander Magnus.

5,1,23 Der Stam Olympiadis/ der mutter Alexandri.

Achilles.
Pyrrhus.
24 Molossus König jnn Epiro/ vnd Pielus/ beide geporn aus Andromache.

25 Von diesem Pielo füret Pausanias jnn Atticis die volgenden König jnn Epiro.

Tarymbas.
Alcetas.
Neoptolemus vnd Arymbas.
Olympias Neoptolemi tochter die mutter Alexandri.

26 Dis ist die genealogi Alexandri/ aus rechten gegründten Historien zusamen gezogen/ darinn zu sehen/ das Alexander von hohen leuten herkomet.

5,1,9 Dieweil nu Alexander als ein Heros/ mit allen hohen tugenden begabt ist gewesen/ vnd grosse wunderbarliche siege von Gott gehabt hat/ haben etlich viel törichter fabulas von seiner gepurt ertichtet/ die ich nicht erzelen wil. 

25 Von diesem Pielo füret Pausanias jnn Atticis die volgenden König jnn Epiro.

26 Dis ist die genealogi Alexandri/ aus rechten gegründten Historien zusamen gezogen/ darinn zu sehen/ das Alexander von hohen leuten herkomet.

5,1,27 Nach dem aber Philippus erstochen ward/ dazu er vrsach gab/ damit das er eins grossen herrn mis= <058> handlung nicht straffen wolt/ der ein Edlen iungen grewlich geschendet hatt/ fielen abe von den Macedonern die Jllyrier vnd die Grecken/ 28 vnd war das Reich Macedonia jnn grosser fahr/ 29 Vnd war Alexander iung/ 30 denn er war/ nicht elter denn 20. jar. da Philippus erstochen ward/ 31 das ist jm anfang der Grecken zal/ Olympiadis der hundert vnd eilfften.

31 das ist jm anfang der Grecken zal/ Olympiadis der hundert vnd eilfften.

5,1,32 Aber Alexander nam sich des regiments an/ vnd bracht erstlich die Jllyrier zu gehorsam. 33 Darnach zoge er gegen Thebe/ 34 denn die zu Thebe hatten den hauffen/ den Philippus jnn jhr Schlos zur besetzung geleget hat/ belegert/ vnd mit den Persen büntnis gemacht/ die auch das Reich Macedonia angriffen/ 35 darümb zoge Alexander dafur. 36 Mitler zeit schickten die von Athen ein Legatio zu jhm/ gnad vnd friede zu bitten/ 37 die erhört Alexander gnediglich. 38 Aber Thebe wolt nicht gnad suchen/ sondern da Alexander lies ausruffen ehe er die Stadt stürmet/  39 Wer sich wolt an jhn ergeben/ vnd jetzund aus Thebe zu jhm ziehen/ den wölt er sichern/ 40 da liessen die von Thebe dagegen ausruffen/ 41 Wer die freyheit der Grecken mit jhnen vnd dem König von Persia erhalten wolt wider den Tyrannen/ der solt sich zu jhnen schlagen/ 42 Derhalben erzürnet Alexander/ stürmet vnd erobert Thebe/ vnd schleiffet die Stadt gantz/ das sie nachmals nicht mehr gebawet ist. 43 Diese ist die erste grosse Stadt gewesen/ die Alexander demütiget hat. 44 Denn ich sehe/ wenn Gott ein grossen gewaltigen Monarchen gibt/ so gilt es den grossen Stedten.

44 Denn ich sehe/ wenn Gott ein grossen gewaltigen Monarchen gibt/ so gilt es den grossen Stedten.

5,1,44 Als aber Alexander fried jnn Grecia gemacht hat/ ist er jnn Asia gezogen/ mit vierzig tausent zu fues/ vnd vier tausent pferden/ 45 Dazu war ein kleiner zeug noch jnn Asia/ den sein vater zuuor dahin gesant hat/ 46 Mit solchem kleinem volck griff er die Persen an/ vnd thette viel grosser schlachten/ vnd erobert viel mechtiger Stedt mit gewalt/ als Sardis/ Miletum/ Tyrum/ dauor Alexander grosse fahr gelitten hat.

5,1,47 Auch schlug Alexander Darium jnn die flucht/ vnd fieng sein mutter/ weib/ vnd tochter/ vnd söne/ 48 die hielt er Fürstlich/ 49 Vnd nennet die alte Königin mutter/ den iungen knaben hertzet er als seinen son. 50 Durch diese tugent hat Alexander grosse lob bey Dario selb/ vnd jnn gantzem Asia erlanget/ das jhm auch Darius anbot/ er solt frieden mit jhm machen/ so wolt er sein Reich mit jhm teilen. 51 Dagegen embot jhm Alexander/ die welt könt nicht zwo Sonnen haben. 52 Darius solt sich ergeben/ vnd zu jhm komen/ 53 darnach wolt er sich auch gnedig gegen jhm erzeigen. 54 Aber Darius rüstet sich wider zur schlacht/ 55 da siegt Alexander abermal/ 56 Vnd ein haubtman Darij Bessus/ hat sein eigen herrn Darium jnn der flucht erstochen/ 57 Doch ist Alexander dazu komen/ vnd hat den Darium gefunden also verwundet/ vnd dem tod nahe/ 58 des hat er sich erbarmet/ vnd Dario zugesagt/ die vntrew Bessi zu straffen. 59 Darümb hernach hat Alexander Bessum gefangen/ vnd zwisschen zwen gebogne baume gebunden/ die jhn zu stücken zerrissen haben/ da sie sich wider auffrichten. 60 Also ist Alexander herr jnn Asia vnd Monarcha worden/ Vnd hat furter die vberigen Lender vnd Stedt eingenomen/ als Babylon/ Susa. <059>

5,1,61 Nach diser victoria ist Alexander wilde worden/ vnd fieng an zu sauffen/ vnd erstach seiner Fürsten ein/ Clytum/ jm zorn jnn einer bancket. 62 Darümb wendet sich sein glück/ Wiewol er nicht ruget/ sondern griff Jndiam an. 63 Aber er lebet nicht lang/ sondern starb jm 32. jar vnd xj. monat seins lebens. 64 Also hat er 12. jar vnd xj. monat regirt nach seines vaters Philippi tod/ vnd solche grosse mechtige Reich jnn so kleiner zeit erobert/ das/ so ein volck friedlich da durch hette ziehen sollen/ hett solchs jn so kleiner zeit kaum geschehen mögen/ 65 Vnd hat nach Dario regirt zu Babylon 5. jar xj. Monat.

5,2 Wie sich Alexander gegen Jü=
den gehalten hat.

5,2,1 DJe Jüden hetten nu
Jerusalem widder gebawet/ vnd hatten ein zeitlang vnter den guten fromen Persen Königen gnedigen frieden gehabt. 2 Da nu Alexander vor Tyro lag/ begeret er hülff von den Jüden/ 3 Die antworten jhm/ 4 Sie weren den Persen vnterthan/ vnd hetten so grosse wolthaten von den Persen empfangen/ das jhn gantz nicht gebürt widder sie zu thun. 5 Also schlugen sie die hülff ab. 6 Alexander ward erzürnet/ 7 darümb/ da er Tyrum erobert/ zoge er mit dem heer gegen Jerusalem. 8 Da gieng der Hohepriester Jaddus heraus jnn seinem Priesterlichen kleid/ vnd die Eltisten menner mit jhm/ vnd begerten gnad vnd frieden. 9 Da Alexander den Priester also sahe/ fiel er von seinem hengst auff seine knie fur den Priester/ vnd sagt jhm frieden zu/ 10 Des wunderten sich alle Fürsten/ das Alexander sich gegen eim frembden Priester so hoch demütiget/ vnd seinen zorn so bald fallen lies/ 11 vnd Parmenio sein eltister haubtman fraget jhn/ was jhn beweget hat/ sich so zu demütigen/ 12 sagt jhm Alexander/ 13 Er hette jnn Macedonia ein traum gehabt/ darinnen jhm ein solch bild fur komen/ vnd jhn vermanet jnn Asia zu ziehen/ vnd hülff zugesagt/ 14 dem Gott/ der jhm da erschienen were/ hett er diese ehre erzeiget.

5,2,15 Darnach zoge Alexander friedlich gen Jerusalem/ vnd höret die Priester von jhr religion vnd lahr/ 16 die zeigten jhm auch an die Prophecey Danielis. Das der Grecken König herr jnn Asia vnd Persia werden solt. 17 Des tröstet sich Alexander seer/ vnd gab den Jüden freyheit vnd grosse gaben jnn Tempel/ vnd zoge weg gegen Babylon/ wie Jeremias geweissaget hatt. 18 Also hat Gott die arme kirch behüt jnn dieser grossen verendrung der welt/ so doch sonst alle Lender krieg hatten.

5,3 Teilung der Reich nach
Alexandro

5,3,1 ALexander hat eines
fürsten tochter jnn Persia zur ehe genomen/ die hies Roxane/ die war schwanger da Alexander starb/ 2 Dieweil nu kein gewisser erbe da war/ nach Alexandri tod/ haben die Für=
<060> sten rad gehalten/ wie das Reich zu ordenen sein solt/ 3 Etlich haben geraten/ man solt Regenten ordnen/ so lang/ bis die Königin geborn hett/ 4 So sie ein Herrn hett/ solt billich jhm das Reich bleiben/ 5 Etliche haben des Alexandri bruder Arideum/ der blöd vnd nicht recht bey sinnen war/ fur ein herrn auffgeworffen/ Als Perdicas/ 6 Vnd zu diesem schlug sich erstlich der grösser teil. 7 Doch musten die Fürsten die lender bestellen vnd Regenten darein setzen. 8 Aber Perdicas regirt furnemlich/ vnterm namen des bruders Alexandri/ 9 Darumb gedacht er das Reich gantz vnter sich zu bringen/ Erstlich mit Pracktiken/ darnach mit gewalt/ 10 Denn er warb vmb Alexanders schwester Cleopatra/ vnd hoffet durch jhren namen das Reich zu erhalten. 11 Nu regirt Antipater jnn Macedonia/ der merckt die Practiken/ vnd weret dieser heirat/ 12 Darumb practicirt Perdicas/ das man den Antipatrum fahen solt. 13 Dis ist jnn summa der anfang gewesen des kriegs vnter den Fürsten Alexandri/ 14 Denn Perdicas hat sein anhang/ 15 dagegen verbunden sich widder jhn Antipater/ Antigonus/ vnd Ptolemeus/ 16 Da greiff Perdicas erstlich den Ptolemeum jnn Egipten an/ vnd ist da von seim eigen kriegsuolck bald erstochen worden/ 17 Dis ist der rechte lohn gewesen/ der jhm gebürt hat/ als dem der die erste auffrur vntern Fürsten Alexandri erreget hat.

5,3,18 Nu war das spiel angefangen/ vnd war kein friede zu hoffen/ denn des Perdice anhang must auch vertilget werden/ 19 Es war auch nicht müglich/ nach Alexandri tod/ da die welt kein gewis haubt het/ das friede bleiben solt/ 20 Darumb schwebet nu die welt/ vnd scheinet/ als werde ein ewig morden/ vnd werde nimmermehr kein recht Regiment angericht/ 21 Da sihet man/ wo Gott nicht die Reich ordnet vnd fasset/ das nicht müglich were/ das ein gewis Regiment auff erden bliebe/ 22 Aber Gott hat beschlossen/ das aus Alexandri Reich/ nu fort solten vier gewaltiger Königreich werden/ 23 Denn jm Daniele wird der bock/ so Alexandrum bedeutet/ also gemalet/ das sein einig horn weg felt/ vnd werden daraus vier hörner/ 24 das leget der Engel selbs aus/ das nach Alexandri Reich/ sollen vier Reich werden/ 25 Vnd ist das auch hie wünderlich/ das Gott dennoch diese vier Reich/ den jehnigen Fürsten gedacht hat/ die Philippo vnd Alexandro gesipt waren/ 26 Darumb gönnet jhn auch Got die ehr/ 27 Perdice ist sie nicht bescheret gewesen/ denn er gehöret Alexandrum nicht an/ 28 Vnd gehet offt also/ wer es selber sein wil/ vnd on Göttlichen beruff sich auffwirfft/ den wil Gott nicht haben/ wie jnn Absalon vnd vielen mehr zu sehen ist/ 29 Vnd sind die Reich also geteilet/ vnter die Fürsten/ so die grösten lender/ als haubtleut zuuor regirten.

30 Seleucus ward König jnn Syria.
31 Ptolemeus ward König jnn Egypto.
32 Antigonus ward König forn jnn Asia.
33 Cassander ward König jnn Macedonia vnd Grecia.

20 Darumb schwebet nu die welt/ vnd scheinet/ als werde ein ewig morden/ vnd werde nimmermehr kein recht Regiment angericht/ 21 Da sihet man/ wo Gott nicht die Reich ordnet vnd fasset/ das nicht müglich were/ das ein gewis Regiment auff erden bliebe/ 

23 Denn jm Daniele wird der bock/ so Alexandrum bedeutet/ also gemalet/ das sein einig horn weg felt/ vnd werden daraus vier hörner/